AT393958B - Verfahren zur herstellung transdermaler geschichteter pharmazeutischer praeparate mit langanhaltender wirkung - Google Patents

Verfahren zur herstellung transdermaler geschichteter pharmazeutischer praeparate mit langanhaltender wirkung Download PDF

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AT393958B
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Egyt Gyogyszervegyeszeti Gyar
Muanyagipari Kutato Intezet
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Description

AT 393 958 B
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von transdermalen geschichteten pharmazeutischen PrÀparaten (Pflastern) mit langanhaltender Wirkung, indem man auf den TrÀger eine oder mehrere wirkstoflhaltende(n) Speicherschicht(en), eine aus einen Aethylen/Vinylacetat Kopolymer bestehende Reglerschicht und eine Klebeschicht aufbringt
Es sind mehrere Verfahren bekannt nach welchen bei der Herstellung von transdermalen pharmazeutischen PrĂ€paraten dauerhafter Wirkung synthetische Polymere Verwendung finden, um eine gleichmĂ€ĂŸige und langanhaltende Wirkstoffabgabe zu sichern. Diese pharmazeutische Kompositionen enthalten eine Schicht zur Speicherung des Wirkstoffes, aus welcher der Wirkstoff in Richtung der HautoberflĂ€che diffundieren kann, und - falls dies zur Fixierung an die Haut ungeeignet ist - auch eine separate Klebeschicht Die nach den bekannten Methoden hergestellten PrĂ€parate können weiterhin, eine fĂŒr den Wirkstoff durchdringbare Schicht enthalten, welche zwischen die Speicherschicht und die Haut eingefĂŒgt die Wanderungsgeschwindigkeit des Wirkstoffes regelt Die nach den bekannten Verfahren hergestellten transdermalen Formen enthalten im allgemeinen eine weitere, aus einem Polymer und/oder Metall gebildete Schicht welche der Speicherschicht angeschlossen ist und zur Abschließung der der Haut entgegengesetzten Seite des Pflasters dient Derartige transdermale PrĂ€parate werden in einer Mehrzahl von Patentschriften offenbart
Das Polymermaterial der Wirkstoffspeicherschicht ist in AbhÀngigkeit vom Wirkstoff von Verfahren zu Verfahren verschieden.
In den US-PS 3 946 106, 3 992 518 und 4 053 580, in den japanischen Patentschriften Nr. 57 146 711 und 58 011 136 und in der BRD Patentschrift DE-OS 3 319 469 werden Verfahren beschrieben, nach welchen Speicherschichten eines nichtklebenden Charakters verwendet werden. Die nach diesen Methoden hergestellten PrĂ€parate können gemeinsam so gekennzeichnet werden, daß diese eine dauerhafte Wirkung zeigen, eine in der Zeit konstante Wirkstoffabgabegeschwindigkeit jedoch nicht gewĂ€hren.
In den japanischen Patentschriften Nr. 57 42 619, 57 059 977, 57 075 917, 57 107 155, 57 123 117, 57 125 753 und 57 179 271 werden Speicherschichten eines Klebestoffcharakters vorgeschlagen. Obwohl diese PrĂ€parate eine langanhaltende Wirkung gewĂ€hrleisten, ist eine gleichmĂ€ĂŸige Wirkstoffabgabe nicht gesichert. Nach den in den japanischen Patentschriften Nr. 59 084 811, 59 084 813 und 56 23 733 und in der niederlĂ€ndischen Patentanmeldung Nr. 82.01034 beschriebenen Verfahren wird eine die Wirkstoffabgabe regelnde Schicht eingesetzt und dadurch neben der langanhaltenden Wirkung auch die gleichmĂ€ĂŸige Wirkstoffabgabe gesichert. In diesen PrĂ€paraten muß jedoch die QualitĂ€t der regulierenden Polymerschicht auf Grund des Charakters des Wirkstoffes gewĂ€hlt werden.
Ein Nachteil der, eine Reglerschicht verwendenden bekannten Verfahren liegt darin, daß die innerhalb der Zeiteinheit abgegebene Wirkstoffmenge nur durch Änderung der PrĂ€paratoberflĂ€che modifiziert werden kann. Dies hat Dosierungsprobleme zur Folge bzw. die zur Aufrechterhaltung des erforderlichen therapeutischen Spiegels kann unvertrĂ€glich große SchichtoberflĂ€chen zur Folge haben.
Das Ziel der Erfindung ist die Behebung der obengeschilderten Nachteile der bekannten Methoden und unter Beibehaltung der obigen Vorteile der in den bekannten Verfahren verwendeten polymeren Schichten - insbesondere der polymeren Reglerschichten - die Schaffung von transdermalen PrĂ€paraten, welche ohne die OberflĂ€che des PrĂ€parates zu Ă€ndern - die zum Erreichen des gewĂŒnscht»! therapeutischen Spiegels notwendige und ausreichende gleichmĂ€ĂŸige Wirkstoffabgabe sichern.
Die vorliegende Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß wenn man als Reglerschicht eine mit einer hochenergischen Bestrahlung (z. B. Gamma- oder Elektronbestrahlung) bestrahlte und einer Dehnung unterworfene Aethylen/Vinylacetat Kopolymerfolie in Form eines transdermalen PrĂ€parates verwendet, die durch diese Schicht diffundierte Wirkstoffmenge in AbhĂ€ngigkeit von Grad der Bestrahlungsbehandlung und der Dehnung modifiziert werden kann.
Die Erfindung beruht auf der weiteren Erkenntnis, daß das VerhĂ€ltnis der die bestrahlte und gedehnte Aethylen/Vinylacetat Kopolymerfolie bildenden Aethylen und Vinylacetat Monomereneinheiten auch eine Wirkung auf die durch die Folie innerhalb einer Zeiteinheit diffundierte Wirkstoffmenge ausĂŒbt und daß die Richtung und GrĂ¶ĂŸe dieser Wirkung mit Hilfe des hydrophilen bzw. hydrophoben Charakters des Wirkstoffes beeinflußt werden kann.
Es wurde weiterhin gefunden, daß unter Beibehaltung eines konstanten MonomerenverhĂ€ltnisses die Wirkstoffabgabe auch durch das Molekulargewicht des in der Reglerschicht anwesenden Polymers wesentlich beeinflußt werden kann.
Es geht dem Obenangefuhrten hervor, daß durch sorgfĂ€ltige Zusammenstimnung der obigen drei Faktoren die innerhalb einer Zeiteinheit durch die OberflĂ€che diffundierte Menge eines bestimmten Wirkstoffes so gewĂ€hlt werden kann, daß dadurch die gewĂŒnschte therapeutische Wirkung erzielt werden kann.
Nach dem erfindungsgemĂ€ĂŸen Verfahren wird als Reglerschicht eine mit einer hoch-energischen Bestrahlung behandelte und danach gegebenenfalls gedehnte Aethylen/Vinylacetat Kopolymerfolie verwendet, in welcher das VerhĂ€ltnis der Aethylen und Vinylacetat Monomeren und das Molekulargewicht des Polymers in AbhĂ€ngigkeit -vom Charakter des Wirkstoffes und des gewĂŒnschten therapeutischen Spiegels gewĂ€hlt wird.
Nach dem »findungsgemĂ€ĂŸen Verfahren wird als Aethylen/Vinylacetat Kopolymerfolie ein geschichtetes Produkt mit einem Vinylacetatgehalt von 2-40 Mol %; einer Dicke von 100 - 300 pm (vor Dehnung) und einem Fließindex (190/2,16) von 2-20 g/10 Min. verwendet. -2-
AT 393 958 B
Gegenstand der Erfindung ist demnach ein Verfahren zur Herstellung eines transdermalen geschichteten pharmazeutischen PrĂ€parates (Pflasters) mit langanhaltender Wirkung, indem man auf einen impermeabilen (undringlichen) Metall- und/oder PolymertrĂ€ger mit einer Dicke von 50 - 300 ÎŒÎčη eine oder mehrere, 1-20 Gew.-% Wiikstoff(e) enthaltende^) Speicherschicht(en), und darauf eine Reglerschicht und schließlich eine 5 -100 |im dicke selbstanhaftende Klebeschicht aufbringt.
Das erfindungsgemĂ€ĂŸe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß man als Reglerschicht eine Aethylen/Vinylacetat Kopolymerfolie mit einem Vinylacetatgehalt von 2 - 40 Mol % verwendet, welche vorher in einer Dicke von 100 - 300 pm mit einer hoch-energischen Bestrahlung in einer Dosis von 1 -15 Mrad -vorteilhaft mit einer Elektronenbestrahlung - behandelt und danach bei 80 - 90 °C gegebenenfalls unter Dehnung auf eine Dicke von 2 - 200 Ότη gebracht wurde.
Die Dicke der zu bestrahlenden Aethylen/Vinylacetat Kopolymerfolie wird zweckmĂ€ĂŸig so gewĂ€hlt, daß die StĂ€rke der Folie die Eindringungstiefe der hoch-energischen Bestrahlung nicht ĂŒbertrifft. In diesem Falle ĂŒbt nach der Bestrahlung und der Dehnung die Polymerreglerschicht ihre diffusionshemmende Wirkung im vollen Querschnitt aus.
Nach einer anderen DurchfĂŒhrungsform des erfindungsgemĂ€ĂŸen Verfahrens wird eine so dicke Kopolymerfolie verwendet, daß die Eindringungstiefe nur einen Bruchteil (z. B. die HĂ€lfte oder sogar das Zehnte davon) betrĂ€gt. In diesem Falle ist die regulierende (diffusionshemmende) Wirkung der gedehnten Folie mit der Dicke der bestrahlten Schicht direkt proportional.
Die wirkstoffzurĂŒckbehaltende Wirkung der Reglerfolie kann auch mit dem Grad der Dehnung beeinflußt werden, indem man im Falle von grĂ¶ĂŸeren WirkstoffmolekĂŒlen eine Dehnung von 100/200 oder 100/250 bzw. bei kleineren WirkstoffmolekĂŒlen eine Dehnung von 100/150 verwendet. Es ist weiterhin zweckmĂ€ĂŸig, im Falle von Wirkstoffen eines hydrophilen Charakters (z. B. Terbutalinsulfat) eine Kopolymerfolie mit einem grĂ¶ĂŸeren Vinylacetatgehalt (20 - 30 Mol %) und bei hydrophoben Wirkstoffen (z. B. Nitroglycerin) eine Kopolymerfolie mit einem kleineren Vinylacetatgehalt (10 -15 Gew.%) zu bestrahlen.
Die einer Bestrahlung zu unterwerfende Folie kann auch aus einem Aethylen/Vinylacetat Kopolymer hergestellt werden, welchem vor der Folienbildung (z. B. Extrudieren) im Falle von sehr hydrophilen Wirkstoffen ein Polyvinylacetat Homopolymer und bei sehr hydrophoben Wirkstoffen ein PolyÀthylenhomopolymer zugemischt wurde. Die Anwesenheit dieser Homopolymere kann die PermeabilitÀt der Reglerfolie beeinflussen.
Man kann vorteilhaft so verfahren, daß man in die Reglerschicht außer dem Wirkstoff weitere ZusĂ€tze beimischt, welche die gleichmĂ€ĂŸige Penetration des Wirkstoffes durch die Reglerschicht erleichtern (z. B. Glycerin, Vaselinöl) bzw. die transdermale Absorption fördern (z. B. Dimethylsulfoxyd, Capsaicin).
Die nach dem erfindungsgemĂ€ĂŸen Verfahren verwendeten Speicherschichten können bei Raum- bzw. Körpertemperatur fest oder gelartig (z. B. in Gegenwart von Polyvinylalkohol oder Gelatine) oder - auf eine geeignete ViskositĂ€t eingestellt - flĂŒssig (z. B. im Falle von mit Glycerin gebildeten Wirkstofflösungen oder wĂ€ĂŸrigen oder öligen Emulsionen oder Suspensionen) sein. Im letzteren Falle ist es erforderlich, daß die Speicherschicht des PrĂ€parates in der Ebene der Schicht mit Hilfe einer Schweißnaht oder durch Kleben geschlossen sein soll.
Die einzelnen Schichten der durch das erfindungsgemĂ€ĂŸe Verfahren hergestellten PrĂ€parate sind zueinander und - unter Anwendung zu der Haut - ohne Luftspalt verknĂŒpft Reicht dazu die AdhĂ€sion zwischen den einzelnen Schichten nicht aus, muß eine separate Klebeschicht eingesetzt werden. Es ist zweckmĂ€ĂŸig, ein fĂŒr den Wirkstoff durchdringbare Klebeschicht zu verwenden. Zu diesem Zweck eignen sich insbesondere wĂ€ĂŸrige selbstanhaftende Klebstoffe einer Acrylatbasis. Zur Abschließung der RĂŒckseite des Pflasters dient eine fĂŒr den Wirkstoff und die im PrĂ€parat anwesenden niedrigmolekularen Stoffe undringliche Schicht, welche zweckmĂ€ĂŸig eine, mit einem oder mehreren Polymer(en) (z. B. Polyvinylidenchlorid, Polyolefine, Polyvinylchlorid) kaschierte Aluminiumfolie sein kann.
Nach dem erfindungsgemĂ€ĂŸen Verfahren können bei dem Aufbau des PrĂ€parates solche Stoffe, welche mit dem Wirkstoff chemisch reagieren, nicht verwendet werden. Die verwendeten Materialen (z. B. niedrigmolekulare ZusĂ€tze) können auch in eine physikalische Wechselwirkung (begrenzte Schwellung) nur mit den Stoffen der TrĂ€ger- und Reglerschichten treten.
Nach einer vorteilhaften DurchfĂŒhrungsform des erfindungsgemĂ€ĂŸen Verfahrens wird zu 100 g einer Speicherschicht, welche 1 - 20 g des Wirkstoffes enthĂ€lt, eine mit einem Polymer kaschierte Aluminiumfolie angeschlossen. Dies kann durch Gießen auf die Aluminiumfolie oder Kleben zur Folie geschehen. Die einer Bestrahlung unterworfene und gedehnte Reglerfolie wird der anderen SeitenoberflĂ€che der Speicherschicht angeschlossen. Dies kann im Falle vom selbstklebenden Speichermatrixen durch Aufwalzung und bei anderen festen Matrixen oder Beuteln durch Kleben «folgen. Bei der Anwendung von flĂŒssigen Speicherschichten können eine oder beiden, Seiten der geschweißten Beutel aus der erfindungsgemĂ€ĂŸ eingesetzten Reglerkopolymerfolie hergestellt werden. Die selbstanhaftende Klebeschicht kann auf die OberflĂ€che der Reglerfolie durch Schichtgießen aufgebracht werden. Diese fixierende Klebeschicht des durch das erfindungsgemĂ€ĂŸen Verfahren hergestellten transdermalen PrĂ€parates kann auf die freie OberflĂ€che der abschließenden Folie gegossen werden, welche - in diesem Falle - ĂŒber die Speicherschicht hinausreichen kann. Der auf das Pflaster z. B. kreisrund aufgebrachte Klebstoff preßt die Reglerfolie unmittelbar gegen die Haut
Die bei dem erfindungsgemĂ€ĂŸen Verfahren verwendete, zu bestrahlende Aethylen/Vinylacetat Kopolymerfolie -3-
AT 393 958 B geeigneter Zusammensetzung kann aus einem Pulver oder Granalien oder einem "Blend" (Mischung; im Falle der Zumischung vom Homopolymeren) mit Hilfe der ĂŒblichen folienbildenden Methoden der Kunststoffindustrie (z. B. Gießen, AusfĂ€llen, Extrudieren, Folienblasen usw.) hergestellt weiden. Das Extrudieren hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen.
Die Vorteile der Erfindung können wie folgt zusammengefaßt werden: a) Das Verfahren ist zur effektiven Formulierung von Wirkstoffen mit wesentlich verschiedenen PolaritĂ€ten (hydrophiler oder hydrophober Charakter) oder abweichenden MolekulargrĂ¶ĂŸen geeignet b) Das Verfahren kamt durch geeignete Kombination der in den verschiedenen Industriezweigen ĂŒblichen Vorrichtungen technologisch einfach verwirklicht werden. c) Die erfindungsgemĂ€ĂŸ hergestellten Pflaster ermöglichen eine gleichmĂ€ĂŸige und dauerhafte Wirkstoffabgabe. d) Mit Hilfe des erfindungsgemĂ€ĂŸ hergestellten PrĂ€parates kann die fĂŒr den therapeutischen Spiegel optimale Dose genau eingestellt werden. e) Das erfindungsgemĂ€ĂŸ hergestellte Pflaster sichert die langanhaltende und gleichmĂ€ĂŸige Wirkstoffabgabe so, daß in der Speicherschicht die Wirkstoffkonzentration unnötig nicht erhöht werden muß. (Die zeitliche Grenze der gleichmĂ€ĂŸigen Wirkung des PrĂ€parates kann mit dem Zeitpunkt der Erschöpfung der Speicherschicht koinzidieren.) 0 Durch das erfindungsgemĂ€ĂŸe Verfahren erĂŒbrigt sich die Erhöhung der SchichtoberflĂ€che, da geeignete Abgabedosen ohnedies erreicht werden können. g) Das erfindungsgemĂ€ĂŸe Verfahren ermöglicht verschiedene Dosierungen desselben Wirkstoffes unter Anwendung einer Reglerschicht unverĂ€nderter Zusammensetzung. h) Mit Hilfe des erfindungsgemĂ€ĂŸ hergestellten PrĂ€parates können von identischen OberflĂ€chen verschiedene Wirkstoffmengen auf die Haut aufgebracht werden und dadurch erĂŒbrigt sich die zeitraubende und kostspielige Umstellung der Vorrichtungen. i) Unter Anwendung des »findungsgemĂ€ĂŸen Verfahrens können zur Herstellung von transdermalen Verabreichungsformen verschiedener Wirkstoffe Reglerfolien desselben Typs eingesetzt werden.
Weitere Einzelheiten der vorliegend»! Erfindung sind den nachstehenden Beispielen zu entnehmen.
Beispiel,!
Auf die PolyĂ€thylenseite ein» dreischichtigen Folie [bestehend aus ein» 60 ÎŒ PolyĂ€thylenschicht, einer 15 ÎŒ Al-Schicht und einer 20 ÎŒ biorientierten Polypropylenschicht (BOPP)] wird 0,8 g einer als Wirkstoff Nitroglycerin enthaltenden Matrix aufgebracht. Die Matrix wird so hergestellt, daß man 13,75 g Laktose mit einem Nitroglyceringehalt von 10 Gew.%, 16,5 g Laktose und 13,75 g einer 10 Gew.%-igen wĂ€ĂŸrigen PolyĂ€thylenglykol 400 Lösung in einer Reibschale vermischt. Auf die Matrix wird eine Reglerfolie gelegt, welche aus einem Aethylen/Vinylacetat Kopolymergranulatgrundstoff [Vinylacetatgehalt =8-10 Mol %; Fließindex (190/2,16) = 2-3 g/10 Min], zu einer Dicke von 120 ÎŒ extrudiert und darauffolgend auf einem
Elektronenbeschleuniger mit einer Stromdichte von 6,05 ΌΑ/cm^ 6 Sekunden lang in vier Huben bestrahlt wird. Die Dose betrĂ€gt 12 Mrad. Eine Quervemetzung von 40 % findet statt (gemessen nach ASTM D 27653). Die Folie wird unter ErwĂ€rmen auf 90 °C in einem Wasserbad ein» 100/160 longitudinaler Dehnung unterworfen; die Dicke betrĂ€gt 70 ÎŒ. Die Reglerfolie wird mit der PolyĂ€thylenseite der dreischichtigen Folie auf einer Folienschweißmaschine bei 180 °C so zusammengeschweißt, daß die Matrix im gebildeten "Beutel", bleibt und die mit dem Aethylen/Vinylacetat-Kopolymer bezogene OberflĂ€che des gebildeten "Beutels" 10 cm^ betrĂ€gt Die Aethylen/Vinylacetat OberflĂ€che des Beutels wird mit einem wĂ€ĂŸrigen selbstanhaftenden Klebstoff einer
Acrylatbasis ĂŒberzogen, dessen Trockenstoffgehalt 56,5-57 Gew.%, pH 7,5-8 und Dichte 0,886/cm^ betrĂ€gt Die Wirkstoffabgabegeschwindigkeit aus dem so hergestellten transdermalen Pflaster betrĂ€gt 2,6 . 10'^ g/cm^/Stunde [bestimmt nach Pralash R. Kehamy und Yie W. Chiem; Drug Development and Industrial Pharmacy 883-913 10/6 (1984)] und ist 48 Stunden lang konstant Dies ermöglicht die Abgabe von Λ 6 mg Nitroglycerin von einer OberflĂ€che von 10 cm binnen 24 Stunden.
Beispiel 2
Das nach Beispiel 1 aufgebaute System wird mit dem Unterschied hergestellt, daß man die Reglerfolie aus einem Aethylen/Vinylacetat Kopolymergranulatgrundstoff verschiedener Zusammensetzung [Vinylacetatgehalt = 27 - 30 Mol %; Fließindex (190,216) =17-25 g/10 Min.] auf eine Dicke von 150 ÎŒ extrudiert Die Folie wird mit einer Dose von 15 Mrad unter den im Beispiel 1 angegebenen Bedingungen fĂŒnfmal nacheinander (in 5 Huben) bestrahlt Quervemetzungsgrad = 70 %. Die so bestrahlte Folie wird bei 90 °C in einem V»hĂ€ltnis von 100/200 gedehnt. Aus dem so h»gestellten Pflaster wird Nitroglycerin nach in vitro Bestimmungen mit einer konstanten Geschwindigkeit von 4,2 . 10'^ g/cm^ 36 Stunden lang abgegeben. Dies entspricht einer Nitroglycerinabgabe von 10 mg von einer OberflĂ€che von 10 cm^ binnen 24 Stunden. -4-
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Beispiel 3
Das nach Beispiel 1 aufgebaute System wird hergestellt, mit einer Reglerschicht aus einem Aethylen/Vinylacetat Kopolymergranulatgrundstoff der im Beispiel 1 angegebenen Zusammensetzung [Vinylacetatgehalt 8-10 Mol %; Fließindex (190/2,16) = 2 - 3 g/10 Min.] und zu einer Dicke von 200 ÎŒ extrudiert. Die Folie wird unter den im Beispiel 1 angegebenen Bedingungen mit einer Dose von 15 Mrad fĂŒnfmal nacheinander (in 5 Huben) bestrahlt Der Quervemetzungsgrad betrĂ€gt 70 %. Die Folie wird ohne Dehnung verwendet. Aus dem so erhaltenen Pflaster wird nach in vitro Bestimmungen das Nitroglycerin f 9 48 Stunden lang mit einer konstanten Geschwindigkeit von 1,04.10~J g/cm abgegeben. Dies ermöglicht eine Abgabe von 2,5 mg Nitroglycerin von einer OberflĂ€che von 10 cm^ binnen 24 Stunden.
Beispiel 4
Das nach Beispiel 1 aufgebaute System wird mit dem Unterschied hergestellt daß man die Reglerschicht aus einem Aethylen/Vinylacetat Kopolymergranulatgrundstoff verschiedener Zusammensetzung [Vinylacetatgehalt 18 - 20 Mol %; Fließindex (190/2,16) = 2 - 3 g/10 Min.] zu einer Dicke vom 150 ÎŒ extrudiert Die Folie wird unter den im Beispiel 1 angegebenen Bedingungen mit einer Dose von 15 Mrad fĂŒnfmal nacheinander (in 5 Huben) bestrahlt. Der Quervemetzungsgrad betrĂ€gt 70 %. Die Folie wird bei 90 °C in einem VerhĂ€ltnis von 100/200 longitudinal gedehnt Die so erhaltene, 70 ÎŒ dicke Folie wird als Reglermembran eingesetzt
Aus dem so erhaltenen Pflaster wird nach in vitro Bestimmungen das Nitroglycerin mit einer konstanten
Geschwindigkeit von 9,84.10'-5 g/cm^ 18 Stunden lang abgegeben. (In diesem Falle kann die LinearitÀt der Abgabe durch Erhöhung der Nitroglycerinmenge in der Speicherschicht verbessert werden.) Dies entspricht einer
Nitroglycerinabgabe von 23 mg von einer OberflÀche von 10 cm^ binnen 24 Stunden.
Beispiel 5
Auf die Aluminiumseite einer 18 x 14 cm^ großen, zweischichtigen, aus einer 20 ÎŒ dicken Al-Schicht und einer 20 ÎŒ dicken biorientierten Polypropylenschicht (BOPP) bestehenden, mit einer Kante versehenen Folie werden 45 g einer Dispersion gegossen. Diese Dispersion wird so hergestellt daß man einer wĂ€ĂŸrigen Polymeremulsion (45 g; Trockensubstanzgehalt 50 Gew. %; Vinylacetatgehalt 60 Gew.%; Dibutylmaleatgehalt 40 Gew. %) 3 g Glycerin und 14 g, 10 Gew.% Nitroglycerin enthaltende Laktose zumischt Die so erhaltene Dispersion wird auf einer nivellierten Platte zu einem lufttrockenen Zustand getrocknet Nach Trocknen wird eine 50 ÎŒ dicke wĂ€ĂŸrige selbstanhaftende Klebstoff einer Acrylatbasis aufgebracht, mit Hilfe dessen die im Beispiel 1 beschriebene Reglerfolie zu den Schichten fixiert wird. Zwecks Verfestigung zu der Haut wird die Reglerfolie mit Λ einem selbstanhaftenden Klebstoff ĂŒberzogen (s. Beispiel 1). Die so hergestellte Platte (18 x 14 cnr') wird zu 10 cm^ Teilchen geschnitten. Nach in vitro Bestimmungen betrĂ€gt die Wirkstoffabgabe 2,5.10*^ g/cm^/Stunde und bleibt wĂ€hrend 60 Stunden konstant Dieses Ergebnis entspricht den nach Beispiel 1 gemessenen Werten und ist nicht ĂŒberraschend, weil dieselbe Reglerfolie verwendet wurde. Die lĂ€ngere LinearitĂ€t kann dem grĂ¶ĂŸeren Λ
Nitroglyceringehalt (50 mg/10 cnr) der Speicherschicht zugeschrieben werden.
Beispiel 6
Die Schichten werden bis zum Aufkleben der Reglerschicht wie im Beispiel 5 beschrieben, doch mit dem Unterschied aufgebaut, daß als Wirkstoff 0,7 g 2-tert. Butylamino-1 -(3,5-dihydroxyphenyl)-Ă€thanoI verwendet wird. Die Reglerfolie wird folgendermaßen hergestellt: aus einem Aethylen/Vinylacetat Kopolymergranulatgrundstoff [Vinylacetatgehalt 18-20 Mol %; Fließindex (190/2,16) = 2-3 g/10 Min.] werden Granalien in einer Menge von 10 Gew.% mit einem Vinylacetat-Homopolymer unter mechanischem RĂŒhren vermischt. Aus der Mischung wird eine 150 ÎŒ dicke Folie extrudiert und danach unter im Beispiel 1 angegebenen Bedingungen mit einer Dose von 15 Mrad in fĂŒnf Huben bestrahlt. Der Quervemetzungsgrad betrĂ€gt 40 %. Die Folie wird danach bei 90 °C einer longitudinalen Dehnung von 100/200 unterworfen. Die so erhaltene 70 ÎŒ dicke Folie wird auf die im Beispiel 5 beschriebene Weise befestigt und mit einem selbstanhaftenden Klebstoff versehen. Die Wirkstoff- ÂŁ r\ f\ abgabe von 8 . 10'° g/cm /Stunde einer 10 cm großen OberflĂ€che bleibt 48 Stunden lang konstant. Dies ermöglicht eine Wirkstoffabgabe von 2 mg innerhalb von 48 Stunden.
Beispiel 7
Die in den Beispielen 1-6 beschriebenen transdermalen pharmazeutischen PrĂ€parate werden zu der Haut so fixiert, daß man die Pflaster von der Seite der Abschlußschicht zu der selbstanhaftenden Klebeschicht so festigt, daß die selbstanhaftende Klebeschicht ĂŒber die Pflaster auf beiden Seiten mindestens um 1 cm hinausreicht. Die freigebliebene selbstanhaftende Schicht festigt das Pflaster zu der Haut, wobei der eigene Feuchtigkeitsgehalt der Haut zwischen der Haut und dem Pflaster einen unmittelbaren Kontakt Zustande bringt. Diese Änderung der Art und Weise der Befestigung beeinflußt die anderen charakteristischen Merkmale der transdermalen PrĂ€parate nicht. Die Eigenschaften der nach den vorherigen Beispielen hergestellten transdermalen PrĂ€paraten werden mit -5-
AT 393 958 B denselben der zu gleichem Zweck verwendeten bekannten PrĂ€parate verglichen. Die Ergebnisse werden in der Tabellel zusammengefaßt.
Tabelle!
PrÀparat (Herstellerfirma) OberflÀche (cm2) Abgegebenes Nitroglycerin (mg/24 Stunden) Transderm-Nitro-5 (CIBA) 10 5 Transderm-Nitro-10 (CIBA) 20 10 Nitro-Dur-5 (Key) 5 2,5 Nitro-Dur-10 (Key) 10 5,0 Nitro-Dur-15 (Key) 15 7,5 Nitro-Dur-20 (Key) 20 10 Nitrodisc-16 (Searle) 8 5 Nitrodisc-32 (Searle) 16 10 Beispiel 3 10 2,5 Beispiel 1 10 5 Beispiel 2 10 10 Beispiel 4 10 23
Die Angaben bezĂŒglich der bekannten PrĂ€parate wurden dem Artikel von NH. Parikh, A. Babar, F.M. Plakogiannis: Pharm. Acta Helv. fjÂŁ), Nr. 2 (1985) entnommen.
Es ist der Tabelle ersichtlich, daß bei den bekannten transdermalen PrĂ€paraten die Menge des abgegebenen Wirkstoffes durch Änderung der PrĂ€paratoberflĂ€che geregelt wird. Beabsichtigt man die Wirkstoffdose zu verdoppeln, muß die nĂŒtzliche PrĂ€paratoberflĂ€che auch auf das Doppelte »höht werden. Dagegen kann mit Hilfe des erfindungsgemĂ€ĂŸ PrĂ€parates eine Änderung der nĂŒtzlichen PrĂ€paratoberflĂ€che vermieden werden. Die vorliegende Erfindung ermöglicht eine Nitroglycerinabgabe von zwischen 2,5 und 23 mg von einer OberflĂ€che von 10 cm2 und dies entspricht vollstĂ€ndig dem therapeutischen Bedarf.
Beispiel 8
Das im Beispiel 1 beschriebene geschichtete System wird mit dem Unterschied hergestellt, daß die Matrix durch Vermischen von 20 g 10 Gew.-% Nitroglycerin enthaltender Laktose und 20 g Propylenglykol (Fluka AG) in einer Scheibschale hergestellt wurde. Aus dem PrĂ€parat wird in vitro eine konstante Nitroglycerinabgabe von 2,6 x 10"^ g/cm2/Stunde 24 Stunden lang gemessen. -6-

Claims (2)

  1. AT 393 958 B PATENTANSPRÜCHE 5 1. Verfahren zur Herstellung von transdermalen geschichteten pharmazeutischen PrĂ€paraten (Pflastern) mit 10 langanhaltender Wirkung aus auf einen TrĂ€ger aufgebrachten wirkstoffhaltigen Speicherschicht(en), einer Reglerschicht und Klebeschicht, dadurch gekennzeichnet, daß man als Reglerschicht eine 2 bis 40 Mol % Vinylacetat enthaltende Aethylen/Vinylacetat Kopolymerfolie verwendet, welche vorher in einer Dicke von 100 bis 300 pm mit einer hoch-energischen Bestrahlung - zweckmĂ€ĂŸig mit ein»' Elektronbestrahlung - in einer Dosis von 1 bis 13 Mrad behandelt und darauffolgend bei 80 bis 90 °C gegebenenfalls unter Dehnung auf eine 15 Dicke von 2 bis 200 pm gebracht wurde.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aethylen/Vinylacetat Kopolymerfolie nach der Bestrahlung bei 80 bis 90 °C zu einer Dicke von 70 bis 120 pm gedehnt wurde. -7-
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