CH188514A - Verfahren zur Darstellung von 1,2-Dimethyl-4-d-ribaminobenzol. - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von 1,2-Dimethyl-4-d-ribaminobenzol.

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CH188514A
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F Hoffmann- Aktiengesellschaft
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Hoffmann La Roche
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  Verfahren zur Darstellung von     1,2-Dimethyl-4-d-ribaminobenzol.       Es wurde gefunden, dass man     N-Aryl-          glukamine    leicht und mit sehr guter Aus  beute     gewinnen    kann, wenn man     Monosen    in  Gegenwart von primären Aminen der     Ben-          zolreihe    und einem Nickelkatalysator der       Hydrierung    unterwirft, wobei die     Monosen     zweckmässig in Lösung mit dem Amin auf  erhöhte Temperatur     (etwa    90 bis 140') un  ter Druck erhitzt werden.  



       N-Arylglukamine    sind bisher im     Schrift-          tum    nicht beschrieben worden. In der fran  zösischen Patentschrift 770294 ist die Dar  stellung von     Methylglukamin    durch Erhitzen  von Glukose und wässerigem     Methylamin     unter Druck in Gegenwart von Wasserstoff  und einem     Hydrierungskatalysator    erwähnt.

    Ferner ist bekannt,     Oxyaldehyde    oder     Oxy-          ketone    und     aliphatische    oder     hydroaroma-          tische    Amine in Anwesenheit von Platin als  Katalysator mit Wasserstoff zu behandeln,  wodurch     Aminoalkohole    entstehen     (Skita,          Berichte    der Deutschen     Chem.    Ges. 61    [1928], Seite 1692;

       britische    Patentschrift       3,13617).    In diesen Veröffentlichungen wer  den als Beispiele unter anderem die Umset  zung von     Arabinose    und von     Mannose    mit       Cyclohexylamin    angeführt. Die britische  Patentschrift 31.3617 enthält weiter noch  Angaben über die Anwendung der Umset  zung auf     Aldol    und Anilin (Beispiel 9).  



  Aus dem Verhalten der     aliphatischen    oder  hydroaromatischen Amine gegenüber Mono  sen bei der     katalytischen    Hydrierung konnte  keineswegs auf ein analoges     Verhalten    der       aromatischen    Amine geschlossen werden.

    Nach Untersuchungen von     Lobry    de     Bruyn          (Rec.    de     trav.        chim.,        Pays        Bas    XIV [1893],  Seite 98 und 134) bildet Zucker mit     alipha-          tischen    Aminen, vorzugsweise mit Ammo  niak, verhältnismässig leicht     Iminoverbindun-          gen,    deren     Hydrierbarkeit    zu Aminen er  wartet werden konnte.  



       Demgegenüber    ist die Natur der Verbin  dungen aus     Monosen,    insbesondere Glukose      mit aromatischen Aminen, wie Anilin,     Tolui-          din    und .dergleichen,     bis    jetzt durchaus zwei  felhaft geblieben. v.     Euler        (Zeitschr.    für       physiolog.        Chem.    155 [1926], Seite     2i;,59)     glaubt sie als     Schiffsche    Basen ansprechen zu       müssen;

      auf ihr Vorliegen wird von ihm je  doch nur aus der beobachteten     Änderung    der  optischen Drehung geschlossen, feste Pro  dukte hat dieser Forscher nicht hergestellt.       Cameron        (Journ.        americ.        chern.    -     Soc.    48       [19;

  26],        Seite   <B>2238</B> und 2737) erhielt aus  denselben     Ausgangsstoffen    nur höher mole  kulare gefärbte Kondensationsprodukte.     Ama-          dori        (Chem.    Zentralblatt [1931] 1, Seite       '3109,    und [1931]     11,        Seite    41) konnte fegte       kristallisierte        Kondensationsprodukte    erzie  len, die er zum Teil als     Schiffsche    Basen,       zum    Teil als     glukosidartige    Verbindungen auf  fasst.

   Alle diese von     Amadori    beschriebenen  Stoffe sind von geringer     Beständigkeit    und  leicht     hydrolysierbar.     



  Zu welchen Endprodukten die katalytische  Hydrierung von     Monosen    bei Gegenwart von       aromatischen    Aminen führen würde, konnte  aus dem bis     jetzt        bekannten    Verhalten der  Glukose nicht vorausgesehen werden, denn  einerseits ist es zweifelhaft, ob die aromati  schen     Amine        mit        Monosen    zu     Schiffschen     Basen     zusammentreten,    anderseits war in  folge der leichten     Hydrolysierbarkeit    der       beschriebenen    Verbindungen anzunehmen,

    dass bei der zur     Hydrierung    erforderlichen  hohen Temperatur überhaupt nur die Aus  gangsstoffe (Zucker und Amin) vorhanden  sein würden. Auch konnten     glukosidartige          Verbindungen    entstehen oder höher mole  kulare,     möglicherweise    hydrierte     Konden-          sationsprodukte.    Im Falle nur teilweiser  Hydrolyse     bezw.    eines unvollständigen     Zu-          sammentrittes    der     Komponenten    musste es  wahrscheinlicher erscheinen, dass der     Zucker     als solcher reduziert würde.  



  Auch aus dem Gelingen der Umsetzung  nach     Skita    bei     Aldol    und Anilin kann nicht  auf     ein.        entsprechendes    Verhalten der Zucker       geschlossen    werden.     Aldol    und Anilin kon  densieren leicht zum normal zusammengesetz  ten     Anil    (Berichte der Deutschen     Chem.    Ges.    27 [1894], Seite     129'2),    das sich gut redu  zieren     lässt.    Die Anwendung dieser Umset  zung auf Zucker und aromatische Amine  führt     indessen    nicht zum Erfolg.  



  Bei der     Nachprüfung    des Verfahrens der       britischen    Patentschrift     313617    konnte die  Bildung des     beschriebenen        Amins    aus     Aldol     und     Anilin        bestätigt    werden. Dagegen trat  bei Ersatz des     Al@dols    durch Glukose die Bil  dung des zu erwartenden     Phenylglukamins     nicht ein.

   Weder bei saurer, noch bei neu  traler Reaktion der     Reaktionsflüssigkeit     wurde Wasserstoff aufgenommen, selbst  nicht bei 20     Atm.        Wasserstoffdruck;    bei  alkalischer Reaktion wurde nur die     Glukose     zum     Sorbit    reduziert.

   Die     Aufarbeitung        des     Reaktionsproduktes ergab, dass 91     %    des       Anilins        unverändert    geblieben waren, bei  einem zweiten Versuch     mit        p=Toluidin    statt       Anilin    konnten sogar 94% des     Toluidins    un  verändert zurückgewonnen werden.

   Nach  dem     Ergebnis    der Versuche mit Platin als       Katalysator    muss es überraschen,     da3    bei       Verwendung    von Nickel als Katalysator       N-Arylglukamine    in so glatter Umsetzung       entstehen.     



  Gegenstand der     vorliegenden        Erfindung     ist ein Verfahren zur Darstellung von     1,2-          Dimethyl-4-d-ribaminobenzol,    welches da  durch gekennzeichnet ist, dass man     d-Ribose     in Gegenwart von     1,2-Dimethyl-4-aminoben-          zol    und einem Nickelkatalysator bei erhöh  ter     Temperatur    unter     Druck    hydriert.  



  Das     1,2-Dimethyl--4-d-ribaminobenzol    bil  det farblose     Kristalle    vom Schmelzpunkt  146', die in Wasser und Alkohol wenig, in  Benzol und in Äther unlöslich und in ver  dünnten Mineralsäuren leicht löslich sind.       Es    stellt ein     Zwischenprodukt    für die Gewin  nung von     Arzneimitteln    dar.

           Beispiel:     150 Gewichtsteile     d-Ribose    und 121 Ge  wichtsteile     1,2-Dimethyl-4-aminobenzol    wer  den mit 700 Gewichtsteilen     wasserfreiem     Methylalkohol unter     R.ückfluss    gekocht,     bis     eine     homogene    Lösung entstanden ist. Dar-      auf wird in einem     Autoklaven    nach     Zusatz     von 10 Gewichtsteilen Nickelkatalysator bei  90 bis     100,'    C und 20     bis    25     Atm.    Was  serstoff     hydriert,    bis zu einer Wasserstoff  aufnahme von zwei Gewichtsteilen.

   Vom  Katalysator wird durch Filtration abge  trennt und das Filtrat stark     abgel@ühlt.    Dabei       kristallisiert    das     1,2-Dimethyl-4-d-ribamino-          benzol    bereits rein aus; es wird     abfiltriert,     mit Äther     gewa.sohen,    getrocknet und durch       Umkristallisieren    gereinigt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung von 1,2- Dimethyl-4-d-ribaminobenzol, dadurch ge- kennzeichnet, dass' man d-Ribose in Gegen wart von 1,2-Dimethyl-4-aminobenzol und einem Nickelkatalysator bei erhöhter Tem peratur unter Druck hydriert. Das 1,2-Dimethyl-4-d-ribaminobenzol bil det farblose Kristalle vom Schmelzpunkt 146 , die in Wasser und Alkohol wenig, in Benzol und in Äther unlöslich und in ver dünnten Mineralsäuren leicht löslich sind.
    Es stellt ein Zwischenprodukt für die Ge winnung von Arzneimitteln dar.
CH188514D 1934-11-08 1935-09-16 Verfahren zur Darstellung von 1,2-Dimethyl-4-d-ribaminobenzol. CH188514A (de)

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