CH420111A - Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen

Info

Publication number
CH420111A
CH420111A CH109365A CH109365A CH420111A CH 420111 A CH420111 A CH 420111A CH 109365 A CH109365 A CH 109365A CH 109365 A CH109365 A CH 109365A CH 420111 A CH420111 A CH 420111A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
radical
naphthyl
sulfur
sulfonylureas
preparation
Prior art date
Application number
CH109365A
Other languages
English (en)
Inventor
Hans Dr Wagner
Walter Dr Aumueller
Heinrich Dr Ruschig
Gerhard Dr Korger
Original Assignee
Hoechst Ag
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Priority claimed from DEF20364A external-priority patent/DE1174306B/de
Priority claimed from DEF20409A external-priority patent/DE1144259B/de
Application filed by Hoechst Ag filed Critical Hoechst Ag
Publication of CH420111A publication Critical patent/CH420111A/de

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D295/00Heterocyclic compounds containing polymethylene-imine rings with at least five ring members, 3-azabicyclo [3.2.2] nonane, piperazine, morpholine or thiomorpholine rings, having only hydrogen atoms directly attached to the ring carbon atoms
    • C07D295/22Heterocyclic compounds containing polymethylene-imine rings with at least five ring members, 3-azabicyclo [3.2.2] nonane, piperazine, morpholine or thiomorpholine rings, having only hydrogen atoms directly attached to the ring carbon atoms with hetero atoms directly attached to ring nitrogen atoms
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C311/00Amides of sulfonic acids, i.e. compounds having singly-bound oxygen atoms of sulfo groups replaced by nitrogen atoms, not being part of nitro or nitroso groups
    • C07C311/50Compounds containing any of the groups, X being a hetero atom, Y being any atom
    • C07C311/52Y being a hetero atom
    • C07C311/54Y being a hetero atom either X or Y, but not both, being nitrogen atoms, e.g. N-sulfonylurea

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)
  • Acyclic And Carbocyclic Compounds In Medicinal Compositions (AREA)

Description


  



  Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen
Gegenstand des Schweizer Patentes Nr.   331058    ist ein Verfahren zur Herstellung neuer   Sulfonylharn-    stoffe, nämlich solcher der Formel    R-SO-NH-CO-NH-Ri    worin R einen gegebenenfalls durch ein oder zwei Radikale aus der Gruppe der   Alkyl-oder      Alkoxy-    reste, deren Alkylgruppe vorzugsweise niedrigmolekular ist, bzw. der Halogenatome substituierten Phenylrest oder einen aliphatischen bzw. cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 8 Kohlenstoffatomen und R1 einen aliphatischen oder cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 8 Kohlenstoffatomen bedeuten, sowie deren Salzen.



   Das Hauptpatent betrifft ein weiteres Verfahren zur Herstellung derartiger Sulfonylharnstoffe, bei welchem man   Sulfonylthioharnstoffe    der Formel    RSONH-CSNHR1    mit den Schwefel durch Sauerstoff ersetzenden Mitteln behandelt.



   In weiterer Ausgestaltung des Verfahrens gemäss Hauptpatent wurde nun gefunden, dass Verbindungen der Formel    R-SOFNH-CO-NH-R1    worin R einen   Diphenyl- (4)- bzw.    4-Phenoxyphenylrest oder einen   Naphthyl- (2)- bzw.    einen 5, 6, 7, 8  Tetra-hydronaphthyl- (2)-rest    und   Ri    einen aliphatischen oder cycloaliphatischen, gesättigten oder ungesättigten Kohlenwasserstoffrest mit 2-8   C-Atomen    bzw. einen gesättigten oder ungesättigten, offenkettigen oder ringförmigen, durch Sauerstoff und bzw. oder Schwefel unterbrochenen Kohlenwasserstoffrest bedeuten, sowie deren Salze, wertvolle Arzneimittel darstellen und sich insbesondere durch eine starke   blutzuckersenkende    Wirksamkeit auszeichnen.



   Das vorliegende Patent betrifft ein Verfahren zur Herstellung der letztgenannten Verbindungen, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man in Sulfonylthioharnstoffen der Formel    R-SOrNH-CS-NH-R1    Schwefel gegen Sauerstoff austauscht. Als Mittel zum Austauschen von Schwefel gegen Sauerstoff kommen z. B. Oxydationsmittel, wie Natriumperoxyd oder salpetrige Säure, und Schwermetallsalze, wie Silbernitrat, in Betracht. Die zur Herstellung der Verfahrensprodukte geeigneten Methoden können in ihren Reaktionsbedingungen weitgehend variiert und den jeweiligen Verhältnissen angepasst werden. Beispielsweise können die Umsetzungen in vielen Fällen durch einfaches Erhitzen der Komponenten, aber auch unter Verwendung von Lösungsmitteln, wie Aceton, Toluol, Xylol und Chlorbenzol, bei Zimmertemperatur oder bei erhöhter Temperatur durchgeführt werden.



   In den Ausgangsstoffen kann der Substituent   Ri    z. B. einer der folgenden Reste sein :  Äthyl, n-Propyl, Isopropyl, n-Butyl, Isobutyl,    sec.-Butyl, tert.-Butyl, Pentyl-(l), Pentyl-(2),
Pentyl-(3), 3-Methyl-butyl-(l),       2-Methyl-butyl- (1),    2,   2-Dimethylpropyl-(l),       3-Methylbutyl- (2),    
Hexyl, wie   Hexyl- (l)    und   2-Methylpentyl-(l),   
Heptyl,   wie Heptyl-(l), Heptyl-(4),   
Octyl, wie   Octyl- (l), AlIyl    und Crotyl,
Cyclohexyl und Cyclopentyl, Cyclohexylmethyl,   
Cycloheptyläthyl, 2-Methoxy-äthyl,
2-.

   2ithoxy-äthyl, 2-Propoxy-äthyl,   
3-Methoxypropyl,   3-Athoxypropyl,       3-Butoxypropyl,    4-Methoxybutyl,    a-Tetrahydrofurylmethyl,
3-Methylmercaptopropyl und/oder
3-Äthylmercapto-propyl.   



   Die Erzeugnisse des vorliegenden Verfahrens bewirken, wie beispielsweise in Versuchen an Kaninchen nachgewiesen worden ist, eine starke Senkung des   Blutzuckerspiegels.    Sie können als solche oder in Form ihrer Salze bzw. in Gegenwart von Stoffen, welche zu einer Salzbildung führen, Verwendung finden. Verabreicht man beispielsweise normal   gefütter-    ten Kaninchen Verbindungen der beanspruchten Struktur in einer einmaligen Dosis von durchschnittlich   400      mg/kg    in beispielsweise   bicarbonat-alkali-    scher Lösung oder in Form ihrer Alkalisalze, so sieht man eine rasch einsetzende Senkung des   Blut-    zuckerspiegels, die innerhalb von etwa 3-4 Stunden ein Maximum (etwa   30-50%    des Ausgangswertes) erreicht.



   Die Blutzuckerwerte können durch stündliche Analysen nach   Hagedorn-Jensen    ermittelt werden.



  Die   Blutzuckersenkung    wird durch Vergleich mit den Blutzuckerwerten gleichartig gehaltener, nicht behandelter Kontrolltiere ermittelt.



   Gegenüber ähnlich gebauten Verbindungen der Sulfanilylreihe zeichnen sich die gemäss der Erfindung erhältlichen Verbindungen einerseits dadurch aus, dass sie gegen äussere oxydierende Einflüsse, wie Luftsauerstoff,   beständiger    sind, was hinsichtlich ihrer Haltbarkeit und Handhabung von Vorteil ist.



  Von besonderer Bedeutung ist weiterhin, dass sie im Gegensatz zu den Sulfanilylverbindungen nicht bakteriostatisch wirksam sind.



   Ferner zeigen die Verfahrensprodukte nicht die von Sulfonamiden bekannten Nebenwirkungen auf das Blut   (Heinz-Körper),    auf die   Schilddrüse    und die durch die Beeinflussung der Bakterienflora des Darms bedingten   Verdauungsstörungen.   



   Die Verbindungen sollen beispielsweise zur Herstellung von oral verabreichbaren Präparaten mit   blutzuckersenkender    Wirkung zur Behandlung der Zuckerharnruhr Verwendung finden.



   Pharmakologische Versuche am Kaninchen haben ergeben, dass die Verfütterung von 400 mg der in der nachstehenden Tabelle angegebenen Verbindungen in Form der Natriumsalze pro kg und per os die in der zweiten Spalte aufgeführte Blutzuckersenkung bewirkt.



     Blutzukersenkung Nr. Verbindung am Kaninvchen    1   N-[Naphthyl-(2)-sulfonyl]-N'-cyclohexyl-harnstoff 45 %    2   N- [Naphthyl- (2)-sulfonyl]-N'-n-hexyl-harnstoff 40 %    3   N- [Naphthyl- (2)-sulfonyl]-N'- (3'-methoxy-propyl)- 35%    harnstoff 4   N- [5,    6, 7,   8-Tetrahydronaphthyl-(2)-sulfonyl]-N'-30 %       (3'-methoxy-propyl)-harnstoff    5   N- [5,    6, 7,   8-Tetrahydronaphthyl-(2)-sulfonyl]-N'-30 %       allyl-harnstoff    6   N- [5,    6, 7, 8-Tetrahydronaphthyl-(2)-sufonyl]-N'- 30%    isobutyl-harnstoff    7   N- (4-Phenoxy-benzolsulfonyl)

  -N'-cyclohexyl-harnstoff 30 %    8   N- (4-Phenoxy-benzolsulfonyl)-N'-n-hexyl-harnstoff 30 %   
Es ist bereits bekannt, dass der   N- (4-Amino-      benzolsulfonyl)-N'-n-butyl-harnstoff    blutzuckersenkende Eigenschaften aufweist. Weiterhin ist bekannt, dass diese Verbindung auf Grund ihres Sulfanilylcharakters auch   chemotherapeutisch    wirksam ist. Da für die Verwendung als orales Antidiabetikum die   Dauergabe über    einen langen Zeitraum hinaus erforderlich ist, ist es jedoch wünschenswert, dass die applizierte Verbindung keinen Sulfanilylcharakter hat und somit von andersartigen Wirkungen möglichst frei ist, um evtl.

   Schädigungen, beispielsweise der   Darmflora    sowie Allergien und die Resistenzbildung pathogener Keime gegenüber Sulfanilylamiden auszuschliessen.



   Beispiel 1    N-(Naphthyl-2-sulfonyl)-N'-n-butyl-harnstoff    a) 41, 4 g Naphthyl-2-sulfamid, 350 cm3 Aceton, 64 g gemahlenes Kaliumcarbonat und 23 g n-Butyl  senföl    werden 10 Stunden bei   55  verrührt.    Man destilliert das Aceton unter vermindertem Druck ab, nimmt den Rückstand in drei Liter Wasser unter Erwärmen auf und   klärt    mit Kohle. Das Filtrat wird mit   2n      SaTzsäure    angesäuert und der kristallisierte  Niederschlag nach dem Abkühlen abgesaugt.

   Man erhält nach dem Umkristallisieren aus 800 cm3   80%    igem Methanol unter Zusatz von Kohle in sehr guter Ausbeute, den   N- (Naphtyl-2-sulfonyl)-N-n-      butyl-thioharnstoff.    Dieser zeigt nach nochmaligem Umkristallisieren aus   70% igem    Methanol den Schmelzpunkt 130 bis   132 .    b) 32, 2 g   N-(Naphthyl-2-sulfonyl)-N'-n-butyl-    thioharnstoff werden in 150 cm3 Aceton gelöst und unter Rühren innerhalb von 30 Minuten mit einer Lösung von 7, 5 g Natriumnitrat in 70 cm3 Wasser tropfenweise versetzt. Man tropft dann unter   Küh-    lung innerhalb von 45 Minuten 60   cm.    Essigsäure zu und rührt zwei Stunden bei Zimmertemperatur nach.

   Durch Zugabe von   1    Liter Wasser erhält man eine kristalline Fällung. Diese wird abgesaugt, in verdünntem Ammoniak   (1    : 75) gelöst, vom ungelösten Schwefel abfiltriert und das klare Filtrat wieder mit Salzsäure angesäuert. Der ausgefallene Niederschlag wird abgesaugt, mit Wasser gewaschen und aus verdünntem Äthanol umkristallisiert. Man erhält in sehr guter Ausbeute den   N- (Naphthyl-2-      sulfonyl)-N'-n-butyl-harnstoff    vom Schmelzpunkt 151 bis   152 .   



   In ähnlicher Weise kann die Entschwefelung auch durch Behandlung des entsprechenden Sulfonylthioharnstoffes mit Salzen von Schwermetallen, wie beispielsweise mit Silbernitrat in   70%    igem Aceton, vorgenommen werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstof- fen der Formel R-SO-NH-CO-NH-Ri worin R einen Diphenyl- (4)- bzw. 4-Phenoxyphenylrest oder einen Naphthyl- (2)- bzw. einen 5, 6, 7, 8 Tetra-hydronaphthyl- (2)-rest und Ri einen aliphatischen oder cycloaliphatischen, gesättigten oder ungesättigten Kohlenwasserstoffrest mit 2-8 C-Atomen bzw. einen gesättigten oder ungesättigten, offenkettigen oder ringförmigen, durch Sauerstoff und bzw. oder Schwefel unterbrochenen Kohlenwasserstoffrest bedeuten, dadurch gekennzeichnet, dass man Sulfo nylthioharnstoffe der Formel EMI3.1 mit Schwefel durch Sauerstoff ersetzenden Mitteln behandelt.
    UNTERANSPRUCH Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Verfahrenserzeugnisse durch Einwirkung eines alkalischen Mittels in ein Salz überführt.
CH109365A 1955-08-08 1957-04-26 Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen CH420111A (de)

Applications Claiming Priority (3)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE333735X 1955-08-08
DEF20364A DE1174306B (de) 1956-05-23 1956-05-23 Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen
DEF20409A DE1144259B (de) 1956-05-29 1956-05-29 Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
CH420111A true CH420111A (de) 1966-09-15

Family

ID=27191353

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH109365A CH420111A (de) 1955-08-08 1957-04-26 Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen

Country Status (1)

Country Link
CH (1) CH420111A (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
CH420111A (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen
CH392498A (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Benzolsulfonyl-cyclohexyl-harnstoffen
CH379486A (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Sulfonylharnstoffen
AT211310B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen 2-Sulfonamido-thiadiazol-Derivaten
AT226729B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Sulfonylharnstoffen
CH370766A (de) Verfahren zur Herstellung von oral wirksamen Antidiabetika
AT200155B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Sulfonylharnstoffen
AT236406B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Azidobenzolsulfonylharnstoffen
AT336032B (de) Verfahren zur herstellung von neuen acylaminoalkylbenzolsufonylharnstoffen und deren salzen
AT226728B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Benzolsulfonyl-cyclohexyl-harnstoffen
AT201608B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Sulfonylharnstoffen
AT228797B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Benzolsulfonylharnstoffen
DE1135891B (de) Verfahren zur Herstellung von Benzolsulfonylharnstoffen
AT236976B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Benzolsulfonylharnstoffen
AT228798B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Benzolsulfonylharnstoffen
AT236975B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Azidobenzolsulfonylharnstoffen
CH459978A (de) Verfahren zur Herstellung von Benzolsulfonylharnstoffen
CH368150A (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen
AT233584B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Hydrindensulfonylharnstoffen
CH457415A (de) Verfahren zur Herstellung von Benzolsulfonylharnstoffen
AT238215B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Benzolsulfonylharnstoffen
CH420110A (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen
AT226725B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Sulfonylharnstoffen
CH380097A (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Benzolsulfonylbenzylharnstoffen
DE1164398B (de) Verfahren zur Herstellung von antidiabetisch wirksamen Derivaten des N-Benzolsulfonyl-N-cyclohexylharnstoffs