Verfahren zur Darstellung eines Benzolsulfamidderivates. Gegenstand des vorliegenden Patentes bildet ein Verfahren zur Darstellung des im Patent Nr. 210781 beschriebenen Benzolsul- famidderivates, welches dadurch gekenn zeichnet ist, dass man auf eine Verbindung, die das Radikal der Benzolsulfosäure, die in p-Stellung durch einen durch Reduktion in eine Aminogruppe überführbaren Rest sub stituiert ist, enthält, wie zum Beispiel die Säuren selbst, ihre Halogenide,
Ester oder Anhydride, 2-Amino-4,5-dihydro-thiazol ein wirken lässt und die erhaltene Verbindung mit Reduktionsmitteln behandelt.
So kann man zum Beispiel zur Reaktion ein Benzolsulfosäurederivat verwenden, wel ches in p-Stellung, zum Beispiel durch eine Nitro- oder eine Azogruppe, substituiert ist und das Umsetzungsprodukt reduzieren.
Die Kondensation kann in An- und Ab wesenheit von indifferenten Lösungsmitteln oder in Gegenwart von Wasser ausgeführt werden. Als Lösungsmittel lassen sich zum Beispiel Äther, Diogan, Petroläther, Benzol, Toluol, Xylol, Chlorbenzol, Nitrobenzol, Te- trachloräthan verwenden. Es kann auch in Gegenwart von Kondensationsmitteln oder Katalysatoren gearbeitet werden.
So kann die Umsetzung zum Beispiel mit alkalisch reagierenden Mitteln, wie Alkalien und Erd alkalien, organischen Basen, zum Beispiel tertiären Basen, wie Pyridin, ferner zum Beispiel mit Phosphorpentogyd, Phosphor ogychlorid, Zinntetrachlorid und dergleichen erfolgen.
<I>Beispiel 1:</I> 10 Teile 2-Amino-4,5-dihydro-thiazol wer den in 100 Teilen Pyridin gelöst und in der Kälte mit 22 Teilen p-Nitrobenzol-sulfochlo- rid versetzt. Nach Stehen über Nacht wird die Masse mit reichlich Wasser verdünnt und das ausfallende Kondensationsprodukt abgesaugt und gut gewaschen.
Die noch feuchte Paste wird nun in 10%iger Natron lauge gelöst und bei 10-20' in einen Brei von Ferrohydrogyd eingerührt, der aus 200 Teilen Ferrosulfat in 1000 Teilen Wasser und 70 Teilen Natriumhydroxyd in 150 Tei len Wasser gewonnen wurde.
Nach zirka 2stündigem Stehen wird ab gesaugt und das Filtrat mit Essigsäure neu tralisiert. Das 2-(p-Aminobenzolsulfamido)- 4,5-dihydro-thiazol fällt in kristalliner Form aus.
<I>Beispiel 2:</I> 20 Teile 2-Amino-4,5-dihydro-thiazol wer den gelöst in 200 Teilen Essigester und un ter Rühren und Kühlen mit einer Lösung von 22 Teilen p-Nitro-benzolsulfochlorid ver setzt. Nach 10stündigem Rühren wird das Lösungsmittel abdestilliert, der Rückstand mit Wasser behandelt und abgesogen. Das noch feuchte Kondensationsprodukt wird mit einer 30-40 warmen Mischung von 20 Tei len Eisenfeile, 30 Teilen Wasser und 5 Tei len konzentrierter Salzsäure verrührt.
Nach Beendigung der Reduktion wird die Masse durch Zusatz von Natronlauge alkalisch ge macht und abgesogen. Aus dem Filtrat wird das 2-(p-Aminobenzolsulfamido) - 4,5 - dihy- dro-thiazol durch Neutralisieren mit Essig säure ausgefällt.
<I>Beispiel 3:</I> 40 Teile p-Nitro-benzolsulfosäure-anhy- drid werden unter Rühren in eine Lösung von 10 Teilen 2-Amino-4,5-dihydro-thiazol in 100 Teilen Pyridin eingetragen. Nach ein stündigem Erwärmen auf dem 'VGTasserbad wird in Wasser eingerührt und das ausfal lende Produkt abgesogen und gut ausge waschen. Das noch feuchte Kondensations produkt wird in 300 Teilen 10 ö iger Salz säure suspendiert und bei 50 mit einem ÜberschuB von feinem Zinn versetzt.
Nach zirka 1 Stunde ist die Reduktion beendigt und die Lösung wird nach Verdünnen mit Wasser filtriert. Durch Einleiten von Schwefelwasserstoff wird das gelöste Zinn gefällt. Das 2-(p-Aminobenzolsulfamido)- 4,5-dihydrothiazol wird nach Filtration mittels Soda gefällt. Nach Umkristallisie- rung aus Wasser wird es in reiner Form er halten. <I>Beispiel 4:</I> 32 Teile 4,4'-Dimethylamino-azobenzol- sulfochlorid werden in eine Lösung von 10, Teilen 2-Amino-4,5-dihydro-thiazol in 100 Teilen Pyridin eingetragen, wobei sich die 'Hasse stark erwärmt.
Zur Vervollständigung der Reaktion wird noch eine Stunde auf dem Dampfbad erwärmt und hierauf in Wasser eingerührt.
Das Kondensationsprodukt wird abgeso- gen, mit Wasser gewaschen und wieder in 200 Teilen Wasser suspendiert. Durch Zu gabe von konzentrierter Natronlauge wird das Produkt in Lösung gebracht und bei 40' durch langsames Zugeben von Natrium- hydrosulfit reduziert. Das Ende der Reduk tion kann am Verschwinden der roten Farbe erkannt werden. Durch Neutralisation der alkalischen Lösung mit Essigsäure wird das 2 - (p -Aminobenzolsulfamido) - 4,5 - dihydro- thiazol ausgefällt.