DD261302A1 - Mittel zur beeinflussung des pflanzenwachstums und der pflanzenentwicklung - Google Patents

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DD261302A1
DD261302A1 DD30318687A DD30318687A DD261302A1 DD 261302 A1 DD261302 A1 DD 261302A1 DD 30318687 A DD30318687 A DD 30318687A DD 30318687 A DD30318687 A DD 30318687A DD 261302 A1 DD261302 A1 DD 261302A1
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DD30318687A
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Rainer Moll
Wolfgang Andreas
Klaus Beinhauer
Doerthe Creuzburg
Horst Luthardt
Heiko Mammen
Siegfried Schumann
Frank Schulze
Peter Stohr
Hans-Juergen Michel
Hartmut Wozniak
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Bitterfeld Chemie
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Abstract

Die Erfindung betrifft neue Mittel zur Beeinflussung des Pflanzenwachstums und der Pflanzenentwicklung, vorzugsweise zur Beeinflussung der Sprosse, der Seitentriebe und der Fruechte sowie des Wurzel/Sprossverhaeltnisses landwirtschaftlicher Kulturen. Als Wirkstoffe enthalten sie substituierte aromatische Amine neben ueblichen Hilfs- und Traegerstoffen.

Description

Tabelle 2
Hemmung der Achselknospen bei Bohnen (Blattapplikation)
Conz. in% Atrinal A A NA Zuwachs in %
ix 10~1 Atrinal A 5 9 3 1 7 0
ΙΟ"1 Atrinal A 0 0 1 0 76 65
;xio~2 0 0 1 . 0 92 97
( — —
\ = verätzte Achselknospen ^JA = nicht ausgetriebene Achselknospen Zuwachs der Seitentriebe η den Konzentrationen 5 χ 10"1 und 10"1 sind im Vergleich zum Standard Atrinal Vorteile in der Wirkung in allen drei Parametern :u beobachten.
Beispiel 3
seitentriebhemmung bei Tabak im Gewächshaus Tabakpflanzen der Sorte „Canella" wurden im Gewächshaus kultiviert. Zu Beginn der Blüte erfolgte das Köpfen der Pflanzen mit anschließender Spritzapplikation des Mittels.
Bei der Auswertung nach 14 Tagen wurden die Seitentriebe ausgezählt sowie deren Frischmasse bestimmt (relativ zur geköpften, jnbehandelten Kontrolle; Kontrolle = 100).
Tabelle 3
Seitentriebhemmung bei Tabak im Gewächshaus
Λ/ifkstoff Anwend.- Anzahl Frisch Frisch
Konz. lebender massed. massed.
kgAS/ha Seiten Seiten oberen
triebe triebe 3 Blätter
:L425 + MH 3,0 + 0,75 0 0 104
\. ' 3,0 54 5 107
4,0 6 0 107
:L\425 = Fettalkoholgemisch (C4...C12)
VlH = Maleinsäurehydrazid
Die Vorteile der Substanz A gegenüber dem Standard sind geringere Aufwandmengen, erhöhte Frischmasse der oberen Blätter jnd Ersatz des Maleinsäurehydrazid als Verbindung mit toxikologischen Problemen.
3eispiel 4 Reduktion des Fruchtansatzes bei Tomate Tomaten der Sorte „Harzfeuer" wurden in Topfen mit Einheitserde bis zum Sichtbarwerden der 1. Infloreszenz angezogen. Bei Sichtbarwerden der I.Einzelblüten wurde Verbindung B auf den gesamten Blütenstand appliziert. Alle 8 Tage wurde die -ruchtentwicklung durch Auszählen der Früchte überprüft.
Tabelle 4 des Fruchtansatzes bei Tomate Anzahl der Früchte 3. Termin 4. Termin
Reduktion 2. Termin 3,8 3,6
Konz. in % I.Termin 3,8 4,5 2,3
Wirkstoff 4,0 4,5
<ontrolle io-2 4,1
3.
Beispiel 5
Erhöhung des Weißzuckerertrages in Zuckerrüben Zuckerrüben der Sorte „Ponemo" wurden in Mitscherlichgefäßen angezogen. Die Applikation im 20-Blattstadium erfolgte im Spritzverfahren. Nach 4 Wochen wurden die Frischmasse (FM) unterschieden nach Blatt und Rübe und der Zuckergehalt 9rmittelt. Zu einem Prüfglied gehören 12 Gefäße, jedes Prüfglied wurde 3fach wiederholt.
enthält, in der
R1 = H oder OH
R2 = H oder Alkoxy und
R3 = H oder niederes Alkyl
bedeuten.
Überraschenderweise wurde gefunden, daß diese neuen Wirkstoffe über wachstumsregulierende Eigenschaften verfügen, wobei insbesondere der Zuwachs an Biomasse, speziell auch das Wachstum von Seitentrieben, günstig beeinflußt wird. Somit wird auf die Sproßentwicklung, die Entwicklung der Seitentriebe und der Früchte sowie auf das Wurzel/Sproßverhältnis positiv Einfluß genommen. Dadurch wird es beispielsweise möglich, im Tabakanbau die im allgemeinen manuell durchgeführte Ausgeizung der Seitentriebe einzusparen.
Im Zuckerrübenanbau kann eine Erhöhung des Weißzuckergehalts durch Veränderung des Sproß-Wurzel-Verhältnisses erreicht werden. Diese beiden unterschiedlichen Wirkungen können vom gleichen Wirkstoff hervorgerufen werden.
In Abhängigkeit von Dosis, Anwendungszeitpunkt und Applikationsart werden verschiedenartige Prozesse in der Praxis relevant beeinflußt, wie z. B. Veränderung der Wuchsform und Regulierung der Fruchtbildung. Bei derSeitentriebhemmung des Tabaks werden niedrigere Konzentrationen benötigt als bei den bekannten Mitteln, bestehend aus höheren Alkoholen.
Die Anwendung der Substanzen erfolgt zweckmäßigerweise in den für Mittel zur biologischen Prozeßsteuerung üblichen Zubereitungen bzw. Ausbringungsformen, wie Lösungen, Emulsionen, Suspensionen, Konzentraten, die unter Zusatz von flüssigen und/oder festen Trägerstoffen bzw. unter Zugabe oberflächenaktiver Stoffe und anderer Formulierungshilfsstoffe bereitet und zur Anwendung mit Wasser verdünnt werden.
Ausführungsbeispiele
Die nachfolgenden Beispiele sollen die Erfindung erläutern, ohne sie einzuschränken.
Dabei bedeuten
A = 3-Methoxy-anilin (m-Anisidin, Kp = 2510C)
B = 3-Methyl-6-hydroxy-aniiin (Kresamin, F = 135°C)
Beispiel 1
Kinetinantagonistische Wirkung im Rettichkotyledonentest
Von vorgekeimten Rettichsamen werden Kotyledonen entnommen und das Frischgewicht von jeweils 10 Stück bestimmt. Anschließend verbleiben die Kotyledonen mehrere Tage in Testlösung unter Dauerlicht, bevor eine erneute Frischgewichtsbestimmung erfolgt. Es werden die Differenzen zwischen Ausgangs- und Endgewicht bestimmt. Die erhaltenen Werte werden zu denen der Wasserkontrolle und des Kinetins in Beziehung gebracht. Die als Äquivalentwerte ausgedrückten Ergebnisse werden folgendermaßen berechnet
_ Kotyledonengewicht Jn 1 Destlsg. - Kotyledoneng^ew. in aqua dest ~ Kotyledonengew, in Kinetinlsg.-Kotyledonengew, in aqua dest
Beträgt der Äquivalentwert 1, entspricht die geprüfte Substanz in ihrer Wirkung dem Kinetin, ergibt sich der Wert 0, so ist die Substanz wirkungslos. Negative Werte deuten auf Wachstumshemmung hin.
Tabelle 1
Kinetinantagonistische Wirkung im Rettichkotyledonentest
Wirkstoff Konz. in% A 10~2+ Kinetin 10~3 Aquivalentwert
Kinetin 10"3 A 10"2 +Kinetin 10"4 + 1,00
10-4 A 5 x 10~2 Kinetin 10~3 +0,82
A 10-1 A 5 x 10~2 Kinetin 10"4 -0,85
10"2 -0,32
10"3 +0,15
+0,45
+0,16
-0,59
-0,90
Die Substanz A hemmt mit steigender Konzentration im Vergleich zur Kontrolle das Wachstum der Rettichkotyledonen. Die Wachstumsförderung der Kinetine kann bei gleichzeitiger Applikation aufgehoben oder je nach Konzentration eine Hemmung der Frischgewichtszunahme erreicht werden. Kinetinantagonisten werden weltweit gesucht und z. B. zur Beeinflussung des Seitentriebwachstum entwickelt.
Beispiel 2
Hemmung der Achselknospen bei Phaseolus vulgaris
Drei Wochen alte Bohnenpflanzen mit voll entwickelten Primärblättern und noch nicht ausgetriebenen Achselknospen wurden 7cm unter dem Blattansatz abgeschnitten. Die Blattachseln von 5 Explantaten wurden getaucht und anschließend in Bechergläsern mit Wasser weiterkultiviert. Nach 12 Tagen erfolgte die Auszählung der verätzten und nicht ausgetriebenen Achseltriebe bzw. wurde der Zuwachs der Achseltriebe in Relation zur Kontrolle bestimmt.
Tabelle 5
Erhöhung des Weißzuckerertrages in Zuckerrüben
Aufwandmenge kg/ha von A
Blatt FMin%
Rübe FMin%
Rube/Blatt- Weißzucker
Verh. Ertrag
%/Rübe
100 100
(1,04) (41,3g)
113 109
Kontrolle
100
(227,3 g) 97
100
(235,8 g) 111
Beispiel 6
Erhöhung des Weißzuckerertrages in Zuckerrüben Zuckerrüben der Sorte „Ponemo" wurden im Feldversuch (Parzellengröße 25 m2) angezogen. Die Applikation erfolgte im
20-Blattstadium.
Tabelle 6
Erhöhung des Weißzuckerertrages in Zuckerrüben
Aufwandmenge Blattertrag Rübenertrag Rübe/Blatt- Weißzucker-
kg/ha von B in % pro Hektar in % pro Hektar Verhältnis in%/Rübe
Kontrolle 100 100 100 100
(748,7 dt) (561,4 dt) (0,75) (77,2 g)
1 101 107 105 109,9
2 99 100 101 106,4

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Mittel zur Beeinflussung des Pflanzenwachstums und der Pflanzenentwicklung, vorzugsweise zur Beeinflussung der Sprosse, der Seitentriebe und der Früchte, sowie zur Beeinflussung des Wurzel/ Sproßverhältnisses landwirtschaftlicher Kulturen, gekennzeichnet dadurch, daß sie neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen mindestens einen Wirkstoff der allgemeinen Formel
    in der R1 = H oder OH,
    R2 = H oder Alkoxy und
    R3 = H oder niederes Alkyl
    bedeuten, enthalten.
    Anwendungsgebiet der Erfindung
    Die Erfindung betrifft neue Wirkstoffe mit retardierender Wirkung zur Regulierung des Pfianzenwachstums und der Pflanzenentwicklung, insbesondere zur Hemmung des Seitentriebwachstums.
    Charakteristik des bekannten Standes der Technik
    Bekannt ist, daß synthetische Phytoeffektoren des Stoffwechseis an den verschiedensten Rezeptoren angreifen können und in Abhängigkeit vom Entwicklungsstand der Pflanze, von der Applikationsart, vom Anwendungszeitpunkt, von der Konzentration und von der Formulierung des Wirkstoffs unterschiedliche Wachstums- und Entwicklungsreaktionen auslösen. Daraus ergeben sich mannigfaltige Anwendungsmöglichkeiten.
    Eine der Angriffsmöglichkeiten eines synthetischen Mittels besteht darin, als Antagonist eines Phytoeffektors zu agieren und somit dessen biologische Wirkung aufzuheben bzw. ins Gegenteil zu verkehren. Cytokininantagonisten wurden bisher von KOSHIMlZU 1981 und BIANLO-COLOMAS 1983 beschrieben, die aber vorläufig noch keine praktische Bedeutung erlangten. Weiterhin ist bekannt, daß synthetische Mittel mit wachstumsbeeinflussender Wirkung, wie z. B. Cg-Cs-Carbonsäurealkylester (US-PS 3340040) oder Carbonsäureester (US-PS 319165, GB-PS 1 236969, SU-PS 322866) zur Regulierung des Pflanzenwachstums, insbesondere zur Hemmung der Seitentriebe bei Tabak, in der landwirtschaftlichen Praxis eingesetzt werden. Weiterhin werden auch Kombinationen von Fettalkoholen mit Carbamaten zu diesem Zweck verwendet (US-PS 3824094). Diese Mittel weisen aber gewisse Nachteile auf, so zum Beispiel unzureichende Reproduzierbarkeit, phytotoxische und toxische Nebeneffekte, eine zu große ökonomische Belastung der Produktionsverfahren u.a. · -
    Ziel der Erfindung
    Das Ziel der Erfindung besteht darin, neue wachstumsregulierende Wirkstoffe zu finden, die mit geringen Aufwandmengen im Tabak- und Zuckerrübenanbau zur Ernteerleichterung und Ertragserhöhung umweltfreundlich eingesetzt werden können.
    Darlegung des Wesens der Erfindung
    Die Aufgabe der Erfindung ist das Auffinden relativ einfach zugänglicher Wirkstoffe mit wachstumsbeeinflussenden Wirkungen. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die neuen Mittel zur Beeinflussung des Pflanzenwachstums und der Pflanzenentwicklung neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen mindestens eine Verbindung der allgemeinen Formel
DD30318687A 1987-05-27 1987-05-27 Mittel zur beeinflussung des pflanzenwachstums und der pflanzenentwicklung DD261302A1 (de)

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