CH351958A - Verfahren zur Herstellung von Hydrophenanthrenverbindungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Hydrophenanthrenverbindungen

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CH351958A
CH351958A CH351958DA CH351958A CH 351958 A CH351958 A CH 351958A CH 351958D A CH351958D A CH 351958DA CH 351958 A CH351958 A CH 351958A
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Tadeus Prof Dr Reichstein
Albert Dr Wettstein
Georg Dr Anner
Jean-Rene Dr Billeter
Karl Dr Heusler
Robert Dr Neher
Julius Dr Schmidlin
Hellmut Dr Ueberwasser
Peter Dr Wieland
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Tadeus Prof Dr Reichstein
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Description


  



  Verfahren zur Herstellung von   Hydrophenanthrenverbindungen   
Im Patent Nr. 341495 wird ein Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der Formel
EMI1.1     
 worin   R    und R2 freie oder funktionell abgewandelte Oxy-oder Oxogruppen,   R3    eine freie oder funktionell abgewandelte Carbinol-, Formyl-oder Carboxylgruppe und R4 Wasserstoff oder eine freie oder funktionell abgewandelte Hydroxylgruppe darstellen, beschrieben, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man gesättigte oder ungesättigte Verbindungen der Formel
EMI1.2     
 intramolekular unter Reaktion der Aldehydgruppe, welche mit der   einständigen    Methylgruppe verbunden ist, mit der Methylengruppe am Kohlenstoff 2 kondensiert und in den gebildeten Steroiden die Doppelbindung in 16,

     17-Stellung    mit Wasserstoff   absättigt.   



  Unter den so erhaltenen 18-oxygenierten Steroiden ist vor allem d'as aus Nebennieren gewonnene Aldosteron von Bedeutung.



   Es wurde nun gefunden,   dal3    man Ausgangsstoffe für das Verfahren des oben genannten Patentes sowie ihre   19-Nor    und 11-unsubstituierten Derivate in vorteilhafter Weise erhalten kann, wenn man im Ringsystem gesättigte oder ungesättigte Verbindungen der Formel
EMI1.3     
 worin   R.    und   R3    freie oder funktionell abgewandelte Oxy-oder Oxogruppen und R3 auch ein Wasserstoffatom, R2 eine Methylgruppe oder ein Wasserstoffatom, R4 eine freie oder funktionell abgewandelte Carbinol-, Formyl-oder Carboxylgruppe und   R5    einen Kohlenwasserstoffrest darstellen, mit Ozon behandelt und die erhaltenen Ozonide spaltet, in erhaltenen Verbindungen den substituierten Athinylrest durch Reduktion in einen Äthenylrest überführt,

   die erhaltenen   1-Oxy-l-äthenyl-zu      1-Formyl-methylen-    Verbindungen umlagert und in diesen die semicyclische Doppelbindung mit Wasserstoff   absättigt.   



  Durch die verfahrensmässige Ozonisierung wird der   Methallylrest    in   2-Stellung    zur Acetonylgruppe oxydiert. Die Verfahrensprodukte stellen somit Verbindungen der Formel 
EMI2.1     
 car.



   Besonders wichtige Ausgangsstoffe sind 3-Ketoderivate von Verbindungen der Formel
EMI2.2     
 worin   R5    die obige Bedeutung zukommt und X eine Oxo-oder freie oder funktionell abgewandelte Hydroxygruppe darstellt, welche Verbindungen der Formel
EMI2.3     
 bzw. deren 3-Keto-Derivate liefern. Solche Verbindungen sind besonders als Zwischenprodukte zur Herstellung der wichtigen 18-oxygenierten Corticosteroiden, z. B. des hochwirksamen Mineralocorticoids Aldosteron, z. B. gemäss dem eingangs zitierten Patentes von Bedeutung.



   Die Behandlung mit Ozon wird vorzugsweise in chlorierten Kohlenwasserstoffen als Lösungsmitteln vorgenommen, z. B. in Chloroform. Die Spaltung der erhaltenen Ozonide geschieht mit Vorteil auf reduktivem Wege, z. B. mit Zink in wässriger Essigsäure unter Zusatz von Pyridin.



   Der substituierte Athinylrest in   1-Stellung    kann besonders leicht durch katalytisch angeregten Wasserstoff in einen Athenylrest überführt werden. Als Katalysatoren verwendet man insbesondere Palladiumoder Bleikatalysatoren, zweckmässig auf   Träger-    substanzen, und arbeitet in Gegenwart eines für die selektive Reduktion geeigneten Lösungsmittels, wie Pyridin.



   Die Umlagerung der   1-Oxy-l-äthenyl-Verbin-    dungen zu l-Formalmethylen-Verbindungen erfolgt durch Einwirkung hydrolysierend bzw. isomerisierend wirkender Mittel. Hat diese Umlagerung zu erfolgen, ohne dass eine gleichzeitig vorhandene 3,   3-Athylen-    dioxy-Gruppierung angegriffen wird, so verwendet man für diese Umsetzung zweckmässig Halogenide der phosphorigen oder schwefligen Säure, z. B. Phosphortribromid oder Thionylchlorid, in Gegenwart geeigneter Losungsmittel, wie Methylenchlorid, Chloroform und organischer Basen, z. B. Pyridin.



   Für die Überführung des   1-Formylmethylen-in    einen   l-Formylmethylrest    eignen sich verschiedene   Reduktionsmethoden.    Zu nennen sind die katalytische Hydrierung in Gegenwart von Palladium-oder Nickelkatalysatoren, die Einwirkung von naszierendem Wasserstoff, hergestellt beispielsweise mittels Natriumamalgam in wasserhaltigen   Losungsmitteln,    wie feuchtem Ather, oder mittels eines Alkalimetalles, wie Natrium, Kalium oder Lithium in Gegenwart von flüssigem Ammoniak oder einem niederen aliphatischen Amin. Schliesslich kann die selektive Reduktion der semicyclischen Doppelbindung auch auf indirektem Wege vorgenommen werden, z.

   B. durch Anlagerung einer Thioverbindung, beispielsweise von Benzylmerkaptan oder Thioglykolsäure, an die Doppelbindung und anschliessende reduktive Eliminierung des angelagerten schwefelhaltigen Substituenten, z. B. mittels Raney-Nickel.



   Unter funktionell abgewandelten Oxy-, Oxo  und/oder    Säuregruppen sind z. B. Ester-,   Ather-,    Thioester-,   Thioäther-,    Thiol-und Thionester-, Acetal-, Mercaptal-, Ketal-, Enol-, wie Enolester-,   Enoläther-oder    Enamin-, Hydrazon-und Semicarbazon-Gruppen zu verstehen.



   Die Verfahrensprodukte können als Heilmittel oder als Zwischenprodukte zu ihrer Herstellung dienen.



   Die Ausgangsstoffe sind von beliebiger sterischer Konfiguration und können z. B. ausgehend vom Kohlenstoffatom 8a eine Doppelbindung aufweisen.



  Sie werden z. B. nach dem im eingangs erwähnten Patent beschriebenen Methoden hergestellt.



   Im nachfolgenden Beispiel besteht zwischen Volumteil und Gewichtsteil die gleiche Beziehung wie zwischen Gramm und Kubikzentimeter. Die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben.



   Beispiel
84 Gewichtsteile   (2-4/ ?)-Lakton des js-1-      Sithoxyäthinyl-2a-methallyl-2@ss-carboxy-4bss-methyl-       7-äthylendioxy-1,    2, 3, 4,   4aa,    4b, 5, 6, 7, 8, 10,   1 Oass-do-      decahydrophenanthren-1,      4ss-diols    werden in 80 Volumteilen Pyridin und 520 Volumteilen Chloroform gelöst. Dann wird   bei-15      bis180    unter starkem Rühren während 142 Minuten ozonhaltige Luft oder ozonhaltiger Sauerstoff eingeleitet, wobei pro Minute 0, 056 Gewichtsteile Ozon in Reaktion treten.



  Danach verdrängt man den gelösten Sauerstoff durch Einleiten von Stickstoff und setzt ein   auf-15  vor-    gekühltes Gemisch von   100    Volumteilen Wasser,
100 Volumteilen Eisessig und 200   Volumteiien     Pyridin zur Reaktionslösung zu, unmittelbar gefolgt von einem aus 100 Gewichtsteilen Zinkstaub durch Aktivieren mit verdünnter Essigsäure hergestellten wässrigen Zinkbrei in etwa 5 Portionen. Die Reduktion des Ozonides ist   bei-18    bis-3  innert 15 Minuten beendet. Durch rasches Absaugen und Nachspülen mit Benzol entfernt man das überschüssige Zink. Die organische Schicht des Filtrates wird durch mehrfaches Waschen mit Wasser und dann mit Natriumhydrogencarbonatlösung von Zinksalzen und sauren Anteilen befreit.

   Die wässrigen Schichten werden jeweils wieder durch Ausschütteln mit Benzol extrahiert. Die vereinigten, mit Natriumsulfat   gründ-    lich getrockneten organischen Lösungen werden im Vakuum eingeengt und der Rückstand im Hochvakuum von Pyridin befreit. Man löst das Rohprodukt in 1200 Volumteilen Benzol und filtriert durch eine 6 cm dicke Schicht von Aluminiumoxyd (Aktivi  tät    2). Beim Einengen des Filtrates kristallisieren 60 Gewichtsteile des (2 ? 4¯)-Laktons des ?8a-1   ¯thoxyÏthinyl-2α - acetonyl-2¯-carboxy-4b¯-methyl7 - Ïthylendioxy -1,2,3,4,4aα,4b,5,6,7,8,10, 10a¯ - do-    decahydrophenanthren-1, 4¯-diols in farblosen Kristallen, welche unter Zersetzung bei 157-158  schmelzen.

   Als weitere Kristallfraktion fällt das bei   179  ebenfalls    unter Zersetzung schmelzende in   I-Stellung    isomere Produkt an. Durch Chromatographie an Aluminiumoxyd erhält man weitere 11 bis 13 Gewichtsteile des als Hauptprodukt erhaltenen Isomeren vom F.   157-158 .   



   100 Gewichtsteile der oben beschriebenen Athoxyäthinylverbindung vom F.   157-158     werden, in 750 Volumteilen Pyridin gelöst, nach Zusatz von 20 Gewichtsteilen eines   Palladium/Calciumcarbonat-    Katalysators von   100/o    Pd-Gehalt in einer Wasserstoffatmosphäre geschüttelt, wobei durch Kühlung die Temperatur auf 22 bis   16     gehalten wird. Nach Aufnahme von 5150 Volumteilen Wasserstoff fällt die Hydriergeschwindigkeit auf weniger als   2 /o der    Anfangsgeschwindigkeit ab. Man trennt vom Katalysator und entfernt das Pyridin durch Destillation im Vakuum.

   Auf Zusatz von Ather kristallisiert das in Beispiel   1    beschriebene (2 ? 4¯)-Lakton des   z18a-l-       ¯thoxyÏthenyl - 2α- acetonyl-2¯-carboxy-4b¯-methyl-    7 - Ïthylendioxy-1,   2, 3, 4, 4aa, 4b, 5, 6, 7,    8, 10,   10a-dode-      cahydrophenanthren-1,      4ss-diols.    Das kristallisierte Produkt enthält zunächst noch Äther in kristallin gebundener Form. Durch Kochen mit n-Hexan erhält man 96 Gewichtsteile der kristallösungsmittelfreien, bei   124     unzersetzt schmelzenden Verbindung.



   Eine wasserfreie Lösung von 8, 930 Gewichtsteilen   (2- 4)-Lakton des/fS-l-Äthoxyäthenyl-2a-       acetonyl-2ss-carboxy-4bss-methyl-?-äthylendioxy-    1, 2, 3, 4, 4aa, 4b, 5, 6, 7, 8, 10, 10a¯ - dodecahydrophenan  thren-1,      4#-dols    in 96, 0 Volumteilen Chloroform und 4, 05 Volumteilen Pyridin wird bei 0  innerhalb von 15 Minuten mit 100 Volumteilen einer an Phosphortribromid   0,    5molaren und an Pyridin 2molaren Lösung in wasserfreiem Chloroform versetzt und in Stickstoffatmosphäre 4 Stunden bei   0     gerührt. Man giesst alsdann das Gemisch auf 750 Volumteile   lmolare Natriumhydrogencarbonatlösung    und Eis und extrahiert mit Chloroform und Ather.



  Die Chloroform-und Chloroform-Ather-Auszüge werden mit 0, 6n   o-Phosphorsäure,    lmolarer Natriumhydrogencarbonatlösung und Wasser gewaschen, hierauf vereinigt und nach dem Trocknen mit Natriumsulfat unter vermindertem Druck eingedampft. Der Rückstand wird aus Aceton-Ather-Gemisch (etwa 1 : 3) unter Verwendung von Methylenchlorid als Lösungsvermittler umkristallisiert. Man erhält das reine   (2-4)-Lakton    des   38a-l, l-For-      mylmethylen   2a-acetonyl-24-carboxy-4bss-methyl-7-    Ïthylendioxy - 1, 2, 3, 4, 4aa, 4b, 5, 6, 7, 8, 10,   10a-dodeca-      hydrophenanthren-4ss-ols    in nahezu farblosen Prismen vom F. = 183,   5-187 .    Die Verbindung reduziert alkalische Silberdiamminlösung momentan.



   Zur selektiven   Absättigung    der   semicyclischen    Doppelbindung wird eine Suspension von 4, 006 Gewichtsteilen fein pulverisiertem   (2 >  4ss)-Lakton    des   ?8a-1,1-Formylmethylen-2α-acetonyl-2¯-carboxy-      4bss-methyl-7-äthylendzioxy-1,    2, 3, 4, 4aa, 4b, 5, 6, 7, 8,10,   10ass-dodecahydrophenanthren-4ss-ols    in 800 Volumteilen   95''/oigem Äthanol    in Gegenwart von 2, 00 Gewichtsteilen eines   10m/oigen Palladium-Calcium-    carbonat-Katalysators mit Wasserstoff von Atmosphärendruck gesch ttelt. Das Ausgangsmaterial geht dabei allmählich in Lösung, und nach Aufnahme von 1 Moläquivalent Gas kommt die Hydrierung praktisch zum Stillstand.

   Man filtriert hierauf vom Katalysator durch eine Schicht Super Cel ab und dampft das blanke Filtrat im Vakuum auf ein kleines Volumen ein. Dabei kristallisiert das    (2 ? 4¯)-Lakton des @8a-1¯-Formyl-methyl-2α-ace-    tonyl - 2¯ - carboxy - 4b¯ - methyl - 7 - Ïthylendioxy 1, 2, 3, 4,   4aa,    4b, 5, 6, 7, 8, 10,   10aS-dodecahydrophenan-      thren-4ss-ols    in farblosen Kristallen vom F. = 193 bis 204, 5  (teilweise Zersetzung) aus. Die Verbindung reduziert alkalische Silberdiamminlösung rasch und stark.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von im Ringsystem gesättigten oder teilweise ungesättigten Hydrophenanthrenen der Formel EMI3.1 worin R, und R3 freie oder funktionell abgewandelte Oxy-oder Oxogruppen und R3 auch ein Wasserstoffatom, R2 eine Methylgruppe oder ein Wasserstoffatom, R4 eine freie oder funktionell abgewandelte Carbinol-, Formyl-oder Carboxylgruppe darstellen, dadurch gekennzeichnet, dass man im Ringsystem gesättigte oder ungesättigte Verbindungen der Formel EMI4.1 in welcher R. einen Kohlenwasserstoffrest bedeutet, mit Ozon behandelt und die erhaltenen Ozonide spaltet, in erhaltenen Verbindungen den substituierten Athinylrest durch Reduktion in einen Athenylrest überführt,
    die erhaltenen 1-Oxy-l-äthenyl-zu 1-Formyl-methylen-Verbindungen umlagert und in diesen die semicyclische Doppelbindung mit Wasserstoff absättigt.
    UNTERANSPRIYCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Ozonide auf reduktivem Wege spaltet.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Athinylrest in 1-Stellung mit katalytisch angeregtem Wasserstoff in den entsprechenden Äthenylrest überführt.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Umlagerung der 1-Oxy- ]-äthenyl-zur 1-Formyl-methylen-Verbindung mittels Phosphortribromid oder Thionylchlorid in Gegenwart von Pyridin vornimmt.
    4. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man 3-Keto-Derivate von Verbindungen der Formel EMI4.2 worin X eine Oxo-oder freie oder funktionell abgewandelte Hydroxygruppe bedeutet, als Ausgangsverbindungen verwendet.
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