CH150282A - Verfahren zur Herstellung von coffeinfreien Kaffeebohnen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von coffeinfreien Kaffeebohnen.

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CH150282A
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  Verfahren zur Herstellung von     coffeinfrelen    Kaffeebohnen.    Es existieren bereits eine grössere Anzahl  von Verfahren zur Herstellung von     coffein-          freiem    Kaffee. Nur einige dieser Verfahren  haben praktische     Wiel'itigkeit    erlangt, so zum  Beispiel die durch die<B>D.</B> R. P.     Nr.   <B>198279</B>  und<B>198280</B> ehemals     gesellützten.    Es gelingt  aber nicht, nach diesen einen einwandfreien       coffeinfreien    Kaffee herzustellen.

   Zu dem  gleichen Urteil gelangte auch F.     Eilow        (Che-          miker-Zeitung,        Göthen        Nr.   <B>65,</B> Seite<B>75</B> vom  Jahre<B>1929).</B> Lange Zeit nahm man an,       dass    das     Coffein    im Kaffee nicht frei als       C8H",N"0"    sondern chemisch gebunden vor  liege. Aus diesem Grunde hat man den  Kaffee vor der Extraktion mit Säuren oder  Alkalien behandelt, um die     Coffeinsalze    zu  zerlegen. Zweifellos ist die Verwendung von  sauer oder alkalisch reagierenden Flüssig  keiten oder Dämpfen schädlich.

      Das     Coffein        lässt    sich jedoch aus der gan  zen Kaffeebohne, wenn diese gut durch-    weicht ist, zum Beispiel mit Chloroform,       Tetrachlorkohlenstoff        usw.    direkt extrahie  ren, wenn man die Extraktionszeit genügend  lange ausdehnt.  



  Die interessanten Versuche von<B>J.</B>     Mac    Lang  ergaben:  <B>1.</B>     dass    man, das     Coffein    aus dem gemahlenen  und vollständig wasserfreien Kaffee bei vor  sichtigem Arbeiten     heraussublimieren    kann;  2.     dass    das Alkaloid aus dem naturreinen  Kaffee (zirka<B>10</B>     %    Wassergehalt) in der  Wärme (zirka<B>70 'C)</B> zum Beispiel mit     Tri-          chloräthylen    in 120 bis<B>180</B> Stunden nahezu  vollständig extrahiert werden kann (die  Zeitdauer hängt nur von der Zellen  beschaffenheit der Bohne und dem ursprüng  lichen     Coffeingehalt    ab);

    <B>3.</B>     dass    sich das     Coffein    auch bei Zimmer  temperatur ohne vorherige Anfeuchtung der  Bohnen, zum Beispiel mit Chloroform, inner  halb<B>900</B> Stunden absolut vollständig extra-           hieren        lässt.    Im Extraktionsmittel findet sich  das     Coffein    als     C8H"N,0,    vor, folglich ist  die Verbindung wahrscheinlich. auch frei im  Kaffee vorhanden. Diese Bestätigung findet  sieh in weiteren Versuchen.  



  Das Verfahren gemäss der vorliegenden  Erfindung zur Herstellung von     coffeinfreien     Kaffeebohnen ist dadurch gekennzeichnet,       dass    man     coffeinhaltige        Kaffebohnen    mit  symmetrischem     Aep-tylendichlorid        extrahliert.     



  Das     Acetylendichlorid    ist, wie Versuche  ergaben, in     bezug    auf das Verfahren     ehe-          misch    beständig und verhält sich gegen alle       Kaffeebestandteile    indifferent. Es hat über  dies den Vorteil,     dass    es praktisch fast  wasserunlöslich ist, wodurch viel weniger die  Gefahr besteht,     dass    während des Abziehens  der mit     Coffein    angereicherten Lösungsmittel  auch bedeutendere Mengen Wasser mit auf  <U>genommen</U> werden oder solches aus den     Boli-          neu    nach und nach     herausgedrängt    wird.

    Mit dem Wasser gehen nämlich auch     Extrak-          tivstoffe    verloren, was streng vermieden wer  den     muss.     



  Die Extraktionsmittel lösen meistens mehr  oder weniger     Extraktivstoffe,    sowie den  grössten Teil des     sogenannten    Kaffeewachses,  aus dem Kaffee heraus.  



  Es ist deshalb vorteilhaft zum Extrahie  ren des     Coffeins    das symmetrische     Acetylen-          ehlorid    vor dem Gebrauch mit     Kaffee-          Extraktivstoffen    zu versetzen.  



  Es kann bei dem Verfahren ein mit     Ex-          traktivstoffen    angereichertes oder auch ein  mit solchen Stoffen gesättigtes     Acetylen-          dichlorid    zur Anwendung gelangen. Unter       Kaffee-Extraktivstoffen    ist in diesem     Züi-          sammenhang    vornehmlich das     sogenannte     Kaffeefett- und Wachsgemisch zu verstehen.  



  Bei bekanntem Verfahren wird das an  den Bohnen anhaftende und auch das in diese  eingedrungene Extraktionsmittel vermittelst  direkten Dampfes, welchen man in den     Ex-          trakteur    einleitet, entfernt, und man destil  liert es im Vakuum mit direktem Dampf ab.  Hierdurch leidet das Zellgewebe des Kaffees  sehr, und dieser verfärbt sich durch die lange    Prozedur,     welcne    erforderlich ist, um die  letzten Spuren zu beseitigen.

   Da, wie     vor-          bemerkt,    ausser dem     Coffein    auch andere  Stoffe nach dem fremden Verfahren aus  dem Kaffee entfernt werden, so wird weiter  hin durch die direkte     Wasserdampf-Destilla-          tion    noch eine starke Lockerung des     Zellen-          gewebes    herbeigeführt.  



  Die Entfernung des in die Bohnen ein  gedrungenen und der noch anhaftenden Spu  ren des Lösemittels wird bei dem Verfahren  gemäss der Erfindung zweckmässig nicht  durch die übliche     Wasserdampf-Destillation     in Kombination mit Vakuum vorgenommen,  sondern dadurch,     dass    man den Kaffee mit  Wasser anreichert und das Lösemittel unter  Überdruck, also bei einer höheren Tempera  tur als dem Siedepunkt des Lösungsmittels,       abdestilliert.       <I>Beispiel:</I>    Man beschickt den     Extraktions-Auto-          klaven    mit<B>500 kg</B> Kaffeebohnen, verschliesst  denselben und leitet 4,0 bis<B>70 kg</B> gespannten  Dampf von 2<B>Atü</B> ein.

   Die Menge des ein  zuleitenden Dampfes kann durch einen ent  sprechenden     Dampfmesser    festgestellt wer  den. Während des     Einleitens    rotiert der       Autohlav.    Da der Dampf in den geschlos  senen Apparat eintritt, steigt das Manometer  an diesem nach und nach. Gleichzeitig wäh  rend des     Einleitens    oder auch schon früher  beheizt man den Doppelmantel mit Dampf  in der Spannung von<B>3</B> bis 4 Atü. Nach Ein  leitung der obigen Menge gespannten  Dampfes     lässt    man denselben etwa<B>9,</B> bis<B>3</B>  Stunden einwirken, wonach der Hahn in der       Brüdenleitung    geöffnet und der     Extrakteur     gekühlt wird.

   Alsdann leitet man durch ein  Reservoir 400<B>kg</B> Acetylenchlorid, welches  man zuvor mit dem     Kaffeewachsgemisch        ete.     gesättigt hat, ein. Man extrahiert<B>35</B>  bis 40 Minuten, zieht dann den Ex  trakt ab und ersetzt ihn durch frisches  Lösungsmittel. Man macht so<B>10</B> bis<B>15</B>  Abzüge, indem man jeweils<B>3,5</B> bis 40 Mi  nuten im geschlossenen Apparat bei einem      Überdruck von<B>1,1</B> Atü extrahiert (also höher  als beim Siedepunkt des Lösungsmittels).  



  Die benutzten Lösemittel werden jeweils  mittelst Pumpen nach Reservoiren befördert,  und später in besonderen Rührwerken mit  Wasser, wie nach dem einen Verfahren von       Mac    Lang, unter bestimmten Bedingungen  extrahiert. Das Wasser nimmt das ursprüng  lich im Lösungsmittel gelöste     Coffein    auf.  Das Kaffeewachs und die übrigen Bestand  teile verbleiben im Extraktionsmittel. Das       Coffein    wird aus dem Wasser auf geeignete  Weise ausgefällt und das Wasser um  kristallisiert.  



  Der extrahierte Kaffee wird nach dem  letzten Abzug mit<B>50</B> bis<B>100 kg</B> destillier  tem Wasser versetzt, dann alles langsam un  ter Rotieren des Apparates erwärmt. Man  heizt denselben bis das Manometer auf 4 Atü  ansteigt. Darnach öffnet man die Steig  leitung     (Brüdenleitung)    und kühlt den Kon  densator. Man erhitzt noch weiter und mani  puliert so,     dass    die Destillation unter Über  druck von<B>1,</B> 2 bis 4 Atü erfolgt. Mit dem  Wasser destilliert das noch in den Bohnen  verbliebene Lösungsmittel ab. Da diese  Menge immer geringer wird, ist es etwas  schwer, den Überdruck immer gleichmässig  beizubehalten. Sobald man zirka<B>100</B> Liter  Destillat erhalten hat, kühlt man den Kessel  inhalt etwas ab und setzt nochmals etwa<B>50</B>  Liter destilliertes warmes Wasser zu.

   Das  Wasser wird ebenfalls sehr rasch von den  Bohnen aufgenommen, worauf besonders zu  achten ist. Man erhitzt wiederum auf 1,2  bis<B>3</B> Atü und wiederholt diese Manipulation  noch etwa<B>3</B> mal. Auf diese Weise gelingt  es, das in die Bohnen eingedrungene Lö  sungsmittel vollständig zu entfernen. Man  trocknet hierauf den Kaffee so,     dass    in dem  selben noch etwa<B>6</B> bis<B>8</B>     %    Wasser ver  bleiben. Die ganze Operation nimmt zirka  20 bis 24 Stunden in Anspruch.  



  Für die Extraktion kann zum Beispiel  eine ähnliche Apparatur, wie die in der  Chemikerzeitung     Nr.   <B>6ä,</B> 1929, angegebene  verwendet werden. Diese hat sich als sehr    zweckentsprechend erwiesen. Als Ausgangs  material lassen sich alle     Kafieesorten    mehr  oder weniger gut verwenden. Dieselben  haben in der Regel einen     Coffeingehalt    von  <B>1</B> bis 1,4%     (ungeröstet)    und im Durchschnitt  einen wässerigen     Extraktivstoffgehalt    von       2;77o    (bei mittelstarker     Röstung).     



  Der in der entsprechenden Apparatur  nach obigem Beispiel hergestellte     coffeinfreie     Kaffee     lässt    sich hell rösten. Der     Coffein-          gehalt    des so erhaltenen Produktes liegt weit  unter<B>0,08%,</B> und der Gehalt an wässerigen       Extraktivstoffen    ist höher als     23%.     



  Der nach dem Verfahren hergestellte       coffeinfreie    Kaffee ist bei richtiger Nach  behandlung absolut     nebengeruch-    und     ge-          schmackfrei.    Er ist     auffallenderweise    im  Aroma immer etwas stärker als der nämliche       unextrallierte    Kaffee. Der Grund dieser  Qualitätsverbesserung ist noch nicht ein  wandfrei festgestellt, wohl vermutet man,       dass    durch die besondere Arbeitsweise der  Kaffee eine gewisse     "Ausreifung"    und     "Ver-          edelung"    erfährt. Bewiesen ist jedoch nur  die Qualitätsverbesserung.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH- Verfahren zur Herstellung von coffein- freien Kaffeebohnen, dadurch gekennzeich- riet, dass man coffeinhaltige Kaffeebohnen mit symmetrischem Acetylendichlorid extra hiert.
    UNTERANSPRüCHE: <B>1.</B> Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man als Ex traktionsmittel symmetrisches Acetylen- dichlorid verwendet, das geringe Mengen Wasser enthält und dem vor dem Ge brauche wasserlösliche Wasser-Extraktiv- stoffe zugesetzt werden. <B>9-</B> Verfahr(in gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das symme trische Acetylendichlorid vor dem Ge brauche mit Kaffeefett- und Wachs gemisch angereichert wird.
    <B>3.</B> Verfahren gemäss Patentanspruch und Un- teransprächen <B>1</B> und 2, dadurch gekenn zeichnet, dass die von den Kaffeebohnen abtropfbare Menge symmetrisches Acety lendichloricl abgezogen wird, dann die Kaffeebohnen mit Wasser versetzt. wer den, das in den Kaffeebohnen verbliebene Acetylendichloria unter Überdruck ab- destilliert wird, und die Bohnen dann ge trocknet werden.
CH150282D 1930-03-07 1931-03-06 Verfahren zur Herstellung von coffeinfreien Kaffeebohnen. CH150282A (de)

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