DD237657A1 - Verfahren zur herstellung von 3-cyan-6-methyl-2-(oxaalkylamino)-5-(pyrid-4-yl)-pyridinen - Google Patents

Verfahren zur herstellung von 3-cyan-6-methyl-2-(oxaalkylamino)-5-(pyrid-4-yl)-pyridinen Download PDF

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Volker Hagen
Erhard Klauschenz
Angela Hagen
Hartmut Niedrich
Klaus Femmer
Hans-Joachim Heidrich
Dieter Lohmann
Gottfried Faust
Hildegard Poppe
Sabine Heer
Hans-Joachim Jaensch
Elisabeth Just
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von 3-Cyan-6-methyl-2-(oxaalkylamino)-5-(pyrid-4-yl)-pyridinen, wobei als Oxaalkylaminosubstituenten Hydroxyalkylamino, Bis-(hydroxyalkyl)-amino, Alkoxyalkylamino oder Morpholino in Frage kommen. Ziel der Erfindung ist es, biologisch aktive 3-Cyan-6-methyl-2-(oxaalkylamino)-5-(pyrid-4-yl)-pyridine herzustellen. Diese Aufgabe wird in der Weise geloest, dass 3-Cyan-2-halogen-6-methyl-5-(pyrid-4-yl)-pyridine mit durch OH- bzw.- Alkoxygruppen substituierten primaeren und sekundaeren Alkylaminen in organischen Loesungsmitteln umgesetzt werden. Die Verbindungen sind moegliche Kardiotonika und Vasodilatatoren. Anwendungsgebiet der Erfindung ist die pharmazeutische Industrie.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von 3-Cyan-6-methyl-2-(oxaalkylamino)-5-(pyrid-4-yl)-pyridinen der Formel I
in der X Hydroxyalkylamino, Bis-(hydroxyalkyl)-amino, Alkoxyalkylamino oder Morpholino bedeutet.
Die Verbindungen zeigen kardiotonische und vasodilatatorische Wirkungen. Die Erfindung ist in der pharmazeutischen Industrie anwendbar.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Einige 6-unsubstituierte und 6-alkylsubstituierte 2-Alkyl-amino-3-cyan-5-(pyrid-4-yl)-pyridine sind bekannt (G. Y. Lesher, Ch.J.Opalka, D.F.Page US-PS 4362734).
Beschrieben worden sind auch 6-unsubstituierte 3-Amino-(bzw. 3-Nitro- bzw. 3-Carbamido-)2-oxaalkylamino-5-(phyrid-4-yl)-pyridine(G.Y.Lesher, Ch.J.Opalka, D.F.Page, US-PS 4297360 und US-PS 4374141). Namentlich genannt, aber nicht charakterisiert, werden analoge 6-methyl-substituierte Pyridinderivate (G.A.Lesher, Ch.J.Opalka, D.F.Page, US-PS 4297360 und US-PS 4374141).
Die Darstellung erfolgt in der Regel durch Umsetzung entsprechender 2-Halogen-5-(pyrid-4-yl)-pyridine mit Aminen. Die kardiotonische Wirkung der aufgeführten Stoffe ist bekannt.
3-Cyan-6-methyl-2-(oxaalkylamino)-5-(pyrid-4-yl)-pyridine sind bisher nicht beschrieben worden.
Die erfindungsgemäß hergestellten 3-Cyan-6-methyl-2-(oxaalkylamino)-5-(pyrid-4-yl)-pyridine weisen gute kardiotonische und zusätzlich vasodilatatorische Eigenschaften auf, bei relativ geringer Beeinflussung der Herzfrequenz.
Ziel der Erfindung
Die Erfindung stellt sich das Ziel, neue biologisch aktive 3-Cyan-6-methyl-5-(pyrid-4-yl)-pyridine herzustellen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung neuer 3-Cyan-5-(pyrid-4-yl)-pyridine zu entwickeln. Die Aufgabe wurde dadurch gelöst, daß 3-Cyan-6-methyl-2-(oxaalkylamino)-5-(pyrid-4-yl)-pyridine hergestellt werden. Erfindungsgemäß werden Verbindungen der Formel I hergestellt, indem man 3-Cyan-2-halogen-6-methyl-5-(pyrid-4-yl)-pyridine in organischen Lösungsmitteln unter Erwärmen mit Hydroxyalkylaminen, Bis-(hydroxyalkyl)-aminen, Alkoxyalkylaminen bzw. Morphol'rh umsetzt. Als organische Lösungsmittel können Alkohole, tertiäre Amine, Pyridin, Methylglykol, Dimethylformamid, Dimethylsulfoxid, Acetonitril oder auch entsprechende Lösungsmittelgemische eingesetzt werden.
Die 3-Cyan-methyl-2-(oxaalkylamino)-5-(pyrid-4-yl)-pyridine lassen sich mit organischen und anorganischen Säuren in Wasser oder organischen Lösungsmitteln in die entsprechenden Salze überführen. Die freien Basen und ihre Salze sind biologisch aktiv. Insbesondere wurden kardiotonische und vasodilatatorische Wirkungen gefunden. ' '
Beispielsweise zeigen die 3-Cyan-2-(hydroxy-alkylamino)-6-methyl-5-(pyrid-4-yl)-pyridine am isolierten spontanaktiven Vorhof des Meerschweinchens eine ausgeprägte und dosisabhängige positiv inotrope Wirkung. Gute positiv inotrope Wirkungen sowie eine Abnahme des peripheren Gesamtwiderstandes wurden auch nach i.v. Injektion am narkotisierten Hund gefunden. Die Erfindung soll anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.
Ausführungsbeispiele
Beispiel 1 2-Chlor-3-cyan-6-methyl-5-(pyrid-4-yl)-pyridin
4g 3-Cyan-6-methyl-5-(pyrid-4-yl)-1,2-dihydro-pyrid-2-on werden mit 24ml POCL3 und 0,5ml Dimethylformamid 6 Stunden am Rückfluß gekocht. Nach Abkühlen auf Raumtemperatur wird die Reaktionslösung vorsichtig in 100 ml Eiswassergegossen, mit 6 N NH4OH neutralisiert, der ausfallende Feststoff abgesaugt und mit Wasser gewaschen. Der Niederschlag wird wieder in verdünnter HCL gelöst, die Lösung in der Wärme mit Aktivkohle versetzt, filtriert, mit NH4OH neutralisiert, der ausfallende Niederschlag abgesaugt, mit Wasser gewaschen und getrocknet
Ausbeute: 3,8g (87,5% der Theorie). Schmp.: 155-7°C.
Beispiel 2 3-Cyan-6-methyl-2-morpholino-5-(pyrid-4-yl)-pyridin
1 g 2-Chlor-3-cyan-6-methyl-5-(pyrid-4-yl)-pyridin werden mit 2 ml Morpholin und 1 ml Pyridin in 25ml Acetonitril 5 Stunden unter Rückfluß gekocht. Nach Einengen des Absatzes auf die Hälfte und Stehen in der Kälte wird abgesaugt, das Produkt in verdünnter HCL gelöst, die Lösung mit Aktivkohle versetzt, filtriert und mit NH4OH neutralisiert. Der ausfallende Niederschlag wird abgesaugt und aus Ethanol/Wasser umkristallisiert
Ausbeute: 0,7g (57,2% der Theorie). Schmp.: 169-710C.
Beispiel 3 3-Cyan-2-(2-hydroxy-ethylamino)-6-methyl-5-(pyrid-4-yl)-pyridin
1g 2-Chlor-3-cyan-6-methyl-5-(pyrid-4-yl)-pyridin werden mit 2ml 1-Amino-ethanol-(2) in 25ml Ethanol 5 Stunden am Rückfluß erhitzt. Es wird in der Wärme mit Aktivkohle versetzt, heiß filtriert, etwas eingeengt und in der Kälte stehengelassen. Der ausfallende Niederschlag wird abgesaugt
Ausbeute: 0,7g (62,9% der Theorie). Schmp.: 192-4°C.
Beispiel 4 3-Cyan-2-(3-hydroxy-propylamino)-6-methyl-5-(pyrid-4-yl)-pyridin
1g2-Chlor-3-cyan-6-methyl-5-(pyrid-4-yl)-pyridin werden mit 2ml 1-Amino-propanol-(3) und 1 ml Pyridin in 25ml Ethanol
5 Stunden am Rückfluß gekocht. Der Absatz wird im Vakuum eingeengt, der Rückstand in HCL gelöst, mit Aktivkohle versetzt, filtriert und mit NH4OH gefällt. Anschließend wird aus Ethanol/Wasser umkristallisiert und das Produkt bei 1100C getrocknet. Ausbeute: 0,65g (55,4%derTheorie). Schmp:: 122-4°C.
Beispiel 5 3-Cyan-2-(2-hydroxy-propylamino)-6-methyl-5-(pyrid-4-yl)-pyridin
1 g 2-Chlor-3-cyan-6-methyl-5-(pyrid-4-yl)-pyridin werden mit 2ml 1-Amino-propanol-(2) und 1ml Pyridin in 25ml Methylglykol
6 Stunden am Rückfluß gekocht. Es wird im Vakuum etwas eingeengt, mit Wasser versetzt und in der Kälte stehengelassen. Der ausfallende Niederschlag wird abgesaugt und aus iso-Propanol umkristallisiert.
Ausbeute: 0,8g (68,2% der Theorie). Schmp.: 178-810C.
Beispiel 6 2-[Bis-(2-hydroxyethyl)-amino]-3-cyan-6-methyi-5-(pyrid-4-yl)-pyridin
1 g 2-Chlor-3-cyan-6-methyl-5-(pyrid-4-yl)-pyridin werden mit 2ml Diethanolamin und 1 ml Pyridin in 25 ml iso-Propanol 5 Stunden am Rückfluß gekocht. Das iso-Propanol wird im Vakuum abrotiert, der Rückstand in 1 N HCL gelöst, mit Aktivkohle versetzt, filtriert und mit NH4OH gefällt. Anschließend wird aus Ethanol/Wasser umkristallisiert und bei 120°C getrocknet. Ausbeute: 0,85g (65,2% der Theorie). Schmp.: 133-6°C.
Beispiel 7 3-Cyan-6-methyl-2-morphoIino-5-(pyrid-4-yl)-pyridin-fumarat
280 mg 3-Cyan-6-methyl-2-morpholino-5-(pyrid-4-yl)-pyridin werden in der Wärme in 20 ml Ethanol gelöst und mit 116mg Fumarsäure in 10ml Ethanol versetzt. Nach Stehen über Nacht bei 6-100C wird abgesaugt. Ausbeute: 260mg (77% der Theorie). Schmp.: 179-8O0C.
Testungen auf biologische Wirkungen Beispiel 8 Isolierter, spontanaktiver Vorhof des Meerschweinchens
Für die Versuche wurden männliche Meerschweinchen mit einer Körpermasse von 400-50Og verwendet.
Am isolierten, spontanaktiven Vorhof erfolgte nach einer 60 Min. währenden Adaptationszeit der Organpräparate in 30°C temperiertercarbogendurchperlterTyrodelösung (nach A.A.AIousi, A.E. Farah,G.Y. Lesher, C.J.Opalka: Circ. Res. 45,666 (1979)) die Untersuchung der Beeinflussung von Inotropie und Frequenz unter Einwirkung der 3-Cyan-6-methyl-2-(oxaalkylamino)-5-(pyrid-4-yl)-pyridine. Die Verbindungen zeigten eine deutliche und konzentrationsabhängige positiv inotrope Wirkung.
Beispielsweise zeigen die Verbindungen von Beispiel 3,4 und 5 30 % Steigerung der Inotropie bei Konzentrationen von 5,8 · 10~s, 9,1 10~5, bzw. 1,6-10~4mol/l.
Beispiel 9 Narkotisierter Hund i. v.
Die Untersuchungen wurden an Bastardhunden in Chloralose-Urethan-Narkose bei Prämedikation mit Morphinhydrochforid unter spontaner Atmung durchgeführt.
Der linksventrikuläre Druck wurde mittels Tipmanometer und der arterielle Druck wurde über Herzkatheter via A. brachialis gemessen (vgl. K. Femmer et al. ,Pharmazie 30,642(1975)). Unter dem Einfluß der 3-Cyan-6-methyl-2-oxaalkylamino-5-(pyrid-4-yl)-pyridine wurde eine dosisabhängige deutliche Steigerung der Kontraktionskraft des Herzens sowie eine signifikante Senkung des pheripheren Gesamtwiderstandes beobachtet.
So zeigt beispielsweise 3-Cyan-6-methyl-2-morpholino-5-(pyrid-4-yl)-pyridin bei einer Dosis von 6,1 · 10~6mol/kg eine 50%ige Steigerung des Kontraktilitätsparameters dp/dtmax sowie bei 2,1 · 10~6mol/kg eine 10%ige Senkung desdiastolischen Blutdruckes als relevantes Maß der Abnahme des peripheren Gesamtwiderstandes.

Claims (3)

  1. Erfindungsanspruch:
    1. Verfahren zur Herstellung von S-Cyan-e-methyl^-foxaalkylaminol-B-lpyrid-^yDpyridinen der Formel I, in der
    X Hydroxyalkylamino, Bis-(hydroxyalkyl)-amino, Alkoxyalkylamino oder Morpholino bedeutet und gegebenenfalls der entsprechenden pharmazeutischen Verabreichungsform, dadurch gekennzeichnet, daß 3-Cyan-2-halogen-6-methyl-5-(pyrid-4-yl)-pyridine mit den entsprechenden durch OH- bzw. Alkoxygruppen substituierten primären bzw. sekundären Alkylaminen umgesetzt werden und man die Verbindungen der Formel I gegebenenfalls mit entsprechenden pharmazeutischen Trägerstoffen vermischt.
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung von 3-Cyan-2-halogen-6-methyl-5-(pyrid-4-yl)-pyridinen mit Oxaalkylaminen in organischen Lösungsmitteln, vorzugsweise Pyridin, Alkoholen, Methylglykol, Dimethylformamid und Acetonitril bzw. Lösungsmittelgemischen vorgenommen wird.
  3. 3. Verfahren nach Punkt 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungen der Formel I in Form pharmazeutisch verträglicher Salze, insbesondere Hydrogenhalogenide, Sulfate, Methosulfate, Acetate, Fumarate, Tartrate und Lactate hergestellt werden.
DD27664185A 1985-04-30 1985-05-23 Verfahren zur herstellung von 3-cyan-6-methyl-2-(oxaalkylamino)-5-(pyrid-4-yl)-pyridinen DD237657A1 (de)

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