DD157663A1 - Mittel zur chemotherapie von kulturpflanzenvirosen - Google Patents

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DD157663A1
DD157663A1 DD22875581A DD22875581A DD157663A1 DD 157663 A1 DD157663 A1 DD 157663A1 DD 22875581 A DD22875581 A DD 22875581A DD 22875581 A DD22875581 A DD 22875581A DD 157663 A1 DD157663 A1 DD 157663A1
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oxazol
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chemotherapy
diphenyl
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Gottfried Schuster
Hermann Ulbricht
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Gottfried Schuster
Hermann Ulbricht
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Abstract

Die Erfindung betrifft Mittel zur Chemotherapie von Kulturpflanzenvirosen. Das Ziel der Erfindung besteht in der Verbesserung der chemotherapeutischen Massnahmen gegen Pflanzenviren. Die Aufgabe wird im Auffinden chemischer Wirkstoffe gesehen, die aufgrund ihrer chemischen Konstitution in Verbindung mit Hilfs- und Traegerstoffen eine antiphytovirale Therapie auch gegen schwer bekaempfbare Pflanzenviren ermoeglichen und Resistenzerscheinungen der Viren vorbeugen. Die Aufgabe wird geloest durch den Einsatz von Praeparationen, die substituierte Oxazole der allgemeinen Formel enthalten. Entsprechende Spritzbruehen verhindern oder verlangsamen die Virusvermehrung, u.a. auch des schwer bekaempfbaren Tabakmosaikvirus.Virusbedingte Depressionen der Pflanzenertraege werden vermieden oder eingeschraenkt und die Pflanzenertraege somit stabilisiert. Alternierende Anwendung verschiedener Praeparationen verhindert Resistenzbildung.

Description

Titel der Erfindung
Mittel zur Chemotherapie von
Die Erfindung betrifft Mittel zur Chemotherapie von Virosen der .Kulturpflanzen, die unter Zusatz üblicher Hilfs- und Trägerstoffe zur Anwendung kommen und die Erträge virusinfizierter "bzw.' virusgefährdeter Kulturen stabilisieren. Letzteres ist volkswirtschaftlich dringend erforderlich, da Viruskrankheiten bei einer Vielzahl von Kulturpflanzen große Ertragsverluste bewirken, die sowohl'durch beträchtliche quantitative als auch durch qualitative Minderungen des Erntegutes bedingt sein können. So wird beispielsweise die Kartoffel in Europa von 29 Virusarten befallen (K.Schmelzer und P. Wolf, Wirtspflanzen-der Viren und Virosen, liova Acta Leopoldina, 3§, -19715 Supplementum 2, 262 S.). Von diesen bewirken z.B. das Blattrollvirus der Kartoffel und das Virus der Strichelkrankheit der Kartoffel bei schwer erkrankten Pflanzen Mindererträge bis zu .mehr als 90 % der möglichen Knollenernte. Darüber hinaus ist der Stärkegehalt des Erntegutes z.T. beträchtlich verringert. Auch bei der Betarübe, z.B. bei der Zuckerrübe, werden durch Viruskrankheiten, besonders durch die viröse Rübenvergilbung, alljähr-, lieh Verluste hervorgerufen, die sowohl die Rübenmasse als auch den. Zuckergehalt betreffen* Futterieguminosen, z«,B. Luzerne j, Lupine, Pferdebohne -und auch. Körnerleguminosen, wie Erbse oder Phaseölus-Bohne, werden in der DDR und in vielen anderen Ländern von zahlreichen Viren befallen, die bei diesen eiweißreichen, zur Schließung der Eiweißlücke besonders geeigneten Kulturen zu empfindlichen Verlusten führen«
·'.' '-2-
Beachtliche Schäden entstehen durch Virosen auch im Gemüse™ · bau, z.B. bei Tomaten, im.Arznei- und Genußpflanzenbau, ζβΒ* bei t'abak, im Obstbau und im Zierpflanzenbau. Tm Hinblick auf' die zahlreichen, bei einer Vielzahl von Wirtspflanzen auftretenden Virosen ist es dringend erforderlich, hochwirksame chemische Präparate-.zur Verfügung zu haben, die . eine Bekämpfung von Pflanzenviren ermöglichen. Durch eine derartige Chemotherapie von Virosen der Kulturpflanzen, d.h. durch "die Anwendung von Substanzen,- die in bestimmten Ausmaßen die Virusvermehrung bzw« die Krankheitsentwicklung bei Kulturpflanzen verzögern oder hemmen" (M. Klinkowski. Pflanzliche Virologie, Berlin 1967, S, 283), sollen in erster Linie die Erträge virusinfizierter bzw. virusgefährdeter Kulturen stabilisiert werden, um dringenden volkswirtschaftlichen Bedürfnissen 'Rechnung zu tragen. Dabei kommt es darauf an, die Chemotherapie von Kulturpflanzenvirosen wirksamer und sicherer zu gestalten.
In den letzten Jahren ist eine größere Anzahl von.Präparaten bekannt geworden, die die Vermehrung von Pflanzenviren hemmen. Zu diesen gehören Analoga von Purin- und Pyrimidinbasen bzw. von entsprechenden Nucleosides, und Nucleotiden (vgl. Literaturübersicht bei HECHT und DIERCICS, Bayerisches Land?/. Jb.55, 433-457, -1978) und auch Analoga, von Intermediärprodukten der Biosynthese der entsprechenden Basen,- Nucleoside usw.,.. besonders 1-ß-D-Ribofuranosyl-1,2,4- t.riazoi-3-carböxamid (Sid- · well et al., Science 1££, 205-206, 1972; Schuster, Ber.d.Inst.. f. Tabakforschung, Dresden, 23,. 31-36, 1976). Sehr häufig und z.T. mit guten Erfolgen sind Antibiotika -aus Mikroorganismen, oder aus höheren Pflanzen für die,Kontrolle von Pflanzenviren eingesetzt worden (vgl. Literaturübersichten bei Bobyr, Chimioprofilaktika i terapija wirusnych bolesnei rastenii, IsdatelstwOj Naukowa aumka, Kiew 1976i Hecht et al.} Bayerisches Landw» Jb. 53, -135-180, 1976; Misra, Z1 f.'Pflanzenkrankh«, Ue .PflanzenschutZs 84, 244-252, 1977). Ferner sind antivirale Wirkungen und Nebenwirkungen von nativen und synthetischen Pflanzermormonen bzw, anderweitigen Wachstumsregulatoren therapeutischen Zwecken nufzbar gemacht worden (Cheo,
Phytopathology,.^, 243-244,. 1969; Müo und Srivastava, Viro» logy 2§> 26-31, 1969? Schuster, Arch. Pflanzenschutz, £, 171™ 18?, 1971; Schuster, Arch. Pflanzenschutz 85 89-102, 1972; Schuster, Bioch. Physiol. Pflanzen 166, 393-400, 1974? Schuster, Arch.. Fnytopathol. tu Pflanzenschutz IjIj 9-17 s 1975; Schuster j Arch* Phytopath. u. Pflanzenschutz IJ-5 255~ 268S 1975). Interessante therapeutische Effekte sind auch mit Polyanionen, besonders mit Polyacrylsäure, erzielt worden (Stein und Loebenstein, Phytopathology 62, 1461-1466, 1972? Kassanis und mLite,.A»n. appl. Biol. 79s 215-220, 1975). Ferner wird in zunehmendem Maße versucht, antiphytovirale Aktivitäten von Herbiziden, .die in diesen Fällen in geringen, nicht pflanzenschädigend.en Aufwandmengen ver?;endet werden, sowie von Fungiziden, besonders von Systemfungiziden und von Insektiziden, für eine antivirale Chemotherapie nutzbar zu machen. In diesem'-Zusammenhang wird besonders über antiphytovirale Wirkungen subletaler Dosen herbizider 'Triazine (Bobyr, Chimioprofilaktika i terapija wirusnych bolesnei rastenii, Isdatelstwo ITaukowa- dumka, Kiew 1976), Harnstoffe und Carbamate (Schuster, Ber* d. Inst, f» Tabakforschung, Dresden 20, 25-37} 1973)) der Systemfungizide Oxycarboxin, Tridemorph (Schuster, Arch. Phytopathol.- u. Pflanzenschutz 1J3, 229-239, 1977) und Carbendazim (Fräser und Whenham, Physiological Plant Pathology 1J3,' 51-64, 1978) sowie phosphororganischen Insektiziden (Schuster, Ber. Inst. f. Tabakforschung 22, 22-29, 1975) berichtet. Abgesehen von einigen Triazinen und der aus Hypericum perforatum' isolierten antibiotischen Präparation Imanin (Bobyr, Chimioprofilaktika i terapija v/irusnych bolesnei rastenii, Isdatelstwo Naukowa dumka, Kiew 1976) ist von keinem der angeführten Pflanzenschutzmittel bzw» der antiviralen Präparate aus den in dem. genannten Schrifttum erfaßten Verbindungsgruppen eins Feldüberprüfung größeren Ausmaßes bekannt geworden. Die hauptsächlichen Gründe für die geringe Praxisanwendung sind, s [
1. zu starke. :Pnytotoxizität .
2. zu starke Warmblütertoxizität
3«- unwirtschaftliche Substanssynthese oder -gewinnung 4»- zu geringe Wirkung
5c zu geringer, unterschied zwischen dosis curativa und dosis toxica. .
Allein hydrierte Triazine> und von diesen besonders 2,4™ Dioxo-1,3j5~hexahydrotriazin (DD--F8 115 566), haben umfangreichen Prüfungen standgehalten (Schuster e't al.,-.Acta virol. 23» 412-420, 1979? Schuster et al., Journ· Potato Res. 279-288s 1979)· Es hat sich aber auch gezeigt, daß durch 2,4-Dioxohexahydrotriazin nicht alle Viren gleich gut.bekämpf- / bar sind. Darüber hinaus wird durch diese Substanz die Virus Vermehrung im inokulierten- Blatt nur verhältnismäßig schwach beeinträchtigt. Obwohl es in letzter Zeit möglich geworden ist» durch arttiphytovirale Thioharnstoffe (DD-PS 142.788)s Harnstoffe (DD-PS 141 968) und Guanidine (DD-PS 139 921) bei getrennter Anwendung oder in'Kombination'mit 2,4-Dioxohexahydr0-1,3»5~t;riazin. (DD-PS 115 566) einige der bei alleiniger Behandlung mit Dioxohexahydrotriazin nur wenig beein-/ flußbaren Viren, z.B. Gurkeniaosaikvirus oder das Blattrollvirus der Kartoffel, besser zu bekämpfen, so gibt es. noch immer' bezüglich der Chemotherapie einiger sogenannter Problemviren, insbesondere des iPabakmosaikvirus, keine voll befriedigende Lösung» Ein gleiches gilt auch bezüglich der Verminderung der Viruskonzentration im inokulierten Blatt. Darüber hinaus ist zu "befürchten,·, daß infolge der verhältnismäßig starken Miitabilität einer größeren Anzahl von Pflanzenviren» die z.B. an der Herausbildung immer neuer, aggressi-. ver Virusstamme erkennbar ist, Virusformen entstehen und selektiert werden, die gegen bestimmte· antivirale Präparate unempfindlich sind, insofern nur ein oder einige wenige antiphytovirale Präparate- zur Verfügung stehen»
^i6 -L J-L? -LJiiSi iS^ESS
Das Ziel der Erfindung besteht darin, die Möglichkeiten zur Chemotherapie über das erreichte Maß hinaus weiter zu verbessern und einige der angeführten, noch bestehenden Mängel zu beheben« .
-5.
. .. hi 5 ~
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, · chemische Wirkstoffe aufzufinden, -die · .aufgrund ihrer chemischen Konstitution eine antiphyt.ovirale Therapie ermöglichen. Sie sollen geeignet.sein, . das Spektrum chemotherapeutisch erfaßbarer Pflanzenviren zu erweitern und insbesondere das schwer be- kämpfbare, aber u.a. in Tabak- und'Tomatenkulturen schweren Schaden verursachende Tabakmosaikvirus einer Chemotherapie zugänglich zu machen« lerner sollen die neuen Wirkstoffe bzw. die" mit diesen hergestellten Präparationen (= Mittel) dazu beitragen,1 Resistenzerscheinunge-n bei Viren gegenüber Chemotherapeutika vorzubeugen, wie sie ähnlich in der antibakteriellen Therapie sehr bald nach Auffinden der ersten Antibiotika aufgetreten sind und auch in der antiphytoviralen Therapie im Plinblick auf die starke Mutabilität der Viren erwartet werden müssen. Je größer die zur Verfugung stehende Palette antiviraler Präparationen ist, desto geringer wird bei deren alternierender Anwendung die Gefahr der Herausbildung resistenter Virusstamme.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zur Bekämpfung von PfIanzenvirösen Mittel verwendet werden, die Oxazole der allgemeinen.Formel
R;
R-
-R,
enthalten.
Darin bedeuten?
R = Alkyl-, Hydroxyalkyl- bzw« Pheny!gruppen R/j '= Alkyl-, Pheny3--, Hydroxyl-, Carboxylgruppen Rp = L7Hp-, Guanyl-, Alkylthiocarbamoylhydrazino-v N-substituierte Aminomethylgruppen, ferner Hydrazon aus GIyoxy1-. säure. Aceton, Aldosen, N~Alkylisatinen, halogenieren Benzaldehyden., Pyridinaldehyden, Perrocenaldehyden, Aminoacet.ophenon, !-substituierten Acetophenonen, Polyhydroxyacetophenonen und Me thoxy acetophenon,' desgleichen Salze and Addukte dieser Stoffe.
' .'. -6-,
Die Mittel enthalten neben einer oder mehreren der erf in-~ dungsgemäßen Verbindungen der allgemeinen Formel 1 Verdünnungsmittel und/oder Lösungsmittel, darüber hinaus gegebenenfalls Tensides Haftmittel und/oder weitere Pormulierungsmittel und können zusammen mit Pflanzenhormonen, synthetischen Wachs turns regulator en sowie·- aryl- und alkyl substituiert en Harnstoffen,· Thioharnstoffen und Guanidinen eingesetzt v/erden« .
Die erfindungsgemäßen Mittel zeigen eine ausgeprägte anti-νirale-Wirkung, insbesondere gegenüber wirtschaftlich bedeutsamen Kart offelvir-osen, z.B. verschiedenen Mosaikerkrankungen (Erreger? u.a. Kartoffel-X-,und Kartoffel-A-Virus) und der Blattrollkrankheit der Kartoffel (Erregers Blattrollvirus der Kartoffel)« Ferner lassen sich verschiedene Viruskrankheiten der Tomate und des Tabaks bekämpfen, -wobei erstmalig durch eine Anzahl von-Präparationen auch das Tabakmosaikvirus erfaßt wird. Eine Anzahl von Präparationen zeigt eine gute Wirkung im inokulierten Blatt.und kann somit zu der angestrebten, aber bisher nur unvollständig erreichten Eliniinierung der Infektionsherde beitragen. Die erfindungsgemäßen Verbindungen bedeuten eine -Erweiterung der bisherigen Palette der antiphytoviralen Präparate. Diese ermöglicht es, die Präparatenrotation zu erweitern, d.h. nacheinander, z.T. in verschiedenen Versuchsjähren aufeinanderfolgend, eine größere Anzahl von Präparaten zur Anwendung zu bringen und somit der Selektion von Virusstämmen, die gegen bestimmte antiphytovirale Präparationen resistent sind, entgegenzuwirken. Auch durch die Anwendung von Präparationen, in denen verschiedene Präparate, zur gleichen Zeit kombiniert zur Anwendung kommen, kann dieser Zweck erreicht werden«
Zur Erzielung eines für die Praxis- ausreichenden Schutzes gegen Ertragsminderungen durch Virusbefall genügen im allgemeinen Aufwandmengen von O-,5 "bis 10-kg/ha. Die Formulierung und Applikation der erfindungsgemäßen Mittel kann nach den bekannten und praxisüblichen Methoden erfolgen. So können die Wirkstoffe mit inerten Verdünnungsmitteln und geeigneten Pormulierungsniitteln versetzt und zu Spritzpulvern, Pasten, Emulsionskonzentraten usw. verarbeitet -werden» Es hat sich
als vorteilhaft erwiesen,' wenn der Wirkstoffgehalt 10 bis 90 % des Mittels ausmacht, das kurz vor der Anwendung mit Wasser zu Spritzbrühen dispergiert wird. Die Spritzbrühen können mit den gebräuchlichen-Spritz-, Sprüh- und Nebelgeräten ^ausgebracht werden« Durch Granulierung der Wirk- und Hilfsstoffe mit geeigneten Stoffen, die eine allmähliche Freisetzung der Wirk- und Hilfsstoffe im Boden ermöglichen, kann mit eigner Behandlung vor der Bestellung der Felder ein die gesamte Vegetationsperiode umfassender Schutz erreicht werden« ·
Zur Kennzeichnung der verstärkten antiphytoviralen Wirkungen der erfindungsgemäßen Oxazole wurden vor allem Ganzpflanzentests an Solanaceen herangezogen« Als Testviren fanden häufig auftretende Pflanzenviren Verwendung, die einerseits den jeweiligen Wirt systemisch infizieren und andererseits eine einwandfreie Konzentrationsbestimmung auf serologischem Wege ermöglichen.. Im Grundversuch wurden unter Verwendung eines Abrasivums (Karborundpuder, Korngröße 500) die beiden unteren, intakten Blätter von Pflanzen von Nicotiana tabacum 'Samsun1, die 5 bis ? Blätter ausgebildet hatten, mit dem Kart offel-X-Virus inokuliert. Jeweils 2 Tage vor und 2 Tage nach der Inokulation wurden die Versuchspflanzen mit Wasser bzw. einem Lösungsmittel-Wassergemisch, das die erfindungsgemäßen Wirkstoffe in der in Vorversuchen ermittelten, in den Anwendungsbeispielen angegebenen Konzentration (in der Regel 5 χ 10 ^ mol/1) und 0,2 % Fekama-Haftmittel (Haftmittel aus Basis Buna-Latex) enthielt, bis zur Tropfnässe besprüht. Das .entspricht unter Praxisbedingungen einer Aufbringung von 600 1 Spritzlösung bzw, -brühe je Hektar Feldfläche. Zur Kontrolle wurde eine Anzahl von Pflanzen in der beschriebenen Weise mit dem gleichen Virus inokulierte Die Besprühung erfolgte mit dem gleichen Lösungsmittel-Wassergemisch unter Zusatz von 0,2 % Fekama-Haftmittel, jedoch ohne die erfindungsgemäßen Wirkstoffe. Die Viruskonzentrat'ion wurde in den in den Beispielsreihen angegebenen Abständen von .der Inokulation in Blättern der ebenfalls dort angegebenen Blattinsertion serologisch im Präzipitationstropftest unter Anwendung der Ver-
dümungsendpuiikt bestimmung (geometrische Verdünnung jeweils im Verhältnis Is 1 mit physiologischer Kochsalzlösung, bis kein Virus mehr serologisch nachweisbar ist) pflanzen- und blattweise getrennt ermittelt' (G."Schuster,1 Archiv Phytopath.-u. Pflanzenschutz 7, 1971, 171-187 und 1_3, 1977, 231-241).«. Jedes Versuchsglied umfaßte mindestens 10 Einzelpflanzen.
Die in den Blättefn der einzelnen Pflanzen, vorgefundene Viruskonzentration wurde in Wertzahlen'zum Ausdruck gebracht. Dabei bedeutet Wertzahl 0, daß auch in einem im Verhältnis 1 .s1 verdünnten- (= Ausgangs-) Preßsaft kein Virus nachweisbar war» Die Wertza.pl .1 zeigt, daß nach einmaliger Verdünnung im Verhältnis 1 ig 1 kein Virus mehr nachgewiesen werden konnte, die Wertzahl 2, daß nach zweimaliger Verdünnung kein Viruspräzipitat auftrat,, usw. Zum Vergleich der in den Versuchsgliedern erzielten Ergebnisse mit denjenigen der Kontrolle wurden aus den einzelnen Wertzahlen, die nach der beschrienenen Versuchsanordnung Logarithmen (Exponenten) zur Basis 2 darstellen, die entsprechenden Antilogarithmen gebildet«, Letztere wurden gemittelt und mit den bei den Kontrollpflanzen vorgefundenen. Mittelwerten'verglichen. In den nachfolgenden (Tabellen ist der Prozentsatz der Viruskonzentration angegeben, der.im Prüfglied im Vergleich zur Kontrolle (Kontrolle = 100 %) vorgefunden wurde. Dieser Wert ist als Reduktionskoeffizient (RK) bezeichnet. RK - 8 bedeutet beispielsweise, daß im Prüfglied die durchschnittliche Viruskonzentration auf 8 % der Viruskonzentration'der Kontrollen reduziert war.
Die Signifikanz der vorgefundenen Differenzen wurde im t-Test geprüft j nachdem durch geeignete Transformation,' z»B. geeignete Radikation, Normalverteilung der Meßwerte herbeigeführt worden war. Das Prüfergebnis wurde neben den in Prozentsätzen zum Ausdruck gebrachten Differenzen in Symbolen angegeben.
2^% jfi rf «*· / H / K **» %ß ff *. J
Diese besagen?
+ . q στ
ρ>0,1 ^
* Ω 1 %' — η
ρ .=: .tiherschreitirngswahrscheinlichlieit
Die in der beschriebenen Weise durchgeführten und ausgewerteten Versuche erbrachten bei den nachfolgend als Beispiele .. ausgewählten erfindungsgemäßen Oxazolen an sekundär infizierten Blättern die in Beispielsreihe 1 zusammengefaßten Ergebnisse»
Beisgielsreihe Ij ' .
"Verminderung der Konzentration des Kartoffel-X-Yirus in sekundär^ infizierten Blättern von Nicotlana täbäcum fSamsunf (- Virginischer {Dabak) durch die erfindungsgemäßen, substituierten Oxazole. Untersuchung im zweiten Blatt über dem oberen inokulierten Blatt (- 5. Blatt über den Keimblättern) 12. bis 15 Tage (in der Regel 13 Tage) nach der Inokulation.
Verbindung
Konz.(mol/1)
PvK und
u. .Lösungsmittel Signifikanz
2-Guanidino-4-, 5-di~n~ propyl-oxazol-hydrochlorid
2~Guanidino-4~carboxy-5-(1 s 2,3~trihydroxy~n~prop;yl)-oxazol
m-Guanidino-acet ophenon-(4,5-diphei3yl-oxazol-2~yl- hydrazon)~hydrochlorid
3-(D~Ribosylimino)~aceto~ phenon-(4,^-diphenyloxa ζol-2-yl-hydi'azon)
10 χ 10~2
H2O
5 χ ΙΟ"3
Η
5 χ ΙΟ™3
Methylglykor
5 χ 10""3
.Methylglykol
43Η
63°
40'
Verbindung
. 2,4- Dihy dr ο xy äc e t oph e no n-(4j5~dipbOnyl-oxazol-2---yl-· hydrazon)
2,3»4-Trihydroxyacetophenon-(4, 5-diphenyl-oxazoi-2-~yl-« hydrazon)
5-Phenyl-4-hydroxy ~2~amino-, oxazol
4,5-Dipb-onyl-oxazol-2~yl-. nydrazinsalz des 2,4$6~ ' Tr ihy dr. oxy -ace t ophenon™ (4,5~diphenyl-oxazol-2-ylhydrazons)-
o-F.luorbenzaldehyd-(4,5-oxazol~2~yl-iiydrazon)'
diplienyl-oxazol-2-ylhydrazon)
N~n-Butylisatin-(4,5-diphenyl-oxazol-2-ylhydrazon)
N-Benzylisatin-3-(4,5 diphenyl-"Oxazol-2~yl-liydrazon)
Konz.(mol/1 RK und
U0 Jjösungsmittel Signifikanz
Aceton
5 χ 10 Aceton
-3
5 χ 10~3 Methylglykol
2 χ 10"J Methylglykol 2 χ 10"
"3
Methylglykol
•2 χ ΙΟ"3 Methylglykol
2 x 10~3 Metihylglykol
50'
49 6O+
jeweils 2 % in Wasser jeweils 5 % in Wasser -11-
Eine ähnlich gute Verminderung der Konzentration des Kartöffel-X-Virus wie durch·die in Beispielsreihe 1' angegebenen· Verbindungen wird auch durch folgende erfindungsgemäßen. Oxazole erreicht!
Acet'on~-(4,>~dapheByl-oxazol-2-~yl-»hydrazon) 2,5-Dih.y är oxybenzaldehy d~ (4} 5-d.iphenyl-oxaz ol-2-yl~hy dr az.on) ;m-Guanylguanidino-acetophenon-(4,5~cLiplienyl-öxazGl-2~yl·-
hydrazon)-hydrochlorid
4,5~Biphenyl~oxazol-2-yl-iminoglyoxylsäure Mefhoxyacetophenon™(4,5-diphenyl~oxazol-2-yl-hydrazon) 2,3j4~irih7droxya.cetophenon~(4,5-diptLenyl"-oxa2ol-2-yl~
• .: hydrazon)
D~Glucose-(4,5-diphenyl-oxazol-2~yl~hydrazon) 1-(4,5""Diphenyl~oxazOl-2-yl)~4~isopropyl-thiosemicarbazid
In Beispielsreihe 2 ist dargestellt, daß eine Anzahl der erfindungsgemäßen. Oxazole auch in inokulierten Blättern die Viruskonzentration in beachtlichem Maße zu vermindern, vermag, wodurch gegenüber den bekannten Präparationen Fortschritte erzielt worden sind.
Verminderung der Konzentration' des Kartoffei-X-Virus in ^^S^—^^l^l^^PSB (inokulierten) Blättern..von Hiaotiana tabacum 'Saiasun' (= Virginischer Tabak) durch die erfindungsgemäßen, substituierten Oxazole. Untersuchung im oberen inokulierten Blatt (= 3* Blatt über den Keimblättern) 5 - 7 Tage (in der Regel 6 Tage) nach der Inokulation.
Verbindung
Konz.(mol/1) RK und
u. Lösungsmittel Signifikanz
m-Guanidino-acetophenon- (4,5-diphenyl-oxazol~2-yl~ hydrazon)--hydrochlorid
2~Diethanolaiainomethyl-4,5-diphenyl-oxazol ·
oxazol-2-yr-hydrazon)
m-Guanylguanidinor-aceto-•phenon-(4,5~a.iph.enyloxazol-2~yl~hydrazon)-hydrochlorid
3~(D-Xylosylimino)~aceto phenon~(4j5-diphenyloxazol-2-yl-hydrazon)
D-XyIose-(4,^-diphenyloxazol~2-yl-hydrazon)
5-Pheny1-4-hydroxyi-2-amino-oxazol
5-x 10" Aceton
•3 X)
5 x; 1O~3 Biethanoi 5 x- 10~3 Aceton
r3
5 x 10' Aceton
5 x 10~3 Aceton
5 χ iO"3-Methanol
icr2 46
35+++
461
49'
jeweils 5 % Lösungsmittel in Wasser
Verbindung
Konz. (mol/1) RK und
u. Lösungsmittel Signifikanz
D~Arat)ino5e~(4»5-~diptienyl—. oxazol~2~yl-hydrazon).
4,5-Diphenyl-oxazol-2~yl-hydrazinsalz des 2,4~Dihydroxyacetophenon--(4,5-diphenyl-oxazol-2-yl-hydrazon
2- (ß-Pheny l^thylaminoEo.ethyl ) 4,5-"dipheny3.~oxazol
Ferrocenaldehyd~(4,5~ diphenyl~oxazol-2-yl— hydrazon)
N-n-»Butylisatin-(4,5~ diphexiyl-Oxazol-2-yl™ hydrazon)
N-Methylisatin-(4,5-diphenyl-oxazol-2-ylhydrazon
1 -(4,:5- Diphenyl- oxaz ol~ 2-yl-)-4~ethyl-thiosemicarbazid
Guanidinsalz des . · Glyoxylsäure-(4S5-diphenyloxazol-2-yl- hydrazons)
5 χ 10 Ethanol
5 χ 10" Aceton
,-3
5 x 10~3 Ethanol 2 χ 1O™3 Methylglykol
xx)
2 χ ΙΟ"*3 Methylglykol
2 χ 10~3 Methylglykol
2 χ 10~'3 Methylglykol
5 χ 10~3 Aceton
63Ί
30'
58'
40'
63+
jeweils 2 % in Wasser
lhnlich gute Ergebnisse können mit den folgenden Verbindungen in-inokulierten/Blättern erhalten werden?
o-Atninoacet oplienon- 4-,5-diphenyl--o:xazolyl--(2) -hydrazon Pyridin-2-aldehyd- 4j5--diphe:ayl-oxazolyl-(2) -hydrazon«
In Beispielsreihe 3 ist gezeigt, daß einige der erfindungsgemäßen Oxazole auch gegenüber dein außerordentlich, schwer bekämpfbaren Tabakmosaikvirus eine beachtliche Wirkung entfalten» Liese ist im inokulierten Blatt von Nieotiana.glutinös a anhand der Veränderung der Zahl der Lokalläsionen nachgewiesen worden« In Beispielsreihe 3 ist der Prozentsatz der Lokalläsionen angegeben, der im jeweiligen Prüfglied im Vergleich zur mit Wasser.bzw. Lösungsmitteln. ohne Präparate behandelten Kontrolle (Eontrolle = 100 %) -::.· vorgefunden wurde (=.Reduktionskoeffizient = RE)B Die Signifikanz der vorgefundenen Differenzen wurde ebenfalls im t-Test geprüft. Transformationen der Meßwerte waren nicht erforderlich« Die Symbole für die Prüfergebnisse entsprechen den bereits angegebenen.
Verminderung der Anzahl der Lokalläsionen des Tabakmosaik— virus auf Blättern von Ni-cotiana gl.utinosa .durch die erfindungsgemäßen, substituierten Oxazole.
Verbindung
Konz«(mol/1) RK und
u. Lösungsmittel Signifikanz
2,3f4-Trihydroxyaceto- 5 x 10' phenon~(4,5-diphenyl~· . Aceton· oxazol-2-yl--hydrazon)
m-Guanylguanidino-aceto- 5 x 10' phenon~(4,5--diphenyl- . Aceton oxazol-2~yl~hydrazon)--hydrochlorid
4,5-Diphenyl~oxazol-2~-yl- 5 χ 10 hydrazinsalz des 2,4- Aceton Dihy dr oxy ac e t ophenon-(4,5-diphenyl-oxazol-2-ylhydrazon
N-Methy!isatin-(4,5-dipheny1-oxazol-2~yl-hydrazon)
1-(4,5-Diphenyl«oxazol--2-yl-)-4-ethyl-thio- semicarbazid
Guanidinsalz des Gyoxyl- 5 x
säure ~(4,5"diphenyloxazol~ Aceton
2-yl-hydrazons' ';
-3
,-3
-3
2 χ 10"3 Methylglycol 2 x 10"3 Methylglycol
52'
341
12

Claims (1)

  1. Erfindungsansprüche
    1. Mittel zur Chemotherapie von Kulturpflanzenvirosen, dadurch gekennzeichnet j daß gemeinsam mit üblichen Hilfs- und Trägerstoffen Verbindungen der allgemeinen Formel
    R-
    -R,
    eingesetzt werden, worin .
    R H bzw. Alkyl-, Hydroxyalkyl- oder Phenylgruppe, R^ H bzw. Alkyl-,.Phenyl-, Hydroxyl-, Carboxylgruppe, Rp H bzv/. KHp-,' Guanyl-, Alkylthiocarbamoylhydrazino-, ^-substituierte Aminomethylgruppe, ferner Hydrazon aus Glyoxylsäure,. Aceton, Aldosen, N-Alkylisatinen,. halogenierten Benzaldehyden, Pyridinaldehyden, Ferrocenaldehyden, Asinoacetophenon, N-substituierten Ac'etöphenonen, Polyhydroxyacetophenonen und Methoxyacetophenon, desgleichen Salze und Addukte dieser Stoffe bedeuten und R5 R^, Rp in beliebiger Variation auftreten können. ' .
    Mittel entsprechend Punkt 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die verwendeten Präparationen neben den erfindungsgemäßen 'Wirkst offen auch Tenside, Haftmittel und weitere Formulierungsmittel und-gegebenenfalls Eilfsstoffe zur Bildung von Granulaten enthalten« .·
    Mittel entsprechend Punkt 1 und 2,-.dadurch gekennzeichnet, daß die erfindungsgemäßen Wirkstoffe zusammen mit PfIan- zenhormonen, synthetischen Pflanzenwachstumsregulatoren sowie aryl- und alkyl-substituierten Plarnstoffen, Thioharnstoff en und Guanidinen eingesetzt werden können.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
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CN108570042A (zh) * 2018-06-03 2018-09-25 湖南科技大学 一种含1,3,4-噻二唑的吲哚酮衍生物、制备方法及应用

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CN108570042A (zh) * 2018-06-03 2018-09-25 湖南科技大学 一种含1,3,4-噻二唑的吲哚酮衍生物、制备方法及应用

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