DD250129A1 - Verfahren zur chlormethylierung vinylaromatischer polymere - Google Patents

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DD250129A1
DD250129A1 DD29152886A DD29152886A DD250129A1 DD 250129 A1 DD250129 A1 DD 250129A1 DD 29152886 A DD29152886 A DD 29152886A DD 29152886 A DD29152886 A DD 29152886A DD 250129 A1 DD250129 A1 DD 250129A1
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monochlorodimethyl ether
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Herbert Weber
Klaus Bier
Gerhard Schwachula
Werner Neef
Werner Kochmann
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Bitterfeld Chemie
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  • Addition Polymer Or Copolymer, Post-Treatments, Or Chemical Modifications (AREA)

Abstract

Die Erfindung bezieht sich auf die Chlormethylierungsreaktion vinylaromatischer Polymere, die zur Herstellung von Anionenaustauschern durchgefuehrt wird. Ziel der vorliegenden Erfindung war es, den billigen Chlormethylierungskatalysator FeCl3 auf einfache Weise technisch einzusetzen. Erfindungsgemaess wird die Aufgabe dadurch geloest, dass bei der Chlormethylierungsreaktion vinylaromatischer Polymere mit Monochlordimethylether der Katalysator FeCl3 als einfach handhabbare 35 bis 45%ige waessrige Loesung in Konzentrationen im Monochlordimethylether von 0,5 bis 30 g FeCl3/l bei Temperaturen von 50 bis 65C eingesetzt wird.

Description

Charakteristik der bekannten technischen Lösung
Bei der Chiormethylierungsreaktion, welche zur Einführung von Chlormethylgruppen in vinylaromatische Polymere verwendet wird, handelt es sich um eine Friedel-Crafts-Reaktion. Hierzu können wasserfreie Katalysatoren, wie z. B. SnCI4, ZnCI2, FeCl3, AICI3 oder Schwefelsäure eingesetzt werden. Die Chlormethylierung mit SnCU arbeitet sehr gut, da Sn Cl4 flüssig ist, läßt es sich leicht dosieren, jedoch ist SnCI4 sehr teuer, wodurch die Gesamtkosten des Verfahrens wesentlich beeinflußt werden.
In der Patentschrift DD-PS 41 586 wird ein Chlormethylierungsverfahren mit FeCI3 als Chlormethylierungskatalysator beschrieben. Der Einsatz von festem wasserfreiem FeCI3 bereitet jedoch technisch große Schwierigkeiten.
Festes FeCI3 ist sehr hygroskopisch und läßt sich daher schwer dosieren. Eine automatische Prozeßführung mit Dosierung von festem FeCI3 ist sehr schwer möglich.
Festes wasserfreies FeCI3 ist im Verhältnis zum SnCI4 zwar billiger, jedoch ist der Preis dieses Produktes noch recht hoch.
Außerdem kommt es beim Zusatz von festem FeCI3 zum Monochlordimethylether zu heftigen Reaktionen.
Es wurde versucht, diese Probleme durch Einsatz hochkonzentrierter FeCI3-Lösungen zu umgehen. Von Feistel, L, Popov, G. und Schwachula, G., (in Plaste und Kautschuk 30 [1983] Nr.5, S.250) wird eine hochkonzentrierte FeCI3-Lösung zur Chiormethylierungsreaktion eingesetzt. Als Cokatalysator und wasserentziehendes Mittel wurde H2SO4 eingesetzt.
Diese hochkonzentrierten FeCI3-Lösungen sind zwar besser handhabbar als festes FeCI3, jedoch gibt es auch hier zahlreiche Probleme in der Anwendung.
Hochkonzentrierte FeCI3-Lösungen erstarren sehr leicht, sie müssen in heißem Zustand transportiert, gelagert und eingesetzt werden. Heiße hochkonzentrierte FeCI3-Lösungen wirken außerdem außerordentlich korrosiv.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens zur Chlormethylierung vinylaromatischer Polymere unter Einsatz eines ökonomisch günstigen und technisch leicht handhabbaren Chlormethylierungskatalysators.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Chlormethylierungskatalysator FeCI3Jn einer technisch leicht handhabbaren Form und geringer Korrosivität zur Chiormethylierungsreaktion einzusetzen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß das FeCI3 als Chlormethylierungskatalysator in Monochlordimethylether als 35- bis 45%iger wäßrige Lösung in einer FeCI3-Konzentration von 0,5 bis 30 g FeCI3/! bei Temperaturen von 50 bis 65°C zur Chiormethylierungsreaktion eingesetzt wird. Die 35- bis 45%ige FeCI3-Lösungen sind technisch leicht herstellbar und im industriellen Einsatz leicht handhabbar. Die Lösungen kristallisieren bei Normaltemperatur nicht aus (40%ige FeCI3-Lösung kristallisiert bei -100C, 45%ige FeCI3-Lösung bei +1O0C). Außerdem wirken die Lösungen weit weniger korrosiv, als hochkonzentrierte FeCI3-Lösungen oder festes FeCI3.
Überraschenderweise stört das anwesende Wasser unter den angegebenen Bedingungen nicht den Verlauf der Chiormethylierungsreaktion. Schon ein geringes Verlassen des angegebenen Einsatzbereiches sowohl bei der FeCI3-Konzentration als auch bei der Temperatur führt zum rapiden Abfall der Katalysatoraktivität. Das Verfahren erfolgt in der Weise, daß das zu chlormethylierende Polymerisat vorgelegt und die entsprechende Menge Monochlordimethylether zugesetzt wird.
Anschließend erfolgt die Zugabe der 35- bis 45%igen FeCI3-Lösung.
Es ist auch möglich, den Monochlordimethylether und die 35-bis 45%ige FeCI3-Lösung vorher zu mischen und dem Polymerisat zuzusetzen. Unter Rühren wird das Polymerisat im Reaktionsmedium vorgequollen. Anschließend erhitzt man die Mischung auf 50 bis65°C und rührt 2 bis 10 Stunden bei dieser Temperatur.
DieMengean zugesetzter 35- bis 45%iger FeCI3-Lösung richtet sich nach der erforderlichen Monochlordimethylethermenge und der gewünschten FeCI3-Konzentration im Monochlordimethylether. Die FeCI3-Konzentration im Monochlordimethylether kann in einem Konzentrationsbereich von 0,5g/l bis 30 g FeCI3/! je nach erforderlichem Gehalt an Chlormethylgruppen im Endprodukt eingestellt werden.
Nach der Chiormethylierungsreaktion wird das Produkt in üblicher Weise aufgearbeitet. Als Ausgangsstoffe für das erfindungsgemäße Verfahren können alle auf bekannte Weise herstellbaren und für die Chiormethylierungsreaktion geeigneten Polymerisate mit gel- oder makroporöser Struktur eingesetzt werden. Die Struktur der vorgegebenen Polymermatrix wird während der erfindungsgemäßen Operation nicht oder nur unbedeutend verändert. Die nach dem beschriebenen Verfahren erhaltenen chlormethylterten Produkte lassen sich nach den bekannten Methoden in hoher Ausbeute zu stark und schwach basischen Anionenaustauschern umsetzen.
Ausführungsbeispiele
Die ersten beiden Beispiele sollen zeigen, wie eng begrenzt der Bereich des Einsatzes der 35- bis 45%igen FeCI3-Lösung als Katalysator und der gewählte Temperaturbereich für die Chlormethylierungsreaktion ist. Ein geringfügiges Verlassen der angegebenen Bereiche führt zu technisch nicht verwendbaren Produkten.
Beispiel 1
In einem 1,5-l-Kolben mit Rührer und Rückflußkühler werden 100 g poröses Styren-Divinylbenzen-Copolymerisat (5,5% vernetzt, 30% Inertmittel) vorgelegt. Es werden 650ml Monochlordimethylether und 43ml (entspricht 33g FeCI3/!) 40%ige FeCI3-Lösung zugesetzt. Die Mischung wird 1 h gerührt, anschließend 6 h bei 560C gehalten. Das Chlormethylat wird über eine Fritte abgetrennt und mit Methanol gewaschen
Es besitzt einen Chlorgehalt von nur 1,6%.
Beispiel 2
In einem 1,5-l-Kolben mitRührerund Rückflußkühlerwerden 100g porösesStyren-Divinylbenzen-Copolymerisat(5,5%vernetzt, 30% Inertmittel) vorgelegt. Es werden 650ml Monochlordimethylether und 13mI40%ige FeCI3 (entspricht 10g FeCI3/!) zugesetzt. Die Mischung wird 1 h gerührt und anschließend 6h bei 4O0C gehalten. Das Chlormethylat wird über eine Fritte abgetrennt und mit Methanol gewaschen
Es besitzt einen Chlorgehalt von nur 5,4%.
Beispiel 3
In einem 1,5-l-Kolben mit Rührer und Rückflußkühler werden 100 g poröses Styren-Divinylbenzen-Copolymerisat (5,5% vernetzt, 30% Inertmittel) vorgelegt. Es werden 650 ml Monochlordimethyiether und 1,3ml 40%ige FeCI3-Lösung (entspricht 1 g FeCl3/!) zugegeben. Die Mischung wird 1 h gerührt und anschließend 6h bei Rückflußtemperatur (58 bis 590C) gehalten. Das Chlormethylat wird anschließend über eine Fritte abgetrennt und mit Methanol gewaschen. Es besitzt einen Chlorgehalt von 22,17%. Das Produkt wurde mit 40%igerDimethylaminlösung zur Bestimmung der Gesamtgewichtskapazität (GGK) und des Wassergehaltes aminiert. Die GGK betrug 4,3mmol Cl"/I bei einem Wassergehalt von 59%.
Beispiel 4
In einem 1,5-l-Kolben mit Rührer und Rückflußkühler werden 100 g poröses Styren-Divinylbenzen-Copolymerisat (5,5% vernetzt, 30% Inertmittel) vorgelegt. Es werden 650ml Monochlordimethylether und 6,5ml 40%ige FeCI3-Lösung (entspricht 15g FeCI3/!) zugegeben. Die Mischung wird 1 h gerührt und anschließend 6h bei Rückflußtemperatur (58 bis 590C) gehalten. Das Chlormethylat wird anschließend über eine Fritte abgetrennt und mit Methanol gewaschen. Es besitzt einen Chlorgehalt von 23,08%. Die Aminierung mit40%iger Dimethylamin-Lösung ergab ein Produkt mit einer Gesamtgewichtskapazität von 4,5 mmol Cr/g bei einem Wassergehalt von 58,5%.
Beispiel 5
In einem 1,5-l-Kolben mit Rührerund Rückflußkühler werden 100 g poröses Styren-Divinylbenzen-Copolymerisat (5,5% vernetzt, 30% Inertmittel) vorgelegt. Es werden 650ml Monochlordimethylether und 13m!40%ige FeCI3-Lösung (entspricht 10g FeCI3/!) zugesetzt. Die Mischung wird 1 h gerührt und anschließend 6h bei Rückflußtempera'tur (58 bis 590C) gehalten. Das Chlormethylat wird anschließend über eine Fritte abgetrennt und mit Methanol gewaschen. Es besitzt einen Chlorgehalt von 22,25%. Das Produkt wurde mit40%iger Dimethylaminlösung aminiert, wobei eine Gesamtgewichtskapazität von 4,50 mmol Cl"/g bei einem Wassergehalt von 59,7% erreicht wurden.
Beispiel 6
In einem 1-l-Kolben mit Rührer und Rückflußkühler werden 100g Styren-Divinylbenzen-Copolymerisat (3% vernetzt) vom Geltyp vorgelegt. Es werden 450 ml Monochlordimethylether und 0,9 ml 40%ige FeCI3-Lösung (entspricht 1 g FeCI3/!) zugesetzt. Die Mischung wird 1 h gerührt und anschließend 6h bei 560C gehalten. Das Produkt wird über eine Fritte abgetrennt und mit Methanol gewaschen. Es bestitzt einen Chlorwert von 18,3%. Das Produkt wurde mit 15%iger Dimethylaminlösung aminiert, wobei eine Gesamtgewichtskapazität von 4,05 mmol Cl~/g bei einem Wassergehalt von 57,2% erhalten wurde.
Beispiel 7
Die Reaktion erfolgt analog Beispiel 6, nur daß die Temperatur 6 h bei Rückflußtemperatur (58 bis 590C) gehalten wurde. Es ergab sich ein Chlorgehalt von 19,9%. Das Produkt hatte nach Aminierung mit Trimethylaminlösung eine Gesamtgewichtskapazität von4,16mmol CP/g bei einem Wassergehalt von 54,2%.
Beispiele
In einem 1-l-Kolben mitRührerund Rückflußkühler werden 100 gStyren-Divinylbenzen-Copolymerisat (3% vernetzt) vom Geltyp vorgelegt. Es werden 450ml Monochlordimethylether und 9ml 40%ige FeCI3-Lösung (entspricht 10g FeCI3/!) zugesetzt. Die Mischung wird 1 h gerührt und anschließend 6h bei Rückflußtemperatur (58 bis 590C) gehalten. Das Chlormethylat wird über eine Fritte abgetrennt und mit Methanol gewaschen. Es besitzt einen Chlorgehalt von 20,17%. Das Produkt wurde mit 15%iger Trimethylaminlösung aminiert, wobei eine Gesamtgewichtskapazität von 4,28 mmol Cl"/g bei einem Wassergehalt von 58% erreicht wurde.

Claims (1)

  1. Verfahren zur Chlormethylierung vinylaromatischer Polymere mit Monochlordimethylether als Chlormethylierungsmittel und FeCI3 als Katalysator, dadurch gekennzeichnet, daß das FeCI3 als 35- bis 45%ige wäßrige Lösung in einer Konzentration im MonochlordimethylethervonO,5bis30g FeCI3/! bei einer Temperatur von 50 bis 650C eingesetzt wird.
    Anwendungsgebiet der Erfindung
    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Einführung von Chlormethylgruppen in Styren-Divinylbenzen-Copolymerisate. Solche chlormethylierten Copolymerisate sind wichtige Ausgangsstoffe für die Herstellung von Anionenaustauscherharzen.
DD29152886A 1986-06-23 1986-06-23 Verfahren zur chlormethylierung vinylaromatischer polymere DD250129B5 (de)

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Date Code Title Description
B5 Patent specification, 2nd publ. accord. to extension act
RPI Change in the person, name or address of the patentee (searches according to art. 11 and 12 extension act)
ASS Change of applicant or owner

Owner name: IAB IONENAUSTAUSCHER GMBH BITTERFELD

Effective date: 19961024

IF04 In force in the year 2004

Expiry date: 20040519