CH200842A - Verfahren zur Gewinnung eines haltbaren, wasserlöslichen Heilmittels aus dem Milchsaft von Lactuca virosa. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung eines haltbaren, wasserlöslichen Heilmittels aus dem Milchsaft von Lactuca virosa.

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CH200842A
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Fabriken Knoll A-G Chemische
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Knoll Ag
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    • A61K36/00Medicinal preparations of undetermined constitution containing material from algae, lichens, fungi or plants, or derivatives thereof, e.g. traditional herbal medicines
    • A61K36/18Magnoliophyta (angiosperms)
    • A61K36/185Magnoliopsida (dicotyledons)
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Description


  Verfahren zur Gewinnung eines haltbaren, wasserlöslichen     Heilmittels     aus dem     Nilchsaft    von     Lactuca    eirosa.    Der unter dem Namen     Lactucarium    be  kannte, eingetrocknete Milchsaft von     Lactuca     eirosa ist ein altes Volksmittel, welches früher  wegen seiner milden narkotischen Wirkung  zur     Bekämpfung    von husten, Krampfhusten,  Schlaflosigkeit und Asthma verwendet wurde.  



  Das handelsübliche     Lactucarium    wird in  der Weise gewonnen, dass man den nach einem  Querschnitt durch den Spross ausgetretenen  Milchsaft in einer Schale     sammelt.    Nach etwa  eintägigem Stehen wird der erstarrte Saft  aus der Schale entfernt und an der Luft oder  durch schwaches Erwärmen langsam getrock  net. Man erhält dabei das     Lactucarium    als  eine aussen tiefbraune, innen graue bis gelb  weisse zähe Masse in Form von Kugel  segmenten.  



  Der frische flüssige Milchsaft hat etwa  folgende     Zusammensetzung:     Wasser 78  Wasserlösliche Bestandteile 10  Wasserunlösliche Bestandteile 12    Das     Lactucarium    wurde üblicherweise in  der pharmazeutischen Praxis so angewendet,  dass es verrieben und in die Form einer Emul  sion gebracht wurde. Dieses     Lactucarium    und  seine Zubereitungen wurden in zahlreichen  ärztlichen Veröffentlichungen empfohlen, so  dass es früher eine breite Verwendung fand.  Demgegenüber wurde in andern Veröffentli  chungen die völlige     Wirkungslosigkeit    des  Produktes festgestellt.

   Diese Unsicherheit der  Wirkung führte dazu, dass das     Lactucarium     immer mehr durch das     sicherwirkende        Opium     und seine Präparate verdrängt wurde und  heute aus dem deutschen Arzneischatz prak  tisch verschwunden ist.         Eingehende    Untersuchungen haben nun    gezeigt, dass die Abnahme und die Ungleich  mässigkeit der Wirkung des     Lactucariums     auf folgenden Ursachen beruht.  



  1. Die wirksamen Stoffe werden durch  Oxydation an der Luft zerstört.      2. Die     Zerstörung        wird        beschleunigt    durch       Oxydasen    welche sich im Milchsaft in hoher  Konzentration befinden.  



  3. Die     Zerstörung    wird weiterhin     durch     die seitherige Erntemethode beschleunigt, da  die Entfernung des Wassers bei     Gegenwart     der wasserunlöslichen Stoffe geschieht. Dabei  werden die wasserlöslichen aber wirksamen  Stoffe mit dem an die Oberfläche wandernden  Wasser nach     aussen    geführt.

       Hierdurch        wird     bewirkt, dass im     Lactucarium    ein     Konzentra-          tionsgefälle    an wirksamen Stoffen von innen  nach aussen, also eine     Ungleichmässigkeit    in  der Zusammensetzung, entsteht, ferner, dass  die oxydationsempfindlichen wirksamen Stoffe  an der Oberfläche angereichert und dadurch  der schnellen Zerstörung besonders ausgesetzt  werden.

   Die Zerstörung wird dadurch noch  beschleunigt, dass die     Lactucarien        infolge     ihres hohen Zuckergehaltes (3 bis 4     %    )     einen     guten Nährboden für Schimmelpilze bilden       und    der     Verschimmelung        und    Verrottung an  heimfallen. Diese Erkenntnisse haben zu dem  den Gegenstand des vorliegenden Patentes  bildenden Verfahren geführt.  



  Es wurde nämlich gefunden, dass man  sämtliche Wirkstoffe des Milchsaftes von       Lactuca        virosa    mit Sicherheit in haltbarer,  gleichmässiger und wasserlöslicher Form da  durch gewinnen kann, dass man die in dem  Milchsaft enthaltenen     Oxydasen,    welche die  Zersetzung der Wirkstoffe bewirken,     zerstört;     dies kann in der alle Wirkstoffe enthaltenden  Lösung geschehen, die man durch Abtren  nung der unwirksamen festen     Ballaststoffe     aus dem frisch koagulierten oder nur wenige  Tage alten Milchsaft erhält.  



  Hierzu wird der frische Milchsaft zweck  mässig mit Wasser gemischt     und        hierauf    zum  Beispiel durch Filtrieren,     Abschleudern    und       dergl.    in eine wirksame Lösung und     einen     festen unwirksamen     Körper    getrennt. Die die       Zerstörung    der wirksamen Stoffe bewirken  den     Oxydasen    können zum Beispiel durch  Zusatz von Reduktionsmitteln oder Säuren  wie z. B. schweflige Säure,     Natriumbisulfit,     Formaldehyd, Weinsäure, Zitronensäure und       dergl.    unwirksam gemacht werden.

           Die        Oxydasen    können ferner auch da  durch     unwirksam    gemacht werden, dass das       oxydasenhaltige        Material        solange    auf     etwa     80   C erhitzt wird,     bis        keine        Ozydasen    mehr  nachweisbar sind, was je nach dem Gehalt an       Oxydasen    eine mehr oder weniger lange Zeit  beansprucht.  



  Wenn man den frischen Milchsaft, nicht  wie nach der alten Erntemethode der sofor  tigen     Trocknung        aussetzt,    sondern durch Ver  schliessen des     Sammelgefässes    vor der Ver  dunstung des Wassers schützt, tritt nach der       Koagulation    eine     freiwillige        Trennung    in eine       wässrige    Lösung und     einen    festen Bestandteil  ein. Man kann dann diese alle wirksamen  Stoffe enthaltende     wässrige    Lösung durch Ab  saugen,     Zentrifugieren,    Abpressen und Aus  waschen von den festen     unwirksamen    Stoffen  trennen.  



  Durch     Zusatz    von     Reduktionsmitteln    oder  Säuren, wie z. B.     schweflige    Säure, Natrium  bisulfit, Formaldehyd, Weinsäure, Zitronen  säure und     dergl.    kann das erhaltene Produkt  dauernd haltbar gemacht werden.  



  Zur Bekämpfung etwaiger Schimmelpilze  kann man den     Lösungen    ein Konservierungs  mittel, wie     Amidobenzoesäure,        Salicylsäure     und     dergl.        zusetzen.     



  Ein so     hergestelltes    Produkt stellt auch  für die pharmazeutische Technik der Weiter  verarbeitung zu     galenischen    Präparaten     einen     grossen     Fortschritt    dar,     weil     1. die wirksamen Stoffe in wasserlösli  cher Form vorliegen,  2. durch die Entfernung der unwirksamen  Stoffe die     therapeutische    Dosis um mehr als  die Hälfte vermindert werden konnte, was für  die Verarbeitung zu     Tabletten    von grosser  Bedeutung ist,  3. mit Sicherheit     gleichmässig    dosiert wer  den kann,  4. die wirksamen     Stoffe    vollkommen  lagerbeständig sind.  



  <I>Beispiel</I>     1:,     Der nach dem Anschneiden der Pflanze  ausgetretene Milchsaft wird in ein Gefäss ab  gestreift, in welchem sich Wasser,     schweflige     Säure, eine Lösung von     Natriumbisulfit,         Weinsäure oder Zitronensäure befindet. Der  Milchsaft koaguliert und wird durch Filtrie  ren, Absaugen oder Abpressen in eine alle       ss-irksamen    Stoffe enthaltende Lösung und  einen festen unwirksamen Anteil getrennt.  Die in dem festen Anteil eingeschlossenen  Reste der Lösung werden durch Auswaschen  herausgelöst.  



  <I>Beispiel 2:</I>  Der nach dem Anschneiden der Pflanze  ausgetretene     Milchsaft    wird in ein verschliess  bares Gefäss, wie z. B. eine Flasche oder  Kruke von etwa 100-200 cm' Inhalt ge  sammelt. Das Gefäss wird nach dem Füllen  verschlossen und damit die Verdunstung des  Wassers verhindert. Nach etwa eintägigem  Stehen tritt die freiwillige Trennung in einen  festen und einen flüssigen Anteil ein.     Nun          wird    die freiwillig abgeschiedene, die wirk  samen Stoffe enthaltende Lösung durch Ab  saugen, Abpressen, Filtrieren, Auswaschen  von den festen unwirksamen Bestandteilen  getrennt.  



  Die so erhaltene Lösung wird zur Zerstö  rung der     Ogydasen    auf zirka<B>80'</B> C solange  erhitzt bis nach     Whitby    (Kolloid     Ztschr.          Bd.    12 (1913) S. 149) keine     Oxydasen    mehr  nachweisbar sind und dann zur Trockne ein  gedampft.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung eines halt baren, wasserlöslichen Heilmittels aus dein Milchsaft von Lactuca eirosa, dadurch ge kennzeichnet, dass die die Oxydation der wirk- sauren Bestandteile des Milchsafts bewirken den Oxydasen zersetzt werden. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Oxydasen dadurch unwirksam gemacht werden, dass dem frisch gewonnenen Milchsaft Reduktions mittel zugesetzt werden. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das oxydasenhaltige Material solange auf etwa 80 C erhitzt wird, bis Oxydasen nicht mehr nachweis bar sind. B. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den frisch ge wonnenen Milchsaft in einen .die wirksa men Bestandteile enthaltenden flüssigen Anteil und einen unwirksamen festen Anteil trennt und die abgetrennte Lösung zur Trockne bringt. 4.
    Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, :dass zur Beschleunigung -der Abtrennung des wasserlöslichen wirk samen Anteils .des Milchsaftes von den un wirksamen unlöslichen Anteilen zum fri schen Milchsaft Wasser hinzugefügt wird. 5. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, :dass der frische Milchsaft in ein Gefäss gesammelt wird, in welchem sich Wasser befindet.
CH200842D 1936-06-23 1937-06-07 Verfahren zur Gewinnung eines haltbaren, wasserlöslichen Heilmittels aus dem Milchsaft von Lactuca virosa. CH200842A (de)

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