Verfahren und Apparat zur Herstellung von Schuhwerk. Gegenstand der Erfindung ist. ein Ver fahren und ein Apparat zur Herstellung vor. Schuhwerk und bezweckt die Behandlung der Spitzen von in Arbeit begriffenem Schuhwerk vor dem Aufziehen auf den Lei sten und rasche und daher die Zahl der er forderlichen Leisten verriiinderndes Trock nen und Steifmachen des Schuhwerkes.
Nach dem Verfahren gemäss Erfindunz richtet man auf gewünschte Teile des Schuhwerkes einen Strahl Warmluft und lässt ihn auf diese Teile wirken.
Die Wirkung der Luftstrahlen kann eine erweichende oder eine trocknende sein, oller es können erweichende und trocknende Luftstrahlen angewendet erden.
Dieses Verfahren unterscheidet sich vom bisherigen üblichen Verfahren, indem bei letzterem die Wärmeeinwirkung auf (las Schuhwerk in einem Wärmeofen oller in einem Trockenraum stattfand, in den ein Ventilator Warmluft förderte, während ein zweiter Ventilator diese Luft aus der Kam mer absaugte.
Der Vorteil des vorliegende Verfahrens gegenüber dem bekannten liegt darin, dass infolge Verwendung eines Strah- les die Warmluft auf einen Teil lies Werk stückes konzentriert und so dieser Stelle eine grössere Menge Warmluft zugeführt werden kann, als wenn sich das Werkstück in einem reit Warmluft gefüllten Raum befindet. Hieraus ergibt sich ein rascheres Trocknen der Ware als beim bisherigen Verfahren.
Der zur Ausführun- (1e, vorliel-enden Verfahrens dienende Apparat besitzt Auf lagestellen für (las Schuhwerk und minde stens eine Luftröhre mit Strahlen nach dem 8,,liuliweri: werfenden Offnungen, Mittel, uni der genannten Röhre Warmluft unter Druck zuzuführen und 'Mittel zum Tragen der genannten Röhre.
Die Zeichnung veranschaulicht Ausfüh rungsbeispiele des zur Ausführung des Ver fahrens dienenden Apparates.
Fig. 1 ist ein Aufriss einer ersten Aus führungsform des Trockenapparates: Fig. 2 ist. ein Vertikalschnitt nach der Linie a-a in Fig. i. und zeigt ein Gestell in der Stellung zum Trocknen von Schuh werk; Fig. 3 ist ein Grundriss des Apparates:
Fig. 4 ist ein Aufriss einer Ausführungs- fornn des Apparates, bei welcher die Luft zufuhr- und die Auslassmittel mit dem Ge stell kombiniert sind; Fig. 5 ist ein Schnitt nach der Linie b-b in Feg. 4; Fig. 6 ist ein Querschnitt einer Ausfüh rungsform mit mechanisch verschwenk- baren Luftröhren; Fig. i zeigt Einzelheiten der Enden der schwenkbaren Luftröhren;
r ig. 8 zeigt, eine Ausführungsform zum Trocknen der Sohlen; Kg. 9 zeigt schaubildlich eine Ausfüh rungsform zum Behandeln von Schuhwerk spitzen vor dem Aufziehen auf den Leisten, und Fig. 10 ist, ein Querschnitt des Apparates nach Fig. 9.
Bei der Ausführungsform des Apparates nach Fig. 1 his 3, bei welcher in zweck mässiger Weise eine Anzahl Gestelle in Ver bindung mit einer gemeinsamen Luftzufuhr vorrichtung angewendet werden kann, trägt ein nach vorn offenes, schrankartiges Ge bilde 1 auf der Innenseite längs der Rück band eine Anzahl horizontaler Luftröhren 2, von denen jede eine Anzahl Öffnungen mit angesetzten Düsen 3 besitzt. Das schrank- artize Gebilde i ist am Boden befestigt und steht aufrecht. Hinter dem Kastengebilde 1. ist ein Lufterhitzer 4 angeordnet, durch welchen ein Ventilator 5 Luft zieht.
Vom Ventilator gelangt die Luft in eine Steig leitung 6, von welcher die die Luft zu den genannten Luftröhren 2 führenden Neben leitungen<B>7</B> abzweigen.
S 'Feg. 2i bezeichnet ein Fahrgestell, mit- telst welchem darauf gestelltes Schuhwerk derart, in das vorn offene Kastengebilde 1 eingeschoben werden kann, dass Glas Schuh- werk in den Bereich der den Düsen 3 der Röhren 2 entströmenden Luftstrahlen ge- lan,d#t. Es ist ersichtlich,
dass die Luftstrah len auf das Schuhwerk lokalisiert und letz teres in der Gesamtheit in und ausser Be reich der Luftstrahlen gebracht werden kann, ohne das Schuhwerk in seiner Lage auf den Gestellen zu verändern. Auf diese Weise können die üblichen Fahrgestelle in Verbindung mit dem Lufttrocknungsapparat angewendet werden. Vorteilhaft werden die Regale des Gestelles 8 derart unterteilt, dar jeder Schuh seine bestimmte, ihm beim Ein fahren des Gestelles in das Kastengebilde in den Bereich eines Luftstrahles bringende Stellung einnimmt.
Bei der Ausführungsform nach Fi.. 4 und 5 sind die Luftauslassröhren 11 mit dem das Schuhwerk tragenden Gestell 9 ver einigt. Das zweckmässig aus Holz bestehende Gestell 9 besitzt eine Anzahl Regale 10 zur Aufnahme des Schuhwerkes. Über jedem Regal ist eine Luftröhre 11 mit Düsen 3 an gebracht, welche Luftstrahlen auf das vom Regal getragene Schuhwerk abgeben.
Die Luftröhren 11 der verschiedenen Regale sind mit einer Steigröhre 6 verbunden, welche ihrerseits an einen Ventilator 5 angeschlos sen ist, der die Luft durch eine unter dem Gestell angeordnete Heizkammer i zielet. Auch hier ist das zu behandelnde Schuh werk derart auf den Regalen angeordnet, dass der erwünschte Teil oder Teile des Schuhwerkes unter die Wirkung der vorn den Düsen austretenden Luftstrahlen ge bracht werden kann.
Zur Erleichterung des richtigen Aufsetzens des Schuhwerkes auf die Regale können Scheidewände oder Qiie- streifen an den Regalen angebracht sein.
Bei den oben beschriebenen Ausführungs- formen besteht die Heizkammer aus einer mit Wärmeschutzmasse, z. B. Asbest. Schlackenwolle etc., bedeckten Trommel, welche eine oder mehrere Dampfradiator einheiten und eine Anzahl Chikanen zun! Wärmen und Ablenken der Luft beim Durchgang durch die Trommel besitzt.. 1 ' bezeichnet den Lufteintritt. 13 (Feg. 3) den Dampfeintritt und 14 den Dampfaustritt.
Die Heizkammer kann auch mit Gas radiatoreinheiten oder einer elektrischer. Heizvorrichtung versehen sein. Auch kann der Ventilator auf der entgegengesetzten Seite der Heizkammer angeordnet sein und die Luft durch diese Kammer treiben, in welchem Falle die Steigleitung 6 unmittel bar mit dem Auslass 15 der Heizkammer ver bunden ist. Ferner können eine Anzahl mit Luftröhren 11 versehene Gestelle 9 nachein ander mit einer gemeinsamen Luftheizkam- nier und Luftsteigleitung verbunden werden.
Die Luftzuführungsröhren 2 bezw. 11 sind zweckmässig drehbar gelagert, um den Winkel, unter welchem die Luftstrahlen auf das Schuhwerk treffen, verändern zu kön nen. In Fig. 1, 2 und 3 ist jede Röhre 2 durch Schellen 16 drehbar gehalten und mit dem einen Ende dicht. aber drehbar auf das betreffende Ende der Zweigleitung 18 ge steckt.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 bis 5 kann auch eine besondere Heizkammer 4 wegfallen und können Heizkörper, wie Dampfröhren oder elektrische Heizkörper zur Luftheizung in der Steigleitung 6 oder in den Luftverteilungsröhren 2 bezw. 11 an geordnet sein. In diesem Fall treibt der Ven tilator die Luft direkt in die Steigleitung, ohne sie vorher durch eine Heizkammer zu ziehen bezw. zu treiben.
Fig. 6 und 7 zeigen eine Ausführungs form, bei welcher die Luftröhren kon tinuierlich auf mechanischem Wege in Schwingungen versetzt werden, wozu jede Röhre einen Arm 19 trägt. Sämtliche Arme 19 sind mit einer vertikalen Stange 20 ge lenkig verbunden, deren unteres Ende mit dem geschlitzten Arm eines um Zapfen 22 drehbaren Hebels 21 gelenkig verbunden ist. Der Zapfen 22 ist an einem vom Stehlager 24 getragenen Arm 23 befestigt. Im Lager 24 ist eine Welle 25 gelagert, deren eines Ende eine Riemenscheibe 26 und deren anderes Ende eine Kurbelscheibe 27 trägt.
Ein an letzterer befestigter Zapfen 28 greift in einen Längsschlitz des Hebels 21, wodurch letz terem und durch die Stange 20 sämtlichen Armen 19 und Röhren 2 bezw. 11 gleich artige und gleichgroge Schwingbewegungen erteilt werden. Dementsprechend ändert sich dann auch der Winkel der Luftstrahlen. Der Ausschlag der Arme 19 und damit der Röh- ren 2 bezw. il kann durch radiale Verstel lung des Stiftes 28 zur Welle 25 im Schlitz. 29 verändert werden.
Jede Röhre 2 bezw. 11 trägt am Anschlussende eine Metallhülse 30 !Fig. 7), welche in eine von der Zweigröhre 7 getragene Hülse 31 eingepasst ist. Letztere bildet ein Lager für das Anschlussende der betreffenden Röhre 2 bezw. 11. Das ent gegengesetzte Ende der letzteren trägt eine Kappe 32, an welcher der Arm 19 und eine zentrale Lagerspitze 33 angebracht sind. Letztere ist in einer in den Lagerarm 35 ge schraubten Schraube 34 gelagert. Der. von letzterer ausgeübte Axialdruck wird von einer Flansche 36 der Hülse 30 auf das Ende der Hülse 31 übertragen.
In Verbindung mit dem Verfahren zum Trocknen von Schuhwerk durch Anwen dung von Luftstrahlen ist es zweckmässig ge funden worden, das Oberleder und haupt sächlich den Schubvorderteil zu befeuchten, so class das nachfolgende Trocknen des Werkstückes durch die Luftstrahlen ein vollkommenes Sitzen des Oberleders auf dem Leisten bewirkt.
Eine Ausführungsform des Apparates zur Ausführung des Luftstrahlverfahrens zuin Weichmacken von Schuliwerkspitzen vor dem Aufziehen auf den Leisten und zuip nachfolgenden Trocknen ist in Fig. 9 und 1Cr gezeigt und besitzt ein Gehäuse 37 mit Aus sparungen 38 auf der Vorderseite und eine Bodenplatte 39.
Auf diese Platte und in die Aussparungen 38 werden die in Bearbei tung befindlichen Schuhe gebracht. Im Ge häuse 37 ist eine Luftröhre 40 mit Diisen 41 angebracht, von denen jede einen Strahl heisser feuchter Luft (von einer geeigneten Quelle) auf die ihr gegenüberliegende Schunspitze abgibt. Die Aussparungen 38 gestatten dem Arbeiter, das Werkstück der art einzustellen, dass der Luftstrahl auf die gewünschte Stelle trifft. Zum Trocknen des Schuhwerkes wird dann nachträglich warme, trockene Luft der Röhre 40 zuge- fiihrt.
Bei einer andern (,nicht. gezeichneten'. Ausführungsform kann der Apparat zum Erweichen und nachträglichen Trocknen der Schuhspitzen ein rundes Gehäuse auf weisen, welches an seinem Umfang Ausspa rungen oder Führungsmittel zum Einsetzen der Schuhspitzen in bezug auf einen im In neren des Gehäuses angeordneten Düsen kranz besitzt. Das Gehäuse ist drehbar an- geordnet, so dass das Schuhwerk auf einer Seite eingesetzt. und nach Drehung auf der andern Seite von derselben Arbeitsstelle aus herausgenommen werden kann.
Der Apparat zum Erweichen und Trock nen der Schulspitzen ist zweckmässig nahe der Maschine zum Aufspannen des Schuhwerkes auf den Leisten angebracht. Das vorstehend beschriebene Verfahren und der Apparat sind besonders vorteilhaft und gestatten eine rasche Fabrikation, wenn ein verflüchtigbarer Schuhspitzengummi be nutzt wird. So kann zum Beispiel mittelst der lokalisierten Warmstrahlen die Schuh spitze erweicht und nur teilweise getrocknet werden, so dass sie in einen zum Aufziehen auf Oen Leisten -uten Zustand gelangt.
Hier auf wird durch weitere Behandlung durch die Luftstrahlen auf dem Trockengestell der mit der vorläufigen Behandlung angefan gene Trockenprozess vollendet und wird (las Werkstück rasch fest, so dass es vom Leisten entfernt werden kann Da- beschriebene Verfahren kann auch zum Trocknen von Sohlen angewendet wer den.
Das Schuhwerk kann mit der Sohle aufwärts gerichtet, in einem Gestell unter die Düsen 43 von Luftröhren gebracht wer den (Fing. 8): Die Röhren 42 sind so angeord net, dass sie ungefähr über der -Mitte der Sohlen liegen; sie sind zweckmässig dreh bar, wie oben beschrieben, so dass die Luft strahlen über die Sohlenflächen streichen und die Sohlen trocknen. Die Sohlen können auch abwärts und die Luftstrahlen aufwärts gerichtet sein.