Verfahren zur Herstellung von N-slibstituierten 9-(Aminoalkyl)
9, iO-dihydro-9 , iO-äthano-anthrazenen
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von N-substitmerten 9-(Aminoalkyl)-9, lO-dihydro-9, 10-äthano-anthrazenen mit dem Kern der Formel
EMI1.1
die in 12-Stellung eine Hydroxylgruppe oder eine Oxogruppe aufweisen, und ihrer Salze.
Der N-substituierte Aminoalkylrest in 9-Stellung ist vorzugsweise ein N-substituierter Aminoniederalkylrest, worin der die substituierte Aminogruppe mit dem Anthrazenkern verbindende Alkylenrest vor allem ein niederer gerader oder verzweigter Alkylenrest mit vorzugsweise 1 bis 4 Kohlenstoffatomen ist, wie z. B. der
Methylen-, Athylen-(1,2)-, Athyliden-, Propylen-(1,2)-,
Propylen-(1,3)-, Propyliden-,
Butyliden-, Butylen-(1,2)-,
Butylen-(1,3)-, Butylen-(2,3)- oder Butylen-(1 ,4)-rest.
Die Aminogruppe des N-substituierten Aminoalkylrests kann sekundär oder tertiär sein, vorzugsweise ist sie eine aliphatische Aminogruppe, d. h. eine durch Reste aliphatischen Charakters mono- oder disubstituierte Aminogruppe. Als Reste aliphatischen Charakters werden dabei solche Reste bezeichnet. deren erstes, mit dem Stickstoffatom verbundenes Kohlenstoffatom nicht Glied eines aromatischen Systems ist. Als Substituenten einer sekundären oder tertiären Aminogruppe sind demnach beispielsweise zu nennen: niedere Kohlenwasserstoffreste aliphatischen Charakters, die auch durch Heteroatome, wie Sauerstoff-, Schwefel- oder Stickstoffatome, in der Kohlenstoffkette unterbrochen und/oder, z. B. durch Hydroxylgruppen, substituiert sein können.
Niedere Kohlenwasserstoffreste aliphatischen Charakters als Substituenten der Aminogruppen sind vor allem höchstens 8 Kohlenstoffatome aufweisende Alkyl-, Alkenyl-, Alkylen-, Alkinyl-, Cycloalkyl-, Cycloalkenyl-, Cycloalkyl-alkyl- oder -alkenylreste oder Cycloalkenyl-alkyl- oder -alkenylreste oder Aralkyloder Aralkenylreste, wie z.B. Phenylniederalkyl- oder -alkenylreste, z. B. ein Benzyl-, Phenyläthyl- oder Cinnamylrest, die auch, z. B. durch niedere Alkylreste, niedere Alkoxygruppen, Halogenatome, Trifluormethylgruppen und/oder Nitrogruppen, substituiert sein können. Durch Heteroatome unterbrochene Reste dieser Art sind vor allem Oxaalkyl-, Oxaalkylen-, Azaalkylenoder Thiaalkylenreste.
Zu nennen als Substituenten der Aminogruppe sind insbesondere Methyl-, Äthyl- Allyl-, Propyl-, Isopropyl-, Methallyl-, Propargyl-, gerade oder verzweigte, in beliebiger Stelle verbundene
Butyl-, Pentyl-, Hexyl-, oder
Heptylreste, 3-Oxabutyl-,
3-Oxapentyl-, 3-Oxaheptyl-,
2-Hydroxyäthyl-, 3-Hydroxypropyl-,
Butylen-(1,4)-, Pentylen-(1,5)-,
Hexylen-(1,5)-, Hexylen-(1,6)-,
Hexylen-(2,5)-, Heptylen-(1,7)-,
Heptylen-(2,7)-, Heptylen-(2,6)-, 3-Oxapentylen-(1 5)-,
3-Thiapentylen-(l ?5)-,
2,4-Dimethyl-3-thiapentylen-(1 5)-,
3 -Aza-pentylen-(1 ,5)-,
3-Niederalkyl-3-aza-pentylen-(1 5)-, wie 3-Methyl-3-aza-pentylen-(1,5)-, 3-(Hydroxy-niederalkyl)-3-azapentylen-(1 .5)-, wie 3-(ss-Hydroxyäthyl)-3-aza-pentylen-(1,5)-,
3-Oxahexylen-(1,6)- oder 3-Azahexylen-(1,6)-reste, gegebenenfalls niederalkylierte. wie methylierte,
Cyclopropyl-, Cyclopentyl- oder
Cyclohexylreste oder
Cyclopropyl-, Cyclopentyl- oder
Cyclohexylmethyl- oder -äthylreste.
Die substituierte Aminogruppe ist vor allem eine Mono- oder Di-niederalkylaminogruppe, wie eine Methyl-, Athyl-, Propyl-, ButyI-, Isopropyl-, sek.-Butyl-, Dimethyl-, Diäthyl-, N-Methyl-N-äthyl-, Dipropyl-, Diisopropyl-, Dibutyl-, Di-sek.-butyl- oder Di-amylaminogruppe oder eine gegebenenfalls C-niederalkylierte und/oder im Ring 13-einfach ungesättigte Pyrrolidinooder Piperidinogruppe oder eine gegebenenfalls
C-niederalkylierte Piperazino-,
N'-Niederalkyl- oder N'-(Hydroxyniederalkyl)-piperazino-,
Thiomorpholino- oder Morpholinogruppe.
Die neuen Verbindungen können weitere Substituenten enthalten.
So können sie beispielsweise an den aromatischen Ringen (Stellungen 1 bis 8) niedere Alkylreste, niedere Alkoxygruppen, Halogenatome, Trifluoromethylgruppen und/oder Nitrogruppen enthalten. Dabei besitzt vorteilhaft jeder der beiden Kerne (Stellungen 1 bis 4 bzw. 5 bis 8) nicht mehr als zwei, vorzugsweise höchstens einen der genannten Substituenten.
Ferner können die neuen Verbindungen in einer der Stellungen 11 oder 12 substituiert sein. Als Substituenten kommen dabei vor allem niedere Alkylreste, insbesondere Methylreste, in Betracht.
Ein niederer Alkylrest an einem Kohlenstoffatom ist insbesondere ein Alkylrest mit höchstens 6 Kohlenstoffatomen, wie z. B. ein Methyl-, Athyl-, Propyl- oder Isopropylrest oder ein gerader oder verzweigter, in beliebiger Stellung verbundener Butyl-, Pentyl- oder Hexylrest.
Niedere Alkoxygruppen sind insbesondere solche mit höchstens 6 Kohlenstoffatomen, wie z. B. Methoxy-, iSuthoxy-, Propoxy-, Isopropoxy- oder Butoxygruppen und als Halogenatome kommen vor allem Fluor-, Chlor- oder Bromatome in Betracht.
Die neuen Verbindungen besitzen wertvolle pharmakologische Eigenschaften, insbesondere eine psychotrope Wirkung. So bewirken sie, wie sich im Tierversuch z.B. an Mäusen bei oraler Gabe in Dosen von 30 bis 100 mg/kg zeigt, eine Hemmung der durch Mescalin erzeugten psychomotorischen Erregung. Die neuen Verbindungen können daher als Psychopharmaka Venvendung finden. Die neuen Verbindungen sind aber auch wertvolle Zwischenprodukte für die Herstellung anderer nützlicher Stoffe, insbesondere von pharmakologisch wirksamen Verbindungen.
Besonders hervorzuheben sind die Verbindungen der Formel
EMI2.1
sowie die Verbindungen der Formel
EMI2.2
worin alk einen niederen Alkylenrest mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen, vor allem den Rest der Formel -(CH)", worin n für 1, 2 oder 3 steht, bedeutet, R" für eine Mono- oder Di-niederalkylaminogruppe, vor allem eine Mono- oder Dimethylaminogruppe, eine Benzylaminogruppe, eine gegebenenfalls im Ring sseinfach ungesättigte und/oder C-niederalkylierte Piperidino- oder Pyrrolidinogruppe oder eine gegebenenfalls
C-niederalkylierte Morpholino-,
Thiomorpholino-, Piperazino
N'-Niederalkylpiperazino- oder N'-(Hydroxyniederalkyl)-piperazinogruppe, wie N'-Methyl- oder
N'-(ss-Hydroxyäthyl)-piperazinogruppe, steht und R1 und Rn, die gleich oder verschieden sein können,
niedere Alkylgruppen, niedere Alkoxygruppen, vor allem Methoxy, Halogenatome. vor allem Chlor, Nitrogruppen oder vorzugsweise Wasserstoffatome bedeuten, und insbesondere das 9-(,-Dimethylaminopropyl)-12-oxo-9.10- dihydro-9,1 0-äthanoanthrazen, das 9-(;-Methylaminopropyl)-12-oxo-9,10-dihydro- 9,1 0-äthanoanthrazen.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung der neuen Verbindungen ist dadurch gekennzeichnet, dass man ein 9,1 0-Dihydro-9. 1 0-äthano-anthrazen, das in 12-Stellung eine Hydroxylgruppe oder eine Oxogruppe und in 9-Stellung eine N-unsubstituierte Aminoalkylgruppe aufweist, oder ein Salz davon mit einem reaktionsfähigen Ester eines entsprechenden Alkohols oder mit einem Epoxyd, wie z.B. Äthylenoxyd, umsetzt. Reaktionsfähige Ester sind dabei vor allem Ester mit starken anorganischen oder organischen Säuren, vorzugsweise mit Halogenwasserstoffsäuren, wie Chlor-, Brom- oder Jodwasserstoffsäure, mit Schwefelsäure, oder mit Arylsulfonsäuren wie Benzol-, p-Brombenzoloder p-Toluolsulfonsäure.
Die Umsetzung erfolgt in üblicher Weise, vorteilhaft in Anwesenheit von Lösungsmitteln und beispielsweise in Anwesenheit von Kondensationsmitteln, wie basischen Kondensationsmitteln, bei erniedrigter, gewöhnlicher oder erhöhter Temperatur.
Je nach Wahl der Mengenverhältnisse der Ausgangsstoffe und der Arbeitsweise erhält man sekundäre oder tertiäre Amine. Erhaltene sekundäre Amine kann man weiter substituieren, z.B. wie unten beschrieben.
In erhaltenen Verbindungen kann man im Rahmen der Endstoffe Substituenten einführen, abwandeln oder abspalten.
So kann man beispielsweise in erhaltenen 12-Hy droxyverbindungen die Hydroxylgruppe zur Oxogruppe oxydieren.
Die Oxydation erfolgt in üblicher Weise, beispielsweise durch Behandeln mit Oxydationsmitteln, z. B.
Chrom - (VI) -Verbindungen, wie Chromsäure oder Chromtrioxyd/Pyridin, Hypohalogeniten, wie tert.-Butylhypochlorit, Kupfer-(II)-Salzen, z.B. Kupfersulfat, Wismutoxyd, oder beispielsweise nach der Methode von Oppenauer, z.B. durch Behandeln mit Ketonen, wie Niederalkanonen, z. B. Aceton, Cycloalkanonen, wie Cyclohexanon, oder Chinonen in Gegenwart von geeigneten Katalysatoren, wie Metallsalzen, insbesondere Aluminiumsalzen, von verzweigten niederen Alkanolen, wie Aluminium-tert.-Butylat oder Aluminiumisopropylat, oder Aluminiumphenolaten.
In erhaltenen 12-Oxoverbindungen kann man die Oxogruppe in üblicher Weise zur Hydroxylgruppe reduzieren.
Die Reduktion erfolgt in üblicher Weise, z. B. durch metallische Reduktion, wie durch Behandeln, mit Natrium in Äthanol oder mit komplexen Metallhydriden, wie Natriumborhydrid, oder durch katalytisch erregten Wasserstoff, z.B. Wasserstoff in Gegenwart eines Platin-, Palladium-, Nickel- oder Kupferkatalysatoren, wie Platinoxyd, Palladiumkohle, Raney-Nickel oder Kupferchromit. Die Umsetzung erfolgt vorzugsweise in Anwesenheit von Verdünnuhgs- und/oder Lösungsmitteln, bei tiefer, gewöhnlicher oder erhöhter Temperatur, im offenen oder im geschlossenen Gefäss unter Druck.
Die Reduktion der Oxogruppe kann auch nach der Meerwein-Ponndorf-Verley-Methode erfolgen. So kann man beispielsweise die Oxoverbindung in üblicher Weise mit einem niederen Alkanol, wie Isopropanol, in Gegenwart eines entsprechenden Alkanolats, wie Aluminiumisopropylat, behandeln.
Ferner kann man beispielsweise in Verbindungen, in denen die Aminogruppe der Aminoalkylgruppe eine sekundäre Aminogruppe oder eine N'-unsubstituierte Piperazinogruppe ist, in diese Reste aliphatischen Charakters einführen. Dies geschieht durch Umsetzen mit einem reaktionsfähigen Ester eines entsprechenden Alkohols oder einem Epoxyd.
Reaktionsfähige Ester sind dabei vor allem Ester mit starken anorganischen oder organischen Säuren, vorzugsweise mit Halogenwasserstoffsäuren, wie Chlor-, Brom- oder Jodwasserstoffsäure, mit Schwefelsäure, oder mit Arylsulfonsäuren, wie Benzol-, p-Brombenzoloder p-Toluolsulfonsäure.
Diese nachträglichen Umwandlungen können einzeln oder in Kombination und in beliebiger Reihenfolge vorgenommen werden.
Je nach den Verfahrensbedingungen und Ausgangsstoffen erhält man die Endstoffe in freier Form oder in der ebenfalls in der Erfindung inbegriffenen Form ihrer Salze. Die Salze der Endstoffe können in an sich bekannter Weise, z. B. mit Alkalien oder Ionenaustauschern in die freien Basen übergeführt werden. Von den letzteren lassen sich durch Umsetzung mit organischen oder anorganischen Säuren, insbesondere solchen, die zur Bildung Von therapeutisch verwendbaren Salzen geeignet sind, Salze gewinnen.
Als solche Säuren seien beispielsweise genannt:
Halogenwasserstoffsäuren, Schwefelsäuren,
Phosphorsäuren, Salpetersäure, aliphatische, alicyclische, aromatische oder heterocyclische Carbon- oder Sulfonsäuren, wie Ameisen-, Essig-, Propion-, Bernstein-, Glykol-, Milch-, Apfel-, Wein-, Zitronen-, Ascorbin-, Malein-, Hydroxymalein- oder Brenztraubensäure; Phenylessig-, Benzoe-, p-Aminobenzoe-, Anthranil-, p-Hydroxy-benzoe-, Salicyl- oder p-Aminosalicylsäure, Embonsäure,
Methansulfon-, Athansulfon-,
Hydroxyäthansulfon-, Äthylensulfonsäure;
Halogenbenzolsulfon-, Toluolsulfon-,
Naphthalinsulfonsäure oder
Sulfanilsäure; Methionin,
Tryptophan, Lysin oder Arginin.
Diese oder andere Salze der neuen Verbindungen, wie z.B. die Pikrate oder Perchlorate, können auch zur Reinigung der erhaltenen freien Basen dienen, indem man die freien Basen in Salze überführt, diese abtrennt und aus den Salzen wiederum die Basen freimacht. Infolge der engen Beziehungen zwischen den Verbindungen in freier Form und in Form ihrer Salze sind im vorausgegangenen und nachfolgend unter den freien Basen sinn- und zweckgemäss, gegebenenfalls auch die entsprechenden Salze zu verstehen.
Die Erfindung betrifft auch diejenigen Ausführungsformen des Verfahrens, nach denen man von einer auf irgendeiner Stufe des Verfahrens als Zwischenprodukt erhältlichen Verbindung ausgeht und die fehlenden Verfahrensschritte durchführt, oder bei denen man einen Ausgangsstoff unter den Reaktionsbedingungen bildet, oder bei denen eine Reaktionskomponente gegebenenfalls in Form ihrer Salze vorliegt.
Die neuen Verbindungen können, sofern sie asymmetrische Kohlenstoffatome, z.B. im Aminoalkylrest oder an einem anderen Ort, aufweisen, und je nach der Wahl der Ausgangsstoffe und Arbeitsweisen, als optische Antipoden oder Racemate oder, sofern sie mindestens 2 asymmetrische Kohlenstoffatome enthaltenn, auch als Isomerengemische (Racematgemische) vorliegen.
Erhaltene Isomerengemische (Racematgemische) können auf Grund der physikalisch-chemischen Unterschiede der Bestandteile in bekannter Weise in die beiden steroisomeren (diastereomeren) reinen Racemate aufgetrennt werden, beispielsweise durch Chromatographie und/oder fraktionierte Kristallisation.
Erhaltene Racemate lassen sich nach bekannten Methoden, beispielsweise durch Umkristallisation aus einem optisch aktiven Lösungsmittel, mit Hilfe von Mikroorganismen, oder durch Umsetzen mit einer, mit der racemischen Verbindung Salze bildenden optisch aktiven Säure und Trennung der auf diese Weise erhaltenen Salze, z.B. auf Grund ihrer verschiedenen Löslichkeiten, in die Diastereomeren, aus denen die Antipoden durch Einwirkung geeigneter Mittel freigesetzt werden können, zerlegen. Besonders gebräuchliche optisch aktive Säuren sind z. B. die D- und L-Formen von
Weinsäure, Di-o-Toluylweinsäure, Äpfelsäure, Mandelsäure,
Camphersulfonsäure oder Chinasäure.
Vorteilhaft isoliert man den wirksameren der beiden Antipoden.
Zweckmässig verwendet man für die Durchführung der erfindungsgemässen Reaktion solche Ausgangsstoffe, die zu den eingangs besonders erwähnten Gruppen von Endstoffen und besonders zu den speziell beschriebenen oder hervorgehobenen Endstoffen führen.
Die als Ausgangsstoffe verwendeten N-unsubstituierten 9-(Aminoalkyl)-9,10-dihydro-9,10-äthanoanthrazene, die in 12-Stellung eine Hydroxylgruppe oder eine Oxogruppe aufweisen, können z.B. erhalten werden, wenn man in entsprechenden 9-Cyano-, 9-Cyanoalkyl-, 9 Nitroalkyl- oder 9-Hydroxyiminoalkyl-Verbindungen den Rest in 9-Stellung zum N-unsubstituierten Aminoalkylrest reduziert. Die Reduktion erfolgt in üblicher Weise. Nitrogruppen können beispielsweise mit nas cierendem Wasserstoff, z.B. mit Metallen, wie mit Eisen und Mineralsäuren oder mit Zink unnd Säuren oder Alkalimetallhydroxyden, oder mit katalytisch erregtem Wasserstoff reduziert werden.
Cyanogruppen können z.B. mit nascierendem Wasserstoff, z.B. mit Metallen, wie Natrium in niederen Alkanolen, wie Äthanol oder Butanol, oder mit katalytisch erregtem Wasserstoff reduziert werden. Hydroxyiminoalkylreste könnnen beispielsweise mit Metallhydriden, z. B. Alkalimetallerdmetallhydriden, wie Alkaliborhydriden, z.B.
Natriumborhydrid, oder mit katalytisch erregtem Wasserstoff hydriert werden. Die katalytische Reduktion erfolgt beispielsweise mit Wasserstoff in Gegenwart von Metallkatalysatoren, wie Nickel-, Palladium- oder Platinkatalysatoren, vorzugsweise in organischen Lösungsmitteln, wie niederen Alkanolen, wie z.B. Methanol, oder Amiden, wie z. B. Formamid oder Dimethylformamid, oder Eisessig, gegebenenfalls in Gegenwart von Ammoniak.
Gegebenenfalls zur Hydroxylgruppe reduzierte Oxogruppen können in üblicher Weise oxydiert werden, z. B. wie oben beschrieben.
Die übrigen Ausgangsstoffe sind bekannt oder können, falls sie neu sind, ebenfalls nach an sich bekannten Methoden erhalten werden.
Die neuen Verbindungen können z.B. in Form pharmazeutischer Präparate Verwendung finden, welche sie in freier Form oder gegebenenfalls in Form ihrer Salze, besonders der therapeutisch verwendbaren Säureadditionssalze, in Mischung mit einem z.B. für die enterale, z.B. orale oder parenterale Applikation geeigneten pharmazeutischen organischen oder anorganischen, festen oder flüssigen Trägermaterial enthalten.
Die neuen Verbindungen können auch in der Tiermedizin, z. B. in einer der oben genannten Formen oder in Form von Futtermitteln oder von Zusatzmitteln für Tierfutter verwendet werden.
In den folgenden Beispielen sind die Temperaturen in Celsiusgraden angegeben.
Beispiel I
Zu einer Lösung von 15 g 9-(Aminomethyl)-12-hydroxy-910-dihydro-9,10- äthano-anthracen in 200 ml Tetrahydrofuran tropft man unter Rühren 14 g Äthylbromid. Nach 4 Stunden wird im Vakuum eingedampft, und der Rückstand wird in Chloroform gelöst. Die Chloroform-Lösung schüttelt man mit 1n Schwefelsäure aus, trennt die wässerige Phase ab und stellt diese durch Zugabe von Natronlauge alkalisch.
Die ausgeschiedene Base wird mit Chloroform extrahiert. Nach dem Trocknen und Eindampfen des Lösungsmittels bleibt das 9-(Diäthylaminomethyl)-12-hydroxy-9, 10-dihydro
9,1 0-äthano-anthrazen der Formel
EMI4.1
zurück, das nach mehrmaligem Umkristallisieren aus Hexan bei 114 bis 1160 schmilzt.
Das Hydrochlorid dieser Verbindung schmilzt bei 239 bis 2400.
Beispiel 2
Durch Umsetzen der entsprechenden 9-(Aminoalkyl)-Verbindungen mit der entsprechenden Menge der reaktionsfähigen Ester der entsprechenden Alkohole in ähnlicher Weise wie im Beispiel 1 beschrieben kann man die folgenden Verbindungen verhalten: a) 9-(Äthylaminomethyl)-1 2-hydroxy-9, 1 0-dihydro- 9,10-äthano-anthrazen, F. 1420 C, F. des Hydro chlorids 2460; b) 9-(Benzylaminomethyl)-12-hydroxy-9,10dihydro-9,10-äthano-anthrazen, F. 120 bis 1210, F. des Hydrochlorids 278 bis 2790; c) 9-(Dimethylaminomethyl)- 12-hydroxy-9.10- dihydro-9,10-äthano-anthrazen, F. 150 bis 1540, F. des Methansulfonats 213 bis 2140;
d) 9-("-Methylaminopropyl)-12-hydroxy-9, 10- dihydro-9,10-äthano-anthrazen. F. 132 bis 1350, F. des Methansulfonats 168 bis 1700; e) 9-(Dimethylaminomethyl)-12-oxo-9,10- dihydro-9,10-äthano-anthrazen, F. 149 bis 1530, F. des Hydrochlorids 238 bis 2409; f) 9-(y-Dimethylaminopropyl)-12-hydroxy- 9,10-dihydro-9,10-äthano-anthrazen-hydrochlorid, g) 9-(y-Methylaminopropyl)-12-oxo-9,10- dihydro-9,10-äthano-anthrazen-methansulfonat; h) 9-(Äthylaminomethyl)-1 2-oxo-9, 1 0-dihydro- 9,10-äthano-anthrazen, viskoses Öl;
i) 9-(Benzylaminomethyl)-1 2-oxo-9, 1 0-dihydro- 9, 10-äthano-anthrazen-hydrochlorid; k) 9-(Cyclopropylaminomethyl)-12-hydroxy 9,1 0-dihydro-9,10-äthano-anthrazen;
1) 9-(Dimethylaminomethyl)-12-methyl-1 2- hydroxy-9,10-dihydro-9,10-äthano-anthrazen:
: m)- 9-(y-Dimethylaminopropyl)-12-oxo-9,10- dihydro-9,10-äthano-anthrazen-hydrochlorid; n) 2,6-Dichlor-9-(dimethylaminomethyl)-1 2oxo- 9,i0-dihydro-9,0-äthano-anthrazen-metha o) 2,6-Dichlor-9-(dimethylaminomethyl)-12 hydroxy-9, 1 0-dihydro-9, 1 0-äthano-anthrazen; sowie p) 9-(Diäthylaminomethyl)1 2-oxo-9, 1 0-dihydro- 9,10-äthano-anthrazen.
Beispiel 3
Durch Umsetzen der entsprechenden 9-(Aminoalkyl)-Verbindungen mit den entsprechenden reaktionsfähigen Diestern der entsprechenden Diole kann man die folgenden Verbindungen erhalten: a) 9-[y-(N'-[/)-Hydroxyäthyl]-piperazino)- propyl]-12-hydroxy-9,10-dihydro-9,10-äthano- anthrazen-dihydrochlorid; b) 9-(y-Morpholinopropyl)-12-hydroxy-9,10- dihydro-9,10-äthano-anthrazen-methansulf c) 9-(y-Pyrrolidinopropyl)-12-hydroxy-9,10dihydro-9, 1 0-äthano-anthrazen; sowie d) 9-(y-Piperidinopropyl)-12-hydroxy-9,10 dihydro-9,10-äthano-anthrazen-methansulfonat.