CH310502A - Verfahren zur Herstellung eines schwermetallhaltigen Azofarbstoffes. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines schwermetallhaltigen Azofarbstoffes.

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CH310502A
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Description


  Verfahren zur Herstellung eines schwermetallhaltigen     Azofarbstoffes.       Die vorliegende Erfindung betrifft die       Herstellung    von schwermetallhaltigen     11'Iono-          azofarbstoffen,    die sich zum echten Färben  von     Wolle    und von wollähnlichen künstlichen       Polypeptidfasern        wie    Nylon, Perlon oder       Caseinfasern    aus.     neutralem    bis schwachsau  rem Färbebad     ausgezeichnet    eignen.  



  Es ist bekannt, dass komplexe Chromver  bindungen von     metallisierbaren        Monoazofarb-          stoffen,    die keine sauren     wasserlöslich    machen  den Gruppen, wie     Sulfonsäure-    oder     Carboxyl-          gruppen,    enthalten, zum echten Färben von  Wolle und wallähnlichen Fasern sehr geeignet  sind, sofern sie eine für     färberisehe    Zwecke  genügende     Wasserlöslichkeit    aufweisen.

   Falls  im     Farbstoffmolekül    nicht     gewisse        hydrophile          Substituenten    vorhanden sind, ist die     Wasser-          löslichkeit    solcher Farbstoffe in der Regel un  genügend.

   Ein technisch leicht einfuhrbarer  und darum     vielverwendeter        hydrophiler        Sub-          stituent    ist die     Sulfamidgruppe        -S02NIi2.     Ihr saurer Charakter ist jedoch schon so aus  geprägt, ('ass     dadurch    das Ziehvermögen auf  Wolle aus neutralem Bad ungünstig     beein-          flusst    wird.

   Komplexe Chromverbindungen  von     Azofarbstoffen,    die keine sauren, wasser  löslich machenden Gruppen und als     hydro-          philen        Substituenten    die     Sulfamidgruppe     enthalten, weisen beim Färben von Wolle je  nach     Konstitution    einen mehr oder weniger    grossen Säurebedarf auf, wodurch die     Xom-          binierbarkeit    solcher chromhaltiger Farb  stoffe beeinträchtigt wird.

   Die Substitution  der     Sulfamidgruppe    durch     Kohlenwasserstoff-          reste    setzt ihre     hydrophile        Wirkung    stark  herab, wobei in der einfach substituierten       Sulfamidgruppe        -S02-NII-R    der saure Cha  rakter nur wenig beeinflusst wird, in der  zweifach     substituierten        Sulfamidgruppe    der  saure Charakter und damit aber auch ihre       hydrophilen    Eigenschaften praktisch aufge  hoben sind.  



  Es wurde nun gefunden, dass komplexe  Chrom- und     Kobaltverbindungen    von     metalli-          sierbaren        Monoazofarbstoffen    ohne saure  Gruppen, mit     Ausnahme    einer eventuell vor  handenen, an der komplexen Metallbindung  beteiligten     Carbokylgruppe,    eine genügende       Wasserlöslichkeit    besitzen und einen sehr ge  ringen Säurebedarf beim Färben der Wolle  aufweisen, falls     sie    im     Farbstoffmol'ekül    als       hydrophilen        Substituenten,

      sei     es    in der     Diazo-          oder    der Kupplungskomponente, mindestens  eine und vorzugsweise nicht mehr als     zwei          Sulfonsäureoxallcyl    -     alkylamidgruppen    ent  halten.  



  Die erfindungsgemässen, metallhaltigen  Farbstoffe erhält man durch Behandlung von       Monoazofarbstoffen    der allgemeinen Formel  
EMI0001.0071     
           worin    A den Rest einer     Diazokomponente,     B den Rest einer in     o-Stellung    zur       Hydroxylgruppe    kuppelnden     Azo-          komponente,

       X eine zur     Azogruppe        o-ständige          I3ydro-Yyl-oder        Carboxylgruppe    oder  einen unter den Bedingungen der       Metallisierungsreaktion    in     eine    solche  Gruppe     überführbaren        Substituen-          ten,     R und R' niedermolekulare     aliphatisehe     oder gegebenenfalls auch     alieyclisclie     Kohlenwasserstoffreste und       ü    1 oder 2    bedeuten,

   und worin die     Sulfamidgruppen     aromatisch gebunden sind mit Chrom- oder       kobattabgebenden    Mitteln. Die Reste A und B  können noch beliebig     nichtionogen    substituiert  sein, beispielsweise durch Halogen,     A1kyl-,          Alkoxy-,        Aryloxy-,        Nitro-,        Acylamino-,        Alkyl-          sulfonyl-,        Arylsulfonyl-,        Sulfonsäurediallcyl-          amid-,        Sulfonsäurearylester-,

          Carbonsäureester-          und        Carbonsäureamidgruppen.    Sie sollen  jedoch keine sauren, wasserlöslich machenden       Substituenten    enthalten ausser einer allen  falls im Rest A     stehenden;    an der Komplex  bildung beteiligten     Carboxylgruppe.     



  Zum     Aufbau    erfindungsgemäss verwend  barer     Monoazofarbstoffe    können die in der  Herstellung von Chromfarbstoffen üblichen,       unsulfierten,    gegebenenfalls die oben aufge  zählten     Substituenten    enthaltenden     Diazo-          und        Kupplungskomponenten    verwendet wer  den.

   Als     Diazokomponenten    kommen vorzugs  weise     o-Oxy-,        o-Carboxy-oder        o-Alkoxy-amino-          verbindungen    der Benzol- und Naphthalin  reihe in Frage, während' als Kupplungskom  ponenten die in     o-Stellung    zu einer     pheno-          lischen    oder     enolischen        Hydroxylgruppe        kup-          pelnden        Verbindungen-    der     aliphatischen,

          ali-          phatisch    -     aromatischen,    aromatisch -     isoeycli-          schen    oder     aromatisch-heterocyelischen    Reihe  dienen können,     insbesondere        Acylessigsäure-          arylamide,        Phenole,        Naphthole,

          5-Pyrazolone.          Mindestens    eine der Komponenten     des        Azo-          farbstoffes    soll eine     Sulfonsäureoxalkyl-alkyl'-          amidgruppe    enthalten;

   zu dieser     gelangt    man    leicht durch Umwandlung von     Slllforisäure-          gruppen    nach üblichen Methoden in     Sulfon-          säureha'l:ogenidgruppen    und Behandlung der  selben mit einem Überschuss eines sekundären       Alkanolamins.    Vorzugsweise soll sieh die     Sulf-          amidgruppe    von     Methylamino-    oder     Äthyl-          amino-alkanolen    ableiten,

   worin der     Allkanol-          rest    2-G     Kohlenstoffatome    enthalten kann  und\ die     Hydrokyl-    und die     Aminogruppe    mit  Vorteil an benachbarte     Kohlenstoffatome    ge  bunden sind. Besonders wertvolle     Substituen-          ten    sind die     Silfonsäure-methyl-    oder     -äthyl-          oxäthylamidgruppen.     



       Diazokomponenten    mit erfindungsgemässer       Sulfamidgruppe    kann man beispielsweise aus       4-IIalogen-3-nitrobenzol-l-sulfochlorid    durch  Umsetzung mit     Methyl-    oder     Äthylamino-          äthanol,    Austausch des     Halogenatoms    gegen  die     Hydroxylgruppe    mittels     kaustischen        Alka-          lien    und Reduktion der     Nitro-        zur        Amino-          gruppe    herstellen.

       Kupplungskomponenten     mit erfindungsgemässer     Sulfamidgruppe    erhält  man beispielsweise ausgehend von 3- oder     4-          Aminobenzol-1-sulfonsäure-methyl-    oder     äthyl-          oxalkylamid    durch Einwirkung von     Acylessig-          estern    oder     Diketen,    wobei     A.cylessigesteraryl-          amide    entstehen, oder durch     Diazotierung    der       Aminogruppe,

          Reduktion    der     Diazo-    zur       Hydrazinogruppe        un.d-    Kondensation mit       Acylessigestern    zu     1-Aryl-5-pyrazolonen,

      fer  ner aus     Acyloxynaphthalin-sulfonsäurehalo-          geniden    und     Alkylaminoalkanol'en    und Versei  fung der     Acyloxy-    zu     Hydroxylgruppen.    Die       Diazotierung    geschieht wie üblich in der Kälte  in mineralsaurer Lösung oder     Suspension    mit       Natriumnitrit    und die     Kupplung    in alkali  scher Lösung. Je nach     Zusammensetzung    las  sen sich gelbe, orange, rote, braune,     violette,     blaue und graue Farbstoffe herstellen, die  sich in entsprechend gefärbte Schwermetall  komplexe überführen lassen.  



  Die     Metallisierung    geschieht zweckmässig  in wässriger Lösung oder     Suspension    in der       'Wärme        durch    Einwirkung von Salzen des  Kobalts oder des     dreiwertigen        Chroms,    wobei  man auf zwei     Farbstoffmoleke'fn    mindestens  1 Atom Schwermetall     einwirken    lässt. ,Zur       Chromierung    verwendet man mit Vorteil Al-           kalisalze    der     Chromsalicylsäure.    Man kann die       Metallisierung    offen am.

       Rückfluss    ..oder im  geschlossenen Gefäss unter Druck durchfüh  ren, gegebenenfalls unter Zusatz von     Disper-          gierrriitteln,    wie     beispielsweise        Türkischrotöl,     oder auch     in    hochsiedenden organischen     Lö-          sungs-    und     Verdünnungsmitteln    arbeiten, bei  spielsweise in     Formamid,        Dimethylformamid     oder in der     Harnstoffschmelze.    Das Arbeiten  bei über 100  und unter     Druck    empfiehlt sich  besonders,

   wenn in     o-Stellung    zur     Azogruppe     befindliche     Substituenten,    wie     Alkoxygruppen     oder Halogenatome während der Metallinie  rung durch die     Hydroxylgruppe        ersetzt    wer  den sollen.  



  Die erfindungsgemässen komplexen     Chrom-          oder        Kobaltverbindungen    der oben definierten       Monoazofarbstoffe        weisen    meist schon an     sich     eine für     färberische    Zwecke genügende .

         Wasserlöslichkeit    auf.     Gegebenenfalls        kann       diese durch Vermischen mit     alkalisch    reagie  renden anorganischen Salzen wie     Natrium-          earbonat    öder     Trinatriumphosphat,    sowie von  organischen     anionaktiven    Netz- und     Disper-          giermitteln    wie Seifen     und    synthetischen       Waschmitteln    noch weiter     verbessert    werden.  



  Die neuen     chrom-    oder     kebalthaltigen     Farbstoffe färben die Wolle schon aus neu  tralem bis     schwachsaurem    Bad,     beispielsweise     aus-dem     Ammoniumsulfat    enthaltenden     Glau-          bersalzbad    unter sehr guter Erschöpfung der  Bäder, sehr gleichmässig an     und    lassen sich  unter sich oder mit andern     ähnlichen    Farb  stoffen     dank    ihrem sehr ähnlichen     färbe-          rischen    Verhalten sehr gut kombinieren.

       -          Gegenstand    vorliegenden Patentes ist ein  Verfahren zur     Herstellung.    eines schwermetall  haltigen     Azofarbstoffes.    Das Verfahren     ist     dadurch     gekennzeichnet,    dass man einen Farb  stoff der Formel  
EMI0003.0061     
  
    0X <SEP> CH300C-HN- < i>
<tb>  N <SEP> N
<tb>  OH
<tb>  S <SEP> 02-N-CH2-CH20H
<tb>  CF13       worin X     einen    unter den     Chromierungsbedin-          gungen    sich abspaltenden Rest, z. B.

   H oder       Alkyl,    bedeutet, mit chromabgebenden Mitteln  derart behandelt,     dass        auf    zwei     Farbstoffmole-          küle        mindestens    ein Atom Chrom komplex  gebunden wird.  



  Der erhaltene neue chromhastige     Monoazo-          farbstoff    stellt ein blaugraues Pulver dar, das  Wolle     aus    neutralem oder schwachsaurem  Bade in sehr echten, egalen, blaugrauen Tönen  färbt.  



  <I>Beispiel:</I>  24,6 Teile     2-Amino-l-oxy-benzol-4-sulfon-          säure-N-methyl-N-oxy-äthyl-amid    werden .in  200 Teilen     heissem        Wasser    mit 17     Teilen        konz.     Salzsäure gelöst, auf 5  abgekühlt und mit  einer     Natriumnitritlösung        (entsprechend     6,9 Teilen)     diazotiert.    Durch Zugabe von     Na-          triumcarbonat    stellt man neutral     und    giesst    die     Diazoniumverbindung    in eine Lösung von  22,

  8     Teilen        1-Carbomethoxyamino-7-oxy-naph-          thalin    in 200 Teilen Wasser, 4,2 Teilen Na  triumhydroxyd     und    15 Teilen Soda. Man  rührt so lange bei 0-5 , bis die     Farbstoffbil-          dung    beendet ist, erwärmt kurz auf 60  und  fällt den Farbstoff durch Zugabe von Na  triumchlorid aus.

   Man schlämmt ihn in 750  Teilen heissem     Wasser    an, gibt 120     Volum-          teile    einer Lösung von     chromsalicylsaiuem          Ammonium    (entsprechend 4,2 Teilen Chrom  oxyd) zu und erhitzt so lange zum Sieden, bis  die     gompl'exbildung    beendet     ist.    Man isoliert  den chromhaltigen Farbstoff durch Zugabe  von     Natriumehlorid.    Er stellt nach dem  Trocknen ein     blaugraues        Pulver    dar, das  Wolle aus neutralem oder     schwachsaurem     Bade in sehr echten, egalen, blaugrauen Tönen  färbt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines schwer metallhaltigen Azofarbstoffes, dadurch ge- kennzeichnet, dass man einen Farbstoff der Formel EMI0004.0005 worin X einen unter den Chromierungsbedin- gungen sick abspaltenden Rest bedeutet, mit chromabgebenden Mitteln derart behandelt, dass auf zwei Farbstoffmoleküle mindestens ein Atom Chrom komplex gebunden wird.
    Der erhaltene neue chromhaltige Monoazo- farbstoff stellt ein blaugraues Pulver dar, das Wolle aus neutralem oder schwachsaurem Bade in sehr echten, egalen, blaugrauen Tönen färbt. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass X H bedeutet. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als chromabgebende Mittel Alkali- salze der Chromsalicylsäure verwendet.
CH310502D 1952-09-10 1952-09-10 Verfahren zur Herstellung eines schwermetallhaltigen Azofarbstoffes. CH310502A (de)

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