Mittel zur Beeinflussung des Pflanzenwachstums, insbesondere zur Bekämpfung von Unkraut Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass Triazine der Formel
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worin R1 und R.; Wasserstoff oder einen nichtaroma tisch gebundenen, gegebenenfalls z. B. durch Chlor substituierten, Kohlenwasserstoffrest bedeuten, be reits in sehr niedriger Konzentration auf Pflanzen wachstumshemmend und abtötend wirken.
Verbindungen der oben definierten Formel sind zum Beispiel durch Umsetzung von Cyanurchlorid mit Ammoniak, primären oder sekundären Aminen leicht herstellbar.
Sie eignen sich vorzüglich als Wirkstoffe für Un krautbekämpfungsmittel, sowohl zur selektiven Ab tötung von Unkräutern unter Kulturpflanzen wie auch zur totalen Abtötung und Verhinderung uner wünschten Pflanzenwuchses. Unter Unkräutern wer den hierbei auch unerwünschte, z. B. vorher oder in der Nähe angebaute, Kulturpflanzen verstanden. Die oben definierten Verbindungen eignen sich weiterhin auch als Wirkstoffe zur Ausübung anderer hemmen der Beeinflussungen des Pflanzenwachstums, insbe sondere Entblätterung, Reifebeschleunigung durch vorzeitiges Austrocknen, z.
B. von Kartoffelpflanzen, ferner auch Verminderung des Fruchtansatzes,. Ver zögerung der Blüte, Verlängerung der Ernteperiode und der Lagerfähigkeit.
Als Wirkstoffe. kommen beispielsweise die nach stehenden, zum Teil bekannten, zum Teil neuen Tri- azinderivate in Frage:
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<B><U>R1</U></B><U> <SEP> Ra</U>
<tb> H <SEP> CH3 <SEP> F: <SEP> 161-162<B>0</B>
<tb> H <SEP> C2 <SEP> H5 <SEP> 108-110
<tb> H <SEP> CH9CH2C1 <SEP> 110-113<B>0</B>
<tb> H <SEP> CH2CH=CH., <SEP> 74-76
<tb> H <SEP> n-C.H7 <SEP> <B>72-74,5-</B>
<tb> H <SEP> n-CA <SEP> 53-55
<tb> H <SEP> n-C12H25 <SEP> 63-65
<tb> H <SEP> CH2-O <SEP> 119-120
<tb> CH3 <SEP> CH3 <SEP> 120-123
<tb> CA <SEP> <B>C2H5</B> <SEP> 77-79
<tb> i-C3H- <SEP> i-C3H7 <SEP> 103-l05
<tb> n-C.IL;
<SEP> n-C@I-4 <SEP> 56-58
<tb> n-C419 <SEP> n-C4H9 <SEP> 28,5-30,5
<tb> Kp- <SEP> 0.00a <SEP> 88-90<B>11</B> Gegenstand vorliegenden Patentes ist ein Mittel zur Beeinflussung des Pflanzenwachstums, insbeson dere zur Bekämpfung von Unkraut, dadurch gekenn zeichnet, dass es eine Verbindung der Formel
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worin R1 und R., die oben angegebene Bedeutung haben, und einen oberflächenaktiven Stoff enthält.
Die erfindungsgemässen Mittel können Emulsio nen oder Suspensionen darstellen. Die Anwendungs formen richten sich ganz nach den Verwendungs zwecken, lediglich müssen alle Applikationsformen eine feine Verteilbarkeit der Wirksubstanz gewähr leisten. Zur Herstellung erfindungsgemässer Mittel werden die Substanzen z. B. als solche oder in einem der weiter unten genannten Lösungsmittel mittels oberflächenaktiven Stoffen, wie Netz- oder Disper- giermitteln, in Wasser homogenisiert.
An kationaktiven Emulgier- oder Dispergiermio- teln seien als Beispiele quaternäre Ammoniumverbin- dungen genannt, an anionaktiven Emulgiermitteln Seife, Schmierseife, aliphatische, langkettige Schwe- felsäuremonoester, aliphatische oder aromatische Sulfosäuren, langkettige Alkoxyessigsäuren,
an nicht- ionogenen Emulgiermitteln Polyäthylenäther von Fettalkoholen und Polyäthylenkondensationspro- dukte. Anderseits können auch aus Wirkstoff, Emul-- gator oder Dispergator und eventuell Lösungsmittel bestehende Konzentrate hergestellt werden, die sich zur Verdünnung mit Wasser eignen.
Zur Herstellung von Lösungen der Wirkstoffe mit oberflächenaktiven Stoffen kommen Lösungsmittel, wie insbesondere Alkohole, z. B. Äthyl- oder Iso- propylalkohol, Ketone, wie Aceton oder Cyclohexa- non, aliphatische Kohlenwasserstoffe, wie Kerosen und cyclische Kohlenwasserstoffe, wie Benzol, Toluol, Xylol, Tetrahydronaphthalin, alkylierte Naphthaline,
ferner chlorierte Kohlenwasserstoffe, wie Tetrachlor- äthan, Äthylenchlorid und endlich auch mineralische und pflanzliche öle oder Gemische der obgenannten Stoffe in Frage.
Insbesondere bei der totalen Abtötung von Pflan zenwuchs, bei der vorzeitigen Austrocknung sowie der Entblätterung kann die Wirkung durch die Ver wendung von an sich phytotoxischen organischen Flüssigkeiten, wie z. B. hochsiedenden Mineralöl fraktionen oder Chlorkohlenwasserstoffe, verstärkt werden; anderseits kommt die Selektivität der Wachs tumshemmung bei der Verwendung von gegenüber Pflanzen indifferenten Trägerstoffen, z. B. in der selektiven Unkrautbekämpfung unter Umständen deutlicher zur Geltung.
Zur Bereitung von Konzentraten für Suspensio nen kann man auch zunächst pulverförmige Präpa rate durch Mischen oder gemeinsames Vermahlen von Wirksubstanz mit einem festen Trägerstoff her gestellt werden. Als solche kommen in Frage: Tal kum, Diatomeenerde, Kaolin, Bentonit, Calciumkar- bonat, Borsäure, Tricalciumphosphat, aber auch Holzmehl, Korkmehl, Kohle und andere Materialien pflanzlicher Herkunft. Anderseits können die Wirk substanzen auch mittels eines flüchtigen Lösungsmit tels auf die Trägerstoffe aufgezogen werden.
Durch Kombination mit Netzmitteln und gegebenenfalls Schutzkolloiden werden hierauf die pulverförmigen Präparate in Wasser suspendierbar und als Spritz- mittel verwendbar gemacht. Zu ähnlichen Mitteln gelangt man auch durch Zusatz von Netzmitteln zu Pasten, das heisst Gemischen von festen Wirkstoffen mit nichtlösenden Flüssigkeiten.
Die verschiedenen Anwendungsformen können in üblicher Weise durch Zusatz von Stoffen, welche die Verteilung, die Haftfestigkeit, die Regenbeständig keit und eventuell das Eindringungsvermögen verbes sern, wie von z. B. Fettsäuren, Harzen, Leim, Casein oder Alginaten, den Verwendungszwecken näher an gepasst werden. Ebenso lässt sich ihre biologische Wirkung verbreitern durch Zusatz von Stoffen mit bakteriziden, fungiziden oder ebenfalls das Pflanzen wachstum beeinflussenden Eigenschaften sowie von Düngemitteln. Des weiteren werden folgende Bei spiele für typische Applikationsmittel und -formen angeführt.
<I>Beispiel 1</I> 20 Teile 2,4-Dichlor-6-n-butylamino-s-triazin werden mit 70 Teilen fester inerter Trägersubstanz, z. B. Kaolin, Bentonit, Kreide oder Kieselgur, 7 Tei len eines nichtionogenen Netzmittels, z. B. eines Schwefelsäureesters eines Alkyl - polyglykoläthers, 3 Teile eines Schutzkolloids, z. B. Sulfitablauge, in einer Stiftenmühle fein vermahlen. Das erhaltene Pulver ist in Wasser suspendierbar und kann zu Spritzmitteln verarbeitet werden.
<I>Beispiel 2</I> 5 Teile 2,4-Dichlor-6-di-n-butylaminQ-s-triazin werden in 90 Teilen flüssigen Trägerstoffes, z. B. Di- acetonalkohol, Xylol, gelöst und mit 5 Teilen eines nichtionogenen Emulgators, z. B. Polyäthylenäther, von Fettalkoholen versetzt. Die Lösung wird im ge wünschten Verhältnis mit Wasser vermischt und bil det eine milchige Emulsion.
<I>Beispiel 3</I> In Saatschalen wurden je eine Reihe (10 Samen) Weizen, Senf, Luzerne und Karotten mit einer Saat tiefe von 3 cm, und je eine zweite Reihe derselben Samenarten mit einer Saattiefe von 1 cm gesät und leicht begossen. Anschliessend wurden die Saatscha len mit 0,1 Liter pro Quadratmeter von 20/eigen Emulsionen oder Suspensionen der zu prüfenden Verbindungen (je nach ihrem Aggregatzustand), wel che als oberflächenaktiven Stoff Alkylpolyglykol- äther enthalten, bespritzt, entsprechend 2 g Wirk substanz pro Quadratmeter.
Nach 21 Tagen waren in den mit 2,4-Dichlor-6- äthylamino-s-triazin behandelten Saatschalen die Luzerne abgestorben, die übrigen Pflanzen dagegen nicht geschädigt.
<I>Beispiel 4</I> 0,5%ige Emulsionen von 2,4-Dichlor-6-n-pro- pyl-amino-s=triazin, 2,4-Dichlor-6-n-butylamino-s-tri- azin, 2,4-Dichlor-6-allylamino-s-triazin, die als ober flächenaktiven Stoff Polyäthylenäther von Fettalko holen enthalten, auf etwa 10 cm3 hohe Hafer- und Senfpflanzen gespritzt, bewirkten schwere Blattver brennungen.
0,511/oige Emulsionen von 2,4-Dichlor- 6-methylamino-s-triazin, welche als oberflächenakti ven Stoff Polyäthylenäther von Fettalkoholen ent halten, bewirken an Senfpflanzen ebenfalls Blattver brennungen.