Verfahren zur Herstellung eines neuen Farbstoffes. Die vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung eines neuen Farbstoffes, nämlich des Schwefelsäureesters des Leukoderivates des 1,4-Di-(p-methansulfonylbenzojamino@)- anthraehinons.
Es ist vorgeschlagen worden, Schwefel säureester der Leukoderivate von Küpenfarb- stoffen durch Behandlung des Leukoderiva- tes des Küpenfarbstoffes beispielsweise mit Chlorsulfonsäure in Gegenwart einer tertiären Base, wie z.
B. Pyridin, oder durch Behand lung des Küpenfarbstoffes selbst in einer Suspension einer tertiären Base, in Gegenwart eines Metalls, mit Schwefeltrioxyd oder mit einer Substanz, die im Reaktionsgemisch Schwefeltrioxyd zu bilden vermag, herzustel len. In der brit. Patentschrift Nr. 274156 wird ferner vorgeschlagen, den KüpenfaTb- steff in einer Suspension einer tertiären Base mit dem Metall umzusetzen, bevor das Sehwefeltrioxyd zugesetzt wird.
Es wird in dieser Patentschrift ferner ein Verfahren zur Herstellung von Derivaten von Küpenfarb- stoffen beschrieben, wonach ein quaternäres Ammoniumhalogenid, welches durch Um setzung einer tertiären organischen Base mit einem Alkylha@logenid erhalten werden kann, in einer Suspension einer tertiären orga nischen Base, mit einem Metall umgesetzt wird, worauf das Produkt mit einem Küpen- farbstoff umgesetzt und das resultierende Ge misch dann mit dem Produkt umgesetzt wird,
welches durch Umsetzung einer tertiären Base mit einem Reagens, das die Schwefelsäure- anhy dridverbindung der tertiären Base zu bilden vermag, beispielsweise mit einem Alkyl- chlorsulfonat, Chlorsulfonsäure, Oleum oder Schwefeltrioxyd, erhalten wird. Pyridin und Dimethylanilin sind als Beispiele von Basen, die in diesem Verfahren angewendet werden könnten, angeführt.
Wie sich aus Versuchen des Erfinders er gab, ist es jedoch nicht möglich, das 1,4-Di- ( p-methansulfonyl-benzoyl-amino) - anthrachi- non mittels irgendeines der bisher bekann ten, zum Zweck der Umwandlung von Küpen- farbatoffen in die Schwefelsäureester ihrer Leukoderivate angewendeten Verfahren in einen Schwefelsäureester des Leukoderivates überzuführen,
und es ist in der Tat bis jetzt kein Schwefelsäureester des Leukoderivates dieses Farbstoffes beschrieben worden. Es wurde nun gefunden, dass dieser Farbstoff in den Schwefelsäureester des Leukoderivat.es übergeführt werden kann, wenn im oben be schriebenen Verfahren statt Pyridin oder einer andern tertiären Base ein organisches Amid verwendet wird,
in welchem die am Amidatickatoff gebundenen Wasserstoffatome durch Kohlenwasserstoffradikale oder substi tuierte Kohlenwasserstoffradikale ersetzt sind.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung des Schwe- felsäureesters des Leukoderivates des 1,4-Di- (p-methan-su-Ifonyl-benzoyl-amino) -anthraehi- nons, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man ein Metallsalz der Leukoverbindung, ein organisches Amid, welches sich von einem sekundären Amin ableitet,
und ein Sulfatie- rungsmittel aufeinander einwirken lässt.
Der neue Leukoschwefelsäureester ist was serlöslich und bildet ein gelbes kristallines Natriumsalz, welches sich in Wasser unter Bildung einer gelben Lösung löst.
Die verwendeten Amide können von orga nischen Carbon- oder Sulfonsäuren abgelei tet sein. Als Beispiele von Amiden, die sich eignen, in der Reaktion verwendet zu werden, sind Dimethylformamid, Diäthylformamid, Dimethylacetamid, N,N-Diäthyl-p-toluo#lsul- fonamid und Tetramethylharnstoff zu nen nen. Dem Reaktionsgemisch können ferner Verdünnungsmittel, wie z. B. Aceton und Ni trobenzol, zugesetzt werden.
Falls das verwen dete Amid bei der für die Reaktion angewen deten Temperatur fest ist, wird bevorzugter weise ein Verdünnungsmittel verwendet, in welchem das Amid löslich ist.
Das Sulfatierungsmittel kann der Suspen sion oder Lösung des Metallsalzes des Leuko- derivates zugesetzt werden, oder die Suspen sion oder Lösung des Metallsalzes des Leako- derivates kann gewünschtenfalls dem Sulfa- tierungsmittel in einem geeigneten Verdün- nungsmittelzugesetzt werden.
Das Metallsalz der Leukoverbindung oder die das Metallsalz der Leukoverbindung ent haltende, komplexe Verbindung kann bei spielsweise durch Umsetzung des entsprechen den Küpenfarbstoffs mit einem Metall, wie z. B. Zink, in Gegenwart eines organischen Amids gemäss obiger Definition und vorzugs weise in Gegenwart eines Katalysators, wie z. B. Kaliummethylsulfat, hergestellt werden.
Das mittels des erfindungsgemässen Ver fahrens hergestellte Produkt kann zweck mässig so isoliert werden, dass das Reaktions gemisch in eine wässerige Lösung von Na- triumcarbonat eingetragen wird, dass das Ge misch filtriert und das Filtrat konzentriert wird und dass hierauf das Natriumsalz des Leukoschwefelsäureesters aus dem konzen trierten Filtrat ausgesalzen wird.
Das Leuko-Schwefelsäureesterderivat des 1,4-Di- (p-methan-sulf onyl-benzoyl- amino) -an- thrachinons erzeugt, wenn es zum Färben oder Drucken von Textilien verwendet wird, rosa Farbtöne von ausserordentlich grosser Wasch- und Lichtechtheit.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele, in welchen Teile Gewichtsteile sind, erläutert.
Beispiel <I>1:</I> Eine Suspension von 6 Teilen 1,4-Di-(p- methan=sulfonyl-benzoyl-amino)-anthrachinon, 4 Teilen Kaliummethylsulfat und 4 Teilen Zinkstaub wird in 40 Teilen Dimethylform- a <B>id</B> eingetragen und das Gemisch in einem mi Reaktionsgefäss, in welchem die Luft durch Stickstoff ersetzt ist, gerührt. Das Gemisch wird während etwa 15 Minuten bei 60 bis 80 C erhitzt, um die Metallverbindung des Leukoderivates des Farbstoffes zu bilden, und hierauf auf 0 C abgekühlt.
Hierauf wird eine Lösung von 6,5 Teilen Schwefeltrioxyd in 30 Teilen Dimethylformami@d zugesetzt. Man lässt die Temperatur des Gemisches auf 10 C steigen und rührt das Gemisch während 30 Minuten bei dieser Temperatur.
Um das Produkt zu isolieren, wird das Reaktionsgemisch in eine Lösung von 12 Tei len Natriumcarbonat in 300 Teilen Wasser eingetragen, wobei Zinkcarbonat ausgefällt wird. Die so erhaltene Suspension wird hier auf filtriert, das Filtrat im Vakuum konzen triert und der Farbstoff ausgesalzen, filtriert und getrocknet. Dieser auf diese Weise erhal tene, eine gelbe kristalline Masse bildende Farbstoff ist bis jetzt nicht beschrieben wor den.
Statt einer Lösung von 6,5 Teilen Sehwe- feltrioxyd in 30 Teilen Dimethylformamid kann das durch Umsetzung von 10,4 Teilen Methylchlorsulfat und 20 Teilen Dimethyl- formamid erhaltene Produkt verwendet wer den.
<I>Beispiel 2:</I> Ein Gemisch von 3 Teilen 1,4-Di-(p-me- than-sulfonyl-benzoyl-amino)-anthrachinon, 15 Teilen N-Formylmorpholid, 1,5 Teilen Zink staub und 0,5 Teilen Natrium-ss-naphthalin- sulfonat wird während 30 Stunden bei 20 C in einer Stickstoffatmosphäre gerührt.
Der purpurrotbraunen Lösung des Leukosalzes, das auf diese Weise erhalten wurde, wird eine Suspension von N-Formylmorpholid- Schwefeltrioxyd zugesetzt, welche durch all mählichen Zusatz von 2,5 Teilen flüssigem Schwefeltrioxyd zu 5 Teilen N-Formylmor- pholid in 5 Teilen Acetonitril hergestellt wird. Das Gemisch wird hierauf gerührt und wäh rend einer halben Stunde in einem Eisbad ge kühlt.
Das Gemisch wird in 100 Teilen einer 5 ?O'igen Natriumcarbonatlösung eingetragen und das ausgefällte Zinkcarbonat sowie even tuelle Zinkrückstände werden durch Filtrie- rung abgetrennt. Der Farbstoff wird aus den gelbbraun gefärbten Filtraten isoliert, wie dies im vorangehenden Beispiel beschrieben ist.