CH171702A - Verfahren zur Herstellung eines haltbaren trockenen Teigsäuerungsmittels. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines haltbaren trockenen Teigsäuerungsmittels.

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CH171702A
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  Verfahren zur Herstellung eines haltbaren trockenen     Teigsäuerungsmittels.       Gegenstand der Erfindung ist ein Ver  fahren zur Herstellung eines haltbaren  trockenen     Teigsäuerungsmittel.s.     



  Das Verfahren besteht darin, dass eine  flüssige Kultur von Säurebakterien einem       Genussmehl    in solcher Menge zugemischt  wird, dass     :das    Mehl     gleichmässig    durch  feuchtet ist ohne klebrig zu werden, worauf  das Gemisch der Gärung überlassen bleibt,  bis es, nach anfänglicher Zunahme der Feuch  tigkeit so trocken geworden ist, dass es ohne  weitere Trocknung     vermahlen    werden kann. Als  Bakterien zur     Beimpfung    .des Mehles .dienen  vorzugsweise     Milchsäurebakterien    oder Sauer  teigbakterien oder eine Mischkultur solcher  Bakterien mit Hefe. Es ist zweckmässig, :das  mit den Kulturen beimpfte Mehl in hoher  Schicht der Gärung zu überlassen.  



       Bei        Herstellung    -der flüssigen Kultur  kann man sich alle bekannten Fortschritte  der Technik der     Sauerteiggärung    zunutze  machen. So empfiehlt es sich, wenn es sich  um eine Mischkultur handelt, durch Ver-         gärung    einer     geigneten    Nährlösung mit  säurebildenden Bakterien (zum Beispiel mit  Reinzuchten von     Milchsäurebakterien)    bei  Temperaturen, .die eine reine Säuerung be  günstigen, zunächst einen Nährboden von ge  eigneter     Azidität    herzustellen und erst :

  diese  saure Nährlösung mit Hefe (zum Beispiel der  Reinkultur einer     Sauerteighefe    zu beimpfen  und bei     Temperaturen,    welche die optimale  Temperatur für :das: Wachstum der Hefe (25  bis: 28  ) wenig übersteigen, bis zur kräftigen  Entwicklung der Hefe gären zu lassen.  



  Vorzugsweise geht man zur Herstellung  :der flüssigen Kultur von einem teigigen An  stellsauer aus, den man nach Art der üb  lichen     Sauerteiggärung    in stufenweiser Ver  mehrung :durch Mehl- und     Wasserzusätze    zu  einer gärenden     Teigmasse    von wachsender  Menge verarbeitet, um :diese     Teigmasse    so  dann nach Erreichung der gehörigen Reife  durch Verdünnung mit Wasser in flüssigen  Zustand zu bringen und zur     Durchfeuchtung     der erheblichen Mehlmenge zu verwenden, aus      der gemäss. .der Erfindung     durch    Gärung das  trockene     Teigsäuerungsmittel    gewonnen wird.

    Um bei dieser vieltätigen Gärung der feuch  ten Mehlmasse das Auftreten von Fäulnis  prozessen sicher zu vermeiden, muss aber der       Anstellsauer        vorsichtig    hergestellt werden,  was zum Beispiel .durch Impfung der Teig  flüssigkeit mit Reinzuchten von Säurebak  terien oder mit     Reinzuchtsauer    geschehen  kann. Will man auf diese Weise eine Misch  kultur gewinnen, so empfiehlt es sich auch in  diesem Fall, :die für die Herstellung .des     An-          stellsauers    bestimmte     Teigmenge    vorerst nur  eine Säuerung durchmachen zu lassen, und  erst nach Erreichung der geeigneten     Azidität     mit Hefe zu beimpfen.  



  Das in der beschriebenen Weise her  gestellte     Teigsäuerungsmittel    wird entweder  ,dem Mehl oder der zur     Teigbereitung    ver  wendeten     Flüssigkeit    oder .dem Teig in Men  gen von etwa 4 bis 9     Gew.-Prozenten,    auf  das     Mehl    gerechnet, zugemischt.  



  Dieses trockene     Teigsäuerungsmittel,    das  mit andern     Backhilfsmitteln,    zum Beispiel       Diastmepräparaten,    vermischt in     den    Handel  gebracht oder verwendet werden kann, be  sitzt einen sehr hohen, natürlichen Säure  gehalt, der 20     ,Säuregrade    (20,     crri@    n.     NaoH     auf 100     gr    des,     Fertigproduktes)    erreichen  oder selbst übertreffen kann, und es ist sehr  haltbar. Ein weiterer Vorteil ist der Weg  fall einer künstlichen Trocknung, wenn diese  auch nicht unbedingt unterbleiben muss.

      <I>Ausführungsbeispiele:</I>  1. 1     Liter    Milch, der     mit    Hilfe einer  Reinkultur gesäuert wurde, wird im Ver  hältnis von. 2. : 1 oder 1 : 1 mit Roggenmehl       angeteigt    und zu einem glatten Teig ver  arbeitet. Diesen Ansatz lässt man bei einer  Raumtemperatur von 35 bis 42   C gären, bis  -die Lebhaftigkeit der Gärung nachgelassen  hat, was,     zumeist    in vier bis fünf Tagen der  Fall zu sein pflegt. Hernach wird dem Teig  Hefe, zum Beispiel eine     Sauerteigreinzucht-          hefe,    zugesetzt. Bei Erzeugung eines: reinen       Säuerungsmittels.    (ohne Hefe) hat diesei  Hefezusatz natürlich zu unterbleiben.

   Dieser         Anstellsauer    wird nun zum Zweck der stufen  weisen Vermehrung in Zeitabschnitten von  6 bis 24 Stunden mit weiteren Mehl- und       Wassermengen    versetzt und bei einer Raum  temperatur von etwa 37 bis 38   der Säue  rung überlassen. Die Wassermenge wird von  Stufe zu Stufe verdoppelt, der Mehlzusatz  derart     gesteigert,    dass zuletzt ein äusserst  fester Teig entstanden ist. Wenn dieser Teig  .die erforderliche Reife erlangt hat, verdünnt  man ihn mit soviel Wasser, dass eine dünn  flüssige Suspension entsteht.

   Nach 6 bis     12-          stündigem    Stehen wird diese flüssige Kultur,  .die nunmehr eine     Azidität    von 14,5   auf  weist, zur     Durchfeuchtung    von Roggenmehl  verwendet. Für 100 kg des: Mehles sind etwa       10    bis. 15 Liter der Kultur erforderlich. Das  Mehlsoll einerseits nicht klebrig werden, wo  durch das Trocknen sehr erschwert werden  würde, anderseits aber durch und durch von  Flüssigkeit     durchfeuchtet    sein; wenn dies  nicht :der Fall ist, kommt es leicht zu fauligen  Gärungen.  



  Das     durchfeuchtete    Mehl wird auf Tennen  bis zu 2 m hoch     aufgeschüttet    und bei einer  Raumtemperatur von 35   C 48     Stunden    lie  gen gelassen. Nach dieser Zeit ist bereits  lebhafte Gärung eingetreten, wodurch die  Mischung feuchter wird, ohne jedoch zu kle  ben. Die Masse     muss.    nun in Zeitabständen von  12 bis 48 Stunden gewendet werden, wobei  sich der entstehende Alkohol verflüchtigt.  Die Austreibung des Alkohols kann auch  durch Lüftung unterstützt werden, wobei  man die     Alkoholdämpfe    absaugen und kon  densieren kann.

   Nach sieben bis zehn Tagen  ist .die so. behandelte Mischung wieder soweit  trocken geworden,     dass    sie vermahlen und in  Säcke abgefüllt oder     sonstwie    verpackt wer  den kann. Dieser ganze     Gärprozess.    kann auch  in Kasten oder Trommeln durchgeführt wer  ,den, wie sie bei der pneumatischen     Grün-          malzbereitung    verwendet werden.    Es empfiehlt sich, die Ware in verpack  tem Zustand warm zu lagern, um den Gär  prozess; völlig zum Abschluss zu bringen. Die  Ware ist nun versandfähig, soll jedoch wenn      möglich, noch einmal gesiebt und gelüftet  werden.  



  Eine besondere Ausführungsform zur       Herstellung    des     Teigsäuerungsmittels,    die es  ermöglicht, einen so     hergestellten    "Fertig  sauer" zum unmittelbaren     (direkten)    Trieb  des     Teiges    sehr     sparsam    zu verwenden, be  steht darin,     daZ    dem, wie oben     beschrieben,     fertig hergestellten trockenen     Teigsäuerungs-          mittel    eine frische Menge einer Kultur von  Säurebakterien, insbesondere     Milchsäurebak-          terien,

      oder von     Sauerteigbakterien    oder einer  Mischkultur solcher Bakterien mit Hefe nach  träglich einverleibt wird. Hierdurch wird die  äussere und innere Beschaffenheit des Teig  säuerungsmittels, insbesondere seine Halt  barkeit, nicht verändert, das Mittel aber     in-          soferne    verbessert,

   als bei seiner Verwendung  eine sofortige gleichzeitige Entwicklung der  Säurebakterien und der Hefe im Teige     ge-          w   <B>'</B>     ä        hrleistet        ist.        Dadurch        wird        eine        direkte          Teiggärung    (in der     Art    der reinen     Hefeteig-          t'        rung    unter Verwendung von viel Hefe)  ermöglicht.  



  Die Kultur kann .dem fertigen trockenen       Teigsäuerungsmittel    in flüssiger Form, oder,  was vorteilhafter ist, in Form     eines    Trocken  präparates zugemischt werden. Man kann die  selbe Kultur benutzen, die zur Herstellung  des     Teigsäuerungsmittels    ursprünglich ge  dient hat, oder auch zum Teil oder im .gan  zen verschiedene Kulturen zur Verbesserung  des     Teigsäuerungsmittels    heranziehen.  



  2. 1.2 kg jener Mischkultur von Sauerbak  terien mit Hefe, wie sie zur Herstellung des       Teigsäuerungsmittels    gedient hat, werden  mit 60 Liter Wasser von 45   C, 10 kg Rog  genmehl, ? kg Malzmehl und 5 kg     Schlemm-          kreide    verrührt und bei 40   C unter häufi  gem Umrühren 48 Stunden lang bedeckt  stehen gelassen. Nach dieser Zeit muss der  Ansatz dicht mit     typischen        Milchsäurestäb-          chen    durchsetzt sein. Der Ansatz wird nun  mit<B>300</B> kg Mehl in einer Mischmaschine zu    einem leicht feuchten Pulver vermischt, ,das  hernach in dünner Schichte an der Luft ge  trocknet wird.

   Das trockene Produkt wird ge  mahlen und in einer Menge von 5 bis 10      o     dem trockenen     Teigsäuerungsmittel    innig  zugemischt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines halt baren, trockenen Teigsäuerungsmittels, da durch gekennzeichnet, dass eine flüssige Kul tur von Säurebakterien einem Genussmehl in solcher Menge zugemischt wird, dass das Mehl gleichmässig durchfeuchtet ist, ohne klebrig zu werden, und da.ss hierauf das Ge misch der Gärung überlassen bleibt, bis es nach anfänglicher Zunahme der Feuchtigkeit so trocken geworden ist, .dass es ohne weitere Trocknung vermahlen werden kann. UNTERANSPRüCHE: 1.
    Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass zur Beimpfung des Mehles Milchsäurebakterien verwendet werden. 2. Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass zur Beimpfung des Mehles Sauerteigbakterien verwendet werden. 3. Verfahren nach dem Patentanspruch, da- dureh gekennzeichnet, dass zur Beimpfung des Mehles eine Mischkultur von Sauer teigbakterien mit Hefe verwendet wird. 4.
    Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das mit den Säurebakterien beimpfte Mehl in hoher Schicht der Gärung tiberlassen bleibt. 5. Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass dem fertigen trockenen Teigsäuerungsmittel eine frische 1VIenge einer Kultur von Säurebakterien nachträglich einverleibt wird.
CH171702D 1932-10-04 1933-08-18 Verfahren zur Herstellung eines haltbaren trockenen Teigsäuerungsmittels. CH171702A (de)

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