DD240532A1 - Neue konservierungsmittel - Google Patents

Neue konservierungsmittel Download PDF

Info

Publication number
DD240532A1
DD240532A1 DD28001085A DD28001085A DD240532A1 DD 240532 A1 DD240532 A1 DD 240532A1 DD 28001085 A DD28001085 A DD 28001085A DD 28001085 A DD28001085 A DD 28001085A DD 240532 A1 DD240532 A1 DD 240532A1
Authority
DD
German Democratic Republic
Prior art keywords
compounds
protection
test
preservatives
microorganisms
Prior art date
Application number
DD28001085A
Other languages
English (en)
Inventor
Hans-Dieter Pfeiffer
Klaus Jurkschat
Jutta Naumann
Eckhart Nietzschmann
Ulf Thust
Kurt Trautner
Alfred Tzschach
Heinz Wigert
Alfreda Brandenburg
Rosemarie Kaschny
Dietmar Mielke
Horst Schwotzer
Original Assignee
Bitterfeld Chemie
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Bitterfeld Chemie filed Critical Bitterfeld Chemie
Priority to DD28001085A priority Critical patent/DD240532A1/de
Publication of DD240532A1 publication Critical patent/DD240532A1/de

Links

Landscapes

  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft neue Konservierungsmittel zum Schutz von technischem Material vor Befall durch Mikroorganismen. Als Wirkstoffe enthalten sie Verbindungen der allgemeinen Formel (siehe Rueckseite). Formeln

Description

R1 - H, Alkyl, Aryl oder -(CH2)n-OH, R2 a H oder -
η β 2, 3 oder 4 oder R3 R2 s -c-ΪΤ^ ist, wobei
R3, R4 = H, Alkyl oder Aryl bedeuten, enthalten und in Konzentrationen von 0,05 bis 8% zur Anwendung gebracht werden. 2. Neue Konservierungsmittel nach Pkt. !,gekennzeichnet dadurch, daß die Anwendungskonzentration vorzugsweise 0,05 bis 2% beträgt.
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft neue Konservierungsmittel, die besonders zum Schutz von Produktionsanlagen vor mikrobieller Kontamination, zur Konservierung und für den Materialschutz verwendet werden können.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
An Wirkstoffe, die für den Materialschutz sowie den Schutz von Produktionsanlagen geeignet sind, werden eine Vielzahl von Anforderungen gestellt, z. B.:
— umfassendes Wirkungsspektrum
— leichte biologische Abbaubarkeit
— geringe Toxizität
— weitgehende Geruchlosigkeit
— niederer Dampfdruck
— permanente Wirkung
— geringe Persistenz außerhalb des Wirkungsortes
— vertretbare Ökonomie
Bisher finden zur Konservierung und zum Schutz technischer Anlagen vor mikrobieilem Befall Wirkstoffe aus unterschiedlichen Stoffklassen Verwendung, darunter organische Quecksilberverbindungen, Tributylzinnverbindungen, chlorierte Phenole, Aldehyde, Dithiocarbamate, quartäre Ammoniumverbindungen und Chloracetamid, wobei praktisch allen diesen Produkten je nach Einsatzgebiet bestimmte Nachteile anhaften.
So sind organische Quecksilberverbindungen toxisch und wirken erst in hohen Konzentrationen mikrobizid.
Deshalb, und weil sie die Umwelt infolge des Abbaus in stark giftige Rückstände beträchtlich schädigen, zählen sie heute weltweit nicht mehr zu den angewendeten Mitteln. Das geht teilweise bis zum völligen Verbot einzelner Verbindungen bzw. Präparate.
Ähnlich ist die Situation bei den chlorierten Phenolen. Als Beispiel seien Pentachlorphenol und Trichlorphenol genannt. Andere Derivate, so die chlorierten Kresole, kommen auf Grund ihres unangenehmen Geruchs für viele Anwendungszwecke nicht in Frage.
Quartäre Ammoniumverbindungen, die zwar biologisch relativ leicht abbaubar sind, besitzen ausgeprägte Wirkungslücken gegen gramnegative Bakterien, so besonders gegenüber Pseudomonaden. Dadurch ist ihre Anwendbarkeit stark eingeschränkt.
Dithiocarbamate sind wasserlösliche, stark alkalisch reagierende Substanzen mit unangenehmem Geruch, die beim praktischen
Einsatz besondere Vorsichtsmaßnahmen erfordern. Auch führen sie u.U., so bei der Selektivbekämpfung von Schleimorganismen innerhalb der Papierfabrikation, durch Reaktion mit anderen Hilfsmitteln zur Verfärbung der Rohware. Aber selbst die wasserunlöslichen Dithiocarbamate besitzen entscheidende Nachteile, die ihre Anwendung in Frage stellen, denn ihre bakterizide Wirksamkeit ist unzureichend, und sie verzögern als Konservierungsmittel für Latex die Trocknung der nachfolgenden Alkydharzanstriche.
Aldehyde wie auch Formaldehyd abspaltende Verbindungen haben einen stechenden, die Schleimhäute reizenden Geruch. Ihre Wirkungsdauer ist infolge des hohen Dampfdrucks sehr begrenzt. Die toxikologischen Eigenschaften und die hohe Sensibilisierungspotenz engen die Anwendung vor allem der niederen Aldehyde weltweit immer stärker ein.
Chloracetamid ist gering akut toxisch, vor allem bei kurzzeitigem Kontakt. Es wirkt jedoch — selbst in Konzentrationsbereichen bis zu 5%—nur bakteriostatisch undfungistatisch.
Deshalb wurde versucht, durch Bildung von N-Methylolchloracetamid die Wirksamkeit zu verbessern. Der erwartete Erfolg trat zwar ein, doch verstärkte sich auch die Allergenwirkung infolge toxischer Formaldehydabspaltung, so daß die Anwendung dieser Verbindung problematisch ist.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist, neue Wirkstoffe für die Konservierung, den Materialschutz sowie zur Vermeidung von Störungen im Produktionsprozeß durch Mikroorganismen zu finden, die bei geringem Dampfdruck, schwachem Geruch und niedererToxizität über ein breites Wirkungsspektrum und gute Dauerwirksamkeit verfügen.
Erfindungsgemäß enthalten die neuen Konservierungsmittel neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoffe Verbindungen der allgemeinen Formel
X-CH-C/
Cl
.R1
in der Z = Cl oder H, Y - -Ί$ζ oder -H O
R1 » H, Alkyl, Aryl oder R2 a H oder -(CH2)n-0H
und wobei
R3, R4= H, Alkyl oder Aryl bedeuten. ' -
Die Anwendungskonzentration beträgt 0,05 bis 8%, vorzugsweise zwischen 0,05 und 2%.
Überraschenderweise zeigen bestimmte Derivate des Chloracetamids gegenüber den unsubstituierten Verbindungen erheblich höhere antimikrobielle Wirksamkeit und zeichnen sich darüber hinaus noch durch ein ausgeglicheneres Wirkungsspektrum, das sowohl Bakterien wie auch Pilze umfaßt, aus.
Auf Grund der verbesserten antimikrobiellen Wirkung ist eine geringere Anwendungskonzentration erforderlich, bzw. bei gleichen Konzentrationen tritt die Abtötung der schädlichen Mikroorganismen wesentlich schneller ein.
Die Substanzen wurden nach bereits bekannten und üblichen Synthesemethoden (B.B.Corson, R.W.Scott und C.E.Vose, Org.
Synthes., Vol.l, S. 149,1941) aus den entsprechenden Chloressigsäureestern und Aminen dargestellt. Die Charakterisierung dieser Verbindung erfolgte auf elementaranalytischem Wege sowie durch hP-NMR-Spektroskopie. Die Verbindungen eignen sich besonders zum Schutz von technischem Material vor Befall durch schädliche Mikroorganismen, wie z. B. zum Schutz von Dispersionsfarben, Leimen, Zelluloseschäumen, Ölemulsionen oder ähnlichen leicht verderblichen organischen Materialien sowie zum Schutz der entsprechenden Anlagen. Sie sind ebenso geeignet zur Keimbekämpfung in Kühlkreisläufen.
Durch den Einsatz der Konservierungsstoffe wird die Lagerfähigkeit und/oder die Haltbarkeit der Materialien erhöht. Dabei können die Konservierungsstoffe im Prozeß der Zubereitung oder auch nach der Formulierung zugesetzt werden.
Für diese Anwendungszwecke können sie allein oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen, insbesondere mit quartären Ammoniumsalzen, Phenolderivaten oder Aldehyden verwendet werden. Bei ihrem Einsatz zeichnen sie sich durch sichere Wirksamkeit, leichte Anwendbarkeit und Umweltfreundlichkeit aus. Diese Eigenschaften machen sie auch wertvoll als Bestandteil von Desinfektionsmitteln. Die erforderliche Anwendungskonzentration kann im Vergleich zu Chloracetamid wesentlich gesenkt werden. Es werden nur 20-50% der üblichen Menge an Konservierungsmittel benötigt. Falls erforderlich, kann auch die gleiche Anwendungskonzentration, wie für Chloracetamid üblich, eingesetzt werden. Dadurch sinkt die orfnrHorlinho PimA/irl·! innc7oit ι im *3H Kiο QH0/. io narh AnwpnHl innc7wippli
Ausführungsbeispiele
Die Erfindung wird nachstehend in einigen Beispielen erläutert, ohne sie dadurch einzuschränken.
Beispiel 1
Bakterizide und fungizide Wirkung erfindungsgemäßer Wirkstoffe:
Bekannte Wirkstoffe (A-B) und erfindungsgemäße Wirkstoffe (C-G), (s. Tabelle 1) wurden auf ihre Wirksamkeit gegen Testmikroorganismen geprüft. A und B werden bereits für den Materialschutz verwendet und sind in verschiedenen Handelsprodukten enthalten. Die Prüfung erfolgte im Suspensionstest. Dazu werden zu 10ml Wirkstofflösung 0,1 ml einer 16-18stündigen Bouillonkultur der Testbakterien bzw. 0,1 ml eines standardisierten Homogenisats der Testpilze gegeben und gut vermischt. Nach abgestuften Einwirkungszeiten von 2 bis 360 min wird jeweils ein platinöses Gemisch entnommen und in 10 ml geeignetes Nährmedium überführt. Die anschließende Bebrütung erfolgt für Bakterien bei 370C bis zu 5 Tagen, für Pilze bei 200C bis zu 4 Wochen. Zur Auswertung gilt das Wachstum als Kriterium, wobei stets die Identität mit den Testkeimen überprüft
Als Testorganismen wurden eingesetzt:
a) Bakterien
1. Staphylococcus aureus
2. Escherichia coli
3. Pseudomonasaeruginosa
b) Pilze und Hefen
4. Candida albicans
5. Penicillium notatum
6. Aspergillus niger
Folgende Verbindungen wurden getestet:
Tabelle 1
Bezeichnung Wirkstoff
A Chloracetamid (Vergleichsmuster)
B Chloracetamid-N-methylol (Vergleichsmuster)
C Chloressigsäuremorpholid
D Chloracetylthioharnstoff
E Chloressigsäureethanolamid
F Chloressigsäurediethanolamid
G Dichloressigsäuremorpholid Die Ergebnisse der Prüfung werden in der Tabelle 2 aufgeführt. ·
Tabelle 2
Verbindung Konz. Testmikroorganismen
/O/V I O O
I /O/ I C. O
3,0 10 5 10 120 240 240
3,0 30 15 15 120 240 240
3,0 30 30 15 120 240 240
3,0 60 30 30 120 240 240
A 3,0 360 120 240 360 360 360 B 3,0 360 120 120 240 360 360 C 3,0 60 30 120 240 240 360
Abtötungszeit in (min)
Beispiel 2
Konservierungswirkung bei Dispersionsanstrichstoffen
Geprüft wurden die Wirkstoffe A-G (s. Tabelle 1) nach folgender Methode:
Belastungstest
100 ml des mit den Wirkstoffen A-G in den angegebenen Prüfkonzentrationen versetzten Dispersionsanstrichstoffes werden mit einer standardisierten Keimsuspension versetzt und im Plattengußverfahren nach 24h, 72h und 7 Tagen einer Bonitur unterzogen. Die Bonitur erfolgt visuell, nach einer Bebrütung von 3 Tagen bei 3O0C und 2 Tagen bei 24°C.
Tabelle 3 Verbindung Konzentration in % 0,25 0,5 1,0
0,1 2 2-3 4
A 1 3 4 4
B 2 3 3 3
C 3 4 4 4
D 4 4 4 4
E 2-Λ 4 4 4
F 4 4 3 4
G 3-4 starkes Pilzwachstum
Boniturfür 1 = mittleres Pilzwachstum
Tab. 3-4 2 = schwaches Pilzwachstum
3 = kein Pilzwachstum
4 =
Beispiel 3
Konservierungswirkung bei Zelluloseleim
Geprüft wurden die Wirkstoffe A-G (s. Tabelle 1) unter Verwendung der Methode nach Beispiel 2. Als Testleim wurde Methylzellulose verwendet.
Tabelle 4 Verbindung Konzentration in % 0,6 1,0
0,1 0,3 2-3 3
A 1 1-2 4 4
B 2 3 3-4 4
C 2 3 4 4
D 2 2-3 4 4
E 2 3-4 4 4
F 2 3-4 3-4 4
G 2 3
Beispiel 4
Konservierungswirkung bei Olemulsionen
Geprüft wurden die Wirkstoffe A-F (s. Tabelle 1) unter Verwendung der Methode nach Beispiel
Tabelle 5 Verbindung Konzentration in % 0,6 1,0
0,1 0,3 3-4 4
A 1 3 4 4
B 2 3 4 4
C 2 3-4 4 4
D 2-3 4 4 4
E 2 3-4 4 4
F 2 3-4
Bonitur 1 = starke Verkeimung
2 = mittlere Verkeimung
3 = schwache Verkeimung
4 = nicht verkeimt

Claims (1)

  1. Erfindungsanspruch:
    1. Neue Konservierungsmittel, vorzugsweise zum Schutz von technischem Material vor Befall durch Mikroorganismen, gekennzeichnet dadurch, daß sie neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoffe Verbindungen der allgemeinen Formel q
    X-CH-G '
    i
    Cl
    R1
    in der X = Cl oder H, Y = -έ( oder -M 0
DD28001085A 1985-08-27 1985-08-27 Neue konservierungsmittel DD240532A1 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD28001085A DD240532A1 (de) 1985-08-27 1985-08-27 Neue konservierungsmittel

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD28001085A DD240532A1 (de) 1985-08-27 1985-08-27 Neue konservierungsmittel

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DD240532A1 true DD240532A1 (de) 1986-11-05

Family

ID=5570783

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DD28001085A DD240532A1 (de) 1985-08-27 1985-08-27 Neue konservierungsmittel

Country Status (1)

Country Link
DD (1) DD240532A1 (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69503603T2 (de) Synergistische antimikrobielle zusammensetzungen, die ein halogeniertes acetophenon und eine organische säure enthalten
DE2138278C3 (de) Antimikrobielle Zusammensetzung
EP0547480A1 (de) Mikrobizide Mittel
DE2554587C2 (de) Desinfektionsmittel
EP0612470A1 (de) Desinfektionsmittelkonzentrat und Desinfektionsmittel auf Amin- und Alkoholbasis und deren Verwendung
DD218550A5 (de) Mittel zur antimikrobiellen behandlung von insbesondere lebens- und futtermitteln
DE1297813B (de) Antimikrobielle Mittel
DD240532A1 (de) Neue konservierungsmittel
DE2312280A1 (de) Verwendung von beta-hydroxycarbonsaeuren als antimikrobielle substanzen
DE1953435A1 (de) Fungicide und bakterizide Mittel
CH629670A5 (en) Antimicrobial composition
DE2623959C3 (de) Antimikrobielle Paste
DD278061A1 (de) Mikrobizide mittel
DE2034540C3 (de) Mikrobizide Mittel
DE1125118B (de) Fungicide, baktericide und algicide Mittel
EP0784930A2 (de) Desinfektionsmittelkonzentrat und Desinfektionsmittel auf Aminbasis und deren Verwendung
DE1642501C (de) Neue biocide Zusammensetzungen
DE2365461C3 (de) Konservierungs- und Desinfektionsmittel
DD233941A1 (de) Formaldehydreduzierte mikrobizide mittel
DE1149859B (de) Bakterizide, fungizide und insektizide Mittel
DD215690A1 (de) Mikrobizide mittel
DD278062A1 (de) Bakterizide und fungizide mittel
DD291466A5 (de) Neue anwenderfreundliche konservierungsmittel
CH493447A (de) Verfahren zur Herstellung von Propinyläthern
DD245362A1 (de) Bakterizide ung fungizide mittel

Legal Events

Date Code Title Description
ENJ Ceased due to non-payment of renewal fee