DD223352A1 - Selektive herbizidkombinationen - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft selektive Herbizidkombinationen zur Unkrautbekaempfung, insbesondere in Betarueben. Als Wirkstoffe enthalten sie Chloralderivate, 3-Cyclohexyl-5,6-trimethylenuracil und N-(3-(Cyclohexylureido)-phenyl)-N,N-dimethylharnstoff.
Description
Die Erfindung betrifft neue Herbizidkombinationen zur selektiven Unkrautbekämpfung von mono- und dikotylen Unkräutern in Kulturpflanzenbeständen, vorzugsweise in Betarüben.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen: Der Einsatz von Derivaten des Chlorais als graminizid wirkende Verbindung ist bekannt (DD-PS 168548, DD-PS 101276). Ebenso ist aus dem US-Patent 3235360 bekannt, daß Lenacil " selektive herbizide Eigenschaften in Rübenkulturen besitzt. Weiterhin ist aus den Patentschriften DD-WP 101276 und DD-WP 113688 bekannt, daß Lenacil in Kombination mit Chloralderivaten ebenfalls selektive Eigenschaften in Rübenkulturen besitzt und zur Bekämpfung mono- und dikotyler Unkräuter bei Vorauflaufanwendung geeignet ist. Ein breites Wirkungsspektrum gegen vorwiegend dikotyle Unkräuter und selektive Eigenschaften in Rübenkulturen bei Nachauflaufanwendung besitzt N-[3-(Cyclohexylureido)-phenyl] -N1 ,--TT'-dimethylharnstof f (DD-WP 108027).
Eine wirkungsvolle Unkrautbekämpfung in Rübenbeständen - die auch die relativ spät auflaufenden Schadhirsen mit er faßt' erfordert eine ständige Anpassung der Gebrauchswert eigenschaften herbizider Mittel an die Gegebenheiten der Praxis.
Ziel der Erfindung:
Ziel der Erfindung ist es, durch geeignete Kombinationen bekannter Wirkstoffe neue selektive Mittel zu entwickeln, die auch, schwerbekämpfbare Unkräuter wie Galium aparine und Echinochloa crus-galli in Rübenbeständen erfassen*
Darlegung des Wesens der Erfindung:
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß di'e selektiven Herbizidkombinationen neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoffe mindestens ein ChIoralderivat der allgemeinen Formel I
OH 0 CC1--CH-NH-C-R I
in der R für Wasserstoff oder eine Aminogruppe, bei der ein Η-Atom durch die i-Hydroxy-2,2,2-trichlorethylgruppe substituiert sein kann, steht,
das 3-Cyclohe2cyl-5,β-trimethylenuracil der Formel II
II
und N- [s-Cyclohesylureidoi-phenylJ-N^N'-dimethylharnstoff der Formel III
III
enthaltener
Diese Kombinationen bewirken nicht nur eine Erweiterung des Wirkungsspektrums sowie eine einfache Addition der unterschiedlichen Wirkungen, sondern es treten echte synergistische Effekte insbesondere im Hinblick auf die Wirkung gegen Galium aparine L. und Echinochloa crus-galli L. auf.
Mit den erfindungsgemäßen Wirkstoffkombinationen wird durch das Zusammenwirken einer vorwiegend gegen monokotyle Schadpflanzen wirkenden Komponente mit zwei gegen dikotyle wirkenden eine wesentliche Senkung der Aufwandmenge je Flächeneinheit bei gleichzeitiger Verbesserung der herbiziden Wirksamkeit insbesondere gegen spätkeimende Schadhirsen sowie Klettenlabkraut erreicht.
Aufgrund ihrer Selektivität in Rübenkulturen können die Wirkstoffkombinationen so eingesetzt werden, daß zeitiger auflanfende Unkräuter durch die dikotyl wirkenden'Komponenten über die Wurzel- bzw. Blattaufnahme erfaßt v/erden, während die später keimenden Hirsen über die Bodenwirkung der Chloralderivate bekämpft werden. Die erfindungsgemäße Wirkstoffkombination verfügt über eine ausgezeichnete Initial- und Residualwirkung.
Je nach Verwendungszweck kann das Wirkstoffgemisch aus 35 ♦·. 90 Teilen eines Chloralderivates der allgemeinen For-, mel I, 4 ·.. 25 Teilen 3-Cyclohe3cyl-5,6-trimethylenuracil der Formel II sowie 3 ··· 45 Teilen von N-[3-(Cyclohexylureido)-phenylJ-N' ,ltff-dimethylharnstoff der Formel III bestehen«,
Die Anwendung der Herbizidkombinationen erfolgt zweckmäßigerweise in den- für Unkrautbekämpfungsmittel üblichen Zubereitungs- bzw. Applikationsformen, wie zum Beispiel Lösungen, Emulsionen, Suspensionen oder Spritzkonzentraten, die unter Zusatz von flüssigen und/oder festen Trägerstoffen bzw. Verdünnungsmitteln zumeist unter Zugabe oberflächenaktiver Stoffe und anderer Formulierungshilfsmittel bereitet und zur Anwendung mit Wasser verdünnt werden können. Die Anwendungsformen variieren mit dem Verwendungszweck. Wesentlich ist es in jedem
Pall, eine feine Verteilung der wirksamen Substanzen zu gewährleisten·
Die Herstellung der verschiedenen Zubereitungen erfolgt in der bekannten Weise durch Misch- und Mahlverfahren oder auch durch Löseverfahren· Außerdem ist eine gemeinsame Ausbringung der erfindungsgemäßen Kombinationen' mit anderen Agrochemikalien möglichv
Die nachstehenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläutern ohne sie einzuschränken*
In Gewächshausversuchen wurde unter Verwendung eines Bodens mittlerer Sorptionskapazität (sandiger Lehm) bei einer Wasserkapazität von 60 % die herbizide Wirkung von Wirkstoffgemischen im Vergleich zu den Einzelkomponenten getestet· Dabei fanden folgende Wirkstoffe Berücksichtigung:
Mono- bzw» Dichloralharnstoff (A)
3-Cyclohexyl-5,6-trimethyluracil (B)
U-[3-(Cyclohexylureido)-phenyl] -ΪΓ',Nf- .-
dimethylharnstoff ' (C)
Die Applikation der Wirkstoffe bzw· Wirkstoffgemische erfolgte in Porm 50 bzwv 80 %iger Spritzpulver in 1000 1 Wasser je Hektar in der Spritzkabine nach .dem Auflaufen der Testpflanzen·
Zur Bord tür der herbiziden Wirkung sowie der Kulturpflanzenverträglichkeit fand folgender Schlüssel Verwendung:
Tabelle 1: Boniturschlüssel
Boniturnote Schadstärke Unkrautbesatz
1 vernichtet 0
2 . 5
3 - 15
4 30
5 5.0
6 70
7 85
8 95
9 ungeschädigt 100
Die Testung erfolgte an den Unkrautarten
Stellaria media (L·) Senecio vulgaris L0' Anthemis arven3is L0 Thlaspi arvense Lo Agrostemma githago L0* Lamium purpureum L0' Chenopodium album L.' Polygonum lapathifolium L
Spergula arvensis Io Gälium aparine L0 Apera spica-venti (L0) P.B· Poa annua L0
Setaria glauca (L.) P0 B
Bromus secalinus L
Echinochloa crus-galli (L0) P0B0 sowie an Beta vulgaris L0
Mit den Wirkstoffkombinationen trat im "Vergleich zu den Einzelwirkstoffen eine Wirkungsverbesserung §in, die auf synergistischen Effekten beruht. Die Kombinationswirkung wird dann als synergistisch bezeichnet, wenn, sie besser als die aus den beiden Einzelwirkungen der Mischungspartner berechnete unab-
hängig relative Wirkung (COLBY Weeds 1J5 (1967) 1, 20-22) ist·
Die Berechnung erfolgte nach LAUG et,al. (Tagungsbericht ,"Unkrautbekämpfung in der industriemäßigen Pflanzenproduktion", Halle (1979)).
Der Vergleich der erwarteten mit- der durch die Kombination tatsächlich benötigten Aufwandmenge bezieht sich auf eine Restverunkrautung von 10 % (EDgQ-Wert). Bei diesem Vergleich ist somit nicht der stärkste Synergismus, sondern eine, praxisrelevante Wirkung von 90 ... 100 % Bekampfungserfolg maßgeblich, wobei die jeweiligen Durchschnittswerte der Testpflanzen angegeben werden. Für die Berechnung wurden die Boniturwerte vom 20· Tag nach der Applikation verwendet. Die Bonitur der Rübenpflanzen erfolgte anhand der Boniturnoten 9 ... 1 (BIT).
In Tabelle 2 ist die mit den Herbizidmischungen erzielte Substanzeinsparung dargestellte
Tabelle 3 beinhaltet die mit den Kombinationen erzielte Wirkungsverbesserung.
In Tabelle 4 ist die Rübenverträglichkeit der Kombinationen aufgezeigt»
| 1 ο Substanzeinsparung im | Testpflanzen Unkraut er | Wirkungsbereich EDq0 | durch die Kombination A + | OOO O . O ro ro ro ro ro ro ro ro ro | 00177 0.177 0.177 | 4.432 4o432 4.432 | nach Modellen berechnete Dosis unabh. Ä'quivalo- Modell Modell kg A S/ha | 6.235 9.064 8.573 | B + C | j " 0 υ l> O O | 29 51 48 |
| Mischungs verhältnis A : B : O | monokotyle dikotyle gesamt | im Experiment ermittelte Dosis A B C A+B+O kg A S/ha | 0.154 0.154 Oo154 | OOO OO . OOO UlUlUl ro ro ro | 1o713 1o713 1.713 | 7*518 IO0IO6 9*725 | 6o708 4o571 5o558 | eingesparte Dosis · ^ unabh0 Äquivalo- Modell Modell | 74 63 69 | ||
| 91: 5. : 4 | monokotyle dikotyle gesamt | 4.033 4.033 4.033 | O0I49 O0 083 0.149 | Oo597 0o332 0.597 | 3.730 2 0 073 3o730 | 7.310 5o385 6o463 | 6O865 4.217 7o774 | 41 56 54 | 46 51 52 | ||
| 88: 9 : 3 | monokotyle dikotyle gesamt | 1.507 1.507 1.507 | 0,210 0o210 0.210 | O.8O4 O08O4 O0 804 | 1o913 U913 1o913 | 6o700 6.119 6.879 | CTn O O VD CMt- m VD CO • 0 0 . CM CM CM | 77 68 73 | 19 27 32 | ||
| 80: 4 :16 | monokotyle dikotyle gesamt | 2o984 1.658 2.984 | in Ln in CTN CTN CTN CM CM CM OO · OOO | CTN CTiCTN mmm Ln Ln in O · . OOO | 1o283 1.283 1o283 | 2o191 4o408 2o810 | 1*328 1.717 1.731 | 44 66 37 | ro ro CTNVJl UJ | ||
| 47:11: 42 | monokotyle dikotyle gesamt | 0.899 0o899 | 1.389 2 0 247 1o772 | 13 57 32 | |||||||
| 35:23: 42 | 0.449 Oo 449 0.449 | 8 43 28 |
1.· Verbesserung der herbiziden Wirkung durch die Kombination A + B +C
Mischungs- Testpflanzen verhältnis Unkräuter A : B : G
Aufwandmengen
B C A+B+G kg AS/ha
Unkrautbesat ζ im. Wirkungsver-Experiment berechnet besserung
unabh· Äquival·- unabhV Aquival, Modell Modell Modell Modell % %
91: 5 : 4
88: 9 : 3
80: 4 :14
47:11 :42
35:23 :42
monokotyle dikotyle gesamt
monokotyle
dikotyle
gesamt
monokotyle
dikotyle
gesamt
monokotyle
dikotyle
gesamt
monokotyle
dikotyle
gesamt
4.033 4.033 4 ο 033
1.507 1.507 1.507
2,984 2.984 2.984
0.899 0.899 0.899
0.449 0.449 0.449
0.222 0,222 OV 222
Ο.Ί54 0.154 Ο.Ί54
0.147 0.149 0.149
0.210 0.210 0.210
0.295 0.295 0.295
0.177 0.-177 0.177
0.052 Ο.Ό52 0.052
0.597 0.597 0.597
0.804 0.804 0.804
0.539 Oo539 0.539
4.432 4.432 4.432
1Γ.713.
1.713 1.713
3^730 3o730 3o730
1. 1. 1.
1 1
913 913 913
,283 283
1.283
30 40 33
44 59 48
19 50
10 24 13
13 17 14
19 18 18
36 45 37
13 14 14
10 8 9
12
10
| 19 | 8 |
| 39 | 17 |
| 28 | 13 |
| 38 | 30 |
| 55 | 41 |
| 43 | 32 |
| 16 | 10 |
| 26 | 13 |
| 26 | 13 |
| 4 | 4 |
| 22 | 6 |
| 10 | 6 |
| 2 | 1 |
| 15 | VJl |
| 9 | VJl |
Rübenverträglichkeit der Kombination A + B + C
| Mischungs verhältnis A : B :' G | Aufwand menge kg AS/ha | Rübenverträglichkeit (Boniturnote) |
| 91: 5 : 4 | 7 ο 880 4.432 | KDKD |
| 88: 9 : 3 | 1-713 | 9 |
| 80: 4 :16 | . 3.730 | 9 |
| 47:11 :42 | 1.913 | 9 |
| 35:23 :42 | 1.283 | 9 |
Claims (1)
- Erfindungsanspruch: Punkt 1:Mittel zur selektiven Unkrautbekämpfung in Kulturpflanzenbeständen, insbesondere in Beta-Rübenkulturen, gekennzeichnet dadurch, daß sie neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoffe mindestens ein Chloralderivat der allgemeinen Formel IOH 0
CCl3-CH-UH-C-R Iin der R für Wasserstoff oder eine Aminogruppe, bei der ein Η-Atom durch die'1-Hydroxy-2,2,2-trichlorethylgruppe substituiert sein kann, stehtdas 3-Cyclohe3yl-5,6-trimethylenuracil der Formel IIund H- [3 (-Cyclohexylureido)-phenyl] -ΪΓ' ,H'-dimethylharnstoff der Formel III0 OTTenthalten;
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD26039384A DD223352A1 (de) | 1984-02-29 | 1984-02-29 | Selektive herbizidkombinationen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD26039384A DD223352A1 (de) | 1984-02-29 | 1984-02-29 | Selektive herbizidkombinationen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DD223352A1 true DD223352A1 (de) | 1985-06-12 |
Family
ID=5554939
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DD26039384A DD223352A1 (de) | 1984-02-29 | 1984-02-29 | Selektive herbizidkombinationen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DD (1) | DD223352A1 (de) |
-
1984
- 1984-02-29 DD DD26039384A patent/DD223352A1/de not_active IP Right Cessation
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Legal Events
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