DD242163A1 - Selektive herbizidkombinationen - Google Patents

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DD242163A1
DD242163A1 DD28252785A DD28252785A DD242163A1 DD 242163 A1 DD242163 A1 DD 242163A1 DD 28252785 A DD28252785 A DD 28252785A DD 28252785 A DD28252785 A DD 28252785A DD 242163 A1 DD242163 A1 DD 242163A1
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dicotyle
monocotyle
herbicide combinations
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DD28252785A
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Gerhard Kempter
Karla Vogt
Dietrich Henning
Gerhard Zeiger
Renate Dubiel
Brunhilde Lang
Hartmut Wozniak
Sabine Kuehne
Original Assignee
Fahlberg List Veb
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Abstract

Die Erfindung betrifft selektive Herbizidkombinationen zur Bekaempfung von mono- und dikotylen Unkraeutern in Kulturpflanzenbestaenden, die als Wirkstoffe 3-Chlorpyridazinyl-6-phenylether, N-(4-Bromphenyl)-N, N-dimethylharnstoff und/oder Prometryn enthalten. In diesen Kombinationen, die in unterschiedlichen Mischungsverhaeltnissen zur Anwendung gebracht werden koennen, treten echte synergistische Effekte besonders im Hinblick auf die Wirkung gegen monokotyle Schadpflanzen auf. Ihre Anwendung erfolgt in den fuer Unkrautbekaempfungsmittel ueblichen Zubereitungs- bzw. Applikationsformen.

Description

Ill
I \\
(CHO0CH-HH*"^/ 32
j <-
enthalten.
2. Selektive herbizide Mittel gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie in Kombination mit anderen Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln und/oder Agrochemikalien zur Anwendung kommen.
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft neue Herbizidkombinationen zur selektiven Unkrautbekämpfung von annuellen mono- und dikotylen Unkräutern in Kulturpflanzenbeständen, vorzugsweise in Kartoffeln.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Die herbizide Wirkung von Phenyl-pyridazin-3-yl-ethern gegen vorwiegend monokotyle Unkrautarten ist durch eine Reihe von Patenten beschrieben (JA 6358/66; JA 703920; JA 7113753; JA 7113758; JA 56005428; JA 71214751; SU 262029; JA 7113754).
Es hat sich gezeigt, daß die Anwendung aufgrund mangelnder Selektivität bisher relativ begrenzt ist (Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung, Hrsg. K. H. Büchel, Georg Thieme Verlag Stuttgart 1977, S. 182) und sich auf den Einsatz in Tomaten, Erdbeeren und Reis beschränkt.
Ebenso ist bekannt, daß substituierte Arylharnstoffe über eine gute Wirkung gegen dikotyle Unkräuter verfügen (DD-PS 111542; DD-PS 102275 u.a.). Zur Erweiterung ihres Wirkungsspektrums wurden Mischungen mitTriazinen entwickelt, die sich durch eine sehr gute Wirkung gegen annuelle dikotyle Unkrautarten auszeichnen und zur selektiven Unkrautbekämpfung gut geeignet sind (FR 2187226; GB 1366887). Weiterhin ist bekannt, daß zur Schließung ihrer Wirkungslücken bei Ungräsern Gemische mit Acetaniliden geeignet sind (DD-PS 13438), die bisher jedoch noch nicht zur Anwendung kamen.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, neue selektive Herbizidkombinationen zu entwickeln, die gleichzeitig annuelle mono- und dikotyle Unkräuter bei verbesserter Kulturpflanzenverträglichkeit erfassen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die selektiven Herbizidkombinationen neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoffe 3-Cholor-pyridazinyl-6-phenylether der Formel I
und N-(4-Bromphenyl)-N', N'-dimethylharnstoff der Formel Il
TiH-CO-N
/CE3
CH.
sowie gegebenenfalls 2-Methylthio-4,6-bis-(isopropylamino)-1,3,5-triazin (Prometryn) der Formel I
kX
NE-CH(CH,)- "
J c $ d.
enthalten.
Diese Kombinationen bewirken nicht nur eine Erweiterung des Wirkungsspektrums sowie eine einfache Addition der unterschiedlichen Wirkungen, sondern es treten echte synergistische Effekte, insbesondere im Hinblick auf die Wirkung gegen monokotyle Schadpflanzen, auf.
In den erfindungsgemäßen Wirkstoffkombinationen wurde die bekannte gute Wirkung von 3-Chlor-pyridazinyl-6-phenylether gegen Schadgräser durch das Zusammenwirken mit gegen dikotyle Arten wirkendem N-(4-Bromphenyl)-N', N'-dimethylharnstoff ergänzt und damit eine wesentliche Senkung der Aufwandmenge je Flächeneinheit bei gleichzeitiger Verbesserung der herbiziden Wirksamkeit und Kulturpflanzenverträglichkeit erzielt. Unter bestimmten Bedingungen erweist sich darüber hinaus die Einbeziehung von Prometryn als effektiv. Die Anwendung der Herbizidkombinationen erfolgt zweckmäßigerweise in den für Unkrautbekämpfungsmittel üblichen Zubereitungs- bzw. Applikationsformen, wie zum Beispiel Lösungen, Emulsionen, Suspensionen oder Spritzkonzentraten, die unter Zusatz von flüssigen und/oder festen Trägerstoffen bzw. Verdünnungsmitteln zumeist unter Zugabe oberflächenaktiver Stoffe und anderer Formulierungshilfsmittel bereitet und zur Anwendung mit Wasser verdünnt werden können. Die Anwendungsformen variieren mit dem Verwendungszweck. Wesentlich ist es in jedem Fall, eine feine Verteilung der wirksamen Substanzen zu gewährleisten.
Die Herstellung der verschiedenen Zubereitungen erfolgt in der bekannten Weise durch Misch-und Mahlverfahren oder auch durch Löseverfahren. Außerdem ist eine gemeinsame Ausbringung der erfindungsgemäßen Kombinationen mit anderen Agrochemikalien möglich
Die nachstehenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläutern, ohne sie einzuschränken.
Beispiel 1
In Gewächshausversuchen wurde unter Verwendung eines Bodens mittlerer Sorptionskapazität (sandiger Lehm) bei einer Wasserkapazität von 60% die herbizide Wirkung von Wirkstoffgemischen im Vergleich zu den Einzelkomponenten getestet. Dabei fanden folgende Wirkstoffe Berücksichtigung:
3-Chlor-pyridazinyl-6-phenylether (A)
N-(4-Bromphenyl)-N', N'-dimethylharnstoff (B)
2-Methylthio-4,6-bis-(isopropyl-amino)-1,3,5-triazin (C)
Zur Bonitur der herbiziden Wirkung fand der in Tabelle 1 angegebener Schlüssel Verwendung.
Die Testung erfolgte an den Unkrautarten Stellaria media (L.) Senecio vulgaris L.
Anthemis arvensis L Thlaspi arvense L.
Agrostemma githago L.
Lamium purpureum L Chenopodium album L
Polygonum lapathifolium L. ·
Spergula arvensis L.
Galium aparine L.
Apera spica-venti (L) P.B.
Poa annua L.
Setariaglauca(L) P.B.
Bromus secalinus L.
Echinochloa crus-galli (L.) P. B.
Mit den Wirkstoffkombinationen trat im Vergleich zu den Einzelwirkstoffen eine Wirkungsverbesserung ein, die auf synergistischen Effekten beruht. Die Kombinationswirkung wird dann als synergistisch bezeichnet, wenn sie besser als die aus den beiden Einzelwirkungen der Mischungspartner berechnete unabhängige relative Wirkung ist (COLBY Weeds 15 [1967] 1, 20-22).
Die Berechnung erfolgte nach LANG et al. (Tagungsbericht „Unkrautbekämpfung in der industriemäßigen Pflanzenproduktion", Halle 1979).
Der Vergleich der erwarteten mit der durch die Kombination tatsächlich benötigten Aufwandmenge bezieht sich auf eine Restverunkrautung von 10 bzw. 5%(EDgo-bzw. ED95-Wert). Bei diesem Vergleich ist somit nicht der stärkste Synergismus, sondern eine praxisrelevante Wirkung von 90...100% Bekäm'pfungserfolg maßgeblich, wobei die jeweiligen Durchschnittswerte der Testpflanzen angegeben werden.
Für die Berechnung wurden die Boniturwerte vom 30. Tag nach der Applikation verwendet. In Tabelle 2 ist die mit den Herbizidmischungen erzielte Substanzeinsparung dargestellt. Tabelle 3 beinhaltet die mit den Kombinationen erzielte Wirkungsverbesserung.
Beispiel 2
Unter Beibehaltung der im Beispiel 1 beschriebenen Versuchsbedingungen einschließlich des Boniturschlüssels wurden Untersuchungen zur Ermittlung von Selektivitäten der neuen Wirkstoffkombinationen bei der herbizid wirksamen Dosierungen
vorgenommen.
Die Versuchsergebnisse sind in den Tabellen 4 und 5 enthalten.
Beispiel 3
In zwei Feldversuchen wurden auf Flächen mit starkem Hirseauftreten die herbizide Wirkung und Kulturpflanzenverträglichkeit der Wirkstoffkombination A + B in Kartoffeln bei Vorauflaufapplikation getestet.
Die Ergebnisse der visuellen Einschätzung 10 Wochen nach der Applikation sind in Tabelle 6 aufgezeigt.
Tabelle 1: Boniturschlüssel
Boniturnote Schadstarke Unkrautbesatz
1 vernichtet 0
2 5
3 15
4 30
CJl 50
6 70
7 85
8 95
9 100
ungeschädigt
Tabelle 2
1.1. Substanzeinsparung im Wirkungsbereich ED90 durch die Kombination A + B
Mischungs- Testpflanzen im Experiment ermittelte Dosis
verhältnis
A:B A B
kgAS/ha
nach Modell eingesparte Dosis
berechnete Dosis %
A+B
kg AS/lta
0,515 0,746 31
0,462 0,584 21
0,462 0,571 10
0,807 1,089 26
0,702 0,868 19
0,716 0,766 7
gesamt 0,288 0,227
monokotyle 0,259 0,203
dikotyle 0,259 0,203
gesamt 0,605 0,202
monokotyle 0,527 0,175
dikotyle 0,537 0,179
- Testpflanzen im Experiment ermittelte Dosis B A+B Testpflanzen im Experiment ermittelte Dosis B C A + B + C nach Modell nach Modell -4- 242163
Mischungs kgAS/ha 0,156 0,034 0,423 berechnete Dosis berechnete Dosis eingesparte Dosis
verhältnis A 0,126 1,048 A 0,194 0,042 . 0,525 kgAS/ha %
A:B 0,107 0,895 gesamt 0,233 0,084 0,018 0,226 kgAS/ha 0,516
gesamt 0,922 0,096 0,803 monokotyle 0,289 0,106 0,068 0,483 1,571 0,556
88:12 monokotyle 0,788 dikotyle 0,124 0,144 0,092 0,656 1,364 0,421 33
dikotyle 0,707 1.2. Substanzeinsparung im Wirkungsbereich ED90 durch die Kombination A + B gesamt 0,309 0,098 0,062 0,444 1,014 0,705 34
Tabelle 2 (Fortsetzung) Mischungs monokotyle 0,420 0,059 0,166 0,592 0,769 21
verhältnis dikotyle 0,284 0,065 0,183 0,653 + C 0,556
A+B + C gesamt 0,367 0,040 0,113 0,403 0,784
55:37:8 monokotyle 0,405 0,089 0,246 0,424 0,874 eingesparte Dosis
dikotyle 0,250 0,059 0,164 0,282 0,684 %
gesamt 0,089 0,078 0,214 0,370 0,493
64:22:14 monokotyle 0,059 0,459 18
dikotyle 0,078 0,424 6
46
62:10:28 31
15
20
21:21:58 24
25
41
14
39
13
Tabelle 3
1.1. Verbesserung der herbiziden Wirkung durch die Kombination A + B
Mischungs Testpflanzen Aufwandmengen B A+B Unkrautbesatz berechnet Wirkungs
verhältnis A kgAS/ha . im Experiment % verbesserung
A:B 0,227 0,515 % 21 %
56:44 gesamt 0,288 0,203 0,462 10 17 11
monokotyle 0,259 0,203 0,462 10 8 7
dikotyle 0,259 0,202 0,807 5 21 3
75:25 gesamt 0,605 0,175 0,702 10 17 11
monokotyle 0,527 0,179 0,716 10 7 7
dikotyle 0,537 0,126 1,048 5 28 2
88:12 gesamt 0,922 0,107 0,895 10 25 18
monokotyle 0,788 0,096 0,803 10 18 15
dikotyle 0,707 5 13
Tabelle 3 (Fortsetzung)
1.2.Verbesserung der herbiziden Wirkung durch die Kombination A + B + C
Mischungs Testpflanzen Aufwandmengen B C A+B + C Unkrautbesatz berechnet Wirkungs 1
verhältnis A kgAS/ha im Experiment % verbesseruni 28
A+B + C 0,156 0,034 0,432 % 15 % 14
55:37:8 gesamt 0,233 0,194 0,042 0,525 10 6 5 3
monokotyle 0,289 0,084 0,018 0,226 5 33 7
dikotyle 0,124 0,106 0,068 0,483 5 24 12
64:22:14 gesamt 0,309 0,144 0,092 0,656 10 8 10
monokotyle 0,420 0,098 0,062 0,444 5 12 61
dikotyle 0,284 0,059 0,166 0,592 5 22 4
62:10:28 gesamt 0,367 0,065 0,183 0,653 10 15 38
monokotyle 0,405 0,040 0,113 0,403 5 66 5
dikotyle 0,250 0,089 0,246 0,424 5 9
21:21:58 gesamt 0,089 0,059 0,164 0,282 5 43
monokotyle 0,059 0,078 0,214 0,370 5 15
dikotyle 0,078 10
Tabelle 4 Ermittlung von Selektivitäten der Kombination A + B
A:B kgAS/ha Kartoffel Möhre
(Bonitumoten)
Senf Bohne
Hafer
Mais
0,895 0,702 0,462
5 5 4
8 6 4
9 9 9
Tabelle 5 Ermittlung von Selektivitäten der Kombinationen A + B + C
A:B:C kgAS/ha Kartoffel Möhre
(Bonitumoten)
Bohne
Mais
55:37:8 64:22:14 62:10:28 21:21:58
0,525 0,656 0,653 0,424
7 8
4 5 8 8 9 7
7 9
Tabelle 6 Herbizide Wirkung und Kartoffelverträglichkeit der Kombination A + B
Prüfglied
KgAS/ha
Herbizide Wirkung (% Bekämpfung)
Selektivität (Boniturnote)
0,6 + 0,4 1,2 + 0,8 1,8 + 1,2
83 88 90
9 9 9

Claims (2)

Erfindungsanspruch:
1. Selektive Herbizidkombinationen zur Bekämpfung von mono- und dikotylen Unkräutern in Kulturpflanzenbeständen, dadurch gekennzeichnet, daß sie neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoffe 3-ChIor-pyridazinyl-6-phenylether der Formel I
und N-(4-Bromphenyl)-N', N'-dimethylhamstoff der Formel Il
sowie gegebenenfalls
2-Methylthio-4,6-bis-(isopropylamino)-1,3,5-triazin der Formel I
S-CH,
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