DD268148A1 - Mittel mit antiphytoviraler wirkung - Google Patents

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DD268148A1
DD268148A1 DD31145287A DD31145287A DD268148A1 DD 268148 A1 DD268148 A1 DD 268148A1 DD 31145287 A DD31145287 A DD 31145287A DD 31145287 A DD31145287 A DD 31145287A DD 268148 A1 DD268148 A1 DD 268148A1
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antiphytoviral
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virus
alkyl
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DD31145287A
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Beate Voigt
Horst Mueller
Gottfried Schuster
Peter Barth
Heinz Falkenhagen
Josef Vogel
Dieter Kleinhempel
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Akad Wissenschaften Ddr
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  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft ein Mittel mit antiphytoviraler Wirkung. Die Mittel dienen der Bekaempfung von Viren in Kulturpflanzen auf chemotherapeutischem Wege, indem die Wirkung bekannter antiphytoviraler Praeparate wesentlich gesteigert wird. Erfindungsgemaess enthalten die Mittel neben ueblichen Formulierungshilfsmitteln und bekannten antiphytoviralen Wirkstoffen Phosphatide pflanzlicher oder mikrobieller Herkunft als Wirkungsverstaerker.

Description

a-Benzylthiocarbonyliminoverbindunge^z.B. 2-Benzylthio-2-methylpropanolthiosemicarbazon; Thiosemicarbazone und Carbazone, ζ.B. 2-Thiocyanato-cyclopenten(1)-aldehyd-thiosemicarbazon; unsubstituierte und substituierte Guanidine,z.B. Cyanoguanidin.
Dabei werden auf ein Gewichsteil des antiphytoviralen Wirkstoffes 1 bis 200 Gewichtsteile des erfindungsgemäßen Wirkungsverstärkers eingesetzt.
Die Phosphatide können dabei sowohl als Reinphosphatide als auch als Rohphosphatidfraktionen zum Einsatz kommen. Letztere enthalten neben den Phosphatiden in der Regel noch Glyceride, Fettsäuren u.a. Fettbegleitstoffe.
Die Rohphosphatidfraktion kann außerdem Öle, beispielsweise fette Öle oder Mineralöle, oder Kohlenwasserstoffe enthalten.
Der Anteil der natürlichen Phosphatide beträgt in den Rohphosphatidfraktionen 40Ma.-%.
Die Rohphosphatidfraktionen fallen beispielsweise bei der Raffination von Pflanzenölen oder bei der Reinigung von mikrobiellen Biomassen oder bei der Aufarbeitung von Lipidextrakten aus der mikrobiologischen Futterhefeproduktion aus Erdölkohlenwasserstoffen als Neben-oder Abfallprodukte an. Die Rohphosphatidfraktionen können in bekannter Weise zu Reinphosphatiden aufgearbeitet werden.
Der erhöhte Wirkungseffekt der erfindungsgemäßen Kombinationen ist bei bestimmten Konzentrationsverhältnissen besonders stark ausgeprägt, wobei neben einer Beziehung zur Struktur der antiphytoviralen Verbindung auch eine Relation zu der zu bekämpfenden Virusart und Wirtspflanze besteht. Die Gewichtsverhältnisse der Komponenten in den Kombinationen können jedoch in relativ großen Bereichen variiert werden. Im allgemeinen entfallen auf ein Gewichtsteil des antiviralen Wirkstoffes 1 bis 200 Gewichtsteile des erfindungsgemäßen Wirkungsverstärkers. Das Gewichtsverhältnis ist dann besonders weit, wenn der Wirkungsverstärker die Wirkung der bekannten antiphytoviralen Substanz so stark erhöht, daß geringste Mengen genügen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Je höher die Konzentration des Wirkungsverstärkers, desto besser ist im allgemeinen seine Wirkung.
Die erfindungsgemäßen Wirkungsverstärker können unter Vermittlung geeigneter Lösungsvermittler gelöst oder mit inerten Trägerstoffen und unter Zusatz im Pflanzenschutz üblicher Formulierungshilfsstoffe zu Emulsionskonzentraten, Spritzpulvern, Pasten usw. verarbeitet werden.
Diese Formulierungen können dann mit den zu verstärkenden antiphytoviralen Präparaten oder Tankmischungen in den gewünschten Verhältnissen appliziert werden.
Es ist aber auch möglich, die antiphytoviralen Wirkstoffe mit den erfindungsgemäßen Wirkungsverbesserem zu einem Präparat zu formulieren. Hierbei ist selbstverständlich auf die Einstellung der richtigen Verhältnisse von Wirkstoff und Wirkungsverstärkern zu achten. Es sind alle gebräuchlichen Formulierungstypen wie z. B. Emulsionskonzentrate, Spritzpulver oder auch Granulate möglich.
Die erfindungsgemäßen Phosphatide verstärken die Wirkung der antipytoviralen Präparate beträchtlich und in wesentlich größerem Umfang als die üblichen Formulierungshilfsstoffe. Dabei haben die'Phosphatide bzw. phosphatidhaltigen Präparationen keinen oder nur schwache antiphytovirale Eigenwirkung. Die durch die erfindungsgemäßen Wirkungsverstärker erreichbare Wirkungssteigerung ist besonders wichtig, da sie eine Verminderung der Wirkstoffkonzentration und somit der Umweltbelastung sowie gegebenenfalls beträchtliche ökonomische Effekte durch Substanzeinsparung ermöglicht. Bedeutsam und überraschend ist, daß Kombinationen von Phosphatiden und antiphytoviralen Verbindungen nicht zu Pflanzenschäden führen, sondern in keiner Weise phytotoxisch sind.
Anhand von Beispielen wird die Erfindung näher erläutert.
Ausführungsbeispiel
Zur Kennzeichnung der Effektivität der erfindungsgemäßen Wirkungsverstärker wurde der Einfluß der erfindungsgemäßen Verbindungen auf die systemische Vermehrung des Kartoffel-X-Virus (PVX = potato virus X) ermittelt, indem die Viruskonzentration in einem sekundär infizierten Blatt von Nicotianatabacum ,Samsun'serologisch im Präzipitationstropfentest ermittelt wurde.
Die Viren wurden bei Durchführung dieses Tests unter Verwendung eines Abrasivums (Karborundpuder, Korngröße 500) inokuliert. Die erfindungsgemäßen Präparationen, deren Herstellung im Zusammenhang mit den Anwendungsbeispielen beschrieben ist, wurden jeweils 2 Tage vor der Inokulation und darüber hinaus auch noch ein- bis zweimal nach der Inokulation in der in den Anwendungsbeispielen angegebenen, in Vorversuchen ermittelten, nicht phytotoxischen Konzentration in wäßriger Lösung bzw. Suspension biszurTropfnässe auf die Pflanzen aufgesprüht. Das entspricht unter Praxisbedingungen der Aufbringung von 600I Spritzlösung bzw. -brühe je Hektar Feldfläche.
Die in gleicher Weise mit Viren inokulierten Kontrollpflanzen wurden mit reinem Wasser besprüht.
Die quantitative Bestimmung der Viruskonzentration erfolgte serologisch im Präzipitationstropfentest unter Anwendung der Verdünnungsendpunktbestimmung. Alle erforderlichen Testmanipulationen sind bei Schuster (Archiv Phytopath. u.
Pflanzenschutz 13,1977,229-239) beschrieben. Jedes Versuchgsglied umfaßte mindestens 10 Einzelpflanzen, bei denen die Viruskonzentration jeweils getrennt ermittelt wurde. Aus den Einzelergebnissen wurde für jedes Versuchsglied der Mittelwert gebildet. Diese mittleren Viruskonzentrationen sind in den Beispielen relativ zur Kontrolle in Form von Hemmprozenten (H) angegeben. Diese stellen die relativen Differenzen zwischen dem Virusgehalt der Kontrolle und dem Virusgehalt der behandelten Pflanzen dar, wobei der Virusgehalt der Kontrolle gleich 100% gesetzt wurde.
Es gilt:
wobei VK8 die in den behandelten Varianten erreichtenViruskonzentrationen und ѴККотг. die in den unbehandelten Kontrollen erreichten Viruskonzentrationen bedeuten.
Hat beispielsweise eine Behandlung die Viruskonzentration auf 10% derjenigen der Kontrolle verringert, ergibt sich demnach eine Hemmung von 90%.
Die Signifikanz der zwischen der Kontrolle und den Versuchsgliedern vorgefundenen, in Hemmwerten zum Ausdruck gebrachten Differenzen wurde im t-Test geprüpft, nachdem gegebenenfalls durch geeignete Transformationen (Grimm, Biometr. Z.2,1960, 164-173) Normalverteilung der einzelnen Meßwerte erreicht worden war.
Die Ergebnisse der Signifikanzprüfungen wurden durch die üblichen Signifikanzsymbole zum Ausdruck gebracht:
• : P>5% + : 5%>P>1% ++ : 1%2ϊΡ>0,1% +++ : 0,1% > P P = Überschreitungswahrscheinlichkeit
Beispiel 1
Beispielsreihe 1 zeigt die Verstärkung der Hemmwirkung von 2,4-Dioxohexahydro-1,3,5-triazin (DHT), ferner von 1,5-Diacetyl-DHT, Cyanoguanidin und Carboxyphenyithioharnstoff durch die erfindungsgemäßen Phosphatide pflanzlicher (lfd. Nr. 1) und mikrobieller (lfd. Nr. 2 bis 8) Herkunft. Die Phosphatidzubereitungen wurden in den Beispielen der lfd. Nr. 1 und 3 hergestellt, indem die erfindungsgemäßen Wirkungsverstärker unter Vermittlung von Tween 60 gelöst wurden. Dabei wurde nach Erreichen der gewünschten Konzentration das in seiner Wirkung zu verstärkende antivirale Präparat in der gewünschten Konzentration zugesetzt. Die einzelnen Komponenten können auch in geeigneter Konzentration, ggf. unter Zusatz weiterer Formulierungshilfsstoffe, in einer Feststoff-Formulierung vereint werden.
In den Beispielen der laufenden Nr. 2 sowie 4 bis 8 kam zur Lösung der erfindungsgemäßen Wirkungsverstärker ein Lösungsmittel-Emulgator-Gemisch (LEG) zur Anwendung, das sich wie folgt zusammensetzte:
12,5Ma.-% Emulgator Präwozell N9 77,5 Ma.-% Cyclohexanon 10,0Ma.-%Xylottechn.
Die Flüssigformulierung eignet sich besonders zur Herstellung von Tankmischungen.
Bereits Rohphosphatidfraktionen (60Ma.-% Phosphatide in lfd. Nr.2 und 45Ma.-% Phosphatide in lfd. Nr.5 bis 8) verstärken die Wirkung der antiphytoviralen Präparate beträchtlich. Oft kommen sie der Wirkung von Reinphosphatiden (lfd. Nr. 1 und 3) nahe und übertreffen sie zum Teil. Es können demnach aufwendige Reinigungsschritte entfallen, was wesentlich zur Verringerung der Kosten für die Wirkungsverstärkung beitragen dürfte.
Beispielreihe 1
Erfindungsgemäße Verstärkung der Hemmwirkung antiphytoviraler Verbindungen (= AV) gegenüber dem Kartoffel-X-Virus in sekundär infizierten Blättern von Nicotiana tabacum 'Samsun' durch Phosphatide (= Ph) pflanzlicher und mikrobieller Herkunft. Die erzielte Hemmwirkung ist in Form der relativen Differenz zwischen der Viruskonzentration der unbehandelten Kontrolle (= 100%) und der Viruskonzentration des Versuchsgliedes dargestellt
Erf. Wirk. — erfindungsgemäßer Wirkungsverstärker
Lfd. Antiphytovirale Art d. Phosphatide, Hemmung % Ph Erf. Wirk.
Nr. Verbindung, Konz. u. Konz. u. Formulierung 0* 88***
Lösungsmittel AV
1 2,4-Dioxohexa- Reinphosphatid 84***
hydro-1,3,5- v. Sojalecithin,
triazin (= DHT) 13* 50**
0,0025%, Wasser 0,5 %, Tween 60
2 wie1 Rohextrakt E11-23 0*
aus MB 58 13* 100***
0,5% AS, Fo LEG
3 wie1. Reinphosphatid 86*** 86***
0,005% von BE
4 wie1, phosphatidhaltiger 80***
0,0025% Rohextrakt
0,5% (70% Phos
phatide i. Roh 87***
extrakt) Fo LEG
5 Diacetyl-DHT, wie 4 59*
0,2%, Wasser
Lfd. Antiphvtovirale
Nr. Verbindung, Konz. u.
Lösungsmittel
Artd. Phosphatide, Konz. u. Formulierung
Hemmung % AV Ph
Erf.Wirk.
6 DHT, 0,0025%, wie 4 79* ,33* 95*** + Cyanoguanidin
0,1 %, Wasser
7 Ribavirin, wie4 36* 0* 67*** 0,005%,
Wasser
8 N-Phenyl-N'- wie 4 24* 0* 53* carboxy-
phenyl-thiohamstoff, 0,01 %, Aceton
Beispiel 2
In Beispielreihe 2 ist die Verstärkung der Hemmwirkung von 2,4-Dioxohexahydro-1,3,5-triazin (DHT), 1,5-Diacetyl-DHT, 2-Ani!ino-5-adamantyl-1,3,4-thiadiazol und 2-Thiocyanato-cyclopenten(1)-aldehyd-thiosemicarbazon, Cyanoguanidin und Alkanmonosulfonat durch eine Rohphosphatidfraktion mikrobieller Herkunft dargestellt. Die Fraktion fällt bei der destillativen Aufarbeitung eines Lipidextraktes, eines Nebenproduktes der mikrobiellen Eiweißproduktion aus Erdöldestillation, als Sumpfprodukt an und enthält 60 Ma.-% Phosphatide, 23Ma.-% sonstige Lipide und 17 Ma.-% Erdölkohlenwasserstoffe.
Die Rohphosphatidfraktion kam in der bereits in Beispielreihe 1 beschriebenen Flüssigformulierung (LEG) zur Anwendung. Im Beispie! der lfd. Nr.4 wurde in Gegenwart der Rohphosphatidfraktion eine Hemmung von 50% erzielt, obwohl unter den Bedingungen der entsprechenden Versuchsanordnung weder 2-Thiocyanato-cyclopenten(1)-aldehyd-thiosemicarbazon noch der erfindungsgemäße Wirkungsverstärker irgendeine Hemmwirkung erkennen ließen. Es handelt sich dementsprechend in diesem Fall um eine rein synergistische Wirkungsverstärkung.
Daß nicht nur die Wirkung gegen Kartoffel-X-Virus, sondern auch gegen andere Viren, beispielsweise gegen das Tabakmosaik-Virus, durch das Sumpfprodukt verstärkt wird, ist unter lfd. Nr. 9 am Beispiel des Alkanbetainsulfonats gezeigt.
Beispielreihe 2
Erfindungsgemäße Verstärkung der Hemmwirkung antiphytoviraler Verbindungen (= AV) gegenüber dem Kartoffel-X-Virus in sekundär infizierten Blättern von Nicotiana tabacum 'Samsun' durch ein Phosphatidgemisch mikrobieller Herkunft (SU). Die erzielte Hemmwirkung ist in Form der relativen Differenz zwischen der Viruskonzentration der unbehandelten Kontrolle (= 100%) und des Versuchgsgliedes dargestellt. Erf.Wirk. = erfindungsgemäße Wirkungsverstärkung
Lfd. antiphytovirale Konzentration des Hemmung % SU Erf.Wirk.
Nr. Verbindung, Konz. SU u. Formulierung 24* 89***
U.Formulierung AV
1 1,4-Dioxohexahydro- SU10/86 in Fo LEG 74**
1,3,5-triazin, 0,5% AS 24* 88***
0,0025%, Wasser
2 Ribavirin wie1 86*** 13* 69**
0,0025%, Wasser
3 DHT 0,0025 % + wie1 45*
Ribavirin 0,0025% 0* 50*
Wasser
4 2-Thiocyanato- wie1 0*
cyclopentend baldehyd-
thiosemicarbazon 89***
0,02% Ethanol
5 1,5-Diacethyl-DHT wie1 75***
0,2%, Wasser
Lfd. antiphytovirale Nr. Verbindung, Konz.
u. Formulierung
Konzentration des SU u. Formulierung
Hemmung % AV SU
Erf.Wirk.
2-Anilino-5-adamantyl-1,3,4-thiodiazol 0,125%, Aceton DHT 0,0025% + Cyanoguanidin 0,1% Wasser Alkanmonosulfonat (Emulgator E 30) 0,5% Wasser Alkanbetainsulfonat 3,2% Wasser Hemmung des TMV (= Verminderung d. Zahl d. Lokalläsionen auf N. glutinosa)
wie1
wie1 wie1 wie1
34*
24*
48*
24+++ 9O+
71H
9O+

Claims (3)

1. Mittel mit antiphytoviraler Wirkung, gekennzeichnet dadurch, daß sie neben üblichen Formulierungshilfsmitteln und bekannten antiphytoviralen Wirkstoffen Phosphatide pflanzlicher oder mikrobieller Herkunft als Wirkungsverstärker enthalten.
2. Mittel nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß sie als antiphytovirale Wirkstoffe Präparate aus den Gruppen der substituierten hydrierten Triazine, der Thiadiazole, der Alkyl- und Arylsulfonate, der a-Benzylthiocarbonyliminoverbindungen, der Thio-Harnstoffe, Thiosemicarbazone und Carbazone, der substituierten und unsubstituierten Guanidine sowie der Alkansulfonate enthalten.
3. Mittel nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß sie auf ein Gewichtsteil des antiphytoviralen Wirkstoffes 1 bis 200 Gewichtsteile des Wirkungsverstärkers enthalten.
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Mittel zur Bekämpfung von Viren in Kulturpflanzen auf chemotherapeutischem Wege, durch das die Wirkung bekannter antiphytoviraler Präparate wesentlich gesteigert wird.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Angesichts der großen Ertragsverluste, die durch Viren bei vielen landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturpflanzen, z. B. Kartoffel, Tomate, Tabak, Speise- und Futterleguminosen, Beta-Rüben sowie zahlreichen Gemüse- und Zierpflanzen hervorgerufen werden, ist es dringend erforderlich, die sog. klassischen, zumeist indirekten Maßnahmen der Virusbekämpfung, wozu u.a. die Bekämpfung der Virusüberträger und die negative Selektion von virusinfizierten Pflanzen gehören, durch wirksame Verfahren zu ergänzen, die es mit Hilfe von Chemikalien ermöglichen, Virusbefall zurückzudrängen und damit höhere und stabilere Erträge zu erreichen.
In den letzten Jahren ist eine große Anzahl von Präparaten aufgefunden bzw. entwickelt worden, die die Vermehrung von Pflanzenviren hemmen. Zu diesen gehören u.a. Analoga von Purin-und Pyrimidinbasen bzw. von entsprechenden Nucleosiden und Nucleotiden, z. B. Ribavirin (i-ß-D-RibofuranosyM^'J-triazol-S-carboxamid; G.Schuster, Ber. Institut für Tabakforschung 23,1976,21-36), hydrierte Triazine, z. B. 2,4-Dioxohexahydro-1,3,5-triazin (= DHT, DD-PS 115566 und 1,5-Diacetyl-DHT (DD-PS 233482), Guanidine (DD-PS 139921) und Thiadiazole (DD-PS 1576). In letzter Zeit sind darüber hinaus antiphytovirale Alkyl- und Arylsulfonate (DD-PS 216610 A1), a-Benzylthiocarbonyliminoverbindungen (DD-PS 221911), Vinylaldehyd-/thio/-semicarbazone
(DD-PS 244287), Lipidextrakte und daraus isolierte Fraktionen, die bei der Fermentation von Kohlenwasserstoffen aus Hefebiomassen gewonnen werden (DD-PS 225325) sowie partiell hydrolysierte Phosphatidfraktionen mikrobieller Herkunft (DD-PS 225324) bekannt geworden. Die Vielfalt der Viren und deren z.T. sehr unterschiedliche Replikationsstrategien sowie die hohen Mutabilitätsraten, die besonders bei vielen multikomponenten Viren durch Rekombinantenbildung beträchtlich erhöht werden und die Herausbildung präparatenresistenter Formen erwarten lassen, erfordern eine große Vielfalt in den Bekämpfungsstrategien. Die Nachteile der bekannten Mittel zur Chemotherapie pflanzlicher Virosen ergeben sich aus den hohen Wirkstoff kosten und Aufwandmengen. In DD-PS 241187 wird deshalb über ein Verfahren zur Wirkungsverstärkung antiphytoviraler Verbindungen berichtet, bei dem substituierte 2-Alkyl-3-phosphocholine als Wirkungsverstärker verwendet werden. Die Bereitstellung der substituierten 2-Alkylglycero-3-phosphocholine setzt jedoch eine aufwendige chemische Synthese voraus, so daß die Anwendung dieser Wirkungsverstärker keine Kostenreduzierung der agrochemischen Verfahren ermöglicht.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, antiphytovirale Mittel zu entwickeln, deren Einsatz kostengünstig bei geringer Umweltbelastung erfolgen kann und weder auf die Wirtspflanze der Viren noch auf die Biozönose unerwünschte Nebenwirkungen ausüben.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Mittel mit antiphytoviraler Wirkung zu entwickeln, die es erlauben, die Einsatzmenge der antiphytoviralen Wirkstoffe zu verringern und die bei geringer Dosis hohe Wirksamkeit entfalten. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß diese Mittel neben üblichen antiphytoviralen Wirkstoffen und Formulierungshilfsmitteln Phosphatide, pflanzlicher oder mikrobieller Herkunft als Wirkungsverstärker enthalten. Besonders wirksam werden antiphytovirale Präparate aus folgenden Gruppen verstärkt:
substituierte hydrierte Triazine, z.B. 2,4-Dioxohexahydro-1,3,5-triazin (DHT) und 1,5-Diacetyl-DHT; substituierte Thiadiazole, z.B. 2-Anilino-5-adamantyl-1,3,4-thiadiazol;
Alkyl- und Arylsulfonate, z. B. Alkylmonosulfat und Alkylbetainsulfonat;
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