DD249625A1 - Fungizide mittel - Google Patents

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DD249625A1
DD249625A1 DD29094186A DD29094186A DD249625A1 DD 249625 A1 DD249625 A1 DD 249625A1 DD 29094186 A DD29094186 A DD 29094186A DD 29094186 A DD29094186 A DD 29094186A DD 249625 A1 DD249625 A1 DD 249625A1
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gef
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fungicidal agents
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infestation
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DD29094186A
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Kurt Goetzschel
Christine Fieseler
Klaus Heutzenroeder
Joachim Berner
Heinz Boehland
Wolfgang Mueller
Regina Poppe
Manfred Pallas
Dietmar Schoenfelder
Original Assignee
Bitterfeld Chemie
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Abstract

Die Erfindung betrifft neue fungizide Mittel, die in der Landwirtschaft und im Gartenbau zur Bekaempfung pilzlicher Schaderreger eingesetzt werden koennen. Als Wirkstoffe enthalten sie neben ueblichen Hilfs- und Traegerstoffen Verbindungen aus der Stoffklasse der N-Arylcarbamidsaeureester in Form der freien Basen oder deren Salze.

Description

enthalten, in der
R^R2 = Wasserstoff, Halogen oder die Nitrogruppe,
R3 bedeuten. Wasserstoff oder Alkyl,
Χ,Υ Sauerstoff oder Schwefel,
R4, R5 = Wasserstoff oder Alkyl, wobei R4 und R5 mit Stickstoff auch einen heterocyclischen Ring
bilden können,
η = 1,2
P 0,1
m = 0,1,2
2 = 0,1
W 1,2
A = Chlorfürm = 1
MeClvfürm = 2 und Me
= zweiwertiges Metallion
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung kann in der Landwirtschaft und im Gartenbau zur Bekämpfung pilzlicher Krankheitserreger, vorzugsweise von Phythophothora infestans, an Nutzpflanzen verwendet werden.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Die Kraut- und Knollenfäule sowie der Getreidemehltau befallen immer wieder bei entsprechenden klimatischen Bedingungen erhebliche Feld- und Gartenbestände und stellen somit einen ökonomisch bedeutsamen Schadfaktor dar. Die Anwendung von neuen Fungiziden bzw. die Suche nach neuen Mitteln mit besseren Wirkungen und Resistenzeigenschaften ist deshalb von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung.
Mittel mit Wirkung gegen phythopathogene Pilze sind bereits bekannt. Praxisnahe Wirkstoffe dieser Art sind zum Beispiel metallorganische Verbindungen wie Manganäthylenbisdithiocarbamat (US-PS 2504404) oder das N-Trichlormethylthiophthalimid (US-PS 2553770).
Viele der bekannten Präparate besitzen jedoch noch Mängel bezüglich der Warmblütertoxizität, der Pflanzenverträglichkeit, in der Dauerwirkung oder bezüglich der Rückstandsproblematik. Von den teilweise in der Literatur bekannten Vertretern der erfindungsgemäßen Wirkstoffe waren bislang nur kelenästhetische (US-PS 2033740) oder antilekemische Wirkungen bekannt [Stern, P. Giorn. ital. chemister. 3, 390-393 (1956)]. Des weiteren wird über eine bakteriostatische Aktivität berichtet (US-PS 2959612).
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung ist es, neue fungizide Mittel zu entwickeln. Sie sollen bei niedrigen Aufwandmengen eine sehr gute Selektivität aufweisen, insbesondere eine gute Wirkung gegen Phytophthora infestans besitzen und bei niedrigen Aufwandmengen nicht phytotoxisch wirken.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, aus der großen Stoffklasse der N-Arylcarbamidsäureester neue fungizide Mittel zu entwickeln.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß sie neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen Wirkstoffe der allgemeinen Formel
3-jj-Y-(CH2)n-NHp<
enthalten.
Dabei bedeuten R11R2 = Wasserstoff, Halogen oder die Nitrogruppe,
R3 = Wasserstoff oder Alkyl,
X, Y = Sauerstoff oder Schwefel,
R4, R6 = Wasserstoff oder AkIyI, wobei R4 und R5 mit Stickstoff auch einen heterocyclischen Ring
bilden können, η = 1,2
P =0,1
m = 0,1,2
Z =0,1
W = 1,2
A = Chlorfürm =
MeCI4fürm = 2 und Me = zweiwertiges Metallion-
Es wurde in Gewächshaus- und Freilandversuchen gefunden, daß die erfindungsgemäßen Wirkstoffe sowohl als freie Basen als auch als deren Salze eine sehr gute fungizide Wirkung gegenüber Phytophthora infestans besitzen, aber auch gut gegen Erysiphe graminis wirksam sind.
Als besonderer Vorteil gegenüber bekannten Mitteln erweist sich die Kombination von Phycomyceten- und Vomycetenwirkung sowie die sehr gute Pflanzenverträglichkeit mono- und dikotyler Pflanzen.
Als besonders wirksam gegenüber Phytophthora infestans erweisen sich die Verbindungen Il und III (s. Tabelle 1), die auch im Konzentrationsbereich von 0,01 % noch einen guten Bekämpfungserfolg bei sehr guter Pflanzenverträglichkeit zeigen. Die Herstellung der erfindungsgemäßen Wirkstoffe erfolgt nach in der Literatur bekannten Methoden (vgl. Heutzenröder, K., Dissertation Mühlhausen 1976; Berner, J., Heutzenröder, K., Fickel, U., Z.Chem. 18, 402-403,1978; Z.Chem. 18, 91,1978).
Tabelle 1: Übersicht über die erfindungsgemäßen Verbindungen
Verb. Nr. Ri R2 R3 R4 R5 Et X Y η P Z W m A Summenformel
I NO2 H H Et Et •)s- 0 0 2 1 1 CNI 2 CuCI4 C26H40CI4N6O8Cu
Il Cl Cl H Et Et Et 0 0 2 1 1 1 1 Cl C13H19CI3N2O2
III Cl Br H Et Et 0 0 2 1 1 1 1 Cl C13H19BrCI2N2O2
IV H Cl H Me Me 0 0 2 1 1 1 1 Cl C11H16CI2N2O2
V H Br H Me Me S 0 2 1 1 1 1 Cl C11H16BrCIN2OS
Vl Cl H H H Et 0 0 2 1 1 1 1 Cl C11H16CI2N2O2
VII H H Et -(CH2)S- S S 2 0 0 1 0 C16H24N2S2
VIII H CL H Et 0 S 2 1 1 1 1 Cl C13H20CI2N2OS
IX H H H -(CH2 S S 1 0 0 1 0 C13H18N2S2
X H Cl H H 0 0 2 1 1 1 1 Cl C11H16CI2N2O2
Fortsetzung der Tabelle 1
Verb. Molmasse Ks/KMol FP°C
%C
%H
%cr
VNHcm"
I 769,23 111-195 ber. 40,56 gef. 40,46 5,04 5,13 10,92 11,05 18,42 18,63
Il 341,51 156-159 ber. 45,68 gef. 45,52 5,56 5,61 10,39 10,31
IM 385,94 159-162 ber. 40,42 gef. 40,48 4,92 5,16 9,18 8,78
IV 279,15 175 ber.— gef.- 3343 3 235
V 339,64 180-183 ber.— gef.- 8,24 8,70 10,45 10,70
Vl 279,15 164-166 ber. 47,31 gef. 47,42 5,78 5,50 12,70 13,03 3 328
VII 307,20 74-76 ber. 62,5 gef. 62,6 7,8 7,8 9,3 9,2
VIII 323,24 192-195 ber. 48,6 gef. 48,5 6,3 6,7 8,7 8,8
IX 266,39 93-95 ber. 58,5 gef. 57,7 7,1 7,3 10,5 10,8 3 665
X 279,15 205 ber. 47,31 gef. 47,13 5,78 5,56 12,70 12,56 3360
Ausführungsbeispiele Beispiel 1
Im in-vivo-Test an Tomatenblättern konnte eine sehr gute fungizide Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel gegenüber dem Testpilz Phytophthora infestans ermittelt werden.
Intakte Blätter von Tomatenpflanzen wurden mit einer Spritzbrühe behandelt, die 0,1 bzw. 0,01 % Wirkstoff der genannten Verbindungen (durch Formulierung in eine mit Wasser emulgierbare oder suspendierbare Form gebracht) enthielt. Nach dem Antrocknen des Spritzbelages wurde mit dem Testpilz infiziert. Die Inkubation erfolgte bei 20°C und 96 bis 100% relativer Luftfeuchte in einer feuchten Kammer. Der Blattbefall durch den Schadpilz wurde 5 Tage nach Infektion nach folgendem allgemeinem Boniturschema ermittelt. Dabei wird ebenfalls die Pflanzenverträglichkeit der Verbindung mit bonitiert. Boniturschema: Phytophthora-Wirkung 1= starker Befall durch Schadpilze wie unbehandelte Kontrolle
2 = mittlerer Befall
3 = geringer Befall
4 = kein Befall durch Schadpilze
Blatt gesund Pflanzenverträglichkeit 1 = Blatt stark geschädigt 2= mittlere Schädigung
3 = geringe Schädigung
4 = Blatt ohne Schäden
Die Ergebnisse aus diesem Test sind in Tabelle 1 dargestellt. Als Boniturnote wird jeweils der Mittelwert aus 3 Wiederholungen angegeben. Die Phytotoxizität wird in Klammern bei der jeweiligen Phytophthora-Boniturnote registriert. Die Werte sind in bezug auf die als Standard benutzten Fungizide Zineb 90, Maneb 80, Spritz-Cupral 45 zu beurteilen. Die wirksamsten Vertreter der erfindungsgemäßen Mittel sind besser bzw. ebenso wirksam wie die benutzten Standardfungizide.
Tabelle 2: Hemmung des Wachstums von Phytophthora infestans an Tomatenblättern durch die erfindungsgemäßen Mittel Verbindung
Boniturnote bei 0,1% (4) Nr. (4)
0,1% JMrkstoffanteil in (4) (4)
4,0 (4) (4)
3,0 (4) (4)
3,0 (4) der Spritzbrühe (4)
3,7 (4) 2,0 (4)
4,0 (4) 3,0 (4)
3,3 (4) 3,0 (4)
3,3 (4) 1,0 (4)
4,0 (4) 1,3 (4)
4,0 (4) 1,0 (4)
4,0 1,0
3,3 1,0
1,3
1,7
2,0
V Vl VII VIII Maneb80 Zineb90 Spritz-Cupral45
Beispiel 2
Die erfindungsgemäßen Mittel zeigten außerdem eine Nebenwirkung gegen Erysiphe graminis.
Haferpflanzen wurden mit einer Spritzbrühe behandelt, die 0,1 Gew.-% Wirkstoff der genannten Verbindungen enthielt. Nach dem Antrocknen des Spritzbelages wurde mit Sporen des Testpilzes infiziert. Der Befall der Haferpflanzen durch Erysißhe graminis wurde nach 7 Tagen nach oben genanntem Boniturschema ermittelt. Gleichzeitig wird die Pflanzenverträglichkeit der Verbindung bonitiert.
Die Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel auf Erysiphe graminis geht aus Tabelle 2 hervor. Verglichen wurde die Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel mit den Standardpräparaten Morestan und Calixin.
Tabelle 3: Hemmung des Wachstums von Erysiphe graminis an Haferpflanzen durch die erfindungsgemäßen Mittel
Verbindung Nr.
Vl VII IX X Morestan Calixin
Boniturnote (4)
bei 0,1% (4)
Wirkstoffanteil (4)
3,0 (4)
3,0 (4)
3,0 (4)
3,0 (3-4)
3,0
3,7
4,0

Claims (1)

  1. Erfindungsanspruch:
    Fungizide Mittel gegen Phycomyceten, vorzugsweise Phytophthora infestans, gekennzeichnet dadurch, daß sie neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoff Verbindungen der allgemeinen Formel
    4
    l5
DD29094186A 1986-06-04 1986-06-04 Fungizide mittel DD249625A1 (de)

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