DD203677A3 - Mittel zur beeinflussung des organverhaeltnisses bei kulturpflanzen - Google Patents

Mittel zur beeinflussung des organverhaeltnisses bei kulturpflanzen

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Abstract

Mittel zur Beeinflussung des Organverhältnisses bei Kulturpflanzen, vorzugsweise bei Mähdrusch- und Hackfrüchten, die Cholin (I) und gegebenenfalls Ethanolamin (II) enthalten, gekennzeichnet dadurch, dass sie neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als weitere Wirkstoffe 2,4-Dichlorphenoxycarbonsäure oder ihre Ester (III) und/oder Dichlorisobuttersäure oder ihre Salze (IV) enthalten, wobei die für Hackfrüchte das Mischungsverhältnis von I zu II zu III zu IV gleich 1 zu 0,1 bis 1 zu 0,005 bis 0,05 zu 0,25 bis 1 und für Mähdruschfrüchte von 1 zu 0,1 bis 1 zu 0,02 bis 0,8 zu 0,25 bis 1 beträgt und die Gesamtaufwandmenge unter 6 kg/ha liegt.

Description

VSB CHEMIEKOM3I3UAT BITTERPEID Bitterfeld, 25· 11. 1981
2222
Mittel zur Beeinflussung des Organverhältnisses bei Kulturpflanzen
Anwendungsgebiete der Erfindung
Die Erfindung betrifft Mittel zur Beeinflussung des Organverhältnisses bei Kulturpflanzen, vorwiegend bei Mähdrusch- und Hackfrüchten«,
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Es ist bekannt, daß Kombinationen von 2,3-Dichlorisobutyrat mit Chlorcholinchlorid und/oder 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure das Blatt/Wurzel-Verhältnis bei Wurzelfrüchten, beispielsweise von Betarüben, zugunsten des Rübenkörpers beeinflussen und dadurch Ertragssteigerungen dieser Kulturpflanzen ermöglichen, (DD-PS Nr., 145 88O)9
Die Nachteile dieser Wirkstoffkombination liegen vorrangig in der einseitigen und daher von der Witterung stark abhängigen Wirkung, So kann es bei ihrer Anwendung unter Trockenbedingungen zu einer zu starken Reduzierung der Blattmasse kommen, die sich auf die Substanzbildung ungünstig auswirkt. Der hohe Anteil .an Chlorcholinchlorid bringt außerdem toxikologische Probleme bei d.er Verwertung des Rübenblattes., Weiterhin ist bekannt, daß Ethanolamine oder Kombinationen von Ethanolaminen mit Phosphonsäuren
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und/oder Salizylsäure bzw. ihren Derivaten und Aluminiumsulfat oder Alaun oder Phenoxyisobuttersäurederivaten den Rübenkb'rpererirag ohne große Änderung des Organverhältnisses über, eine erhöhte Wasseraneignung verbessern (DD- VS Α5Λ -IGif · ). Die Anwendung
dieser Wirkstoffe bzw. der Wirkstoffkombinationen bringt nur dann die beabsichtigten Wirkungen, wenn der Wasserhaushalt der Pflanzen angespannt ist» Außerdem ist die Veränderung des Organverhältnisses zu gering, um eine effektive Wasserausnutzung zu ermöglichen. Weiterhin sind Mittel zur Regulierung von Wachstums- und Stoffwechselprozessen in Pflanzen bekannt, bei denen Wirkstoffkombinationen aus 2-Chlorethylphosphonsäure und/oder Ghlorcholinchlorid und ein Dichlorphenoxyisobuttersäurederivat, beispielsweise 2,4-Dichlorphenoxyisobuttersäure, verwendet werden (DD-PS Nr. 136 209)» Die Nachteile dieser Wirkstoffkombinationen bestehen vor allem in der unsicheren Wirkung, Außerdem verbessern diese Mittel lediglich die Wasseraneignung und nicht die Wasserausnutzung im Sinne einer erhöhten Trockensubstanzbiidung je Einheit verbrauchten Wassers (WUE)\
Ferner ist bekannt, daß Dimethylsulfoxid mit Phenylbutazon oder Phenobarbital oder Nicetamid oder Metopiron die Transpirationsproduktivität bei Getreide erhöhen (DD-PS Nr. 126 141)* Eine Steigerung dieses Effektes ist durch Zusätze wirkungserhöhender Mittel zu Dirnethylsulf oxid wie Azetylsalizylsäure, Paraformaidehyd, 8-Hydroxychinolin oder 2-Chlorethylphosphonsäure möglich (DD-PS Nr. 133 512 ). Wassersparende Konstitutionstypen bei Getreide werden nach DD-PS Nr. 136 209
auch dadurch induziert, wenn die Pflanzen mit Wirkstoffkombinationen aus 2-Chlorethylphosphonsäure, Chlorcholinchlorid und/oder 2,4-Dichlorphenoxyisobuttersäure behandelt werden, Die Nachteile dieser Wirkstoffe bzw. Wirkstoffkombinationen liegen neben der nicht sicheren Wirkung vor allem in der toxikologischen Bsdenklichkeit der eingesetzten Präparate und der komplizierten technischen Zugänglichkeit»
SS» *S0 *J £m %<J «J W ~ 3 Ziel der Erfindung
2222
Ziel der Erfindung ist es, den Anteil ökonomisch relevanter Ernteprodukte an der Gesamtbiomasse (Ernteindex) au verbessern«,
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrundes wachstumsregulierende Mittel aus Wirkstoffen oder mehreren Wirkstoffkomponenten zu entwickeln, die infolge synergistischer Effekte die Veränderung des Organverhältnisses zugunsten des Haupternt.eproduktes bewirken und die ertragsbezogene Wasserausnutzung verbessern* Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst s daß die Kulturpflanzen mit Lösungen behandelt werden, die neben Cholin (I) und gegebenenfalls Ethanolamin (II) als weitere Wirkstoffe 2, 4~Dichlarph.eno.xy~> carbonsäuren oder ihre Ester (III), im folgenden 2,4-D genannt, und/oder Dichlorisobuttersäure oder ihre Salze 3 im folgenden DCiB (IV) genannt, enthalten,
Dabei hat sich bei Hackfrüchten ein Mischungsverhältnis von I bzw« I und II zu III zu IY gleich 1 zu O5005 bis
O5O5 zu 0,25 bis 1
und bei Mähdruschfrüchten ein solches von 1 zu 0s2 bis 0,8 zu 0,25 bis 1 als günstig erwiesen.· Das Verhältnis von I zu II beträgt dabei 1 zu 0,1 bis 1, Die Gesamtaufwandmengen liegen unter 6 kg/ha.
Die optimalen Anwendungszeitpunkte liegen im Falle der Blattbehandlung für Zuckerrüben -zwischen Ende Juni und Ende August; für Kartoffeln zwischen Juni und August und für Getreide vom Erscheinen des ersten oberirdischen Halmknotens bis zum Schieben des Fahnenblattes»
Ausführung sbe i sp_i el β
Die Erfindung soll nachstehend an zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert werden, ohne sie einzuschränken;
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Gefäßversuch zu Sommergerste
Mitscherlichgefäße mit 6,5 kg.. Quarzsand/Bodengemischo Düngung 1,2 g I in drei Gaben, 0?5 g P, 1,5 g K in zwei Gaben, 0>3 g Mg und Mikronährstoffe5 15 Sommergerstenpflanzen Sorte Lada je Gefäß in dreifacher Wiederholung« Wasserversorgung durch tägliches Gießen nach Gewicht (55 % der maximalen Wasserkapazität)»
Die Behandlung mit den Wirkstoffen erfolgte im 6-Blattsta· dium durch Besprühen des Blattapparates (6 ml/Gefäß). Die erzielten Ergebnisse gehen aus der nachstehenden Tabelle hervor»
Tabelle 1; Kornertrag und Wasserausnutzung bei Sommergerste Lada im Gefäßversuch
Wirkstoff Kornertrag Verhältnis Was s erau snut zung
(g/Gefäß) (Korn/Stroh) Cg Korn/kg Wasser)
Kontrolle 100~C48,2) 100=(1,26) 100=(1,76)
Cholin (I) 118 109 116
Ethanolamin (II) 115. 105 112
I + II 123 115 119
I + III 124 119 121
I + II + IV 126 120 n.b.
Beispiel 2:
Feldversuche mit Zuckerrüben
Die Versuche erfolgten auf Lößstandorten, Die Mittelkombinationen sind als wäßrige Lösungen (Tankmischungen) auf trockene Pflanzenbestände gespritzt worden, wobei die Applikation unmittelbar bzw„ drei Wochen nach Bestandesschluß erfolgte» Jede Wirkstoffvariante wurde bei einer Parzellengröße von 16,2 m in vierfacher Wiederholung geprüft* Aussaat,' Pflege und Düngung erfolgten in der praxisüblichen Art und Weise zu den agrotechnisch günstigsten Terminen a Mach der manuellen Rodung der Rüben wurde die Blattmasse bestimmt und nach Waschen der Rüben die RübenkörDermasse«,
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Die Ermittlung der Wasserausnutzung erfolgte aus dem Bruttowasserangebot (iiiederschlagssumme vom 1. April bis 30. September und der Speicherfeuchte bis 100 cm Tiefe)
abzüglich der Bodenfeuchto
Erntezeitpunkt» Dazu wurde
der Bodenwassergehalt unmittelbar nach der Ernte mit Hilfe von Erdbohrern bis 100 cm Tiefe bestimmt (je Variante 10 Proben)
?/asserausnutzung (kg Rübenfrischmasse/mm) =
Rübenfrischmasse/ha^ __ ^__ __^
Bruttowasserangebot (mm) - Bodenfeuchte zur Ernte (mm) Die Ergebnisse sind aus der Tabelle 2 zu ersehen« Da es sich hierbei um Ergebnisse verschiedener Versuche handelt, ist auf die Wiedergabe von Absolutzahlen verzichtet worden.
Tabelle 2: Rüben- und Blattertrag sowie Wasserausnutzung in Relativzahlen von Feldversuchen mit Zuckerrüben
Wirkstoff Rüben Kontrolle frisch- Rübe:Blatt Wasserausnut sung *
masse Cholin (I) kg Rübenkörper ?
(rela Ethanolamin (II) tiv) (relativ) mm Wasser-(.relativ)
2,4-Dichlorphenoxy- 100 100 100
essigsäure (III) 107 114 103
2,3-Dichlorisobu- 104 108 101
tyrat (IV)
I + II 104 149 n.b.
I + IV
I + III 98 108 108
I + II + IV 109 117 106
I + II + III 107 115 . 107
I + III + IV 112 165 112
I + II + III + IV 110 120 112
115 16O 116
114 168 119
117 195 121

Claims (1)

  1. - 6 - 2222
    Erfindungsanspruch
    Mittel zur Beeinflussung des Organverhältnisses bei Kulturpflanzen, vorzugsweise bei Mähdrusch- und Hackfrüchten, die Cholin (I) und gegebenenfalls Ethanolamin (II) enthalten, gekennzeichnet dadurch, daß sie neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als weitere Wirkstoffe 2,4-Dichlorphenoxycarbonsäuren oder ihre Ester (III) und/oder Dichlorisobuttersäure oder ihre Salze (IV) enthalten, wobei für Hackfrüchte das Mischungsverhältnis von I zu II zu III zu IY gleich 1 zu 0,1 bis·1 zu 0,005 bis 0,05' zu 0,25 bis 1, und für Mähdruschfrüchte von 1 zu 0,1. bis 1 zu Oj 02 bis O38 zu 0,25 bis 1 beträgt und die Gesamtaufwandmenge unter 6 kg/ha liegt,

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