Verfahren zur Herstellung eines niehtfärbenden Thioderivates des Phenols. Es ist bekannt, dass durch Einwirkung von Halogenschwefelverbindungen, wie Chlor schwefel, auf Phenole, deren Homologe und Substitutionsprodukte, sowie Naphtole, harz artige Kondensationsprodukte entstehen, wel che ohne oder mit Nachbehandlung durch Alkalisulfite, starke Schwefelsäure oder son stige Oxydationsmittel wie Luft, Wasser stoffsuperoxyd usw.
aus schwach alkalischen Lösungen farblos auf Gespinstfasern und Substrate, wie Tonerde usw., aufziehen und basische Farbstoffe :darauf fixieren.
Es wurde nun gefunden, dass neue, nicht färbende, metallhaltige Kondensationspro dukte mit viel stärkerem Fixiervermögen entstehen, wenn man die Einwirkung des Chlorschwefels auf die Phenole und Naph- tole bei Gegenwart von Zinn, Antimon oder ihren Verbindungen vor sich gehen lässt.
Dass bei diesen Reaktionen die genannten Metalle und Metallverbindungen mit den Thioderivaten während deren Bildung Ver- bindungen eingehen, ist überraschend, umso- mehr noch. als bisher bei Umsetzungen von organischen Verbindungen mit Chlorschwefel zur Herstellung von Schwefelfarbstoffen oder nichtfärbenden Thioderivaten noch nie mals Metalle oder Metallverbindungen zu gesetzt worden sind.
Es war auch nicht vor auszusehen, ob die nach dem vorliegenden Verfahren erhältlichen metallhaltigen Thio- derivate überhaupt eine andere Wirkung zei gen würden als die bei Abwesenheit von Zinn oder Antimon oder deren Verbindungen aus Chlorschwefel und Phenolen erhältlichen Verbindungen.
Als Zusätze von Metallen und Metall verbindungen können bei. der Reaktion ver wendet werden: Zinn, Zinnchlorün Zinn chlorid, Natriumstannat, Antimon, Antimon trichlorid, komplexe Zinn- und Antimon- verbindungen, Oxyde dieser Metalle usw.
Es wurde weiter gefunden, dass man Pro dukte von ähnlichen Eigenschaften erhält, wenn man zunächst in bekannter Weise durch Einwirkung von Halogenschwefel- v erbindungen auf Phenole, deren Homologe und Substitutionsprodukte, oder Naphtole, die nichtfärbenden Thioderivate herstellt und diese dann mit Zinn oder Antimon oder Zinn- oder Antimonverbindungen behandelt.
Die Umsetzung zu den Harzen kann in derselben Weise. vorgenommen werden wie bei den bereits bekannten Verfahren, zum Beispiel mit oder, ohne Zusatz von Wasser, Lösungsmitteln, Beschleunigern, wie zum Beispiel Jod usw. Darauf können .die ent standenen Harze in Alkalien gelöst werden. Die Mengenverhältnisse der Phenole, des Chlorschwefels und der Metallverbindumgen usw. können in weiten Grenzen schwanken.
Die Nachbehandlung mit Alkalisulfiten, Oxydationsmitteln, starker Schwefelsäure; kann ebenfalls wie bei den bekannten Nach behandlungen der CTilorschwefelharze durch geführt werden.
Die neuen Kondensationsprodukte, die wie die bekannten auch zum Gerben usw. verwendet werden können, sind zugleich zum Reser-"zeren von Seide und von Wolle in der Halbwollfärberei gegenüber substantiven Baumwollfarbstoffen geeignet, was bei den Kondensationsprodukten aus Phenolen und Chlorschwefel ohne die genannten Zusätze in viel geringerem Masse der Fall ist.
Gegenstand dieses Patentes ist ein Ver fahren zur Herstellung eines nichtfärbenden Thioderivates des Phenols, das dadurch ge kennzeichnet ist, dass man auf Phenol eine Halogenschwefelverbindung in Gegenwart einer Zinnverbindung einwirken lässt.
Das erhaltene Produkt ist in Form seiner Alkalisalze wasserlöslich und wird aus dieser Lösung durch verdünnte Säuren gefällt. Es kann direkt als Beize und Reservierungs- mittel verwendet werden. Das Reservierungs- vermögen zum Beispiel ist sehr stark und nicht von der Temperatur des Färbebades abhängig.
<I>Beispiele:</I> 1. 54 Gewichtsteile Phenol werden ge schmolzen. Zu -der Schmelze lässt man lang- sam eine Mischung von 50 Gewichtsteilen Chlorschwefel und 20 Gewichtsteilen Zinn tetrachlorid zutropfen. Man rührt in der Wärme (bei etwa 50 bis 100 C) noch einige Zeit nach und gibt langsam 100 C,'ev-iehts- teile 35%ige Natronlauge zu. Das,o erhal tene Produkt ist wasserlöslich und kann direkt als Beize und Reservierungsmittel ver wendet werden.
Das Reservierungsvermögen zum Beispiel ist sehr stark und nicht von der Temperatur des Färbebades abhängig.
2. In 54 Gewichtsteilen geschmolzenem Phenol werden 20 Gewichtsteile Zinnchlorür suspendiert. Man lässt 70 Gewichtsteile Chlorschwefel zutropfen, rührt in derWärme (bei einer Temperatur von etwa 50 bis 100 C) noch einige Zeit nach und gibt lang sam 100 Gewichtsteile 35 %ige Natronlauge zu. Alsdann wird die Masse noch 30 Stun den unter Rückfluss gekocht und getrocknet. Die Eigenschaften des erhaltenen Produktes entsprechen denen des Produktes nach Bei spiel 1.
3. Die im Beispiel 2 beschriebene Reak tion kann derart ausgeführt werden, dass man das Gemisch nach dem Zusatz der Natron lauge noch etwa 10 Stunden im Backofen auf 160 bis 170 C erhitzt.
4. Man lässt Zinnchlorür, Phenol und Chlorschwefel, wie im Beispiel 2 beschrie ben, aufeinander reagieren. Nach dem Zu tropfen der Natronlauge wird die Masse lang sam in 200 Gewichtsteile siedendes Tetra- hydronaphtalin eingetropft und gleichzeitig das Wasser abclestilliert. Alsdann wird noch 1.5 Stunden unter Rüekfluss weiter erhitzt. Das so erhaltene graue Produkt ist in Was ser löslich.
5. In .54 Gewichtsteilen geschmolzenen Phenols werden 20 Gewichtsteile Zinnchlorür kristallisiert verteilt; zu dem Gemisch wer den langsam 70 Gewichtsteile Schwefel- dichlorid zugetropft. Die Masse wird noch einige Zeit nachgerührt; dann tropft man 105 Gewichtsteile 32%ige Natronlauge hin zu, kocht 15 Stunden am Rückfluss und trocknet. Die Eigenschaften des erhaltenen Produktes sind ähnlich wie die des nach Bei spiel 1 erhaltenen Produktes.
6. 54 Gewichtsteile Phenol werden ge- chmoIzen und mit 20 Gewichtsteilen kristal lisiertem Zinnchlorür verrührt. Zu dem Ge misch werden 50 Gewichtsteile Chlorschwefel zugetropft. Nachdem die Masse einige Zeit in der Wärme nachgerührt ist, lässt man eine Lösung von 70 Gewichtsteilen Soda (oder eine entsprechende Menge Natrium phosphat oder Natronlauge und Natrium phosphat etc.) in<B>150</B> Gewichtsteilen Was ser langsam zulaufen. Man kocht nun zirka 20 Stunden am Rückfluss, lässt abkühlen, trennt das harzartige Produkt von der über stehenden Flüssigkeit ab und trocknet es.