DD209339A3 - Mittel zur beeinflussung des organverhaeltnisses bei kulturpflanzen - Google Patents

Mittel zur beeinflussung des organverhaeltnisses bei kulturpflanzen Download PDF

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DD209339A3
DD209339A3 DD23520881A DD23520881A DD209339A3 DD 209339 A3 DD209339 A3 DD 209339A3 DD 23520881 A DD23520881 A DD 23520881A DD 23520881 A DD23520881 A DD 23520881A DD 209339 A3 DD209339 A3 DD 209339A3
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ethanolamine
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Guenther Schilling
Hans Bergmann
Hans Eckert
Guenther Hoffmann
Werner Kochmann
Wilfried Kramer
Sieghard Lang
Horst Nindel
Steffan Otto
Dieter Roth
Guenther Sembdner
Guenter Schoeppe
Walter Steinke
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Bitterfeld Chemie
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Abstract

Die Erfindung betrifft Mittel zur Beeinflussung des Organverhaeltnisses von Kulturpflanzen, vorwiegend bei Maehdrusch- und Hackfruechten. Ziel der Erfindung ist es, den Anteil oekonomisch relevanter Ernteprodukte an der Gesamtbiomasse(Ernteindex) zu verbessern. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, wachstumsregulierende Mittel aus Wirkstoffen oder anderen Wirkstoffkomponenten zu entwickeln, die infolge synergistischer Effekte die Veraenderung des Organverhaeltnisses zugunsten des Haupternteproduktes bewirken. Die Kulturpflanzen werden mit Loesungen behandelt, die Cholin und uebliche Hilfs- und Traegerstoffe oder als weiteren Wirkstoff Ethanolamin oder seine Derivate enthalten. Es wird ein Mischungsverhaeltnis von Cholin zu Ethanolamin bzw. seinen Derivaten von 1 zu 0,1 bis 1 verwendet. Die Gesamtaufwandmengen liegen unter 6kg/ha. Wird Cholin allein verwendet, betraegt sein Anteil in der Mischung mit den Hilfs- und Traegerstoffen 30 bis 80%.

Description

2352
"YBB. CHEMIEKOMBHrAT BITTEKPELD Bitterfeld, 25.11.1981
2221
Mittel zur Beeinflussung des Organ-Verhältnisses bei Kulturpflanzen
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft Mittel zur Beeinflussung des Organverhältnisses bei Kulturpflanzen, vorwiegend bei Mähdrusch- und Hackfrüchten, _ . .'. . - .
Charakteristik der bekannten technischen. Lösungen
Ss ist bekannt, daß Kombinationen von 2,3-Dichlorisobutyrat mit Chlorcholinchlorid und/oder 2,4-Di chlorphenole ssigsäure das Blatt/Wurzel-Verhältnis bei Wurzelfrüchten, beispielsweise bei Betarüben, zugunsten des Rübenkörpers beeinflussen und dadurch Ertragssteigerungen dieser Kulturpflanzen ermöglichen, (DD-PS Hr. 145: 880).
Die Fachteile dieser Wirkstoffkombination liegen vorrangig in der einseitigen und daher von der Witterung stark abhängigen Wirkung. So kann es bei ihrer Anwendung unter Trockenbedingungen zu einer zu starken Reduzierung der Blattmasse kommen, die sich auf die Substanzxdldung ungünstig auswirkt. Der hohe Anteil an Chlorcholinchlorid bringt außerdem toxikologische Probleme bei der Verwertung des Rübenblattes, Weiterhin ist bekannt, daß Ethanolamine
-2-235 208 1 2221
"oder Kombinationen von Ethanolaminen mit Phosphonsäuren und/oder Salizylsäure bzw. ihren Derivaten und Aluminiumsulfat, oder Alaun oder Phenoxyisobuttersäurederivaten den Rübenkörperertrag ohne große Veränderung des Organverhält-,nisses über eine erhöhte Wasseraneignung verbessern (DDi-PS 151 104 ). Die Anwendung
dieser Wirkstoffe bzw. der Wirkstoffkombinationen bringt nur dann die beabsichtigten Wirkungen, wenn der Wässerhaushalt der Pflanzen angespannt ist. Außerdem ist die Veränderung des Organverhältnisses zu gering, um eine effektive Wasserausnutzung zu ermöglichen.
Weiterhin sind Mittel zur Regulierung von Wachstumsund Stoffwechse^prozessen in Pflanzen bekannt, bei denen Wirkstoffkombinationen aus 2-Chlorethylphosphonsäure und/ oder Chlorcholinchlorid und ein Dichlorphenoxyisobuttersäurederivat, beispielsweise 2,4-Dichlorphenoxyisobuttersäure, verwendet werden (DD-PS Nr. 136 209). Die Nachteile dieser Wirkstoffkombinationen bestehen vor allem in der unsicheren Wirkung.« Außerdem verbessern diese Mittel lediglich die Wasseraneignung-und njjßht die. Wasserausnutzung im Sinne einer erhöhten Trockensubstanzbildung je Einheit verbrauchten Wassers (WUE),
Ferner, ist bekannt, daß Dimethylsulfoxid mit Phenylbutazon oder Phenobarbital oder Nicetamid oder Metopiron die Eranspirationsproduktivität bei G-etreide erhöhen (DD-PS Nr. 126 141). Eine Steigerung dieses Effektes ist durch Zusätze wirkungserhöhender Mittel, zu Dimethylsulfoxid wie Azety!salizylsäure, Paraformaldehyd, 8-Hydroxychinolin oder.2-Chlqrethylpho3phonsäure möglich (DD-PS Nr. 133 512),
Wassersparende Xonstitutiönstypen bei Getreide werden nach DD-PS Nr. 136 209 und—€0-5—ΐ->ΐ auch dadurch induziert, wenn die Pflanzen mit Wirkstoffkombinationen aus 2-Chlorethylphosphonsäure, Chlorchoiinchlorid und/oder 2,4-Dichlorphenoxyisobuttersäure behandelt werden. Die Nachteile dieser Wirkstoffe bzw« Wirkstoffkombinationen liegen
-3-2352UÖ 1 222
neben der nicht, sicheren Wirkung vor allem in der toxikologischen Bedenklichkeit der eingesetzten Präparate und der komplizierten technischen Zugänglichkeit.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, den Anteil ökonomisch relevanter Ernteprodukte an der Gesamtbiomasse ('Ernteindex) zu verbessern·
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, wachstumsregulierende Mittel aus Wirkstoffen oder mehreren Wirkstoffkomponenten zu entwickeln, die infolge synergistischer Effekte die Veränderung des Organverhältnisses zugunsten des Haupternteproduktes bewirken und die ertragsbezogene Wasserausnutzung verbessern, Die Aufgabe wird erfindungsgemäß3 dadurch gelöst, daß die Kulturpflanzen mit Lösungen behandelt werden, die Cholin (I) und übliche Hilfs- und 'Trägerstoffe oder als weiteren Wirkstoff Ethanolamin oder seine Derivate (II) enthalten« Dabei hat sich bei Hackindr^äHdruschfrüchten ein Mischungsverhältnis von Cholin zu Ethanolamin bzw. seinen Derivaten von 1 zu 0,1 bis 1 als günstig erwiesen« Die Gesamtaufwandmengen liegen unter 6 kg/ha« Wird Cholin allein verwendet, beträgt sein Anteil in der Mischung mit den Hilfs- und Trägerstoffen 30 % bis 80 %.
Die optimalen Anwendungszeitpunkte liegen im Falle der Blattapplikation für Zuckerrüben zwischen Ende Juni und Ende August, für Kartoffeln zwischen Juni und August und für getreide vom Erscheinen des ersten oberirdischen Halmknotens bis zum Schieben des Fahnenblattes.
Ausführungsbeispiele
Die Erfindung soll nachstehend an zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert werden, ohne sie einzuschränken:
2352
2221
Beispiel 1
Gefäßversuche zu Sommergerste und Winterweizen Mitscherlichgefäße mit 6,5 kg Quarzsand/Bodengemisch. Düngung 1,2 g IT in drei Gaben, 0,5 g P, 1,5 g K in zwei Gaben, 0,3 g Mg und Mikronährstoffe. 15 Getreidepflanzen je Gefäß in dreifacher Wiederholung, Wasserversorgung durch tägliches Gießen nach Gewicht (55 % der maximalen Wässerkapazität).
Die Behandlung mit den Wirkstoffen erfolgte im 6-31attstadium durch Besprühen des Blattapparates (6 ml/Gefäß)0 Die erzielten Ergebnisse gehen aus den nachstehenden Tabellen hervor.
Tabelle If Kornertrag und. Wasser ausnutzung bei Sommergerste Lada im Gefäßversuch
Wirkstoff-
Kornertrag (g/Gefäß;
Verhältnis Wasserausnutzung (Korn/Strohj (g Korn/kg Wasser^
Kontrο1le 100=(48,2)
Cholin (I) ...: . 118
Ethanolamin (II) 115
I und IX 123
100« (1 ,26) Λ I 00»(1 ,76)
109 1 τ.β
105 1 12
115. 1 19
Tabelle 2-r Korner-trag und Wasser ausnutzung bei Winter-. weizen im Gefäßversuch
Wirkstoff;
Kornertrag (g/Gefäß)
Verhältnis Wasserausnutzung; (Korn/Stroh)(g Korn/kg Wasser)
Kontrolle 100=(42,9)
Cholin (I) 112:
Ethanolamin (II) 108
I und' II . 115
100=(1,18)
108 107 111
100=(1,54)
109
108
111
-5-2352 08 12221.
Beisuiel 2
Feldversuche mit Zuckerrüben
Die Versuche erfolgten auf lößstandorten. Die Mittelkombinationen sind als wäßrige Lösungen ('Tankmischungen) auf trockene Pflanzenbestände gespritzt: worden, wobei die Applikation unmittelbar nach bzw. drei Wochen nach Bestandesschluß'; erfolgte,. Jede Wirkst off Variante wurde bei einer Parzellengröße von 16,2 m in vierfacher Wiederholung geprüft". Aussaat, Pflege und Düngung erfolgten in der praxisüblichen Art und Weise zu den agrotechnisch günstigsten Terminen. Nach der manuellen Rodung der Rüben wurde die: Blattmasse bestimmt und nach Waschen der Rüben die Rübenkörpermasse.
Die Ermittlung: der Was a er ausnutzung erfolgt^ aus dem Brutirowasserangebot (ITiederschlagssumme vom 1, April bis 30« September und der Speicherfeuchte bis 1CÖ cm Tiefe) abzüglich der Bodenfeuchte zum Erntezeitpunkt. Dazu wurde der Bodenwassergehalt unmittelbar nach der Ernte mit Hilfe von Erdbonrern bis TOO cm Tiefe bestimmt; ('je Variante 10 Proben). Wasserausnutzung (kg Rübenfrischmasse/mm) =
Rübenfrischmasse/ha
Bruttowasserangebot: (mm) - Bodenfeuchte zur Ernte (mm);
Die Ergebnisse sind aus der Tabelle 3 zu ersehen. Da es sich hierbei um Ergebnisse verschiedener Versuche handelt, ist auf die Wiedergabe von Absolutzahlen verzichtet worden
Tabelle 3: Rüben— und Blattertrag sowie Wasserausnutzung in Relativzahlen von Feldversuchen mit Zuckerrüben
Wirkstoff Rübenfrisch Rübe:Blatt Wasserausnutzung
masse kg Rübenkörper :
(relativ) (relativ) mm Wasser ('relativ)
Kontrolle 100 100 100
Cholin (I) 107 114 103
Ethanolamin (II) 104 108 101
I und Ii 109 117 106

Claims (2)

-6 - 2 3 5 I O 8 I 2221 Erfindungsansprüche
1« Mittel "zur Beeinflussung des Organverhältnisses bei Kulturpflanzen, vorzugsweise bei Mähdrusch- und Hackfrüchten, gekennzeichnet dadurch, daß sie neben üblichen Hilfs- und 1Eragerstoffen Cholin mit einem Anteil von 30 bis 80 Prozent enthalten und die Aufwandmenge unter 6 kg/ha liegt,
2» Mittel nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß sie neben Cholin (J) als weiteren Wirkstoff Ethanolamin oder seine Derivate (II) enthalten,
(II.)
wobei R1, R2, R^ für H, CH2OH oder GH2-CH2-OH, gleich oder verschieden, stehen und das Mischungsverhältnis von I zu- II gleich 1 zu 0,1 bis 1 beträgt· und die Gesamtaufwandmengen unter 6 kg/ha liegen.
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