DD218265A1 - Selektive herbizidkombinationen - Google Patents

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DD218265A1
DD218265A1 DD24651682A DD24651682A DD218265A1 DD 218265 A1 DD218265 A1 DD 218265A1 DD 24651682 A DD24651682 A DD 24651682A DD 24651682 A DD24651682 A DD 24651682A DD 218265 A1 DD218265 A1 DD 218265A1
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Wolfgang Brosch
Guenter Dittrich
Georg Hoh
Brunhilde Lang
Dieter Spengler
Christian-Rainer Wenzel
Hans G Werchan
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Fahlberg List Veb
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Abstract

Die Erfindung betrifft selektive Herbizidkombinationen insbesondere gegen annuelle Unkraeuter. Als Wirkstoffe enthalten sie Gemische aus substituierten Cyclohexylharnstoffen und Benzofuranderivaten.

Description

Die Erfindung betrifft neue Herbizidkombinationen zur selektiven Unkrautbekämpfung von mono- und dikotylen Unkräutern in Kulturpflanzenbeständen, insbesondere Betarüben, Leguminosen und Dauerkulturen.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen:
Der N-Cyclohexyl-N1,N'-dimethylharnstoff wird als Herbizid gegen dikotyle Unkräuter in der US-PS 26 61 272 beschrieben. Weiterhin ist bekannt, daß durch Arylharnstoff-Derivate im allgemeinen dikotyle Unkräuter besser als monokotyle Arten zu bekämpfen sind (DD-PS 11 15 42; DD-PS 10 22 75; DD-PS 11 01 56; DD-PS 11 01 59).
Auch die herbizide Wirksamkeit von Benzofuranderivaten gegen mono- und dikotyle Unkräuter wurde in den mittsiebziger Jahren erkannt (US-PS 32 35 363; JA-PS 4261/67).
Ziel der Erfindung:
Ziel der Erfindung ist es, neue selektive Herbizidkombinationen zu entwicklen, die gleichzeitig annuelle mono- und dikotyle Unkräuter vernichten.
2aNlRl 1983*0Ψ\
Darlegung des Wesens der Erfindung:
Es wurde gefunden, daß die selektiven Herbizidkombinationen neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoff substituierte Cyclohexylharnstoffe der allgemeinen Formel I
/. VnH-CO-NR1R2 Formel I
1 Ό 2 ' '
in der R und R unabhängig voneinander für Wasserstoff oder
C.-C^-AXkyl steht und '. :
2-Ethoxy-2,3~dinydro~3,3-dimethyl-benzofuran-5-yl-methansulfonat der Formel H1
CH3-SO2-O,
Formel II
enthalten.
Für diese Kombinationen ergibt sich nicht nur eine Addition der unterschiedlichen Wirkungen, sondern es treten echte synergistische Effekte auf, sowohl in bezug auf die Wirkung gegen monokotyle als auch gegen dikotyle Schadpflanzen. In der erfindungemäßen Wirkstoffkombination wurde die bekannte gute Wirkung von 2-Ethoxy-2,3-dihydro-3,3-dimethylbenzof uran-5—yl-methansulfonat gegen Schadgräser durch das Zusammenwirken mit dem gegen dikotyle Unkrautarten wirkenden N-Cyclohexyl-N",N'-dimethylharnstoff ergänzt, womit eine wesentliche Senkung der Aufwandmenge je Flächeneinheit ermittelt wurde.
Die Anwendung der Herbizidkombinationen erfolgt zweckmäßigerweise in den für Unkrautbekämpfungsmittel üblichen Zubereitungs- bzw. Applikationsformen, wie zum Beispiel Lösungen, Emulsionen, Suspensionen oder Spritzkonzentraten, die unter
Zusatz von flüssigen und/oder festen Trägerstoffen bzw. Verdünnungsmitteln zumeist unter Zugabe oberflächenaktiver Stoffe und anderer Formulierungshilfsmittel bereitet und zur Anwendung mit Wasser verdünnt werden können. Die Anwendungsformen variieren mit dem Verwendungszweck. Wesentlich ist in jedem Fall die Gewährleistung einer feinen Verteilung der wirksamen Substanzmischung. Die Herstellung der verschiedenen Zubereitungen erfolgt in an sich bekannter Weise durch Misch- und Mahlverfahren. Außerdem ist eine gemeinsame Ausbringung der erfindungsgemäßen Kombinationen mit anderen Agrochemikalien möglich.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläutern ohne sie einzuschränken.
Beispiel 1 · . -
In Gewächshausversuchen wurde unter Verwendung eines Bodens mittlerer Sorptionskapazität (sandiger Lehm) bei einer Wasserkapazität von ca. 60 % die herbizide Wirkung von Kombinationen aus N-Cyclohexyl-N1,N -dimethylharnstoff (A) und 2-Ethoxy-2,3~dihydro-3,3~dimethylbenzofuran-5-yl-methansulfonat (B) im Vorauflaufverfahren im Vergleich zu den Einzelkomponenten geprüft.
Die Applikation der formulierten Wirkstoffe erfolgte als Tankmischung in 1000 1 Wasser je Hektar in der Spritzkabine unmittelbar nach der Aussaat der Testpflanzen. Zur Bonitur der herbiziden Wirkung fand folgender Schlüssel Verwendung:
Boniturnote Schadstärke
1 vernichtet
2 ' I
3
5
6
7
8
9
ungeschädigt
Tabelle 1 "Boniturschlüssel
___ Unkraut besät ζ
0 5
15 30 50 70 85 95 100
Die Testung erfolgte an,den Unkrautarten
Stellaria media, (L.) Senecio vulgaris L. Anthemis arvensis L. .: Thlaspi arvense L. Agrostemma githago L. Lamium purpureura L. Chenopodium album L. Polygonurn lapathifolium L. Spergula arvensis L. Galium aparine L. Apera spica-venti (L.) P.B. Poa annua L.
Setaria glauca (L.) P.B.' .
Bromus secalinus L
Echinochloa crus-galli (L.) P.B.
Durch die Kombination der Wirkstoffe wurde im Vergleich zu den Einzelwirkstoffen eine Wirkungsverbesserung gegen Unkräuter gefunden, die auf synergistischen Effekten beruht. Die Kombinationswirkung wird dann als synergistisch bezeichnet, wenn sie besser als die aus beiden Einzelwirkungen der Mischungspartner berechnete unabhängige relative Wirkung
(COLBY, Weed 15/1967/1, 20-22) oder äquivalente Wirkung (TAMMES,- Meth. J. Plant Path. 70/196V, 73-80) ist. Die Berechnung erfolgte nach LANG et al., Tagungsbericht "Unkrautbekämpfung in der industriemäßigen Pflanzenproduktion", Halle (1979).
Der Vergleich der - erwarteten mit der durch die Kombination tatsächlich benötigten Aufwandmengen bezieht sich auf einen Restunkrautbesatz von 10 % EDg^-Wert.
Bei diesem Vergleich ist somit nicht der stärkste Synergismus, sondern eine praxisrelevante Wirkung von 90-100 % Bekämpfungserfolg maßgeblich, wobei die Durchschnittswerte der Testpflanzeri angegeben werden. Für die Berechnung wurden die Bonitürwerte von 30 Tagen nach der Applikation verwendet.
In Tabelle 2 ist die mit den Herbizidkombinationen erzielte Substanzeinsparung dargestellt.
Tabelle 3 beinhaltet die mit den Kombinationen erzielte Wirkungsverbesserung.
Tabelle 2 Substanzeinsparung mit der Herbizidkombination aus A. + B im Wirkungsbereich ED
: 10 Testpflanze Dosis ' A (kg im Versuch B A+B AS/ha) 1,2 Dosis berechnet unabhängig äquivalent . A+B A+B (kg AS/ha) 0,9 1,1 1,2 eingesparte Dosis unabhängig äquivalent .A+B A+B - 33 , - 45 - 33 · . I σ>
: 30 gesamt monokotyl dikotyl 1,1 1,4 1,4 0,1 0,2 0,2 0,9 0,8 1,6 0,8 0,9 1,2 1,0 0,6 2,1 - 50 - 78 - 33 10 - 33 24 I
Mischungs verhältnis A : B : 50 gesamt monokotyl dikotyl 0,6 0,56 1,1 0,3 0,24 0,5 1,2 0,8 1,6 0,8 •0,6 1,8 1,2 . 0,7 1,2 - 13 " - 33 11 0 - 14 - 33
90 : 70 gesamt monokotyl dikotyl 0,6 0,4 0,8 0,6 0,4 0,8 1,1 0,5 1,0. 0,7 1,2 1,5. 0,5 2,0 - 20 - 14 - 33 27 0 20
70 : 90 gesamt monokotyl dikotyl 0,3 0,15 0,5 0,1 0,35 1,1 1,3 0,5 1,6 1,2 0,6 1,8 1,9 0,6 1,7 8 17 11 32 17 6
50 gesamt monoko'tyl dikotyl 0,13 0,15 0,16 1,17 0,35 1,44 2,0 0,7 1,8 35 29 11
30
10
Tabelle 3 Wirkungsverbesserung mit der Herbizidkombination A + B
: 10 Testpflanzen Dosis A • (kg im Versuch B A+B AS/ha) 1,6 1,6 1,6 Unkrautbesatz im Versuch berechnet unabh. äquiv. 2 1 3 2 1 - 3 Wirkungsverbesserung unabh. äquiv. - 2 - 1 - 2 I -O I
: 30 gesamt monokotyl. dikotyl 1,4 1,4 1,4 O O O ro ro ro 1,6 0,8 1,6 ' 4 2 5 2 2 3 4 4 4 CM v- OJ I I I 2 — 4 2
Mischungs verhältnis A : B 9 : 50 gesamt monokotyl dikotyl 1,1 0,6 1,1 in oj in ο ο ο 1,6 0,8 1,6 OJ 00 CM 2 3 4 6 4 6 0 - 6 1 - 1 - 4
90 : 70 gesamt monokotyl dikotyl 0,8 0,4 0,8 0,8 0,4 0,8 1,6 0,5 1,6 7 5 10 5 9 7 9' 7 8 _ C - 2 - 6 4 0 3
70 : 90 gesamt monokotyl dikotyl O O O Ul O Ul Ul 1,1 0,45 1,1 1,6 0,5 1,6 4 7 .5 13 7 14 12 6 12 V-OJ OJ -j» ro -P-
50 gesamt monokotyl dikotyl 0,16 0,05 0,16 1,44 0,45 1 ,44 8 4 11 5 3 3
30
10
Beispiel 2
In Feldversuchen wurde die Wirkstoffkombination aus A + B (Mischungsverhältnis 1 : 4) an einem Sortiment landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturen mit Aufwandmengen von 2,0 und 3,0 kg AS/ha zur Charakterisierung der Selektivität im Vorauflaufverfahren getestet.
Die visuelle Erfassung der Kulturpflanzenverträglichkeit erfolgte 20 Tage. (Termin I) und 40 Tage'(Termin II) nach der Applikation nach dem in Tabelle 1 dargestellten Boniturschlüssel. Die Ergebnisse sind Tabelle 4 zu entnehmen.
Tabelle 4 Kulturpflanzenverträglichkeit der Herbizidkornbina-
tion A + B (1:4) 7 Boniturnote Termin II 2,0 3,0 (kg AS/ha) 7
Kulturpflanze Boniturnote Termin I 2,0 3,0 (kg AS/ha) . . 8 9 8
Futterrübe 9 8 9 8
Zuckerrübe 9 9 9 9
Spinat 9 9 9
Sonnenblume 9 9
Lupine 9

Claims (2)

  1. Erfindungsanspruch:
    1. Selektive Herbizidkombinationen zur Bekämpfung von mono- und dikotylen Unkräutern in Kulturpflanzenbeständen dadurch gekennzeichnet, daß sie neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoff substituierte Cyclohexylharnstoffe der allgemeinen Formel I
    / VnH-CO-NR1R2
    Formel I
    12 v
    in der R und R unabhängig voneinander für Wasserstoff
    oder 0,,-Cr-Alkyl steht, und
    2-Ethoxy-2,3-dihydro-3,3-dimethyl-benzofuran-5-yl-methansulfonat der Formel ΪΙ
    CH3-SO2-O
    OCnIL
    Formel II
    enthalten.
  2. 2. Selektive herbizide Mittel nach Punkt 1 dadurch gekennzeichnet, daß sie in Kombination mit anderen Pflanzenschutzmitteln und Schädlingsbekämpfungsmitteln und/oder Agrochemikalien zur Anwendung kommen.
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