CH331220A - Verfahren zur Polykondensation von Terephthalsäuredi-glycol-estern im Schmelzfluss - Google Patents
Verfahren zur Polykondensation von Terephthalsäuredi-glycol-estern im SchmelzflussInfo
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Description
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Verfahren zur Polykondensation von Terephthalsäuredi-glycol-estern im SchmelzfluB . Es ist bekannt, Terephthalsäure-di-äthylen- glycol-ester im Schmelzfluss zu Polyäthylen- terephthalat umzusetzen. Dabei muss das abgespaltene Glycol entfernt werden. Dies geschieht durch Anwendung von Vakuum oder inerten Gasen, wie z. B. Stickstoff. In letzterem Falle werden die Gase über oder durch die Schmelze geführt.
Dabei zeigt sich jedoch, dass die Entfernung des abgespaltenen Glycols selbst bei Anwendung grosser Mengen von zum Beispiel Stickstoff nur langsam und unvollständig erfolgt. Infolgedessen sind die erhaltenen Produkte nicht ausreichend kondensiert und besitzen, wenn man sie zu Filmen oder Fäden verformt, ungenügende Reissfestigkeit. Bei einem bekannten Verfahren hat man vorgeschlagen, die Kondensation zu Poly- äthylenterephthalat nur bei Anwendung von Vakuum durchzuführen, um alles abgeschiedene G:lycol restlos beseitigen zu können, weil man ohne Anwendung von Vakuum nur Polykondensate .mit niedrigem Molekulargewicht erhält und die daraus erhaltenen Fäden brüchig sind.
Die Verwendung von Stickstoff als inertes Gas hat erhebliche Nachteile. Einmal enthält der Stickstoff zwar geringe, aber schwer zu entfernende Mengen an Sauerstoff, der auch in geringer Konzentration schädigend auf das entstehende Polykondensat einwirkt. Weiterhin besitzt der Stickstoff eine schlechte Wärmekapazität, das heisst der Stickstoff muss sehr sorgfältig gegen Wärmeabgabe isoliert werden.
Es wurde gefunden, dass bei der Polykondensation von Terephthalsäuredi-glycol-estern im Schmelzfluss die Entfernung des abgespaltenen Glycols wesentlich rascher als bei Anwendung von Stickstoff oder dergleichen vor sich geht und hochkondensierte Produkte auch ohne Anwendung von Vakuum erzielt werden können, wenn man zur Entfernung des abgespaltenen Glycols einen Strom von auf 170 bis 250 C erhitzten Dämpfen von Kohlenwasserstoffen, die als Mehrfachbindungen höchstens Doppelbindungen von aromatischen Ringen aufweisen, verwendet. Zweckmässig geht man so vor, dass man die vorzugsweise auf 200 C aufgeheizten Dämpfe durch die auf 260 bis 270 C erhitzte Schmelze hindurchleitet.
Es ist auch möglich, die Reaktion im kontinuierlichen Arbeitsgang durchzuführen, wobei die Dämpfe im Gegenstrom zu dem entstehenden Kondensat eingeleitet werden. Man presst zu diesem Zweck das Reaktionsgut, nachdem man es von Methanol und der Hauptmenge überschüssigen Glycols befreit hat, in ein Reaktionsgefäss, und zwar zweckmässig mittels einer Düse, so dass es in einer Reihe dünner Strahlen in das Gefäss gelangt. Es sammelt sich auf dem Boden des Gefässes und wird von dort wiederum zur Düse gepumpt, dann wieder ausgepresst usw. Zugleich strömt zum Beispiel dampfförmiges Benzol an
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den Flüssigkeitsfäden vorbei.
Um kontinuierlich zu arbeiten, führt man fortlaufend eine geringe Menge des von Methanol und dem grössten Teil des Glycols befreiten Reaktionsgutes zu, während man unter dem Reaktionsgefäss fortlaufend Kondensationsprodukt abführt. Während dieses Vorganges wird das Gemisch dauernd inngepumpt, während Ben- zoldampf durch das Reaktionsgefäss geführt wird. Das kontinuierlich abgeführte Konden- sationsprodukt hat einen wesentlich höheren Polykondensationsgrad als das zugeführte, muss aber, 11m zu Ende kondensiert zu werden, nochmals durch die gleiche oder eine ähnliche Apparatur geführt werden.
Man kann auch zwei oder mehrere dieser Apparate hintereinanderschalten.
Als Kohlenwasserstoffe der oben definierten Art haben sich folgende Verbindungen als brauchbar erwiesen: Undecan und ähnliche Homologe, Benzol, Toluol, gylol, Cyclohexan u. a. Die Verwendung dieser Verbindungen weist im Gegensatz zu der Verwendung von Stickstoff folgende Vorteile auf: Diese Verbindungen lassen sich ohne jede Schwierigkeit von etwa gelöstem oder enthaltenem Sauerstoff befreien und können leicht nach Anwendung wieder zlirüekgewonnen werden.
Ausserdem besitzen diese Verbindungen eine wesentlich höhere Wärmekapazität als zuun Beispiel Stickstoff. Wenn man sie also vor Einführung in das Reaktionsgemisch aufheizt, behalten sie diese hohe Temperatur wesentlich länger bei, als es bei Stickstoff der Fall ist.
Der Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens vor dem üblichen Vakuumverfahren besteht darin, dass man den Einbruch geringer Sauerstoffmengen in die Apparatur, der beim Vakuumverfahren nur sehr schwer vermieden werden kann, völlig ausschalten kann. Ein solcher Sauerstoffeinbruch führt bekanntlieh selbst bei geringsten Mengen Sauerstoff zur Verfärbung des Kondensates. Beispiel 1 20 g Terephthalsäuredimethylester werden mit 20 g Äthylenglycol unter Zugabe eines Zinkoxyd-Bortrioxyd-Katalysators auf übli- ehern Wege bis zur Beendigung der Methanolabspaltung umgeestert (Zeitbedarf. etwa zwei Stunden).
Durch das vorliegende Umesterungspro- dukt wurde nach Steigerung der Temperatur bis 250 C unter lebhaftem Rühren reiner Benzoldampf von 185 C sechs Stunden lang hindurchgeleitet, wobei die Schmelze zunehmend zäher wurde.
Das erhaltene Endprodukt schmolz bei 249,5 C und zeigte sehr gute fadenbildende Eigenschaften bei K--Werten von etwa 49 bis 50.
Verwendet man hingegen Stickstoff, kommt man zu folgenden Ergebnissen: 20 g Terephthalsäuredimethylester wurden wie vorhin beschrieben mit 20g Äthylenglycol umgeestert und anschliessend das überschüssige Äthylenglycol weitgehend destillativ entfernt.
Durch das vorliegende Umesterungspro- dakt wurde nach Steigerung der Temperatur bis 250 C unter lebhaftem Rühren ein auf 160 C aufgeheizter Stickstoffstrom zehn St-tui- den lang hindurchgeleitet. Das erhaltene Endprodukt schmolz bei 248 C und zeigte bei nur unzulänglich fadenbildenden Eigenschaften K-Werte von 29,5 bis 31,1.
Dieser Gegenversuch zeigt, dass bei Verwendung von Stickstoff als inertes Gas wesentlich längere Reaktionszeiten (zehn Stunden) benötigt werden und schlechtere Polykondensate mit niedrigem K-Wert (29 bis 31) erhalten werden. Beispiel 2 20 g Terephthalsäliredimethylester wurden, genau wie im Beispiel 1 beschrieben, umge- estert und das überschüssige Olycol weitgehend destillativ entfernt.
Bei der anschliessenden Kondensation wurde bei Steigerung der Temperatur des Reaktionsgemisches auf 270 C unter lebhaftem Rühren ein Strom von gasförmigem Deka- hyAronaphthalin von 190 C bei einer Strömungsgeschwindigkeit von 12 1/h während sechs Stunden durchgeleitet.
Hierbei fiel ein rein weisses Endprodukt sehr guter fadenbildender Eigenschaften an.
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Schmelzpunkt 249 C, K-Wert (in 1 o/oiger m-Kresollösung) 48 bis 49.
Beispiel 3 60 g Terephthalsäuredimethylester wurden nach Umesterung mit 58,4 g Äthylenglycol analog wie in den vorstehend beschriebenen Beispielen kondensiert. Es wird ein auf 195 C aufgeheizter Cyclohexanstrom von 35 1/h hindurchgeleitet, wobei innerhalb einer Kondensationsdauer von 7 Stunden 485 em3 Cyclo- hexan verdampft und wiedergewonnen wurden.
Das rein weisse Polyäthylenterephthalat zeigte bei sehr guten fadenbildenden Eigenschaften einen Schmelzpunkt von 249 C. KWert 48,5.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Polykondensation von Tere- phthalsäuredi-glycol-estern im Schmelzfluss, dadurch gekennzeichnet, dass man das bei der Polykondensation abgespaltene Glycol mit Hilfe eines Stromes von auf 170 bis 250 C erhitzten Dämpfen von Kohlenwasserstoffen, die als Mehrfachbindungen höchstens Doppelbindungen von aromatischen Ringen aufweisen, entfernt. UNTERANSPRUCH Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass im fortlaufenden Arbeitsgang polykondensiert. wird, wobei die genannten Dämpfe dem sich bildenden Kondensat im Gegenstrom zugeführt werden.
Applications Claiming Priority (1)
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