CH338438A - Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen

Info

Publication number
CH338438A
CH338438A CH338438DA CH338438A CH 338438 A CH338438 A CH 338438A CH 338438D A CH338438D A CH 338438DA CH 338438 A CH338438 A CH 338438A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
carbon atoms
sulfonylthioureas
radicals
formula
butyl
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Heinrich Dr Ruschig
Walter Dr Aumueller
Gerhard Dr Korger
Hans Dr Wagner
Josef Dr Scholz
Alfred Dr Baender
Original Assignee
Hoechst Ag
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Hoechst Ag filed Critical Hoechst Ag
Publication of CH338438A publication Critical patent/CH338438A/de

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C311/00Amides of sulfonic acids, i.e. compounds having singly-bound oxygen atoms of sulfo groups replaced by nitrogen atoms, not being part of nitro or nitroso groups
    • C07C311/50Compounds containing any of the groups, X being a hetero atom, Y being any atom
    • C07C311/52Y being a hetero atom
    • C07C311/54Y being a hetero atom either X or Y, but not both, being nitrogen atoms, e.g. N-sulfonylurea

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description


  
 



  Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von neuen blutzuckersenkend wirksamen Sulfonylharnstoffen ohne chemotherapeutische Eigenschaften der Formel    R-SO2-NH-CO-NH-R1,    worin R einen aliphatischen oder cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit drei bis acht Kohlenstoffatomen und R1 einen gesättigten oder ungesättigten aliphatischen oder cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit zwei bis acht Kohlenstoffatomen bedeuten, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man Sulfonylthioharnstoffe der Formel
EMI1.1     
 mit den Schwefel durch Sauerstoff ersetzenden Mitteln behandelt. Die erhaltenen Verbindungen können mit Hilfe von anorganischen oder organischen Basen in entsprechende Salze überführt werden.

   Als den Schwefel durch Sauerstoff ersetzende Mittel kann man beispielsweise Schwermetalloxyde in Gegenwart von Lösungsmitteln oder mit Vorteil entsprechende Metallsalze verwenden. Beispielsweise kann man Blei-, Kupfer- oder Silbersalze heranziehen. Ferner können auch Oxydationsmittel, beispielsweise Natriumperoxyd oder salpetrige Säure, herangezogen werden.



   R kann beispielsweise für Propyl-, Butyl-, Pentyl-, Hexyl-, Cyclohexyl- und Cycloalkyl-alkylreste, wie Hexahydrobenzyl, stehen. Soweit es sich dabei um aliphatische Reste handelt, können diese sowohl geradkettig als auch verzweigt sein.



     R3    kann beispielsweise folgende Bedeutung besitzen: Athyl, Propyl, Allyl, Butyl, Butenyl, Pentyl, Hexyl, Cyclohexyl, Hexahydrobenzyl. Auch hier können die Reste, soweit sie aliphatischer Natur sind, sowohl geradkettig als auch verzweigt sein.



   Als an die Sulfonylgruppe gebundene Reste seien beispielsweise erwähnt: Alkyl-,   Cycloalkyl- oder    Cycloalkylalkylsulfonylreste, die als Alkylreste Propyl-, Butyl-(l)-, Butyl-(2)-, 2-Methyl-propyl-(l)-, Pentyl (2)-, Pentyl-(3)-,   3-Methyl-butyl-(1)-,    2-Methylbutyl-(l)-, Hexyl-(l)-, Hexyl-(2)-, 4-Methyl-pentyl (2)-,   2-Sithyl-butyl-(1)-,    Heptyl-(l)-, Heptyl-(2)-, Heptyl-(4)-,   2,4-Dimethyl-pentyl-(1)-,    2,4-Dimethylpentyl-(3)-, Octyl-(l)- und Octyl-(2)-, als Cycloalkylreste Cyclohexyl- und Cycloheptyl- und als Cycloalkylalkylreste Cyclohexylmethyl und Cyclohexyläthyl- tragen können.



   Die an das Stickstoffatom gebundenen aliphatischen bzw. cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffreste gesättigten oder ungesättigten Charakters sollen vorzugsweise zwei bis sechs Kohlenstoffatome enthalten. Es können auch Reste mit bis zu acht Kohlenstoffatomen verwendet werden. Bei Resten mit mehr als acht Kohlenstoffatomen würde die Wirksamkeit der Verfahrenserzeugnisse im allgemeinen zurückgehen.

   Im einzelnen kommen beispielsweise in Frage: Alkylreste: Äthyl-, n-Propyl-, Isopropyl-, n-Butyl-, Isobutyl-, sec.-Butyl-, tert.-Butyl-, Pentyl (1)-, Pentyl-(2)-, Pentyl-(3)-, 3-Methyl-butyl-(l)-,   2-Methyl-butyl- (1)-,      2,2-Dimethyl-propyl-(1)-,    3 Methyl-butyl-(2)-, Hexylreste, wie   Hexyl-(l)- und    2-Methyl-pentyl-(l)-, Heptylreste, wie Heptyl-(l)-, Heptyl-(4)-, Octylreste, wie der Octyl-(l)-rest; Alkenylreste: Allyl- und   Crotylreste;    Cycloalkylreste:   Cyclohexyl und   Cyclopentylreste;    Cycloalkylalkylreste: Cyclohexylmethyl- und Cyclohexyläthylreste.



   Die als Ausgangsstoffe zu verwendenden Thioharnstoffe können beispielsweise durch Umsetzung entsprechender Sulfonamidalkalisalze mit entsprechenden Thioverbindungen, wie n-Butylsenföl, hergestellt werden.



   Die Verfahrenserzeugnisse bewirken, wie in Versuchen an Tieren und in klinischen Versuchen nachgewiesen worden ist, eine starke Senkung des Blutzuckerspiegels. Sie können als solche oder in Form ihrer Salze bzw. in Gegenwart von Stoffen, welche zu einer Salzbildung führen, Verwendung finden.



  Zur Salzbildung können beispielsweise herangezogen werden: Ammoniak, alkalische Mittel, wie Alkalioder Erdalkalihydroxyde, Alkalicarbonate oder -bicarbonate, ferner physiologisch verträgliche organische Basen. Die Verbindungen sollen u. a. zur Herstellung von oral verabreichbaren Präparaten mit blutzuckersenkender Wirkung zur Behandlung der Zuckerharnruhr Verwendung finden.



   Im Tierversuch lässt sich die Wirkung auf den Blutzuckerspiegel, beispielsweise von Mäusen, Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen, Katzen und Hunden, nachweisen. Verabreicht man beispielsweise normal gefütterten Kaninchen Verbindungen der beanspruchten Struktur in einer einmaligen Dosis von durchschnittlich 400 mg/kg in beispielsweise bicarbonatalkalischer Lösung oder in Form ihrer Alkalisalze, so sieht man eine rasch einsetzende Senkung des Blutzuckerspiegels, die innerhalb von etwa drei bis vier Stunden ein Maximum (etwa   30 10      O/o    des Ausgangswertes) erreicht.



   Die Blutzuckerwerte können durch stündliche Analysen nach   Hagedorn-Jensen    ermittelt werden.



  Die Blutzuckersenkung wird durch Vergleich mit den Blutzuckerwerten gleichartig gehaltener, nicht behandelter Kontrolltiere ermittelt.



   Nähere Angaben über pharmakologische und klinische Daten der Verfahrenserzeugnisse sind in der schweizer Patentschrift Nr. 335651 enthalten.



   Beispiel 1
N-B   utan(l)-sulfonyl-N'-n-hexyl-harnstoff   
27 g   N-Butan( 1 )-sulfonyl-N'-n-hexyl-thioharn-    stoff vom Schmelzpunkt   95-97"    (hergestellt durch Umsetzung von   Butan(l)-sulfonamid    mit n-Hexylsenföl in Gegenwart von Aceton und wasserfreiem Kaliumcarbonat) werden in 150   cm5    Aceton gelöst und dazu unter Rühren und bei Zimmertemperatur eine Lösung von 7 g Natriumnitrit in 60 cm3 Wasser tropfenweise zugegeben. Zu dieser Mischung werden bei einer Innentemperatur von bis   +      5o    und unter Rühren innerhalb einer Stunde 60   cm3    5n-Essigsäure zugetropft und anschliessend noch zwei Stunden bei Zimmertemperatur nachgerührt.

   Man verdünnt nun die Reaktionsmischung mit 1 Liter Wasser, saugt den ausgefallenen Niederschlag ab und behandelt diesen mit 500 cm3 verdünntem Ammoniak   (1: 25).    Es wird vom ungelöst bleibenden elementarem Schwefel abgesaugt, das zunächst noch trübe Filtrat mit Kohle geklärt und mit 2n-Salzsäure angesäuert. Der sofort in kristalliner Form ausfallende weisse Niederschlag wird abgesaugt, mit Wasser gewaschen und aus 800   cm3    50   0/obigem    Methanol umkristallisiert. Man erhält auf diese Weise den N  Butan(l)-sulfonyl-N'-n-hexyl-harnstoff    in guter Ausbeute und in ausgezeichneter Reinheit. Er zeigt den Schmelzpunkt   95-96,5"    und ist in einer äquivalenten Menge verdünnter wässriger Basen leicht unter Salzsäurebildung löslich.



   In ähnlicher Weise gelingt es, die Entschwefelung des   N-Butan (l)-sulfonyl-N'-n-hexyl-thioharnstoffes    durch Einwirkung einer siedenden wässrig-acetonischen Lösung von Silbernitrat zu bewirken, wobei man ebenfalls den   N-Butan( 1 )-sulfonyl-N'-n-hexyl-    harnstoff vom Schmelzpunkt   95-96"    erhält.



   Beispiel 2    N-Cyclohexansulf onyl-N'-isobutyl-harnstof f   
Nach der im Beispiel 1 angegebenen Vorschrift erhält man durch Behandlung von N-Cyclohexansulfonyl-N'-isobutyl-thioharnstoff vom Schmelzpunkt   145,5-146"    (hergestellt durch Umsetzung von Cyclohexansulfonamid mit Isobutylsenföl in Gegenwart von Kaliumcarbonat und Aceton) mit einer äquivalenten Menge Natriumnitrit in Gegenwart von   Sn-Essigsäure    und Aceton als Lösungsmittel den   N-Cyclohexansulfonyl-N'-isobutyl-harnstoff,    der nach dem Umkristallisieren aus Essigsäure-methylester den Schmelzpunkt   165-1670    zeigt.   

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von neuen blutzuckersenkend wirksamen Sulfonylharnstoffen ohne chemotherapeutische Eigenschaften der Formel R-SO,-NH-CO-NH-R, , worin R einen aliphatischen oder cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit drei bis acht Kohlenstoffatomen und R, einen gesättigten oder ungesättigten aliphatischen oder cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit zwei bis acht Kohlenstoffatomen bedeuten, dadurch gekennzeichnet, dass man Sulfonylthioharnstoffe der Formel EMI2.1 mit den Schwefel durch Sauerstoff ersetzenden Mitteln behandelt.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man Sulfonylthioharnstoffe der genannten Formel verwendet, worin R einen Alkylrest mit drei bis acht Kohlenstoffatomen bedeutet.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man Sulfonylthioharnstoffe der genannten Formel verwendet, worin R einen Cyclo alkylrest mit höchstens acht Kohlenstoffatomen bedeutet.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man Sulfonylthioharnstoffe der genannten Formel verwendet, worin R einen Cycloalkylalkylrest mit höchstens acht Kohlenstoffatomen bedeutet.
    4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die erhaltenen Verbindungen mit Hilfe von Basen in entsprechende Salze überführt.
    5. Verfahren nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Salzbildung anorganische Basen verwendet.
    6. Verfahren nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Salzbildung organische Basen verwendet.
CH338438D 1929-12-05 1956-03-27 Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen CH338438A (de)

Applications Claiming Priority (7)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE151055X 1929-12-05
DE342441X 1955-05-28
DE338438X 1955-08-08
DE30955X 1955-09-03
DE141055X 1955-10-14
DE191055X 1955-10-19
DE350170X 1955-12-19

Publications (1)

Publication Number Publication Date
CH338438A true CH338438A (de) 1959-05-31

Family

ID=27575828

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH338438D CH338438A (de) 1929-12-05 1956-03-27 Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen

Country Status (1)

Country Link
CH (1) CH338438A (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2257629A1 (de) 4-(3-carboxy-4-hydroxyphenylazo)benzolsulfonamidpyridine und verfahren zu deren herstellung
DE1163838B (de) Verfahren zur Herstellung von Dibenzo[c,e][1,2]- thiazin-5, 5-dioxyd-Derivaten
CH338438A (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen
CH337510A (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen
DE1804328A1 (de) 3-substituierte Chinoxalinone und Verfahren zur Herstellung von 3-substituierten Chinoxalin-2-Onen
DE898899C (de) Verfahren zur Herstellung von N-Carbothionverbindungen der Oxy-carboxy-phenylamine und deren Derivaten
CH337508A (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen
CH379486A (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Sulfonylharnstoffen
CH337503A (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen
CH368150A (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen
CH337504A (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen
DE1543602C3 (de) Substituierte Disulfonamide sowie deren Salze mit nichttoxischen Basen und Verfahren zu ihrer Herstellung
CH459978A (de) Verfahren zur Herstellung von Benzolsulfonylharnstoffen
AT236410B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Benzolsulfonyl-alkylen-semicarbaziden
AT204033B (de) Verfahren zur Herstellung des neuen 3-(p-Amino-benzolsulfonamido)-2-phenyl-pyrazols
AT226729B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Sulfonylharnstoffen
CH337506A (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen
AT203509B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen, substituierten 3,5-Dioxo-tetrahydro-1,2,6-thiadiazin-1,1-dioxyden
CH337511A (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen
AT236406B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Azidobenzolsulfonylharnstoffen
CH380097A (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Benzolsulfonylbenzylharnstoffen
AT261111B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen aliphatischen und araliphatischen Mercapto phenoxymethyl penicillinen
CH335651A (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen
CH333735A (de) Verfahren zur Herstellung von Benzolsulfonylharnstoffen
CH337509A (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfonylharnstoffen