DD208035A3 - Mittel zur beeinflussung des organverhaeltnisses bei kulturpflanzen - Google Patents

Mittel zur beeinflussung des organverhaeltnisses bei kulturpflanzen Download PDF

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DD208035A3
DD208035A3 DD23521181A DD23521181A DD208035A3 DD 208035 A3 DD208035 A3 DD 208035A3 DD 23521181 A DD23521181 A DD 23521181A DD 23521181 A DD23521181 A DD 23521181A DD 208035 A3 DD208035 A3 DD 208035A3
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Guenther Schilling
Hans Bergmann
Hans Eckert
Guenther Hoffmann
Werner Kochmann
Wilfried Kramer
Sieghard Lang
Horst Nindel
Steffan Otto
Dieter Roth
Guenther Sembdner
Guenter Schoeppe
Walter Steinke
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Bitterfeld Chemie
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Abstract

Die Erfindung betrifft Mittel zur Beeinflussung des Organverhaeltnisses von Kulturpflanzen, vorwiegend bei Maehdrusch- und Hackfruechten. Ziel der Erfindung ist es, den Anteil oekonomisch relevanter Ernteprodukte an der Gesamtbiomasse (Ernteindex) zu verbessern. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, wachstumsregulierende Mittel aus Wirkstoffen oder Wirkstoffkomponenten zu entwickeln, die infolge synergistischer Effekte die Veraenderung des Organverhaeltnisses zugunsten des Haupternteproduktes bewirken.Die Mittel enthalten neben ueblichen Hilfs- und Traegerstoffen als Wirkstoff Cholin (I), dem gegebenenfalls Ethanolamin oder eines seiner Derivate (II) beigemischt ist, 2,4-Dichlorphenoxycarbonsaeuren oder ihre Ester (III) und Salizylsaeure oder ihre Derivate.Fuer Hackfruechte betraegt das Mischverhaeltnis von I zu II zu III zu IV gleich 1 zu 0,1 bis 1 zu 0,0005 bis 0,05 zu 0,4 bis 1, fuer Maehdruschfruechte gleich 1 zu 0,1 bis 1 zu 0,2 bis 0,8 zu 0,4 bis 1.Im Falle des Wegbleibens von II bleiben die Verhaeltn.von I zu III zu IV gleich.

Description

-^- 23 5 2 11 2
VEB CHSMISXOMBIUAT BITTEHPELD Bitterfeld, 25. 11./1981
2224
Mittel zur. Beeinflussung des Organverhältnisses bei Kulturpflanzen
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft Mittel zur Beeinflussung des Organ» Verhältnisses bei Kulturpflanzen, vorwiegend bei Mähdruschund Hackfrüchten.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Ss ist bekannt, daß Kombinationen von 2,3-Dichlorisobutyrat: mit Chlorcholinchlorid und/oder 2,4-Dichiorphenoxyessigsäure das Blatt/Wurzel-Verhältnis bei Wurzelfrüchten, beispielsweise bei Betarüben, zugunsten des Hübenkörpers beeinflussen und: dadurch Ertragssteigerungen dieser Kulturpflanzen ermöglichen
CDD-PS Ur. 145 880). ' ' ! .
Die Nachteile, dieser Wirkstoffkombination liegen vorrangig in der einseitigen und daher von\der Witterung stark abhängigen Wirkung. So kann es bei ihrer Anwendung unter Trockenbedingungen zu einer zu starken Reduzierung der Blattmasse kommen, die sich auf die Substanzbildung ungünstig auswirkt« Der hohe Anteil an Chlorcholinchlorid bringt außerdem toxikologische Probleme bei der Verwertung des Rübenblattes. Weiterhin ist bekannt, daß Ethanolamine
-2-2352 11 2
2224
oder Kombinationen von Ethanolaminen mit Phosphonsäuren und/oder Salizylsäure bzw, ihren Derivaten und Aluminiumsulfat oder Alaun oder Phenoxyisobuttersäurederivaten den,. Rübenkörperertrag ohne große Änderung des Organverhältnisses über eine erhöhte Wasseraneignung verbessern (DD-^3S 15T
Die Anwendung dieser Wirkstoffe bzw. der Wirkstoffkombinationen bringt nur dann die beabsichtigten Wirkungen, wenn der Wasserhaushalt der Pflanzen angespannt ist. Außerdem ist die Veränderung des Organverhältnisses zu gering, um eine effektive Wasserausnutzung su. ermöglichen·
Weiterhin sind Mittel zur Regulierung von Wachstums- und Stoffwechselprozessen in Pflanzen bekannt, bei denen Wirkstoff kombinationen aus 2-Chlore.thylphqsphonsäure und/oder Chlorcholinchlorid und ein Dichlorphenoxyisobuttersäurederivat, beispielsweise 2,4""Dichlorphenoxyisobut.tersäure, verwendet werden CDD-PS Ur· 136 209)«'
Die Machteile dieser Wirkstoffkombinationen bestehen vor allem in der unsicheren Wirkung« Außerdem verbessern diese Mittel lediglich die Wasseraneignung und nicht die Wasserausnutzung im Sinne einer erhöhten Trockensubstanzbildung je Einheit verbrauchten Wassers (WUE)»
Ferner ist bekannt, daß Dimethylsulfoxid mit Phenylbutazon oder Phenobarbital oder ITicetamid oder Metopiron die 'Franspirationsproduktivität bei getreide erhöhen (DD-PS Ur. 126 141). Sine Steigerung dieses Effektes ist durch Zusätze wirkungserhöhender Mittel zu Dimethylsulfoxid wie Azetylsalizylsäure, Paraformaldehyd, 8-Hydroxychinolin oder 2-Chlorethylphosphonsäure möglich (DD-PS Nr. 133 512 ),
Wassersparende Könstitutipnstypen bei Getreide1werden nach DD-PS lir· 136' 209 auch dadurch induziert,
wenn die Pflanzen mit Wirkstoffkombinationen aus 2-Chlorethylphosphonsäure, Chlorcholinchlorid und/oder 2,4-Dichlorphenoxyi.sobutt er säure behandelt werden«
Die lachteile dieser Wirkstoffe bzw..·.'Wirkstoffkombinationen
- 3- - ΙΟ Ό £ I » . Ä 2224
liegen neben der nicht sicheren Wirkung vor allem in der toxikologischen Bedenklichkeit der eingesetzten Präparate und der komplizierten technischen Zugänglichkeit.
Ziel der Erfindung -
Ziel der Erfindung ist es, den Anteil -ökonomisch relevanter Ernteprodukte an der Gesamtbiomasse (Srnteindex)
!
zu verbessern. ' - .
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, wachstumsregulierende Mittel aus Wirkstoffen oder mehreren1Wirkstoffkomponenten zu entwickeln, die- infolge synergistischer ' Effekte die Veränderung des Organverhältnisses zugunsten des. Haupternteproduktes bewirken und die ertragsbezogene Wasserausnutzung verbessern.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Kulturpflanzen mit Lösungen behandelt werden, die neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoffe Cholih (I) dem gegebenenfalls Ethanolamin oder eines seiner Derivate (II) beigemischt ist, - 2,3-Dichlorphenoxycarbonsäuren oder i'n Ester (III) und Salizylsäure oder ihre Derivate enthalten.
cn):
(III)
R3 =
H, GH2-CH2-OH
gleich oder verschieden
= Halogen oder Methylrest
= CL- bis Cg-Alkylcarboxy v
= 2 bis 3 , ':
= H oder Azetyl \ = H, Metallion,.kurzkettige . Alkyl- oder AryIreste,; die· gegebenenfalls - substituiert- sein können.
Dabei/hat sich bei. Hackfrüchten ein Mischungsverhältnis. ;von. I^-zu II zu III zu IV gleich 1 . zu 0,1 bis 1.. zu 0,005 bis: 0,05 zu 0,4 bis 1 und bei. Mähdruschffruchten ein sol-
35 2 1 ι £
ehes von I zu II zu III zu IV gleich 1 zu 0,1 bis 1 zu 0,2 bis 0,8 zu 0,4 bis 1 als günstig erwiesen, ' Im Falle der Anwendung von Mischungen' aus I, III und IV ändert sich am Verhältnis der verwendeten Komponenten zueinander im Vergleich zur Viererkömbination nichts« Die Sesamtaufwandmengen liegen unter 6 kg/ha.
Die optimalen AnwendungsZeitpunkte liegen im Falle der Blattapplikation beispielsweise für Zuckerrüben zwischen Ende Juni und Ende August; für Kartoffeln zwischen Juni und Anfang August und für Getreide vom Erscheinen des > ersten oberirdischen Halmknotens bis zum Schieben des Fahnenblättes· /
Au sführungsbeispiele
Die Erfindung soll nachstehend an zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert werden, ohne sie einzuschränken:
Beispiel 1: : .
Gefäßversuehe zu (Getreide '
Mitscherlichgefäße mit 6,5 kg Quarzsand/Bodengemisch. Düngung 1,2 g I in drei Gaben, 0,5 g P, 1,5 g K in zwei Gaben, 0,3 g Mg und Mikronährstoffe. 15 Winterweizenpflanzen je Gefäß in dreifacher Wiederholung. Wasserversorgung durch tägliches Gießen nach- Gewicht (55 % der maximalen Wasserkapazität). Die Behandlung mit den Wirkstoffen erfolgte im 6-Blattstadium durch Besprühen des Blattapparates (6 ml/Gefäß) . . . .·.,' Die erzielten Ergebnisse gehen aus nachstehender Tabelle hervor, . . - ' -, -: '".' . . · . . :
35 21 12
Tabelle 1: Kornerlprag und Wässerausnutzung bei Winterweizen im Gefäßversuch ·
Wirkstoff
.Kornertrag
Crelativ)
Verhältnis Korn/Stroh Crelativ)
Wasserausnutzung g Korn/kg Wasser (relativ)
Kontrolle 100 100 100
Cholin (I) 112 108 109
Ethanolamin (II) 108 107 .. : 108
2,4-Dichlorphenoxy-
essigsäure (III) 100 100 100
Acetylsalizyl
säure (IY) 10.1 100 99
I + II 115 111 • 111 :
I + IY 114 114 : 109
t + III +IV .11$ 108 115'
I + II + III +IY 117 110 119
Beispiel 2t
!Feldversuche mit Zückerrüben
Die Versuche erfolgten auf Lößstandorten. Die Mittelkombinationen wurden als wäßrige Lösungen CTankmischungen) auf trockene Pflanzenbestände gespritzt:, wobei die Applikation unmittelbar nach bzw« drei Wochen nach Bestandesschluß erfolgte· Jede Wirkstoffvariante wurde bei einer Parzellengröße vqn 16,2 m in vierfacher Wiederholung geprüft;. Aussaat, Pflege und Düngung erfolgten in der praxisüblichen Art und Weise zu den agrotechnisch günstigsten Terminen« Nach der manuellen Rodung der Rüben wurde die Blattmasse bestimmt und nach Waschen der Rüben die Rübenkörpermasse. Die Ermittlung der Wasserausnutzung erfolgte aus dem B2üutt;owasserangebot OTiederschlagssumme vom 1. April bis zum.30. September und der Speicherfeuchte bis 100 cm Tiefe) abzüglich der Bodenfeuchte zum Srntezeitpunkt. Dazu wurde der Bodenwassergehalt unmittelbar nach der Ernte mit Hilfe von Erdbohrern bis 100 cm Tiefe
235 2
bestimmt. .Qe Variante 10 Proben)
Was s er ausnutzung = -'
(kg Rübenfrischmasse/ram)
Rübenfrischmasse/ha
BruttOwasserangebot (mm) -· Bodenfeuchte zur Ernte (mm)
Die Ergebnisse sind aus Tabelle 2 zu ersehen. Da es sich hierbei um Ergebnisse verschiedener Versuche handelt, ist auf die Wiedergabe von Absolutzahlen verzichtet worden.
Tabelle 2: Rüben- und Blattertrag sowie Wasserausnutzung in Relativzahlen von Feldversuchen mit Zuckerrüben ,
Wirkstoff Rübenfrisch Rübe:Blatt Wasserausnutzung
masse kg Rübenkörper:
mm Wasser
(!relativ); «relativ-)-· (relativ)
Kontrolle .· 100 100 ioo
Cholin (I) 107 114 103·
Ethanolamin (II) 104 108 101
2,4-Dichlorphenoxyessig-säüre (IIX) Azetylsalizyl-
149
n.b.
säure (IT) II 96 104 n.b.
I + III 109 117 . 106
I > IT 112 : : 165: 112
I + III + IT. . : -- 108 ;ij6 . n.b. .
I + ti + it '-.. ' :.,·. 114: / 165 v/ n.b.
I + II + III +IT 110 ';. : ...12Ö- . 111
I + 118 .; 171 124 ;
Hierzu 1 Seile Formeln
Porinelblatt
2224
III
R-
R1 ι
N R-
=.H, CH2-CH2-OH . gleich oder verschieden
Halogen oder Methylrest C.-bis Cg- Alkylcarboxy
η = 2 bis 3
R=H oder Azetyl
2 R = H, Metällion, kurzkettige Alkyl- oder Arylreste, die gegebenenfalls substituiert sein können
ν /

Claims (1)

  1. Erfindungsanspruch
    Mittel zur Beeinflussung des Organverhäitnisses bei Kulturpflanzen, vorzugsweise bei Mähdrusch— und Hackfrüchten, gekennzeichnet dadurch, daß' sie neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoffe Cholin (I), dem gegebenenfalls Ethanolamin oder eines seiner Derivate
    (III) beigemischt ist, 2,4-Dichlorphenoxycarbonsäuren oder ihre Ester (III) und Salizylsäure oder ihre Derivate
    (IV) enthalten, wobei für Hackfrüchte das Mischungsverhältnis von I zu II zu III zu IV gleich 1 zu 0,1 bis 1 zu 0,005 bis 0,05 zu 0,4 bis 1 und für Mähdruschfrüchte gleich 1 zu Q,1 bis 1 zu 0,2 bis 0,8 zu 0,4 bis 1 beträgt, im Falle des Weglassens von II die Verhältnisse von I t: III :: IV gleich bleiben und die Ge samt auf wandmengeunter 6 kg/ha liegt.
    Hierzu- ein Blatt Formeln· ''"·.
DD23521181A 1981-11-30 1981-11-30 Mittel zur beeinflussung des organverhaeltnisses bei kulturpflanzen DD208035A3 (de)

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